Einladung zur „Harzreise“

Der Schriftsteller Steffen Kopetzky ist durch den Harz auf den Spuren von Heinrich Heine gewandert und schrieb darüber ein Buch. Eine Zugfahrt auf den Brocken mit der Harzer Schmalspurbahn.

Eine „Deutschlanderkundung“ mit Steffen Kopetzky

Zweihundert Jahre nach Heinrich Heines Harzreise macht sich Steffen Kopetzky, dessen Route folgend, auf durch eine faszinierende deutsche Seelenlandschaft: Im Harz spiegelt sich unser Land – er ist poetischer Märchenort und Brennpunkt der Klimakrise, offenbart historischen Reichtum, Strukturwandel und Armut, war geteilt zwischen Ost und West. Am Donnerstag, 22. Oktober 2026, um 19.00 Uhr liest Steffen Kopetzky in der BÜCHER-HEIMAT aus seinem Buch „Die Harzreise“.

Jener Streifen, der einst die Grenze war, ist heute als „Grünes Band“ einer der erfreulichsten Krafträume der Natur. Kopetzky stößt auf Erinnerungsorte unseres Landes, von Hexentanzplätzen am mythenumwobenen Brocken bis zu legendären Abhörstationen. Und entdeckt seine riesigen Potentiale. Er macht berührend menschliche Erfahrungen, sieht aber auch die Realität einer verunsicherten Gesellschaft, in der das «Deutschtum» neue Blüten treibt. 

Mit dem Echolot des geschichtsbewussten Autors und der Offenheit des Wanderers erkundet Kopetzky nicht nur das so unbekannte eigene Land, sondern auch jenes Lebensgefühl, für das der Harz seit Heines Zeiten steht, eines Sehnsuchtsortes der Freiheit und der seelischen Erneuerung. Ein überraschendes, lebendig erzähltes Reiseabenteuer – und eine Deutschlanderkundung der besonderen Art.

Zum Autor

Steffen Kopetzky, geboren 1971, ist Autor von Romanen, Hörspielen und Reisereportagen. Sein Roman „Monschau“ stand monatelang auf der Spiegel-Bestsellerliste, ebenso wie „Risiko“, der für den Deutschen Buchpreis nominiert war. Zuletzt erschien der Roman „Atom“ (2025), über den Die Zeit schrieb: „Kopetzky zu lesen, macht Spaß. Er erzählt schmissig und doch präzise (…) Aktueller kann ein vermeintlich historischer Roman wirklich nicht sein.“ 2024 wurde Steffen Kopetzky mit dem Literaturpreis der Stahlstiftung geehrt. Er lebt mit seiner Familie in seiner Heimatstadt Pfaffenhofen.

Donnerstag, 22. Oktober 2026, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten
Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT,
Telefon  (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de

Markus Weber über „Effingers“

Gabriele Tergit: Effingers

Es ist ein Glückfall, dass der Familienroman, an dem die Journalistin und Schriftstellerin Gabriele Tergit zwei Jahrzehnte gearbeitet hat und der in erster Ausgabe bereits 1951 erschienen ist, seit ein paar Jahren in einer Neuausgabe wieder erhältlich ist. Der Roman erzählt anhand von drei Familien über vier Generationen eine große deutsch-jüdische Gesellschaftsgeschichte, die sich von 1878 bis 1948 spannt.

Aus der Sicht dieser jüdischen Familien aus der fränkischen Provinz und aus der im 19. Jahrhundert aufstrebenden Großstadt Berlin wird die deutsche Geschichte mitsamt zentraler politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen und Debatten anschaulich gemacht. Da werden die allgemeinen Tendenzen lebendig – wie etwa der Aufstieg der Industrie und der Niedergang des traditionellen Handwerks und damit einhergehende Veränderungen des Lebensstandards und Konsums oder ideologische Orientierungen.

Aber es wird auch deutlich, wie jüdische Menschen angesichts von Ausgrenzung und Antisemitismus, aber auch Hoffnungen auf Aufstiegsmöglichkeiten mit den Veränderungen zu kämpfen haben – um traditionelle Religion und Heimat, Zugehörigkeit zur deutschen Nation, Nationalstolz oder Zionismus, kurz um ihre Identität.

Das alles wird lebendig und anschaulich in den zahlreichen Dialogen, die das Ringen um die eigene Position und den Stellenwert jüdischen Lebens aufscheinen lassen. Diese Auseinandersetzungen in den Familien lassen keine Langeweile aufkommen, sondern haben bei mir die Lust am Schmökern stets wachgehalten.

Während das Kaiserreich, aber auch die Weimarer Republik besonders ausführlich in der Familiengeschichte reflektiert wird, braucht es für die Zeit des Nationalsozialismus nur relativ wenige Striche, um (trotz aller Kontinuität und Anpassung deutscher Täter) den tiefen Einschnitt und Abbruch deutscher Geschichte vor Augen zu führen.

Das Nachwort von Nicole Henneberg hilft der Einordnung des Romans. Es wird auch deutlich gemacht, dass die Autorin in ihrem Roman eigene Familienerfahrungen verarbeitet hat. Für mich war es ebenso erhellend, dass Gabriele Tergit selbst über ihr Buch schrieb, es sei nicht „der Roman des jüdischen Schicksals, sondern es ist ein Berliner Roman, in dem sehr viele Leute Juden sind“. Für mich ein wichtiger und erhellender Perspektivwechsel.

Meiner Meinung nach hätte es der Roman verdient, noch mehr wahrgenommen und gelesen zu werden. Thea Dorn hält es gar für einen Skandal, dass das Buch „nicht längst ein fester Bestandteil des deutschen literarischen Kanons ist“.

Gabriele Tergit: „Effingers“, Roman, btb-Verlag 2020, ISBN 978-3442719723, 913 Seiten, 16 Euro.

Markus Weber über „Was wir meinen, wenn wir Hoffnung sagen“

Julien Gupta (Hrsg.): Was wir meinen, wenn wir Hoffnung sagen

Wussten Sie schon, dass Hoffnung langfristig wie ein unbedenkliches Opium fürs menschliche Gehirn wirken kann? Das jedenfalls schreibt die Neurowissenschaftlerin Maren Urner in ihrem Beitrag zum Sammelband über die Hoffnung.

Der Journalist Julien Gupta hat 12 sehr unterschiedliche Persönlichkeiten um Beiträge zum Thema gebeten, so die Schriftstellerin Cornelia Funke oder den Schriftsteller Marc-Uwe Kling, aber auch Menschen, die in verschiedenen Bereichen unserer Gesellschaft engagiert sind: für Menschenrechte, gegen Rassismus, für Klimagerechtigkeit, für die Rechte von Behinderten oder Kinderrechte. Damit sind nur einige Bereiche benannt, denen sich die Autor*innen widmen.

Bei aller Unterschiedlichkeit der Autor*innen und Themen eint die Beiträge, dass gegenwärtige Probleme und Konfliktfelder des Zusammenlebens benannt werden. Und nie fehlt der Hinweis auf Menschen, die sich auf verdiente Weise engagieren, und auf deren Wirksamkeit. So wird deutlich: Menschen, die sich engagieren, sind hoffnungsvoll. Für mich hat sich die Auseinandersetzung mit allen Texten des Bandes gelohnt. Ich habe auch in den Bereichen Anregungen gefunden, die mir ansonsten thematisch nicht so nahe sind.

Dabei verfallen die Autor*innen nicht in Selbstüberschätzung. Sie wissen sehr wohl, dass ihre Wirksamkeit begrenzt ist – aber das Handeln ist dennoch alles andere als sinnlos. So beschreibt etwa Marina Weisbrand, dass sie weiß, ihre Ideen könnten vielleicht nicht während ihrer Lebenszeit verwirklicht werden. Aber sie könne – hoffentlich – dazu beitragen, Ideen in die Welt zu setzen: „Ideen von einer gerechteren Welt, in der Demokratie bedeutet, dass alle Menschen gleich repräsentiert sind. … In der wir nicht konkurrieren, sondern kooperieren.“

Für mich war es eine Lektüre, die Hoffnung macht, ohne die Realität aus den Augen zu verlieren.

Der Herausgeber und die Autor*innen:

Julien Gupta (Hrsg.): Was wir meinen, wenn wir Hoffnung sagen, oekom Verlag 2026, ISBN 978-3987265167, 208 Seiten, 19,00 Euro.

Mit Mark Twain und Axel Gottschick auf Reisen

Tödlich für Vorurteile

„Reisen ist tödlich für Vorurteile, Bigotterie und Engstirnigkeit, und viele unserer Leute brauchen sie dringend aus diesen Gründen. Breite, gesunde, wohltätige Ansichten über Menschen und Dinge können nicht erworben werden, indem man sein ganzes Leben lang in einer kleinen Ecke der Erde vegetiert.“

Der große US-Schriftsteller Mark Twain, aus dessen Feder das Zitat stammt, begab sich mehrfach auf Europareise und fasste seine Eindrücke humorvoll, bisweilen auch satirisch-bissig in mehreren Büchern wie „Die Arglosen im Ausland“ oder  „Bummel durch Europa“. Nicht zu vergessen der grandiose Aufsatz „The Awful German Language“ („Die schreckliche deutsche Sprache“).

Auf eine amüsante LeseReise mit Mark Twain lädt Reiseleiter Axel Gottschick am Freitag, 28. August 2026, um 19 Uhr in der BÜCHER-HEIMAT ein. Das romantische Heidelberg, das famose Studentenleben, Betrachtungen über die deutsche Sprache aus Sicht eines Amerikaners, eine abenteuerliche Exkursion in den Alpen, ein Ausflug nach Turin sind einige Stationen, die an diesem Abend literarisch angesteuert werden.

Die Reisebeschreibungen Twains, mögen vielleicht nicht so bekannt wie „Die Abenteuer des Huckleberry Finn“ sein, werden aber ebenso wie der Schlüsselroman amerikanischer Literatur um Tom Sawyer und Huckleberry Finn bis heute gern gelesen und von der Kritik gefeiert. Und dies sehr zu Recht. Die Süddeutsche Zeitung schreibt: „Die unnachahmliche Mischung aus sprachlicher Finesse, witziger Analyse und historischer Weitsicht regt zu eigenen Entdeckungen an.“

Eine amüsante LeseReise mit Mark Twain,
Reiseleitung: Axel Gottschick.

Freitag, 28. August 2026, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten
Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT,
Telefon  (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de

Werner Beckmann über „Die Känguru-Rebellion“

Werner Beckmann über „Die Känguru-Rebellion“

Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Rebellion

Ich bin kein Freund von Hörbüchern, auch Literatur-Verfilmungen haben es bei mir schwer. Ich schaffe mir die Figuren lieber selbst. Daniel Radcliffe war nie mein Harry Potter. Aber es gibt Ausnahmen, weswegen hier Marc-Uwe Klings „Die Känguru-Rebellion“ als Hörbuch besprochen sein soll.

Wenn der „Kleinkünstler“ das Beuteltier mit dem Hang zur Anarchie oder Kneipenwirtin Hertha spricht, ist das ähnlich großartig (und doch ganz anders) wie Timur Vernes‘ „Er ist wieder da“, vorgelesen von Christoph Maria Herbst.

Eigentlich geht es um Bewährtes und Beliebtes – und doch ist etwas anders. Ein neues Känguru-Erlebnis. Deutlich politischer, häufig schärfer als in den Vorgängerwerken. Warum das so ist, erklärt das Känguru selbst: „Im Wort ‚Unterhaltung‘ steckt auch das Wort ‚Haltung‘.“

Worum es geht? „Hauptsächlich geht’s darum, dass wir rebellieren. Gegen die Zustände. Muss ich noch mehr dazu sagen?“ Nein, muss er nicht, denn, so souffliert das Beuteltier: „Von den Zuständen kriegt man ja Zustände.“ Und die werden am Rebellion-Stammtisch in Herthas Eckkneipe ausgelebt.

Der (aber-)witzige Kampf gegen Rechtsextreme, fürs Klima und gegen den Kapitalismus geht weiter. Ohrfeigen gibt es für den Politbetrieb in Berlin, vorneweg für die AfD, aber auch für Merz und Söder und etliche andere. Wobei an der begrenzten Zahl der „Gebashten“ auch deutlich wird, dass in der Politik die satisfaktionsfähigen Charakterköpfe offenkundig seltener werden.

Absolut im Visier haben Kling und Känguru auch die megareichen Tech-Unternehmer. Damit, dass sich „unser digitales Leben in der Hand weniger Superreicher befindet“, wollen sie sich nicht abfinden. Und irgendwie kann man viele Gedanken nachvollziehen: „Ich finde das so absurd, dass die beiden reichsten Typen auf diesem Planeten Raketenfirmen gründen und zum Mars wollen.“

Es gibt Passagen, die sind politisches Kabarett, in denen kommt einem das Känguru wie die Neuauflage von Volker Pispers oder Dieter Hildebrandt vor. Aber auch die beiden Kabarett-Großmeister brachten uns ja zum Lachen – bis es im Hals steckenbleibt…

Kling jedoch findet eine gute Mischung, verzichtet weder auf Schnapspralinen noch auf falsch zugeordnete Zitate. Beispiele gefällig: Die Fußballer-Weisheit „Elf Freunde sollt ihr sein“ legt Kling den Zwölf Aposteln in den Mund. Und vom Ex-FDP-Chef Christian Lindner stammt demnach die Weisheit „Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.“

Wer sich das Hörbuch herunterlädt (oder das Buch kauft), wird hernach auch seine Meinung zur vermeintlich so schönen virtuellen Welt überdenken: „Das Tolle am Internet ist, dass endlich jeder der ganzen Welt seine Meinung mitteilen kann. Das Furchtbare ist, dass es auch jeder tut.“

Und jetzt habe ich mich mit dieser Rezension da eingereiht…

Marc-Uwe Kling: „Die Känguru-Rebellion“, Hörbuch Hamburg, Laufzeit ca. 7 Stunden und 30 Minuten, ISBN 9783844944549, Preis: 12,95 Euro.

Für alle, die lieber etwas in der Hand haben: Hier geht es zum Taschenbuch der Känguru-Rebellion…


Infos über Soforthilfe für den Darm

Die 1-Minuten-Strategie Reizdarm

In einer Mischung aus Lesung und Vortrag stellt die Autorin und Ernährungswissenschaftlerin Lara von Gadenstedt (vormals Opfermann) ihr neues Buch „1-Minuten-Strategie Reizdarm“ am Donnerstag, 17. September 2026, in der BÜCHER-HEIMAT vor. Mit alltagstauglichen Impulsen, verständlichen Erklärungen und echten Patientenfällen aus der Praxis zeigt sie, was Betroffenen wirklich helfen kann – schnell, konkret und umsetzbar.

Reizdarm betrifft weltweit Millionen Menschen. Trotzdem fühlen sich viele Betroffene allein gelassen mit ihren Symptomen: Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung bestimmen den Alltag. In der Veranstaltung stellt die Autorin ihr neues Buch „1-Minuten-Strategie Reizdarm“ vor und zeigt auf, warum Reizdarm nicht „nur Kopfsache“ ist und welche kleinen 1-Minute-Strategien dem Darm in kurzer Zeit Entlastung verschaffen können.

Ergänzt wird die Lesung durch echte Patientenfälle aus der Praxis, die zeigen, wie individuell Reizdarm ist und wie unterschiedlich erfolgreiche Lösungswege aussehen können. Die Veranstaltung richtet sich an Betroffene, Angehörige und alle, die ihren Darm besser verstehen möchten. Wenig Theorie, viel Praxis und Strategien, die sich schnell umsetzen lassen.

Über die Autorin

Lara von Gadenstedt (geb. Opfermann), selbst ehemalige Reizdarmpatientin, hat Ernährungswissenschaften und Psychologie studiert. In ihrer ernährungstherapeutischen Praxis in Braunschweig mit dem Schwerpunkt Magen-Darm-Erkrankungen und Essstörungen begleitet sie täglich Menschen auf dem Weg zurück zu einem entspannten Umgang mit ihrem Darm und einer gesunden Beziehung zum Essen. Ihr Ansatz verbindet wissenschaftlich fundierte Ernährungstherapie mit psychologischen Strategien und berücksichtigt die enge Verbindung zwischen Darm und Psyche (Darm-Hirn-Achse).

Donnerstag, 17. September 2026, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten
Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT,
Telefon  (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de

Der Blick bereits in 2027: „Mala Visión“

Pfad der Erkenntnis

Auf der Suche nach seinem Ex-Partner, der von einem Tag auf den nächsten nach Mexiko durchgebrannt ist, reist Rafa ans andere Ende der Welt. Die Spurensuche endet im dichten Wald vor Texcaltitla: mit Knochenbrüchen und dem Verlust seiner Brille, ohne die er aufgrund einer starken Sehschwäche so gut wie blind ist. Ein lebensgefährlicher Irrweg zurück in die Zivilisation beginnt.

Anhand des Phänomens Ghosting verhandelt Armin Wühle in „Mala Visión“ grundlegende Fragen über Beziehungen und Identität: Was bedeutet Treue? Wie gut kennen wir die Menschen, die uns nahestehen, wirklich? Und wie gut kennen wir uns selbst? Die Odyssee in der Wildnis wird zum Pfad der Erkenntnis – poetisch, abgründig, fesselnd.

Armin Wühle, geboren 1991, studierte am Hildesheimer Literaturinstitut und verfasst Prosa, Essays und Theaterstücke. Sein Debütroman „Getriebene“ erschien 2021, für sein Theaterstück „Rue d’Armenie“ gewann er 2025 den Dramatikpreis für Politik und Menschenrechte. „Mala Visión“ erscheint im März 2026 im Albino Verlag. Er lebt in Hannover.

Stimmen zum Roman:

„In der Mitte seines Lebens kommt ein Mann im Wald vom Weg ab und gerät für einige Tage in die Hölle. Klingt irgendwie nach Dante, ist aber Wühle. (…) Dieser Text ist mit so viel Tempo und Witz und Klugheit erzählt, er macht so traurig und so glücklich und so nachdenklich, dass ich ihm sehr viele Leser*innen wünsche.“
Thorsten Dönges, Literarisches Colloquium Berlin

„Armin Wühle zeigt uns eine Gegenwart, in der der Fortschritt nur noch technisch ist, in der die emotionale und zwischenmenschliche Kommunikation ausstirbt.“
Volha Hapeyeva, Autorin

Donnerstag, 28. Januar 2027, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten
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Kirsten Karg liest aus „Karolinenhöhe“

Eine Frau findet ihren Weg

Auf die „Karolinenhöhe“ und in eine andere bekannte Kurstadt entführt Autorin Kirsten Karg ihr Publikum bei einer Lesung in der BÜCHER-HEIMAT Bad Harzburg am Donnerstag, 13. August 2026. Beginn ist wie zumeist um 19.00 Uhr.

Zum Inhalt:

Baden-Baden 1910. Die junge Krankenschwester Ida Freese kommt aus ärmlichen Berliner Verhältnissen in die mondäne Kurstadt. Sie wagt dort einen Neubeginn und tritt eine Stelle in der Naturheilanstalt Lichtental auf der Karolinenhöhe an.

Hier führt das Ehepaar Enslinger ein strenges Regiment nach den Prinzipien der Lebensreform mit Vegetarismus und Freikörperkultur. Ida fühlt sich wohl zwischen den »Verrückten auf dem Berg« und dem pulsierenden Alltag im Tal, ohne das enge Korsett gesellschaftlicher Normen.

Als sie sich in den Luftschiff-Monteur Carl verliebt und gegen die Hausregeln verstößt, gerät jedoch ihr neu gewonnenes Glück in Gefahr. Ida muss als Frau ihren eigenen Weg finden zwischen Konvention und Selbstbestimmung, Verzicht und Freiheit.

Kirsten Karg. Foto: Helge Krückeberg

Unterhaltsam und temporeich beleuchtet „Karolinenhöhe“ einen längst vergessenen Ort, ein vermeintlich lang zurückliegendes Kapitel deutscher Kulturgeschichte.   

Zur Autorin:

Kirsten Karg, Jahrgang 1971, ist in Baden-Baden geboren und aufgewachsen. Sie studierte Angewandte Kulturwissenschaften mit den Schwerpunkten Sprache und Kommunikation sowie Sozial- und Kulturgeschichte in Lüneburg. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Hannover und leitet die Kommunikationsabteilung zweier Kulturstiftungen.

„Karolinenhöhe“ ist ihr Verlagsdebüt im 8 grad verlag, unter Pseudonym veröffentlichte sie bereits einen Roman sowie ein Jugendbuch.

Donnerstag, 13. August 2026, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten
Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT,
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Lesung mit Harzer Kurzgeschichten

Autorenabend rund um „Ahnen-Klee“

Jens F. K. Vinnen liest am Donnerstag, 25. Juni 2026, um 19.00 Uhr in der BÜCHER-HEIMAT aus seinem Buch „Ahnen-Klee“. Den Autorenabend mit Harzer Kurzgeschichten der 1940er bis 1960er Jahre moderiert Boris Kositzke.

Zum Inhalt:

Auf dem Friedhof des Ortes Hahnenklee im Oberharz (dessen sogenanntes „re dendes Wappen“ von 1935 einen schwarzen Auerhahn zwischen grünen Kleeblättern zeigt), liegt das Grab der Urgroßeltern von Jens F. K. Vinnen. Vom Ort namens „Hahnenklee“ hat der Autor in einem Wortspiel den Titel seiner kleinen Sammlung von Kurzgeschichten abgeleitet: In „Ahnen-Klee“ hält er reiche Ernte unter den Erlebnissen, Erfahrungen, Gedanken und Gefühlen nicht nur seiner eigenen Vorfahren.

In den Mittelpunkt seiner Geschichten stellt der Autor in diesem Band ganz unterschiedliche Menschen, die ihr Leben so oder so ähnlich gelebt haben. Alle Geschichten spielen im Harz. Die Landschaft mit ihren Tannen und Teichen, mit Schnee und Eis, Füchsen und Karpfen, liefert eine eigenwillige und unverwechselbare Umgebung, in denen die Protagonisten der Geschichten sich zurechtfinden müssen, in der sie zu Hause sind oder in der sie auf unterschiedliche Weise fremd werden.

Denn dieser Harz ist kein abgelegener Landstrich: Er ist über seine Menschen verwoben mit der Welt – ob Göttingen, Berlin, Kreta, Russland oder Neuseeland. Vinnens Geschichten stammen zwar aus der Zeit des Krieges und der Nachkriegszeit, aber das, was er zu erzählen hat, geht darüber hinaus, reicht tiefer und weist auf Grundsätzliches.

Geschildert werden Erfahrungen, die Menschen in ihrem Menschsein auf die Probe stellen. Und obwohl es dem Autor gelingt, Zeit und Lokalkolorit der erzählten Ereignisse kenntnisreich und einfühlsam einzufangen, sind die Geschichten zeitlos und bleiben in ihrer Bedeutung keineswegs auf die Region beschränkt: Sie handeln von Liebe und Krieg, von der Jagd und von Mitleid, von Technik und Musik, von Begegnungen, von Erinnerung und Hoffnung, von Not und Dankbarkeit, von Leid und Heilung, Streit und Versöhnung.

Es geht um Menschen, die ihr Leben leben, so gut sie es eben vermögen und die darin bestätigt oder überrascht werden. Eindrucksvolle Geschichten, die nachdenklich machen, aber zugleich versöhnlich sind und deshalb ihren Leser niemals bedrückt zurücklassen. Vinnens manchmal augenzwinkernde Art zu schreiben ist unterhaltend, was sein Buch nicht nur zu einer kostbaren Leseerfahrung, sondern auch zur wahren Lesefreude werden lässt.

Weitere „Ahnen-Klee“-Informationen auf der Website: www.vinnenschreibt.de

Zum Autor:

Geboren ist Jens Fritz Klaus Vinnen 1960 in einem kleinen Ort zwischen Hannover und Bremen; zuletzt war er beruflich langjährig in Göttingen tätig; 2021 zog er dann in den Harz nach Hohegeiß. Vinnen schreibt seit Beginn der 2010er Jahre. „Ahnen-Klee“ ist die erste Sammlung von Kurzgeschichten, mit der er an die Öffentlichkeit tritt.

Donnerstag, 25. Juni 2026, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten
Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT,
Telefon  (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de

Der Bad Harzburger Historiker Markus Weber legt neues Buch vor

Der Bad Harzburger Historiker Markus Weber legt neues Buch vor

Erinnerungen an einen mutigen Mann

„Aber vergesst nur nicht noch, dass Ihr zum Leben in der Welt seid – Die Verfolgung des Harzburger Zeugen Jehovas Arno Stoy“  ist soeben als Band 37 der Reihe „Harz-Forschungen“ des Harz-Vereins für Geschichte und Altertumskunde erschienen und im Buchhandel erhältlich. Der Band aus der Feder des Bad Harzburger Historikers Markus Weber wird offiziell am Dienstag, 24. März 2026, um 15.30 Uhr in der Wandelhalle im Badepark, Rohkamallee, Bad Harzburg in Kooperation mit dem Harzburger Geschichtsverein vorgestellt. Der Autor wird dabei einen Vortrag halten über die Verfolgung des Bad Harzburgers Arno Stoy unter dem Nationalsozialismus.

Der Bad Harzburger Unternehmer und bekennende Zeuge Jehovas Arno Stoy starb 1940 im KZ Sachsenhausen. In diesem Buch wird sein Schicksal nachgezeichnet. Es basiert zum einen auf Dokumenten aus verschiedenen Archiven. Zum anderen konnte auf Schreiben von Arno Stoy an staatliche Stellen, in denen er für seine Rechte eintrat, zurückgegriffen werden.

Besonders beeindruckend ist die Einbeziehung von persönlichen Briefen Arno Stoys aus Gefängnissen und dem Konzentrationslager Sachsenhausen, die die Familie zur Verfügung gestellt hat. Sie zeigen einen aufrechten und mutigen Menschen, der zu seinen Überzeugungen stand und dafür mit dem Leben büßen musste.

All die Verfolgungsmaßnahmen gegen Arno Stoy – sei es durch städtische Behörden, Gestapo, SA oder Gerichte – können genau nachvollzogen werden. So kommen am konkreten biografischen Beispiel auch die Zeugen Jehovas insgesamt als verfolgte und widerständige, doch häufig zu wenig beachtete Gruppe in den Blick.

Obwohl die Zeugen Jehovas zu den ersten Verfolgten der NS-Diktatur gehörten, war es für Stoys Familie nach 1945 schwierig, als Opfer anerkannt zu werden. Jahrelang musste sie um Wiedergutmachungsleistungen kämpfen. Das Buch ist ein Plädoyer für die Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Der Autor Markus Weber hat Katholische Theologie in Frankfurt und Geschichte und Theologie in Münster studiert, abgeschlossen mit Diplom in Theologie und Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasium. Er war von 1986 bis 2021 Lehrer am Niedersächsischen Internatsgymnasium Bad Harzburg. Zwischen 2005 und 2012 war er mit einem Teil seiner Stelle freigestellt als pädagogischer Mitarbeiter in der Gedenkstätte der JVA Wolfenbüttel.

Seit Jahren betätigt er sich ehrenamtlich im Verein Spurensuche Harzregion. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen zur regionalen, besonders jüdischen Geschichte vorgelegt, u.a. den Band „Das ist Deutschland … und es gehört uns allen“. Juden zwischen Akzeptanz und Verfolgung im Kurort Bad Harzburg, Braunschweig 2016, und weiterhin das Buch „Rudolf Huch. Antisemitismus und das kulturelle Gedächtnis der Stadt Bad Harzburg, Clausthal-Zellerfeld 2022“.

Der Harz-Verein für Geschichte und Altertumskunde bedankt sich bei folgenden Sponsoren für die finanzielle Unterstützung der Drucklegung: Harzburger Geschichtsverein e.V., Bad Harzburg-Stiftung (bad-harzburg-stiftung.de), Arnold-Liebster-Stiftung (alst.org) und Spurensuche Harzregion e.V. (spurensuche-harzregion.de)

Angaben zum neuen Band des Lukas-Verlags Berlin: Markus Weber: »Aber vergesst nur nicht noch, dass Ihr zum Leben in der Welt seid«. Die Verfolgung des Harzburger Zeugen Jehovas Arno Stoy. – Harz-Forschungen Bd. 37, hg. Harz-Verein für Geschichte und Altertumskunde, Broschur, 137 S., 42 Abb., 170 x 240 mm, zahlreiche Schwarzweiß-Abb., 1. Aufl., ISBN 978-3-86732-501-1.