Leseförderung eingetütet

Leseförderung eingetütet
Stolze Abc-Schützen mit ihren kunterbunten Lesetüten. Fotos: Moritz Büsching/Goslarsche-Zeitung

Starke Aktion für die Abc-Schützen

Bücher und Zubehör für den Start ins Schulleben habe alle Erstklässler der Bad Harzburger Grundschulen jetzt in „Lesetüten“ erhalten.  Koordiniert wird das Leseförderungsprojekt durch die BÜCHER-HEIMAT, finanziert durch die Bad Harzburg-Stiftung.

Organisiert hat das Leseförderungsprojekt die Interessengruppe Leseförderung im Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Bundesweit läuft das Projekt bereits seit 2011, mit großer Unterstützung der Verlage Oetinger und Arena.

Mit der Übergabe der Geschenke verbunden ist sozusagen auch ein Klassen-übergreifendes Teambuilding an den Grundschulen: Die Zweitklässler bemalen die Tüten für die Abc-Schützen kunterbunt, ehe sie an die neuen Schülerinnen und Schüler überreicht werden. Für ihren Einsatz wurden die Zweitklässler allerdings auch bedacht, sie erhielten Malbücher und Stifte von der Öffentlichen Versicherung Braunschweig.

Die Lesetüten für die Erstklässler befüllte die BÜCHER-HEIMAT, die Koordinatorin des Projekts in der Kurstadt, mit einem Lesezeichen, einem Buch für Erstleser sowie einem Türanhänger mit der Aufschrift „Komm rein zum Vorlesen!“.  Außerdem spendierte die Harzburger Aktion jedem Kind noch ein Pixibuch. Buch, Anhänger und Lesezeichen finanzierte wie schon im vergangenen Jahr die Bad-Harzburg-Stiftung. Alle zusammen bilden ein starkes Team, das die Aktion mit Leben füllt.

Die Übergabe der Lesetüten begleiteten Andrea Scholz von der Bad Harzburg-Stiftung, Stefanie Horn von der Öffentlichen Versicherung und Sonja Weber, die Leiterin der BÜCHER-HEIMAT.

Johannes Jakob über „Das Narrenschiff“

Johannes Jakob über „Das Narrenschiff“

Christoph Hein: Das Narrenschiff

Christoph Hein: Das Narrenschiff

Was hoffnungsvoll begonnen wurde, endete in einem Desaster. Christoph Hein hat die Geschichte der DDR selbst erlebt. Er hat die Schwächen des Systems gesehen, am 4. November 1989 hat er bei der großen Demonstration auf dem Alexanderplatz eine Rede gehalten. Über 40 Jahre zeichnet er die Geschichte nach.

Es war wichtiger, sich mit dem System zu arrangieren als Leistung zu bringen. Seine Protagonisten lernen schnell, worauf es ankommt, wenn man in der DDR Erfolg haben will. Kompetenz war weniger gefragt. „Die Partei hat immer recht…“, nach dem Motto lebten ein Ökonom, ein Wissenschaftler für Metalltechnik und deren Ehefrauen und ein international angesehener Professor, der keine Stelle an der Uni bekam, weil er während der Nazizeit in England und nicht in der UDSSR war. Er wurde schließlich für Kinderfilme zuständig.

So haben viele absurde Entscheidungen erst zum Selbstzweifel, zur Verlogenheit und schließlich zum Zusammenbruch geführt. Das Narrenschiff ist gesunken. Eine spannende Geschichte durch 40 Jahre DDR, vor allem für Menschen, die die DDR selbst nicht mehr erlebt haben.

Christoph Hein: Das Narrenschiff, Suhrkamp Verlag, 750 Seiten, ISBN 9783518475355, Preis: 16,00 Euro.

Eine Rezension zum „Narrenschiff“ hat auch Markus Weber vorgelegt.


Sonja Weber über „Über der Brandung“

Sonja Weber über „Über der Brandung“

Franziska Jebens: Über der Brandung

Ein Buch kann für mich zu einer Ruhezeit und einer Insel werden, eine ganz besonders erholsame war „Über der Brandung“ von Franziska Jebens, ihres Zeichens Autorin, Podcasterin und Weltenbummlerin. Ihr wohltuender Roman war eine angenehme Entspannung nach dem letzten trubeligen Wochenende und hat mich gedanklich zusammen mit der Protagonistin auf einer kleinen Kykladen-Insel zu mir selbst kommen lassen.

Die Geschichte ist herrlich undramatisch, bis auf einen heftigen Sommersturm geschieht nichts Bedrohliches, das Leben ist ruhig dort. Genau daran muss sich die aus Berlin kommende junge Frau erst einmal gewöhnen, ebenso daran, dass niemand sie nach dem Warum und Wieso ihrer Flucht auf dieses Eiland fragt.

Im Gegenteil scheint ihre Gastgeberin Hera schon alles über die neu Angekommene zu wissen. Nea, die Neue, wie sie dann auch nur noch genannt wird, lässt sich nach anfänglichem Zögern auf Heras Art das Leben zu leben ein. Sie findet ihre eigene Stärke in langen Wanderungen mit einer zahmen Ziege, bei Zusammenkünften mit anderen Frauen, in der Einsamkeit ihres neuen Zuhauses und in einer neuen Beziehung.

Nea lernt, die Welt zu vergessen, im Moment zu leben und zu vertrauen. Alles kann, nichts muss. Sie erkennt die Heilsamkeit von Gemeinschaft und Freude, die Wichtigkeit, Dinge zu machen, die guttun und den Schutz von Werten und Grenzen, die man für sich festlegt.

Die Insel, neue Freunde und eine nette Ziege machen aus einer an sich zweifelnden mutlosen Autorin, die nie wieder schreiben wollte, eine starke Frau mit starken Grundsätzen, eine Neue, die ihr Leben ohne Angst in die Hand nimmt. Eine, die nicht nur eine Idee davon hat, wie ihre Zukunft aussehen soll, sondern diese wahr werden lässt. Nea ist kein Spiel der Wellen mehr, sie lebt nun über der Brandung.

Franziska Jebens: „Über der Brandung“, Fischer Verlag, 352 Seiten, ISBN 9783758790362, Preis: 22,00 Euro.


Thriller-Abend mit Autoren-Paar

Spannung im Doppelpack

Silke Schaudienst ist am Mittwoch, 24. Februar 2027, erneut zu einer Lesung in der BÜCHER-HEIMAT. Nach ihrem ersten Roman, einer Familien-Saga mit historischem Hintergrund aus der Entstehungsgeschichte Wolfenbüttels, präsentiert sie nun ihren Krimi „Im Reigen der Schuld“, der in der Gegenwart Wolfenbüttels spielt.

Durch einen ungewöhnlichen Fundort mit vermeintlich geschichtlichem Hinweis muss sich das ungleiche Kommissarenduo Bruno Heyber und Jasper Nieberger auf ungewöhnliche Spurensuche begeben. Erfahrung und neue Denkansätze prallen aufeinander. In der Stadt will man an vergangene Zeiten nicht erinnert werden.

Dieses Mal ist in Bad Harzburg aber auch Silke Schaudiensts Mann Karl-Heinz Schaudienst dabei. Von ihm gibt es Passagen aus seinem Thriller „Perditus“, deren Handlungsorte von Braunschweig über Wolfenbüttel bis nach Goslar reichen.

Nach einem tödlichen Autounfall eines Galeristen wird dessen Ehefrau Julia in sein doppeltes Spiel um die verschollenen Heldenlieder Karl des Großen hineingezogen. Ein Wettlauf um Erpressung, tödlicher Bedrohung und der Frage, wem sie vertrauen kann, beginnt.

Mittwoch, 24. Februar 2027, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten
Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT,
Telefon  (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de

Dirk Junicke über „Meine frühen Jahre“

Dirk Junicke über „Meine frühen Jahre“

Winston Churchill: Meine frühen Jahre

Mit großem Interesse habe ich das Buch „Meine frühen Jahre“ von Winston Churchill gelesen. Er beschreibt hier seine ersten 25 Lebensjahre. Er berichtet von einer untergegangenen Welt des britischen Empire, einige Jahre vor dem Ersten Weltkrieg.

Churchill war abenteuerlustig und hat an mehreren Kriegen in Indien, Ägypten, dem Sudan und in Südafrika teilgenommen. Besonders wichtig erscheint mir seine Erkenntnis über einen Kriegsbeginn.

Er warnt jeden Kriegstreiber. Damit bekommt das Buch eine besondere Aktualität.

Winston Churchell hat für seine Werke den Literatur-Nobelpreis erhalten. Nach dem Lesegenuss seines Buches „Meine frühen Jahre“ erscheint mir der Literatur-Nobelpreis sehr angemessen.

Winston Churchill: „Meine frühen Jahre“, Kampa Verlag, 448 Seiten, ISBN 9783311240075, Preis: 34,00 Euro.


Markus Weber über „Anton will bleiben“

Markus Weber über „Anton will bleiben“

Nelio Biedermann: Anton will bleiben

Wer möchte nicht, dass auch nach dem Tod etwas bleibt? Dass man nicht spurlos aus der Welt verschwindet?

Anton, der seit Jahren verwitwet ist, alleine lebt und nur mit wenigen Menschen Kontakt hat, erfährt von seinem Arzt, dass er nur noch eine kurze Lebensfrist hat. So macht er sich daran, in der verbleibenden Zeit etwas zu schaffen, das nicht vergehen kann. Er versucht, ein Buch zu schreiben, zu fotografieren und zu malen. Doch alles scheint ihm vergeblich.

Bei alldem begleitet ihn sein alter Freund Emil, der auch seine Geschichte aufzeichnet. An sein Küchenfenster kommen täglich eine Möwe und eine Taube, für die er sich verantwortlich fühlt. Und ganz unerwartet lernt er die junge Schauspielerin Katharina von gegenüber kennen, die ihn herausfordert; die beiden freunden sich an.

Katharinas Freund Konstantin formuliert schließlich, worum es im Leben geht, nämlich „nicht darum, seine Fähigkeiten zu nutzen, um in der Erinnerung Fremder zu bleiben. Es geht darum, sein Talent zu nutzen, um die eigene Welt zu einem klein wenig erträglicheren Ort zu machen.“

Und ist es nicht bedeutend, dass Anton sich als junger Mann dem Krieg verweigert hat, weil er nicht töten wollte? Und dass er viele Jahre mit seiner Frau glücklich zusammenleben konnte? Man muss also keine große Literatur oder Kunstwerke schaffen, um als Mensch Bedeutung zu haben.

Nelio Biedermann erzählt Antons Geschichte poetisch, mit philosophischem Gespür und feinem Humor. Ein ermutigender Roman!

Nelio Biedermann: Anton will bleiben. Roman, Rowohlt Taschenbuch 2. Aufl. 2026, ISBN 978-3499017223, 224 Seiten, 14,00 Euro

Johannes Jakob über „Die Revolution entlässt ihre Kinder“

Johannes Jakob über „Die Revolution entlässt ihre Kinder“

Wolfgang Leonhard: Die Revolution entlässt ihre Kinder

Das Buch ist 70 Jahre alt. Aber wenn man den Stalinismus verstehen will, gehört es immer noch zu den besten Quellen.

Wolfgang Leonhard kam als 13-jähriger Junge mit seiner Mutter in die Sowjetunion. Seine Mutter wurde während der Säuberungen in den Gulag verschleppt und blieb dort 10 Jahre. Er selbst wurde und blieb überzeugter Kommunist, durchlief die Ausbildung, um später als Führungskraft im neuen Deutschland den Sozialismus aufzubauen.

Er erlebt die Zeit des Krieges in der Sowjetunion. Die Gräueltaten der Nazis blieben ihm weitgehend verborgen. Aber die russische Sicht auf den Krieg wird sehr spannend beschrieben. Er ist dabei nah am Geschehen und kann viele Interna schildern.

1945 kam er noch vor Ende des Krieges mit der sogenannten Gruppe Ulbricht nach Berlin. Aus heutiger Sicht sind vor allem die ersten Jahre in Ostberlin sehr interessant. Sehr detailliert schildert er das Vorgehen, wie es gelang einen Sozialismus sowjetischer Prägung in Deutschland durchzusetzen, was letztlich zur Teilung Deutschlands führte.

Er wurde Dozent an der Parteihochschule, brach aber mit dem System, als seine Hoffnung, dass Deutschland einen eigenen Weg zum Sozialismus gehen könnte, sich in Luft auflöste. Sehr präzise analysiert und beschreibt er die Mechanismen des Stalinismus.

Er floh 1949 zunächst in das damalige Jugoslawien und später in die Bundesrepublik. 2014 starb er. Er war einer der besten Kenner der Sowjetunion und Russlands und lehrte an mehreren internationalen Universitäten. Erst nach der Wende konnte er nach Ostberlin und Russland zurückkehren. Eine spannende Zeitgeschichte des letzten Jahrhunderts.

Wolfgang Leonhard: „Die Revolution entlässt ihre Kinder“, Kiepenheuer & Witsch GmbH, Jubiläumsausgabe, 704 Seiten, ISBN 9783462034981, Preis: 16,00 Euro.


Heike Zumbruch über „Der Astronaut“

Heike Zumbruch über „Der Astronaut“

Andy Weir: Der Astronaut

Die Sonne verdunkelt sich und eine Auslöschung der Menschheit in absehbarer Zeit scheint unabwendbar. Angesichts dieser Bedrohung arbeiten alle Regierungen der Welt tatsächlich zusammen, um herauszufinden, ob es eine Lösung gibt.

Die scheint in einer anderen Galaxie im Weltraum zu finden sein und so bauen die klügsten Wissenschaftler der Welt ein Raumschiff und schicken drei Astronauten zum Stern TauCeti. Nur einer kommt lebend dort an!

Und schon sind wir mittendrin in diesem bemerkenswerten Roman von Andy Weir. Der Autor erschafft ein Szenario, dass nur gemeinsam bewältigt werden kann und wird. Natürlich gibt es Diskussionen und auch Streit, aber keine Gewalt – dafür reicht die Zeit nicht, und das scheinen alle verstanden zu haben.

Wir erfahren die Geschichte aus der Ich-Perspektive des überlebenden Astronauten, teils in Rückblenden, der kurz vor dem Ziel ein Alien-Raumschiff entdeckt, auf dem auch nur noch ein Besatzungsmitglied lebt. Und endlich traut sich mal ein Schriftsteller, eine intelligente Lebensform zu „erfinden“, die völlig anders ist als alle, die mir bisher in Büchern und Filmen begegnet sind. Mit unglaublich viel Fantasie hat Andy Weir einen Alien erschaffen, der beinahe unvorstellbar ist.

Und nein, Ryland Grace und „Rocky“ sind sich nicht feindlich gesonnen, nicht einmal misstrauisch. Sie lernen miteinander zu kommunizieren, Probleme gemeinsam zu lösen, voneinander zu lernen und die Stärken des anderen für ihre Missionen zu nutzen.

Ein Buch, ganz ohne Gewalt, ohne Kampfszenen, nicht einmal Waffen kommen vor. Der wissenschaftliche Austausch steht im Mittelpunkt. Dieser Roman ist absolut lesenswert, voller überraschender Erkenntnisse, humorvoll, intelligent, auch gefühlvoll und die Begegnung der Spezies führt zu einer echten Freundschaft. Zitat Rocky: „Dein Gesicht ist undicht?!“

Ob die Missionen der beiden Protagonisten erfolgreich abgeschlossen werden? Das wird an dieser Stelle nicht verraten, nur so viel, das Ende ist wunderbar! Ein ruhiges Buch, mit einem Ende, das mein Gesicht hat undicht werden lassen.

Danke an Sonja Weber, die mich „genötigt“ hat, dieses Buch zu lesen!

Andy Weir: „Der Astronaut“, Heyne Taschenbuch, 560 Seiten, ISBN 9783453322837, Preis: 14,00 Euro.


Petra Nietsch über „Liebe und Verderben“

Petra Nietsch über „Liebe und Verderben“

Kristin Hannah: Liebe und Verderben

Kristin Hannah war mir als Schriftstellerin bekannt, aber dies ist der erste Roman, den ich von ihr gelesen habe und er ist ein ganz besonderer.

Die Autorin entführt uns in die Wildnis Alaskas. Es gibt sicherlich nicht viele Menschen, die eine wirkliche Vorstellung davon haben, wie einsam es dort ist. Hier bestimmt die Natur das Leben der Menschen. Es ist ein täglicher Kampf ums Überleben.

Im Sommer wird es so gut wie nicht dunkel und im Winter wird es kaum hell. Frühling und Herbst sind kaum existent. Im Sommer muss alles getan werden, um im Winter ausreichend Vorräte zu haben. Die Menschen jagen, fangen Fische, pflücken Beeren, arbeiten an ihren Häusern und Hütten und, und, und.

Dieses Leben fordert viel, aber bietet auch Freiheit. Jeder hilft jedem, egal, was es ist. Man kann sich aufeinander verlassen.

Vor diesem Hintergrund entwickelt sich die Handlung. Die Familie Albright siedelt im Jahr 1974 von Seattle um nach Kaneq auf der Kenai-Insel. Ernt, der im Vietnam-Krieg gekämpft hat, leidet seitdem unter einer posttraumatischen Belastungsstörung, die dazu führt, dass er immer wieder seinen Job verliert, auch weil er unter starken Gemütsschwankungen leidet.

Cora, seine Frau liebt ihn so sehr, dass sie ihm nahezu alles verzeiht. Lenora (Leni), die 13-jährige Tochter, fühlt sich einsam, denn wegen der vielen Umzüge ist sie nie lange genug an einer Schule, um Freunde zu finden.

Für das harte Leben in Alaska sind sie schlecht vorbereitet, aber sie fühlen sich willkommen geheißen und schnell wohl. Alle drei arbeiten unentwegt, um endlich zur Ruhe zu kommen. Und in der Schule findet Leni mit Matthew sogar einen Freund. Doch der Winter naht und mit ihm kommen nicht nur die Dunkelheit, sondern auch Ernts Alpträume.

Seine Angstzustände und Unzufriedenheit nehmen zu. Er sucht Streit zu Hause, wird zunehmend gewalttätig gegenüber Cora und wird auch in der Dorfgemeinschaft immer mehr zum Außenseiter. Derweil wird aus der Freundschaft zwischen Leni und Matthew die erste große Liebe.

Der Roman hat fast 600 Seiten, aber es ist nicht eine zuviel. Immer wieder kommt es zu überraschenden Wendungen, die die Spannung bis zum Schluss aufrechterhalten. Die Handlung ist bis zum Ende hin schlüssig und hat mich als Leserin zufrieden gemacht.

Wie so oft unterscheiden sich der englische und der deutsche Titel, wobei aus meiner Sicht in diesem Fall der Schwerpunkt unterschiedlich gesetzt ist. Der englische Titel „The Great Alone“ bezieht sich auf die Wildheit Alaskas, es ist „The Last Frontier“ während der deutsche Titel mehr auf das Thema Liebe zielt. Von der gibt es ganz unterschiedliche Formen im Roman. Von freundschaftlicher über partnerschaftliche Liebe über Liebe zur Natur und zum Land ist alles dabei.

Ein packender Roman, der mich sehr bewegt hat und den ich uneingeschränkt empfehlen kann.

Kristin Hannah: „Liebe und Verderben“, Aufbau Taschenbuch Verlag, 591 Seiten, ISBN 9783746635767, Preis: 14,00 Euro.


Mit Gräfin von Brühl in den Schattengarten

Den Schattengarten ins rechte Licht rücken

„I never promised you a rose garden!”. Mit diesen Worten, Zeile aus einem bekannten 1970er Hit von Lynn Anderson, leitet der Verlag die Vorstellung von Christine von Brühls jüngstem Roman „Der Schattengarten“ ein. Eben diesen „Schattengarten“ wird die Autorin am Freitag, 23. April 2027, um 19 Uhr in der BÜCHER-HEIMAT ins rechte Licht rücken.

Zum Inhalt

Christine von Brühls Mann hat ein verwildertes Grundstück im Kyffhäuser-Wald in Thüringen entdeckt und möchte darauf einen Garten anlegen. Das Gelände ist unwegsam und düster, es gibt weder Wasser noch Strom. Dafür aber Brennnesseln. Die Diplomatentochter Dr. Christine Gräfin von Brühl fühlt sich verloren und fremd.

Ihr Mann gewinnt Regenwasser vom Dach und leitet es ins Haus. Schließlich bewaffnet sie sich mit Gießkanne und Gummistiefeln und gießt eigenhändig die Rhododendren. Das Projekt ist zu einem gemeinsamen geworden.

Aber plötzlich taucht ein neuer Gegner auf. Als wären Trockenheit und fehlendes Licht nicht schon genug. Er ist mächtig, er ist der kosmische Antagonist des halbschattigen Gärtnerpaares: die Wühlmaus.

Eine Geschichte voller Naturverbundenheit, Widerstandswillen und Beziehungssinn. Genial illustriert von Teresa Habild. Für alle Halbschattengewächse.

Zur Autorin

Dr. Christine Gräfin von Brühl wurde in Ghanas Hauptstadt Accra geboren. Ihr Vater Dietrich Graf von Brühl war als deutscher Diplomat tätig und Christine von Brühl wuchs so in London, Brüssel und Bonn auf. Sie studierte in Mainz, Wien, Lublin sowie Heidelberg die Fächer Slawistik, Osteuropäische Geschichte und Philosophie. Mit einer Arbeit über die nonverbalen Ausdrucksmittel in Anton Tschechows Bühnenwerk wurde sie 1992 von der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg promoviert.

Dr. Christine Gräfin von Brühl. Foto: Henrik Schrat

Bereits ab Beginn der 1990er Jahre arbeitete sie journalistisch in Dresden, beispielsweise für die „Sächsische Zeitung“. Als Autorin profilierte sie sich ferner bei der „Zeit“, dem „Magazin“ und dem „Spiegel-Magazin Geschichte“. Erste Reiseführer und Bildbände mit ihren Texten wurden wenig später herausgegeben.

Christine von Brühl etablierte sich als freie Autorin in Berlin, veröffentlichte regelmäßig Sachbücher und Romane. Zu ihren wichtigsten Büchern gehören „Die preußische Madonna. Auf den Spuren der Königin Luise“, „Gebrauchsanweisung für Dresden“, „Anmut im märkischen Sand. Die Frauen der Hohenzollern“ sowie „Gerade dadurch sind sie mir lieb. Theodor Fontanes Frauen“. Im Frühjahr 2021 folgte ihr Bestseller „Schwäne in Weiß und Gold – Geschichte einer Familie“. Anfang 2025 erschien im Kanon Verlag ihr Buch „Der Schattengarten“.

Christine von Brühl engagierte sie sich für die Bürgerstiftung Dresden und leitet seit Januar 2024 das Regionalbüro der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung in Chemnitz.

Christine von Brühl ist mit einem bildenden Künstler verheiratet und Mutter zweier nun erwachsener Kinder. Sie lebt alternierend in Berlin, Chemnitz und Dresden.

Freitag, 23. April 2027, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten
Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT,
Telefon (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de