Montag, 23. Januar: Hase löst Tiger ab

Willkommen im Jahr des Wasser-Hasen

Wir starten an diesem Montag, 23. Januar 2023, in eine neue Woche, schon die vierte im neuen Jahr. Für Chinesen, Vietnamesen und Koreaner begann das neue Jahr gestern. Und zwar das „Jahr des Wasser-Hasen“ (Pinyin guǐmǎo). Das „Jahr des Wasser-Tigers“ ist seit gestern passé.

Wer die fernöstlichen Länder und deren Zeitrechnung im Blick behalten will, könnte beispielsweise den Tischkalender „Chinesische Tierkreiszeichen“ nutzen und erhält damit „die 12 chinesischen Horoskope!“. Heute erinnert uns zudem ein quitschbunter, aber dennoch hübscher Hase als GoogleDoodle an den Jahreswechsel in China.

Ansonsten ist das System nicht ganz so einfach. Die Kalender können auf dem Mondjahr mit 354 Tage beruhen. Oder auf dem Lunisolarjahr. Das hat dann wie unser Jahr 365 Tage, braucht aber Schaltmonate.

Wie gesagt, der „Wasser-Tiger“ hat ausgedient, das nächste „Jahr des Wasser-Tiger“ wird es erst wieder 2083 geben. Fortan hoppelt der Wasser-Hase nun namensgebend durch das ganze Jahr, bis er am nächsten chinesischen Neujahrsfest durch den Holz-Drache abgelöst wird. Was aber erst am 10. Februar 2024 geschieht.

Auch in Asien jedoch scheinen die Menschen maulfaul und lassen in der Regel bei der Nennung des jeweiligen Jahres das Element weg. Demnach sind wir kurz und knapp im „Jahr des Hasen“. Wer im Online-Shop nach dem „Jahr des Wasser-Hasen“ sucht, erlebt eine fröhliche Überraschung mit dem Kinderbuch „Wenn sieben kleine Badehasen quietschfidel ans Wasser rasen“

Aber man kann sich fernen Kulturkreisen ja auf vielen Arten nähern. Ich persönlich halte den Zugang durch die Küche für besonders erfolgversprechend (und lecker). Wer es am eigenen Herd versuchen will, greift vielleicht am besten zunächst zu „Chinesisch kochen für Einsteiger“.

Und wer partout so ganz und gar nicht mitspielen will beim „Jahr des Hasen“, der wählt Anne Freytags Erfolgsroman, den sozusagen ein Anti-Titel zum neuen Jahr in China schmückt: „Das Gegenteil von Hasen“.

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Petra Nietsch über „Denen man vergibt“

Lawrence Osborne: Denen man vergibt

Lawrence Osborne:

Denen man vergibt

The Forgiven

Lawrence Osborne: Denen man vergibt

Ein wohlhabendes britisches Ehepaar ist auf dem Weg zu einer Party der Reichen und Schönen in der marokkanischen Wüste. Durch einen Streit abgelenkt und zudem angetrunken kommt es zu einem Verkehrsunfall, bei dem ein junger Einheimischer, der Fossilien an Touristen verkauft, tödlich verletzt wird.

Diese Situation nutzt der Autor als Ausgangspunkt für einen Roman, der äußerst facettenreich ist. Osborne thematisiert die Frage von Schuld ebenso wie das Aufeinanderprallen verschiedener Kulturen, was zwangsläufig zu kulturellen Missverständnissen führt, und ein immer noch vorhandenes koloniales Verhalten der westlichen Zivilisation.

Durch den regelmäßigen Wechsel der Erzählperspektive schaut der Leser durch die Köpfe unterschiedlicher Charaktere auf die Ereignisse, so dass sich dieser sein eigenes Bild machen kann.

Alle diejenigen, für die sich gute Literatur auch durch ausdrucksstarke Sprache definiert, kommen in diesem Roman ganz auf ihre Kosten. Es ist ein Lesen mit allen Sinnen.

“This is a lean book that moves like a panther.” (Zitat aus der Rezension in der New York Times)

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Lawrence Osborne: „Denen man vergibt“, dtv Verlagsgesellschaft, 272 Seiten, ISBN 978-3-423-14699-9, Preis: 13,00 Euro.

Das Buch „Denen man vergibt“ hat aus dem BÜCHER-HEIMAT-Team auch Sonja Weber schon einmal besprochen.


Sonntag, 22. Januar: Dunkelstes Kapitel

Die Geburtsstunde des Begriffs „Holocaust“

Das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte beschäftigt mich an diesem Sonntag, 22. Januar 2023, in unserem bebücherten Kalenderblatt: Mit der Fernsehserie „Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss“ wird der Begriff „Holocaust“ heute vor 44 Jahren zum Synonym für den unfassbaren Genozid an den europäischen Juden.

Zugegeben, diese Zeilen sind im Grunde ein Vorgriff auf den „Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“ am 27. Januar. Am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus lädt pax Christi Nordharz auch in diesem Jahr um 19.00 Uhr in die Lutherkirche ein. Aber am 22. Januar 1979 wurde der erste Teil der Fernsehserie „Holocaust“ In Deutschland ausgestrahlt.

Die vierteilige US-amerikanische TV-Mini-Serie von Marvin J. Chomsky erzählt die fiktive Geschichte der jüdischen Berliner Arztfamilie Weiss zur Zeit des Nationalsozialismus. Die Ausstrahlung der deutschen Fassung erreichte ein großes Publikum und eröffnete eine breite Diskussion über die nationalsozialistische Vergangenheit.

Wer glaubt, dass das Thema „Holocaust“ nicht allein zeitlich gesehen „weit weg“ ist, wird beispielsweise in einem Buch des Bad Harzburgers Markus Weber eindrucksvoll eines Besseren belehrt: „Das ist Deutschland… und es gehört uns allen“ ist in der BÜCHER-HEIMAT erhältlich und schildert das Leben der „Juden zwischen Akzeptanz und Verfolgung im Kurort Bad Harzburg“.

Bereits am kommenden Mittwoch, 25. Januar, wird zu einer Lesung in die BÜCHER-HEIMAT eingeladen. In „Klassenfoto mit Massenmörder“ schildert der mehrfach ausgezeichnete Gerichtsreporter Jürgen Gückeleine wahre Geschichte über Bigamie und Theologie, Verbrechen und Vertuschung, über die deutsche Nachkriegsgesellschaft und über eine familiäre Tragödie“. Es geht um Arthur Wilke, der als SS-Mann im Dritten Reich nachweislich an Massenerschießungen von Juden beteiligt war und nach dem Krieg als Volksschullehrer in Niedersachsen tätig war.

Zwei große Werke der Weltliteratur vereint der 22. Januar als „Geburtsdatum“. Allerdings mit 15 Jahren Altersunterschied. Heute vor 85 Jahren (1938) wurde in Princeton das Schauspiel „Unsere kleine Stadt“ (muss vorbestellt werden) von Thornton Wilder uraufgeführt. Dem Autor gelingt damit der Durchbruch. Und heute vor 70 Jahren (1953) erlebte das Drama „Hexenjagd“ (Lieferzeit) von Arthur Miller in New York seine Uraufführung.

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Samstag, 21. Januar: Jogginghosentag

Schlabberlook mit irreführendem Namen

Endlich einmal bin ich an diesem Samstag, 21. Januar 2023, beim Schreiben des Blogs für einen Aktionstag angemessen gekleidet: Wir begehen heute den „Internationalen Jogginghosentag“ (International Sweatpants Day).

Der Aktionstag resultierte 2009 aus einem Faschingsscherz Grazer Schüler. Die trafen einen Nerv, 2011 feierten mehr als 600.000 Teilnehmer aus gut 50 Ländern den Tag virtuell mit.  Demnach muss es schlecht bestellt sein um die Menschheit, denn früh fällte Mode-Guru Karl Lagerfeld ein vernichtendes Urteil: „Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“.

Die Jogginghose ist salonfähig geworden“ behauptet dagegen das Buch „Hoggings“ und verspricht nicht weniger als „Jogginghosen – selbstgenähte It-Pieces aus Jersey. 20 Modelle in den Größen 34-46.“ Und das Ganze sogar inklusive Online-Videos. Was soll da noch schiefgehen?

Ich amüsiere mich (in Jogginghosen) derweil über einen ach so wahren Satz aus anonymer Quelle im Internet: Für ein Kleidungsstück, in dem so viele Menschen auf dem Sofa sitzen und Chips futtern, hat die Jogginghose einen eher irreführenden Namen. Wer den Schlabberlook wieder auf sein namentlich angestammtes Terrain führen will, wird also vermutlich eher auf „Die Laufbibel“ schwören, das „Standardwerk für den Laufsport“.

Jogginghosen haben unbestritten den Vorteil, dass man in ihnen keinesfalls „den Gürtel enger schnallen“ muss. Dass ein enger Hosenbund Probleme bereiten kann, daran arbeiten unzählige TV-Kochsendungen mit. Und als allererster Fernsehkoch trat heute vor 86 Jahren (1937) Marcel Boulestin vor die Kameras der BBC in London: „The Best of Boulestin“ (engl.) gibt es nur mit „unbestimmter Lieferzeit“. Wer schnell an Herd (und Futternapf) will, sollte sich an den prominentesten „Nachfahren“ halten: „Besser kochen mit Jamie Oliver“.

An einem anderen Eintrag in unserem bebücherten Kalenderblatt merkt man, dass die eigenen Kinder mittlerweile erwachsen sind: Heute vor 20 Jahren erschien der erste Band „In die Wildnis“ der Buchreihe „Warrior Cats“, die alle drei Jungs begeistert gelesen haben. Heute gibt es bereits acht Staffeln. Und meine „Kinder“ lesen andere Bücher…

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Freitag, 20. Januar: Mogelpackungen

Foto: Verbraucherzentrale Hamburg

Weniger Inhalt, höhere Preise

Alle Jahre wieder gibt es nicht allein Weihnachtsgeschenke, sondern wird auch die „Mogelpackung des Jahres“ gekürt. Am heutigen Freitag, 20. Januar 2023, haben Verbraucherinnen und Verbraucher nur noch zwei Tage, um auf der Website der Verbraucherzentrale (ext.) abzustimmen.

Wiederkehrende Anlässe verführen dazu, sich selbst zu zitieren. Ich versuche es mal mit meinem Blog-Einstieg aus dem vergangenen Jahr: „,Die Welt will betrogen sein‘“, stellte der Humanist Sebastian Brant schon 1494 in seinem Werk „Das Narrenschiff“ fest. Allzu gern würde ich widersprechen, doch gehöre ich beim Einkaufen zu den Kunden, die im Zweifel eher zu (teuren) Markenprodukten greifen. Im Glauben, da könne man nichts falsch machen.“

Im Nachhinein bleibt mir da nur eine ernüchternde Feststellung: So kann man sich täuschen! Gerade in Zeiten der heftigen Preissteigerungen durch die Inflation muss man den Verbraucherschützern dankbar sein, dass sie die „10 beliebtesten Tricks, um Preiserhöhungen zu verstecken“ (ext.) offenlegen.

Vertiefen kann man sein Wissen in dem Buch „Achtung Mogelpackung!“. Laut Verlagswerbung der „ultimative Einkaufsratgeber“ von Yvonne Willicks, Moderatorin der WDR-Erfolgssendung „Servicezeit“.  Gemeinsam mit der Journalistin Stefanie von Drathen hat Willicks „eine Fülle von Fakten, Hintergrundinfos und Tipps zusammengetragen, um die Tricks der Lebensmittelindustrie zu entlarven und dem Verbraucher den bewussten Einkauf zu erleichtern“.

Parallel dazu könnte es sich lohnen, einer Frage nachzugehen: „Was Sie über Inflation wissen sollten“ verspricht die „Wahrheit darüber, warum Ihr Vermögen schrumpft“. Das Buch gilt als Klassiker von 1960 und ist seit einigen Jahren wieder lieferbar – wohl aus gutem Grund.

Aber zurück zu den Mogelpackungen. Die fünf aktuellen Kandidaten sind der Aufstrich „Rama“, der Scheibenkäse „Leerdammer“, die Chips „Pringles“, der Wasserenthärter „Calgon“ und die Haribo-„Goldbären“ – letztere für mich persönlich der größte und traurigste Schock. Ausgewählt wurden die nominierten Produkte nach Angaben der Verbraucherzentrale Hamburg aufgrund zahlreicher Beschwerden über versteckte Preiserhöhungen wegen geschrumpfter Inhalte.

Die Online-Abstimmung (ext.)der Verbraucherzentrale Hamburg läuft bis Sonntag, 22. Januar, und endet dann um 18.00 Uhr. Das Endergebnis der Abstimmung wird am Montag, 23. Januar, vormittags bekannt gegeben.

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Lesung „Klassenfoto mit Massenmörder“

Eine wahre Geschichte über Verbrechen und Vertuschung

Niedersachsen, August 1961. Der Klassenlehrer Walter Wilke wird in seiner Dorfschule aus dem Unterricht abgeholt und später in einem der ersten großen Prozesse über deutsche Verbrechen in Osteuropa verurteilt. In seinem kleinen Ort wird über die Sache nicht gesprochen. Später kehrt der Mann zurück und lebt bis zu seinem Tod 1989 zurückgezogen im Dorf. Seine Frau, mit der er über Jahre in Bigamie gelebt hatte, ist die beliebte Landärztin.

Jürgen Gückel, mehrfach ausgezeichneter Gerichtsreporter, geht einer Spur nach. Einer Geschichte, die ihn seit der Schulzeit beschäftigt, denn Walter Wilke war sein erster Lehrer. Gückel rekonstruiert einen einzigartigen Lebensweg: „Walter“ war in Wahrheit Artur Wilke, der die Identität seines gefallenen Bruders angenommen hatte. Artur selbst war studierter Theologe und Archäologe, im Dritten Reich der SS beigetreten, nachweislich an Massenerschießungen von Juden beteiligt, galt als gefürchteter Partisanen-Jäger und wurde nach dem Krieg dann – Volksschullehrer. Sein Name ist mit grauenhaften Kriegsverbrechen verbunden, doch zur Rechenschaft gezogen wurde er für seine Taten im Partisanenkampf nie.

Das Buch zeichnet nicht nur eine spektakuläre deutsche Biografie im 20. Jahrhundert nach – die Entwicklung eines Intellektuellen zum Täter und die Verneinung jeglicher persönlicher Schuld, das Wegsehen der Gesellschaft. Es zeigt auch auf, wie schwierig das Erinnern ist, wie unterschiedlich Erlebtes bewertet wird und wie schwer die Erarbeitung historischer Wahrheit letztlich ist. Auch nach der Sichtung mehrerer zehntausend Seiten Gerichtsakten und anderer Dokumente bleiben scheinbar einfache Fragen offen. In seiner Lesung geht Gückel auch darauf ein, dass der Hauptangeklagte des Koblenzer Massenmord-Prozesses, Dr. Georg Heuser, nach dem Krieg zunächst in Bad Harzburg untergetaucht war und hier als Rechtsanwalt arbeitete, ehe er bei der rheinland-pfälzischen Polizei Karriere machte und Chef des Landeskriminalamtes wurde.

„Klassenfoto mit Massenmörder“ ist eine wahre Geschichte über Bigamie und Theologie, Verbrechen und Vertuschung, über die deutsche Nachkriegsgesellschaft und über eine familiäre Tragödie.

Mittwoch, 25. Januar 2023, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten
Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT,
Telefon  (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de

Sonntag, 1. Januar: Willkommen in 2023!

Die BÜCHER-HEIMAT wünscht ein glückliches und gesundes neues Jahr 2023!

Die Buch-Spitzenreiter des Jahres 2022

Die Zahl der Leser unseres Blogs wird an diesem Neujahrstag, Sonntag, 1. Januar 2023, zu dieser frühen Stunde vermutlich geringer als sonst sein. Aber allen, die diese Zeilen lesen (und natürlich auch sonst allen) wünscht die BÜCHER-HEIMAT ein glückliches und gesundes neues Jahr 2023.

Wir gönnen uns den heutigen Tag, um noch einmal zurückzublicken. Jetzt aber beschränken wir uns auf den Büchermarkt des Jahres 2022. Bestsellerlisten können ja sehr verwirrend sein. Nicht zuletzt, wenn ihre Listen unterschiedlich aufgebaut sind. Bei genialokal als dem Partner der BÜCHER-HEIMAT werden in der Jahresübersicht anders als in den Spiegel-Bestsellerlisten keine Unterschiede nach Hardcover oder Taschenbuch, Thriller, Belletristik oder Kinderbuch gemacht.

So steht bei genialokal erneut Delia Owens mit ihrem 2019 erschienenen Roman „Der Gesang der Flusskrebse“ ganz oben, noch vor Bonnie Garmus‘ „Eine Frage der Chemie“. Spitzenplätze sind beiden Autorinnen auch im Spiegel-Ranking sicher. Allerdings fein säuberlich getrennt. Die „Frage der Chemie“ ist die Nummer 1 bei Hardcover Belletristik, die „Flusskrebse“ grüßen vom Thron Taschenbuch Belletristik.

Die weiteren Spitzentitel bei den Spiegel-Jahresbestsellern sind bei Hardcover Sachbuch Kurt Krömer der über seine Depressionen schreibt: „Du darfst nicht alles glauben, was du denkst“. Beim Paperback Sachbuch sichert sich Stefanie Stahl Platz 1, die in „Das Kind in dir muss Heimat finden“ den „Schlüssel zur Lösung (fast) aller Probleme“ ankündigt. Die Nummer 1 beim Taschenbuch Sachbuch besetzt wieder ein Bestseller-Abonnent“: John Strelecky mit „Das Café am Rande der Welt“.

Bei den Jugendromanen schaffte es das erst im November erschienene „Gregs Tagebuch 17“ an die Tabellenspitze. Auch unter Kinder-Sachbuch findet sich ein alljährlicher Dauerbrenner ganz oben: „Guinness World Records 2023“. Bei den Kinderbüchern belegt Margit Auer mit „Die Schule der magischen Tiere“ gleich die Plätze 1 bis 4. Auf dem Weg dahin ist bei den Bilderbüchern Känguru-Erfinder Marc-Uwe Kling mit seinem „NEINhorn“, das auf Rang 2 hinter „Das NEINhorn und die SchLANGEWEILE“ landet.

Eine Übersicht, die zeigt, dass literarische Langeweile kaum angesagt ist. Wer über unsere wöchentliche Veröffentlichung aus den Spiegel-Bestsellerlisten hinaus up-to-date bleiben will, der kann in den aktuellen Bestsellerlisten von genialokal stöbern. Da haben sich mittlerweile Dörte Hansen mit „Zur See“ und Sebastian Fitzek mit „Mimik“ an der „Frage der Chemie“ vorbeigeschoben.

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Markus Weber über „Klassenfoto mit Massenmörder“

Markus Weber über „Klassenfoto mit Massenmörder“

Jürgen Gückel:

Klassenfoto mit Massenmörder

Der Journalist Jürgen Gückel hat ein in mehrfacher Hinsicht beeindruckendes Buch vorgelegt. Ausgangspunkt des Buches ist ein Klassenfoto seiner ersten Volksschulklasse in Steterdorf bei Peine mit dem Lehrer Artur Wilke, dessen wahre Identität sich erst später herausstellen sollte.

Da Gückel bei der Beschäftigung mit seinem Lehrer merkt, dass weder den eigenen Erinnerungen noch den Erzählungen im Dorf zu trauen ist, beginnt er eine außergewöhnlich akribische Spurensuche in Archiven, so durchforscht Gückel u.a. zehntausende Seiten Gerichtsakten, um Artur Wilke auf die Spur zu kommen. Geschickt verbindet der Autor die verschiedenen zeitlichen Ebenen, sodass die Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart bewusst wird. So wird aus der Spurensuche nicht nur ein Buch über einen Täter, der für grauenhafte Verbrechen im Zweiten Weltkrieg verantwortlich zeichnet, aber bis zum Schluss seine eigene Verantwortung leugnet. Auch die Opfer nehmen Gestalt an – Massenmorde an der jüdischen Bevölkerung, Auslöschung ganzer Dörfer mitsamt aller Einwohner. Gleichzeitig ist es eine Geschichte des Verschweigens in der deutschen Nachkriegsgesellschaft und des Versagens der Justiz. Umso bedeutsamer ist es, dass gelegentlich auch die wichtige Erinnerungsarbeit durchscheint.

Trotz der guten Lesbarkeit des Buches musste ich immer wieder Pausen einlegen, um die Ungeheuerlichkeiten der dokumentierten Verbrechen auszuhalten. Gerade angesichts des gegenwärtigen Krieges in der Ukraine lohnt es, sich dieses Buch zuzumuten.

Jürgen Gückel: „Klassenfoto mit Massenmörder. Das Doppelleben des Artur Wilke“, Vandenhoeck und Ruprecht 2. Aufl. 2020, 295 Seiten, ISBN 978-3525311141, Preis: 25,00 Euro.

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Das Gestüt Harzburg – eine große Geschichte

https://die-buecherheimat.de/2022/12/13/das-gestuet-harzburg-eine-grosse-geschichte/
Autor Egon Knof (re.) zusammen mit dem ehemaligen Gestütsleiter Gustav Klotz bei der Buchpräsentation in der BÜCHER-HEIMAT. Foto: Weber

600 Jahre Pferdezucht werden lebendig

Es ist ein opulentes Werk, der „Erstling“ des Autoren Egon Knof. Der ehemalige GZ-Redakteur, Galoppsportexperte und auf dem Gestüt aufgewachsener Ur-Bündheimer lässt zwei Jahre nach dem Aus für die traditionsreiche Pferdezuchtstätte das „Gestüt Harzburg – Das Erbe der Braunschweiger Herzöge“ und damit 600 Jahre Pferdezucht in Bündheim lebendig werden.

Herausgeber ist der Harzburger Geschichtsverein, gefördert haben das für die Stadtgeschichte bedeutsame Projekt die Bad Harzburg-Stiftung, die Stadtwerke Bad Harzburg und der Harzburger Rennverein. Im DinA4-Format als gewachstes Hardcover im Verlag der Goslarschen Zeitung erschienen, lädt das hochwertig gestaltete Werk auf 224 Seiten und mit 341 historischen (Schwarz-weiß- und Farb-) Fotos sowohl zu detailreichen Ausflügen in die Gestütsgeschichte wie auch zum Schwelgen in Bilderwelten ein.

Ein Buch, das zugleich ein Denkmal für die große Pferdegeschichte Bündheims ist, die im Herbst 2020 wohl unwiederbringlich zu Ende ging. „Das war dann mal weg“ – der Titel einer ZDF-Sendereihe gilt auch für das Gestüt, das aber dank dem Investorenduo Rataj/Junicke zumindest als großartiges Gebäudeensemble weiterbestehen kann.

Das Buch „Gestüt Harzburg – Das Erbe der Braunschweiger Herzöge“ ist selbstverständlich auch in der BÜCHER-HEIMAT zum Preis von 25,00 Euro zu haben (und ein echter Geschenktipp für Bad Harzburger und alle Pferdefreunde).

Montag, 7. November: Kalender-Zeit

Einszweidrei, im Sauseschritt…

…läuft die Zeit; wir laufen mit. Die erste Novemberwoche ist an diesem Montag, 7. November 2022, bereits wieder vorüber. Nur noch 54 Tage bis Jahresende. Und alle Jahre wieder kommt mir in dieser Zeit das berühmte Wilhelm-Busch-Zitat besonders eindrücklich in den Sinn.

Dies insbesondere, wenn ich allmorgendlich ein Blatt vom Jahreskalender abreiße, der so beständig dünner wird. Was mich zum einen philosophieren lässt, warum der Lauf der Zeit bei mir eher den gegenteiligen Effekt hat.

Zum anderen aber sollte nun auch nach neuen Kalendern Ausschau gehalten werden. Was am besten in der BÜCHER-HEIMAT vor Ort geht. Dort kommt zum optischen auch noch der haptische Eindruck. Und das Team hat viele Tipps, wenn es mal ein anderes Motiv als die Urlaubs-Sehnsuchts-Oase sein soll. Die Auswahl ist riesig, allein der Onlineshop der BÜCHER-HEIMAT offeriert mehr als 140.000 Einträge zum Suchwort „Kalender“.

Auch die Kombination Kalender + Harz liefert noch 565 Fundstellen. Wobei die BÜCHER-HEIMAT die Klassiker wie die Harzer Schmalspurbahn vor Ort hat. Und die Mitmach-Buchhandlung hat noch weitere großartige Kalendern aus der Harzer Heimat zu bieten, die es im Online-Shop gar nicht gibt.

Beispielsweise Luca Webers Kalender „Der Harz – Wilde Natur 2023“. Wer sich davon ein Exemplar sichern will, sollte nicht zögern, denn es handelt sich um eine limitierte Auflage. Oder Martin Wurzbachers „Natur entdecken“. Der Harzburger Geschichtsverein bleibt zwar im Ort, lädt aber zu einer Zeitreise ein. Der erste Kalender des Vereins, den Hans Willgeroth konzipiert hat ???

Ich muss zugeben, dass mich ein Kalender reizt, der mit dem Harz nichts zu tun hat. Der „Visual Words 2023“ ist ein Typo-Art-Wochenkalender, der jede Woche einen neuen Spruch offeriert. Mein Favorit steht auf dem Titelblatt: „Die Welt ist voller Wunder. Eines davon bin ich.“

Jetzt bin ich der Zeit trotz Sauseschritts sogar schon voraus, denn ganz akut sollte es zunächst um den Adventskalender gehen. Auch dabei hilft die BÜCHER-HEIMAT weiter, hat viele Varianten mit Türchen, in Buchform und als Rätsel zu bieten. Online gibt es einen ersten Überblick.

Ich werde mir die schwere Kalender-Entscheidung mit Kaffee und Kuchen versüßen. Dabei darf es heute im Grunde nur Kladdkaka geben, denn die Schweden feiern heute ihre Variante des Schokoladenkuchens mit dem „Kladdkakans dag“. Als typische Krönungen werden „Puderzucker, Eis, Schlagsahne, Nüsse, Mandeln sowie alle möglichen Fruchtsorten“ genannt. Ich nehme wohl alles, weil ich Schokoladenkuchen nicht so besonders mag.

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