Markus Weber über „Italien“

Markus Weber über „Italien“



Thomas Steinfeld:

Italien

Das Buch bekam ich genau zur rechten Zeit geschenkt, kurz vor dem Urlaub. Es ist kein Reiseführer, sondern eine interessante Erkundung Italiens, die aber sowohl als Urlaubslektüre geeignet ist als auch Hinweise auf mögliche Entdeckungen gibt. Steinfeld ist als ehemaliger Literaturchef der Frankfurter Allgemeinen und Italien-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung nicht nur Kenner Italiens, sondern er schreibt auch mit sicherem Stil.

Steinfeld spricht nicht allgemein über Italien. Er reist in seinem Buch über den Brenner und taucht in die einzelnen Regionen ein, zunächst von Nord nach Süd entlang der Westküste. Ist Sizilien erreicht, geht es im Osten wieder nach Norden, um schließlich westwärts nach Mailand abzubiegen. Zu allen Regionen bietet das Buch aufschlussreiche Erkenntnisse. Kultur, Geschichte, Gesellschaft und Politik oder Wirtschaft werden einbezogen.

Vieles von dem, was mich als Deutschen an Italien und der „dolce vita“ fasziniert, wird geschildert – die Bar, der Espresso am Tresen, das Glas Wein am Nachmittag als soziale Ereignisse, ebenso wie die Kunst der „bella figura“ oder das Radfahren, Don Camillo und Peppone oder Padre Pio.

Immer wird Hintergründiges sichtbar. Manches desillusioniert auch: Ich wusste nicht, dass an der Piazza del Campo in Siena, einem der schönsten Plätze der Welt, viele Häuser ausländischen Investoren gehören – ebenso wie die Markenrechte am Familienbetrieb der „Pasticceria Nannini“. All das tut der Faszination keinen Abbruch, wirkt aber aufklärend.

Das Buch hat mich auch an Orte gelockt, die nicht überlaufen sind und die ich bisher nicht kannte. So in Rom zum von Donato Bramante entworfenen „Tempietto“, der dort erbaut wurde, wo Petrus gekreuzigt worden sein soll. Steinfeld nennt ihn „in seinen bescheidenen, überaus menschlichen Maßen eine perfekte Illusion dessen, was Schönheit ist“, ein „Versprechen des Glücks“ – und ich finde, er hat recht damit.

Auch wenn ich das Buch nicht von vorne bis hinten gelesen habe, ich kann es nur empfehlen. Und ich werde es sicher wieder zur Hand nehmen: wenn ich mal wieder Sehnsucht nach Italien habe oder bei der nächsten Reise.

Thomas Steinfeld: Italien. Porträt eines fremden Landes, Rowohlt 2022 (Neuausgabe), 480 Seiten, ISBN  978-3737101462, 18,00 Euro

— Das will ich lesen! Alle Links im Text führen direkt zum Shop —

Dienstag, 7. Mai: Freude!

Freude schöner Götterfunken: Welch ein Geschenk!

Gut eine Stunde Zeit sollte man sich heute nehmen, um eines der größten Werke der Musikliteratur schlechthin zu würdigen: An diesem Dienstag, 7. Mai 2024, ist es 200 Jahre her, dass Ludwig van Beethovens neunte und letzte Symphonie uraufgeführt wurde. Freude! Und Dankbarkeit.

Obwohl gerade mit wenig Zeit gesegnet, unterbreche ich dafür (verspätet, sorry) meine Blog-Abstinenz. Und höre während des Schreibens dieser Zeilen selbstverständlich „die Neunte“. Vieles kann man heute Abend um 20.15 Uhr über „Die Macht der Musik – 200 Jahre Beethovens Neunte“ (ext.) im Fernsehen auf ARTE erfahren. Und im Anschluss erklingt die Sinfonie dann selbstverständlich auch noch.

Und dabei huldigt der Sender dem besonderen Umstand, dass der vierte Satz mit dem Chorfinale zu Schillers Gedicht „An die Freude“ die offizielle Europahymne ist: „ARTE (…) überträgt die vier Sätze der Neunten nacheinander live (leicht zeitversetzt) aus vier europäischen Städten (ext.), interpretiert von vier Spitzenorchestern unter jeweils hochkarätiger musikalischer Leitung“.

Für Fußballfans, die auch der klassischen Musik etwas abgewinnen können (und über Amazon Prime verfügen) eine knifflige Situation. Zeitgleich sendet der Pay-TV-Sender das Halbfinal-Rückspiel der Champions-League zwischen Paris Saint-German und Borussia Dortmund. Dank der Streaming-Optionen in der ARD-Mediathek aber kann man die Sinfonie ja auch früher (oder später) genießen. Ergänzt vielleicht um das sehenswerte Biopic „Louis van Beethoven“ (ext.).

Es gibt viele Wege, auf denen man sich der Sinfonie (neben dem Hörerlebnis selbstverständlich) nähern kann. In „Bonn und Beethovens Neunte“ folgt Stefan Eisel den Spuren von Beethovens Meisterwerk von Bonn über Wien, London, Aachen zurück nach Bonn. Und „Beethoven‘s Neunte Symphonie“ liefert eine detaillierte Analyse des Meisterwerks.

Wer mehr über den Komponisten des unsterblichen Werkes erfahren möchte, dass „mit ihrer grandiosen Architektur, Instrumentierung und Themenverarbeitung (…)  richtungsweisend für die Sinfoniker der Romantik bis hin zu Gustav Mahler“ (WDR, Planet Wissen) wurde, hat derweil die Qual der Wahl. Es mangelt nicht an Biographien wie „Ludwig van Beethoven“ von Malte Korff.

Ludwig van Beethoven ist „Der empfindsame Titan“, den Christine Eichel „im Spiegel seiner wichtigsten Werke“ porträtiert und damit einen Spiegel-Bestseller landete. Und mit dem allerwichtigsten Werk werden Millionen Menschen heute weltumspannend den 200. „Geburtstag“ feiern. Nochmals: Freude! Und Dankbarkeit.



Mittwoch, 1. Mai: Willkommen im Wonnemonat!

Dunkle Ritter und Blumenkränze

Vorsicht! An diesem Mittwoch, 1. Mai 2024, ist der Mai gekommen, die Bäume schlagen aus. Okay, die Witz-Bartwickelmaschine kommt zurück in den Keller…

Aber dennoch: Willkommen im Wonnemonat! Während etliche Harzer noch ermattet von den nächtlichen Walpurgisfeiern vermutlich im Bett regenerieren, geht es in Finnland jetzt erst richtig los: Dort steht heute das finnische Frühlingsfest Vappu im Kalender,

Im Kern handelt es sich um einen im Vergleich zum deutschen Pendant erweiterten Maifeiertag. Gefeiert werden der Frühling, die Studenten und die Arbeiter. Meine Vappu-Buch-Recherchen versandeten ergebnislos. Aber vielleicht hilft „Das kuriose Finnland-Buch“, es verspricht immerhin Infos zu allem, „was Reiseführer verschweigen“.

Bevor wir uns auf dünnes finnisches Eis begeben, feiern wir im Pazifik weiter.  Seit 1927 wird auf Hawaii am 1. Mai der „Lei Day“ (Tag des Lei). Merksatz der Insulaner: „May Day is Lei Day in Hawaii Nei.“

Mit Lei bezeichnet man den auf Hawaii typischen Halsschmuck aus Blüten, Blättern und Muscheln.  In dem Buch „Lei Aloha“ (engl.) soll über das Blumenkränze-Flechten quasi en passant die hawaiianische Kultur entdeckt werden.

Von bunt leuchtenden Blumenketten zum „schwarzen Ritter“ und eher düsteren Comics. Heute wird (zumindest in USA) der „Tag des Batman-Debüts“ von den Fans des Fledermaus-Helden gefeiert.  Am 1. Mai 1939 debütierte Batman in der Comic-Reihe „Detective Stories“.

Schöpfer der Figur in der Ausgabe #27 (The Case of the Chemical Syndicate) der Comicheft-Reihe im Mai 1939 waren Autor Bill Finger und Zeichner Bob Kane.  Die „Batman & Robin Anthologie“ beinhaltet Klassiker von 1940 bis 2013. Darunter natürlich auch Werke von Bill Finger. Dem fast vergessenen „wahren Schöpfer des Dunklen Ritters“ ist eine eigene Graphic Nove gewidmet: „Bill Finger“.



Dienstag, 30. April: Walpurgis!

Herr Isegrim und der Problem-Wolf

Das Aufmacher-Bild oben wäre tückisch gewesen. Daher die „Warnung“.  Das Bild hatte ich gestern schon als Ankündigung für Walpurgis genommen – und stelle nun fest, dass es an diesem Dienstag, 30. April 2024, noch viel besser gepasst hätte: Neben Walpurgis begehen wir heute auch den bundesweiten „Tag des Wolfes“.

Die besondere Faszination des Wolfes wirkt bei den meisten Menschen schon seit Kindermärchentagen. Woraus auch abzuleiten ist, warum der Online-Shop der BÜCHER-HEIMAT fast 400 Bücher mit „Wölfe“ im Titel aufweist.

Aber wehe, wenn sie sich wieder aktiv in unser Leben einmischen und in Regionen zurückkehren, in denen sie lange ausgerottet waren. Dann mutieren Meister Petz und Herr Isegrim zu Problem-Bär und Problem-Wolf.

Damit sollen Probleme beispielsweise mit der Nutztierhaltung nicht kleingeredet werden. Aber vielfach könnte auch erweitertes Wissen Wandel bewirken. Dazu bei können Bücher tragen wie der Band 104 aus der Jugendbuch-Reihe „Was ist was“: „Wölfe. Im Revier der grauen Jäger“.

Eine besondere Sichtweise hat Elli H. Radinger, die in einem Spiegel-Bestseller über das Erstaunliches über das Tier schreibt, „das dem Menschen am ähnlichsten ist“: „Die Weisheit der Wölfe“ will erläutern, wie die Tiere „denken, planen, füreinander sorgen“.

Viele Worte zu Walpurgis spare ich mir auch heute am Tag der Harzer Tage schlechthin. Irgendwie käme es mir vor, wie Eulen nach Athen tragen, wollte ich im Harz über die Hexenparty schwadronieren.

Wenden wir uns stattdessen doch lieber dem ebenfalls heute anstehenden „Welttag des Jazz“ (UNESCO International Jazz Day) zu, den die Generalversammlung der UNESCO im Jahr 2012 ins Leben rief.

Die UNESCO nahm dabei Bezug auf den Ursprung des Jazz, die sich vor mehr als 100 Jahren aus der Befreiungsbewegung der afrikanischen Sklaven entwickelt hat und eine der treibenden Kräfte bei der Überwindung der Rassendiskriminierung gewesen ist. So sei Jazz auch als Symbol für Demokratie, Gleichberechtigung und Toleranz zu sehen.

In dem Beschluss weist die UNESCO auch darauf hin, dass es hauptsächlich Jazz-Musiker gewesen seien, die in den Vereinigten Staaten die in der Musikszene und damit in der Gesellschaft die Grenzen der Rassentrennung durch gemeinsames Musizieren aufgehoben hatten. Einen starken Eindruck dieser Zeit vermittelt die Autobiografie der Jazzlegende Miles Davis „Miles. The Autobiography“ (engl. – Die deutsche Fassung kann antiquarisch über den Suchdienst der BÜCHER-HEIMAT besorgt werden).



Sonntag, 28. April: Ernsthaft lustig

Mit einer Plattenkamera lichtet der Bad Harzburger Pressefotograf Herbert Ahrens 1956 auf dem Hasselkopf bei Braunlage eine Kindergruppe ab. Dieses und viele andere Fotos sind im Online-Ahrens-Archiv der Bad Harzburg-Stiftung (ext.) zu bestaunen.

Von der Lochkamera zu Handy-Fotos

Der Harz rüstet sich zur Walpurgisnacht und scheint, so hatte es bei einer Rundtour gestern den Eindruck, auch an diesem Sonntag, 28. April 2024, sehr gut besucht zu sein. Wozu die dank Maifeiertag kürzere Arbeitswoche sicher beiträgt.

Hilfreich ist auch der Wetterwechsel hin zu Frühlingsgefühlen. Und selbst die Bauernkalender erheben nur noch heute zu St. Vitalis von Ravenna winterlich warnend die Stimme: „Ist es noch kalt auf St. Vital, friert es uns noch fünfzehnmal.“ Allen Vorhersagen nach müssen wir uns da nicht mehr sorgen.

Im Zeitalter der Smartphone-Knipserei, die Abermilliarden Bilder Tag für Tag meist als „Ex-und-Hopp-Erinnerungen“ produziert, wenden wir uns heute einer der ältesten Fototechniken der Welt zu. Der 28. April ist der „Tag der Lochkamera-Fotografie“ (Worldwide Pinhole Photography Day).

Im Unterschied zu den modernen Fotokameras fällt das Licht bei dieser Fotografie-Technik nicht durch eine optische Linse beziehungsweise Objektiv, sondern wird durch ein winziges, verschließbares Loch eingefangen. Aufgefangen wird es auf lichtempfindlichem Material (Fotopapier) in einer dunklen Kammer projiziert.

Da werden Erinnerungen an den Physikunterricht wach. Da haben wir Lochkameras aus Schuhkartons gebastelt. Eine Do-it-youself-Variante der „camera obscura“ sozusagen. Die Lochkamera blendet bis auf ein Lichtstrahlenbündel in gerader Linie zwischen Objekt- und Bildpunkt das restliche Licht aus und fängt auf diese Weise ein reelles Bild ein. Das Buch „Die Lochkamera“ erläutert auch die physikalischen Hintergründe.

Noch zwei literarische Verbeugungen: Heute vor 150 Jahren (1974) wurde der österreichische Publizist und Schriftsteller Karl Kraus geboren. Ohne Frage einer der bedeutendsten Sprach- und Kulturkritiker, Satiriker und Essayisten, Aphoristiker und Dichter deutscher Sprache. Sein bekanntestes Werk: „Die letzten Tage der Menschheit“.

Und dann wäre da noch einer meine Lieblinge, der Brite Terry Pratchett, Autor der Scheibenwelt-Romane, erblickte heute vor 76 Jahren (1948) das Licht der Welt. Doch auch in Kurzgeschichten liefert er „Große Worte“ und zeigt die Lust am Spiel mit der Sprache in Titeln wie „Helle Barden“ (Hörbuch).

Terry Pratchett hat im Laufe der Zeit so manch unvergesslichen Satz erschaffen. Aber wem wird schon eine eigene Zitatensammlung gewidmet? Terry Pratchett hat das gleich selbst übernommen: „Ernsthaft lustig“ enthält die seiner Meinung nach „besten Terry-Pratchett-Zitate der Welt“.



Hoi, Hello und Hola! Lesung mit Stella Fontana

„Hoi, Hello und Hola! – Drei Länder und ich“

Das ist mein persönlichstes Herzensprojekt, sagt die Buchautorin und Weltenbummlerin Stella Fontana und liest am 20. Juni 2024, in der BÜCHER-HEIMAT, aus ihrer Autobiografie über ihre Abenteuer in verschiedenen Ländern: „Hoi, Hello und Hola! – Drei Länder und ich“, schenkt persönliche Einblicke in eine Welt voller Abenteuer und Kulturschocks.

Stella Fontana entführt uns auf eine abenteuerliche Reise durch die globalisierte Welt. Von Deutschland über die Schweiz bis in die USA und nach Spanien teilt sie humorvoll und authentisch ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit uns. Begleiten Sie sie auf ihrem Weg, der von skurrilen Missverständnissen, beruflichen Höhen und Tiefen sowie unvergesslichen kulturellen Begegnungen geprägt ist.

Stella Fontana, geboren und aufgewachsen im idyllischen Goslar, wagte mit 22 Jahren den mutigen Schritt, ihre Heimat zu verlassen und sich neuen Horizonten zu öffnen. Heute, viele Jahre später, lebt sie in der Provinz Barcelona und lässt uns an ihrem reichen Erfahrungsschatz teilhaben. Bekannt für ihre spannenden Kriminalromane und herzerwärmenden Kinderbücher, präsentiert Stella Fontana mit „Hoi, Hello und Hola! – Drei Länder und ich“ eine ganz neue Facette ihres Schaffens. Tauchen Sie ein in eine Welt voller Farben, Vielfalt und lebensfroher Abenteuer.

Über die Autorin:

Stella Fontana wurde 1972 in Goslar geboren und wuchs dort im Steinbergviertel auf. Mittlerweile lebt sie in der Provinz Barcelona, in Spanien. Zur Schriftstellerei kam sie in den USA. Eine Passion, die sie nicht mehr missen möchte. Im Jahr 2018 veröffentlichte sie ihren ersten Roman, den Kriminalroman Ausdauertod, der im Landkreis Goslar spielt. Im darauffolgenden Jahr erschien Geltungstod, der zweite Teil ihrer Kriminalroman-Serie mit Anouk Bernstein. Dann folgten ihre Kinderbücher.

Donnerstag, 20. Juni 2024, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten
Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT,
Telefon  (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de

„Hoi, Hello und Hola! – Drei Länder und ich“ kann vom 6. Mai 2024 an erworben werden. Mehr auf der Website der Autorin.

Samstag, 27. April: Themen-Springflut

In Aktionstagen einfach untergegangen

In der Kürze liegt die Würze. So muss heute am Samstag, 27. April 2024, die Devise für das bebücherte Kalenderblatt heißen. Der Grund: Eine Springflut an Aktionstagen.

Absolut bei der Sache bin ich gleich beim (US-) „Tag der Gummibärchen“ (National Gummi Bear Day). Dazu könnte man sich „Das kleine Gummibärchen-Orakel“ kaufen und von fünf Bärchen „alles über die Zukunft“ sagen lassen. Denn, so heißt es im Klappentext: „Bärchen lügen nicht“.

Was ich nicht glaube. Aus gutem Grund: Im Internet werde ich gerade überschwemmt mit Werbung, die behauptet, mit nur einem Gummibärchen abends werde man schlank. Da viel auch viel hilft, probiere ich immer wieder gleich eine ganze Tüte. Ohne Erfolg. Im Gegenteil…

Aber weiter im Aktionstage-Hopping. Heute ist auch „Weltdesigntag“ (World Design Day). „Design des 20. Jahrhunderts“ stellt die Entwicklungen „von Jugendstil bis Minimalismus … und alles dazwischen“ vor. So gut, dass die New York Times konstatiert: „Ein wichtiges und preiswertes Nachschlagewerk.

Party ist heute bei unseren niederländischen Nachbarn angesagt. Es ist „Königstag“ (Koningsdag) in den Niederlanden.  Genau der richtige Tag also für einen „Tribut an Willem-Alexander“ und seine Máxima.

Weiter geht’s zum „Internationalen Tag der Tierärzte“ (World Veterinary Day). Da meine Ambitionen nicht in Richtung eines Veterinärmedizin-Studiums gehen, genügt mir „Der Doktor und das liebe Vieh“ vollkommen. Was für die Seele, als Buch wie als Verfilmung.

Wie feiert man den ebenso heute anstehenden „Internationalen Tag der Skulptur“ (International Sculpture Day)? Naja, wenn schon, dann im großen Stil: „Skulpturen-Parks in Europa“ ist ein Kunst- und Landschaftsführer durch mehr als 90 Parks in 27 europäischen Ländern

Kommen wir zu Kermit und seinen Kollegen. Der 27. April ist auch der „Rettet-die-Frösche-Tag“ (International Save The Frogs Day). Und die richtige Motivation für Rettungsaktionen beschert auch schon dem Nachwuchs das Buch „Fantastische Frösche“, das „alles über Ochsenfrosch, Erdkröte, Pfeilgiftfrosch und Co.“ vermittelt.

So, gleich sind wir durch. Und der letzte Aktionstag fasst sich von seiner Natur her kurz: Wir begehen (in USA) den „Tag des Morsecodes“ (National Morse Code Day). „Das dicke Buch der Alphabete“ weiß alles über „unsere Sprache und unsere Buchstaben, Keilschrift, Morsecode, Katakana, Emojis und vieles mehr“.



Freitag, 26. April: Ein Ruck und Küsse

Prägende Erinnerungen

Zum 27. Mal jährt sich heute die „Ruck-Rede“ des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog (1997). An diesem Freitag, 26. April 2024, dürften nicht wenige Menschen sich einen solchen Ruck erneut wünschen.

Aber mit Erinnerungen ist das so eine Sache. Nicht unbedingt, wenn es um Politik geht, da ist bisweilen eine gepflegte Amnesie scheinbar eine Kernkompetenz. In Liebesdingen dagegen fällt das Vergessen dann und wann schon schwerer…

In USA steht heute der „Erinnere-Dich-an-Deinen-ersten-Kuss-Tag“ (Remember Your First Kiss Day) im Kalender. Und obwohl Dooley Wilson („As Time Goes By”) im Kultfilm  „Casablanca” mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergmann singt „A kiss is just a kiss…“ (Ein Kuss ist nur ein Kuss), so werden das sehr viele Menschen ganz anders sehen.

Die Suchworte „Kuss/Küsse“ im Online-Shop der BÜCHER-HEIMAT fördern sage und schreibe 3014 Fundstellen zutage. In seinem Buch „Küssen“ stellt der Kommunikationswissenschaftler Hektor Haarkötter nach „seinem Streifzug durch Geschichte und Theorie des Küssens“ fest, dass der Mund-zu-Mund-Kontakt „eine berührende Kommunikationsart“ sei. Um es mit Loriot zu sagen: „Ach was!“

Aber kommen wir zu Bundespräsident Roman Herzog und seiner 1997 vielbeachteten Ansprache, die wegen der Formulierung „Durch Deutschland muss ein Ruck gehen!“ als „Ruck-Rede“ bekannt wird. Die komplette Rede, im Berliner Hotel Adlon gehalten, ist im Internet nachzulesen (ext.).

Ansonsten habe ich bei den Recherchen festgestellt, dass der siebte Bundespräsident einen fiesen Namen für Online-Suchen trug. Wer nach „Roman“ und „Herzog“ Ausschau hält, entdeckt zuvorderst, dass es reichlich Belletristik über hochrangige Blaublüter gibt. Die Erinnerungen „Jahre der Politik“ aus der Feder Roman Herzogs dagegen sind nur noch als pdf erhältlich.

Auch für die Weltliteratur ist dieser 26. April ein bedeutsames Datum. Heute vor 99 Jahren (1925) veröffentlichte Max Brod als Nachlassverwalter seines ein Jahr zuvor verstorbenen Freundes Franz Kafka gegen dessen letzten Willen in Berlin das Romanfragment „Der Process“. Kurz vor dem 100. Todestag Kafkas am 3. Juni besteht nicht erst heute Einigkeit darüber, dass Brod eine segensreiche Entscheidung traf, als er den letzten Willen Kafkas überging.



Donnerstag, 25. April: Bock auf Bäume

„Mein Freund der Baum“

„Mein Freund der Baum“ sang 1968 die deutsche Chansonette Alexandra. Ein Lied, wie gemacht für diesen Donnerstag, 25. April 2024. Wir begehen heute den bundesweiten „Tag des Baumes“.

Der Baum-Versteher

Die Bedeutung der Bäume für unsere Umwelt ist unbestritten, getan wird dafür oft aber noch viel zu wenig. Die Kurstadt ist mit der von der Klimaschutzmanagerin Marie Scholz initiierten gerade gestarteten Kampagne „Bäume für Bad Harzburg“ auf dem richtigen Weg. Im Rathaus werden Bäume offenkundig als wichtiger Umweltfaktor gesehen – gleichwohl im Behördendeutsch noch immer als „Großgrün“ bezeichnet.

Zum Jahrtausendwechsel waren laut Welternährungsorganisation 30 Prozent der Festlandmasse der Erde bewaldet. Pro Hektar binden Waldbäume zwischen 60 und 2000 Tonnen organisches Material. Sie sind damit die größten Biomassespeicher der Kontinente. Da etwa die Hälfte der Holzsubstanz aus Kohlenstoff besteht, sind Wälder nach den Ozeanen die größten Kohlenstoffsenken der Biosphäre und für die CO2-Bilanz der Erdatmosphäre bedeutsam.

„Das geheime Leben der Bäume“ ist allerdings noch weit spannender, als es solche Zahlen vermuten lassen. Peter Wohlleben erklärt, „was sie fühlen, wie sie kommunizieren“ und lädt zu der „Entdeckung einer verborgenen Welt“ ein. Das Innenleben der Gehölze scheint ganz schön kompliziert.

Darum, für die erste Annäherung und damit man weiß, mit wem oder was man es zu tun hat: „Der Kosmos-Baumführer“ stellt „370 Bäume und Sträucher Mitteleuropas“ vor. Eine Anschaffung, über die ich ernsthaft nachdenke. Seit dem Heimatkunde-Unterricht in der damals noch Volksschule genannten Grundschule, in dem wir noch Baumblätter getrocknet und in Hefte eingeklebt haben, ist mein Baum-Wissenspegel deutlich gesunken.

Was insoweit kein Wunder ist, als ich später zumeist in Städten gelebt habe. Allerdings: Wer keinen Garten hat und in der Wohnung über wenig Platz verfügt, der hat vielleicht „Bock auf Bonsai“. Das Buch verspricht den „einfachen Start in die Faszination der kleinen Bäume“ und hilft beim Aufziehen, Pflegen und Gestalten der in Japan verwurzelten Minibäume.

Wer mit einem Garten gesegnet ist und diesen aufwerten will, aber über keinen grünen Daumen verfügt, der greift vielleicht am besten zu „Superpflanzen“. Vorgestellt werden „Alleskönner für den Garten: robust, schön & insektenfreundlich“. Und mindestens ebenso wichtig: Die 84 Stauden, Bäume und Sträucher „haut nix um“.

Mit Superlativen wartet auch der Wikipedia-Eintrag zu Bäumen auf. Der höchste Baum der Welt ist der „Hyperion“, ein Küstenmammutbaum im Redwood-Nationalpark in Kalifornien mit 115,5 Meter Wuchshöhe. Der höchste Baum Deutschlands ist „Waldtraut vom Mühlwald“, eine 67,18 Meter hohe Douglasie im Arboretum Freiburg-Günterstal.

In der Auflistung kommt der Harz leider nur als das klebrige Zeug vor, dass die Bäume absondern. Doch wen wundert’s, so viele Bäume sind rund um den Brocken momentan ja auch nicht mehr zu bewundern. Was uns zurück zu Alexandra bringt, deren Liedzeile komplett lautet: „Mein Freund der Baum ist tot…“ (YouTube, 3:06 min.).



Mittwoch, 24. April: Hoffen auf St. Fidel

Eine Bibliothek mit 38,8 Millionen Büchern

St. Fidelis entscheidet laut meines Bauernkalenders an diesem Mittwoch, 24. April 2024, darüber, ob wir auf Frühling hoffen dürfen. „Wenn’s friert an Sankt Fidel, bleibt’s 15 Tag noch kalt und hell“, sagt dazu die Wetterregel.

Hoffen wir also, dass Fidelis von Sigmaringen (Philosoph, Jurist, Ordenspriester und Märtyrer, 1578-1622) die aktuellen Wettervorhersagen kennt. Denen zufolge soll es von Freitag an wieder wärmer werden. Was Not tut, ich will endlich wieder auftauen. Und die Sommerreifen sind auch schon seit Wochen aufgezogen…

Russische Spione. Chinesische Spione. Wer dieser Tage Zeitung liest, fühlt sich von James Bonds umgeben. Agenten jedoch treiben schon seit Urzeiten ihr (Un-)Wesen. Der wohl berühmteste deutsche Spionagefall jährt sich heute zum 50. Mal: Am 24. April 1974 wurden Günter Guillaume, persönlicher Referent von Bundeskanzler Willy Brandt, und seine Frau Christel unter dem Verdacht der Spionage für die DDR in der Bundeshauptstadt Bonn festgenommen.

Spätestens als Bundeskanzler Willy Brandt wegen der Guillaume-Affäre zurücktritt, wird die Angelegenheit zum politisch bedeutsamsten Spionagefall nicht allein der innerdeutschen Geschichte. „Im Fadenkreuz“ schildert spektakuläre Spionagefälle von Mata Hari bis Günter Guillaume.

Geburtstag kann heute eine der bedeutendsten und bekanntesten Bibliotheken der Welt feiern. Am 24. April 1800 wurde die Library of Congress (LoC) als Forschungsbibliothek des Kongresses der Vereinigten Staaten gegründet. Zuvor hatte Präsident John Adams den Regierungssitz von Philadelphia nach Washington verlegt.

Die Gebäude der LoC (Foto oben) sind öffentlich zugänglich. Dem Medienbestand nach ist die Kongressbibliothek nach der British Library in London die zweitgrößte ihrer Art. 164 Millionen Medieneinheiten in Washington stehen 170 Millionen in London gegenüber.

Ganz anders sieht das beim Bücherbestand aus – und darauf kommt es doch an! Hier liegt die Library of Congress mit 38,8 Millionen Büchern in 470 Sprachen vorn, ist auf diesem Gebiet die größte Bibliothek der Welt. John Y. Cole greift nicht ganz so hoch, stellt in seinem Buch „America’s Greatest Library“ (engl.) vor.

Ein Tipp am Rande: In der Library of Congress (ext.) kann man auch online stöbern. Und ich staune immer wieder, was man da so alles über den Harz erfährt und wer alles als Autor aufgeführt wird. Das Wühlen in den gigantischen Beständen ist zwar ein Zeitfresser, aber ein unterhaltsamer…