Der Protagonist Logan Mountstuart, den der Autor William Boyd durch die Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts streifen lässt macht diesen Entwicklungs- und Gesellschaftsroman in Tagebuchform so besonders.
Geboren in Uruguay kommt Logan, Sohn eines britischen Wurstfabrikanten und einer Uruguayerin als Kind zurück nach England. Als Leserin und Leser begleiten wir ihn durchs Internat und später durch sein Studium in Oxford. Wir erleben, wie er Vater wird und Autor, sich immer neu verliebt und in den Krieg zieht.
Wir sind an seiner Seite in der Gefangenschaft und in einer sich neu erfindenden Weltordnung. Wir lieben und leiden mit ihm, treffen Politiker, Monarchen und Künstler und lassen nichts Menschliches aus.
William Boyd hat sich schon mit seinen früheren Werken als Autor hervorgetan, der an einigen Stellen durchaus etwas Hemingwaysches im besten Sinne bietet. In „Eines Menschen Herz“ verknüpft er Kolonialismus, politisches Geschehen aber ebenso Kunst, Literatur und die Suche nach Liebe, die Sehnsucht nach Glück und das Auflehnen gegen Konventionen zu einer lebendigen Geschichte.
„Der Kalender ist ein nützlicher Diener, aber ein schrecklicher Meister“, konstatierte ein demnach wohl unter Termindruck leidender Albert Einstein. Dies allerdings hat auch viel mit der Wahl des Kalenders zu tun. Die BÜCHER-HEIMAT bietet wie in jedem Jahr erneut Wandkalender, die neben Informationen zu den Zeitläufen vor allem auch Augenschmaus bieten. Vor allem dann, wenn es um Bilder geht, die uns quasi nebenbei immer wieder daran erinnern, in welch schöner Region wir Harzer doch leben.
„Leben, wo andere Urlaub machen“, diese Phrase drängt sich dem Betrachter unwillkürlich auf, steht er vor einigen Harz-Kalendern 2027. Und da das Jahresende langsam aber sicher in Sichtweite gerät, stellt die BÜCHER-HEIMAT wieder eine kleine (subjektive und sicher nicht vollständige) Auswahl der schönsten Exemplare dar.
Jubiläum feiert der Harzkalender aus der Fotoweberei in Bad Harzburg. Dahinter steht der Fotograf und Musiker („The Dippers“) Luca Weber. Die Ausgabe 2027 ist der 10. Fotoweberei-Wandkalender. Selbstverständlich werden erneut zwölf großartige Harzbilder geboten – perfekt auch als Geschenk für jeden Harzfan. „Der Harz 2027“ liegt im Format Din A3 vor und kostet 15,00 Euro.
Gleich in fünf Varianten legt Fotograf und Lehrer Martin Wurzbacher seinen Kalender „Harz 2027 – Natur entdecken“ vor. Es gibt ihn als Monatswandkalender im A4-, A3- oder A2-Format, als Monats-Familien- und Paar-Planer mit bis zu 5 Spalten (210 x 420 mm) und als Monats-Tischkalender zum Aufstellen (148 x 148 mm). Auch dieser Kalender ohne Frage ein ideales Geschenk für alle Natur- und Harzliebhaber sowie Wander- und Outdoorfans.
Viele Fans findet alle Jahre wieder auch der Fotokalender des Nationalparks Harz. Die Ausgabe wartet wieder mit den schönsten Bildern aus dem Fotowettbewerb „HarzNATUR 2025“ auf. Inklusive des Siegerbildes von Waldeidechsen des Fotografen Jürgen Trull. Der Kalender Der im Format 48 x 35 cm kostet 16,95 Euro, der Erlös fließt zu 100 % in das Harzer Luchsprojekt. Im Nationalparkhaus Ilsetal in Ilsenburg ist bis25. Januar 2027 eine begleitende Fotoausstellung zu sehen.
Der vierte im Bunde ist der Kalender von Cellapix, gestaltet von der Landschafts- und Astrofotografin Angelika Kolb-Telieps, die in Clausthal-Zellerfeld lebt. Sie präsentiert den „Harz bei Tag und Nacht 2027“ in zwölf stimmungsvollen Fotografien aus einer der faszinierendsten Mittelgebirgslandschaften Deutschlands. Der Kalender liegt im Format Din A3 vor und ist zum Preis von 19,95 Euro zu haben.
Mit der „BÜCHER-HEIMAT on Tour“ begeben sich Literaturfreunde der Harzregion seit dem Start der Mitmach-Buchhandlung im Jahr 2022 immer wieder auf die Spur großer Literaten und großer Literatur. Das jüngste Ziel lag dabei fast schon vor der Haustür: Das Gleimhaus in Halberstadt.
Das ehemalige Wohnhaus des Dichters und Sammlers Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719–1803) in Halberstadt wurde bereits 1862 zum Museum und ist damit heute eines der ältesten deutschen Literaturmuseen. Im „Blaubuch“ der Bundesregierung wird die Ausstellung als „kultureller Gedächtnisort mit besonderer nationaler Bedeutung“ geführt.
Damit fügt sich die Halberstadt-Visite nahtlos in die noch junge Historie der von Petra Nietsch organisierten „BÜCHER-HEIMAT on Tour“ ein. Hinter den reiselustigen Literaturfans liegen so beispielsweise schon Abstecher in die Grimm-Welt in Kassel und ins Wilhelm-Busch-Haus in Mechtshausen.
Viele Freundinnen und Freunde fand auch die Verabredung zum High Tea mit Theodor Fontane auf der Marienburg oder der Spaziergang auf Lessings Spuren, bei dem das Schatzkästlein Wolfenbüttel erkundigt wurde. Gleich zwei Aktionen waren derweil dem ersten von der BÜCHER-HEIMAT in deutscher Sprache herausgegebenem Roman „Der Weg des Zaunkönigs“ gewidmet. Neben der Spurensuche in und um Schloss Colditz stand eine Wanderung auf den Romanspuren im Nordharz auf dem Programm.
Nun also galt das Augenmerk den Sammlungen des Gleimhauses, die auf den Nachlass Gleims zurückgehen. Das Haus wird als „Museum der deutschen Aufklärung“ von einem sehr engagierten Freundeskreis getragen.
Gleim war einer der meistgelesenen Dichter seiner Zeit und mit vielen anderen Schriftstellerinnen und Schriftstellern befreundet. In der umfangreichsten Porträtgalerie großer Geister des 18. Jahrhunderts, seinen „Freundschaftstempel“, trug Gleim ihre Bilder zusammen: Lessing, Klopstock, Herder, Jean Paul, Anna Louisa Karsch und viele andere blickten so nun auch die Besucher aus Bad Harzburg sicher wohlwollend an.
Fast ein wenig erschlagen von der beeindruckenden Flut an Informationen zogen die BÜCHER-HEIMAT-Reisenden bei einem gemeinsamen Essen im Halberstädter Hof ein begeistertes Fazit dieser jüngsten Litera-Tour: „Es war eine überaus gelungene, informative und interessante Führung mit einem unglaublich engagierten Führer!“ Und der ausdrückliche Wunsch nach weiteren literarischen Ausflügen ließ auch nicht lange auf sich warten.
Hartmut Frenk, Pentra Nietsch und BÜCHER-HEIMAT-Chefin Sonja Weber präsentieren gemeinsam mit dem per Internet zugeschalteten Autor Philipp Schott die deutschsprachige Ausgabe von „Der Weg des Zaunkönigs“.
Erfolgs-Roman wird in Braunlage präsentiert
Wer da meint, auf Harzer Höhen gilt alle Aufmerksamkeit für unsere gefiederten Freunde allein den Harzer Rollern, der muss sich revidieren: Am Freitag, 16. Oktober 2026, um 19.00 Uhr wollen hoffentlich viele Literaturfreundinnen und -freunde den „Weg des Zaunkönigs“ in der Stadt- und Schulbücherei Braunlage verfolgen. Petra Nietsch und Hartmut Frenk sind an diesem Abend einmal mehr auf Vorstellungstournee und werben damit für den ersten von der BÜCHER-HEIMAT verlegten Roman.
Das Werk des Deutsch-Kanadiers Philipp Schott hatte Petra Nietsch, Mitstreiterin im BÜCHER-HEIMAT-Ehrenamtlichenteam, in Kanada entdeckt und mochte sich nicht damit abfinden, dass es den Roman nicht in deutscher Übersetzung gab. Zumal der Erzählstrang auch den Harz streift. In der BÜCHER-HEIMAT fand Petra Nietsch Mitstreiter und Unterstützerinnen, sodass das Buch mittlerweile in der dritten deutschsprachigen Auflage vorliegt.
Die Übersetzung hat Petra Nietsch realisiert, Hartmut Frenk hatte das Lektorat übernommen. Für die dritte Auflage des „Zaunkönigs“ hat die Schülerin Feline Maja Schneider zudem faszinierende Illustrationen geschaffen. An diesem literarischen Abend in Braunlage wird „Der Weg des Zaunkönigs“ bis zur ersten deutschen Auflage mit all seinen Irrungen und Wirrungen ebenso dargestellt wie der fesselnde Roman als solcher. Der Eintritt zu der Lesung mit Vortrag am Freitag, 16. Oktober 2026, um 19.00 Uhr in der Stadt- und Schulbücherei Braunlage (Dr. Kurt-Schröder-Promenade 1) kostet 6,00 Euro.
Andrea Hahn: Reclams Literatur-Quiz – Ergänze das Zitat
Zum Geburtstag habe ich von einer lieben Kollegin das „Reclams Literatur-Quiz – Ergänze das Zitat“ bestehend aus fünfzig Rätselkärtchen bekommen und nehme mir jetzt immer zum Frühstück eines vor. Dann hat mein Gehirn sich schon mal einem klassischen Werk gewidmet und ist wach.
Gestern war es „… Ereignisse werfen ihre Schatten voraus“. Das Kärtchen lässt einem die Wahl zwischen a: große b: künftige und c: dunkle. Und, wissen Sie es sofort? Ich lag zunächst falsch.
Falsch lag ich heute damit, wie lange einen so ein Zitaterätsel umtreiben kann. Da gibt es diesen bekannten Ausspruch „Nichts ist dauernd als …. (a: der Wechsel b: das Leben c: die Welt?), nichts beständig als der Tod.“ Alle, die sich in letzter Zeit mit Heinrich Heine beschäftigt haben denken vielleicht gleich an diesen und seine Harzreise. Aber nö, Heinrich war`s nicht. Der hat`s nur verwendet.
Ursprünglich gesagt hat es wer anders. Wer? Schauen Sie mal nach. Dazu sei allerdings so viel verraten, dieses einleitende Zitat der Harzreise, das Heine sich ausgeborgt und dabei ganz brav den Urheber erwähnt hat, wurde mal abgedruckt und mal nicht. Warum? Sie werden darauf kommen (recherchieren Sie in der Stadtbücherei).
Ach, und wissen Sie, wer wann das Gedicht „Lore Lay“ erschaffen hat und in welchem Gesamtwerk es zu finden ist? Und woher kam denn eigentlich diese sagenhafte Frauengestalt? Aus Rüdesheim, aus Bacharach oder aus Ingelheim?
Das ganze Spiel ist handlich, nur ein wenig größer als ein normales Skatblatt, also auch prima zum Mittnehmen auf Reisen. Damit man nicht versehentlich zuerst die Lösungsseite anschaut, sind die beiden Kartenseiten farblich unterschiedlich gestaltet. In jeder Lösung stecken an sich schon viele Informationen, aber so wie es mir mit dem Nicht-Heinrich-Heine-Zitat ging, finden Sie bestimmt auch Rätsel, Autorinnen, Autoren oder Werke, die es tiefer zu erkunden gilt.
Der Roman beginnt mit einer skurrilen Szene in der fiktiven ostdeutschen Stadt Sanditz, die der Ort der meisten Geschichten des Buches ist. Vom Himmel fallen nachts große Vögel, die sich nach und nach in Männer verwandeln. Sie kommen weit aus der Vergangenheit, um ein Denkmal zu stürzen, das das Wiedererwachen des alten Deutschlands symbolisiert.
Dann aber sind wir mitten in der Realität von Sanditz im Jahr 2021. Die Kapitel des Buches erzählen das Leben sehr unterschiedlicher Menschen und deren Schicksale. Dabei gibt es einen Erzählstrang, der ausgehend vom Jahr 1978 in der DDR beginnt, aber bis ins Jahr 1997 führt.
Ein zweiter Erzählstrang schildert Ereignisse in den Jahren 2021/22. Beide sind einander verschachtelt. In den einzelnen Kapiteln begegnen die Leser sehr vielen Menschen und ihrem Leben, z.B. Bürgerrechtlern der DDR und Offizieren der Stasi, Menschen im kirchlichen Milieu, einer Pastorin, einem Orgelbauer, einem homosexuellen Liebespaar, Kindern, einem Bausoldaten, Arbeitern und einem Banker.
Im Zentrum steht die Familie Wenzel, an der gezeigt sind, wie die Lebenswege aus der DDR in die Nachwendezeit bis in die Gegenwart führen. In vielen der Geschichten wird nicht nur der Alltag lebendig erzählt, sondern auch gezeigt, wie die Politik in diesen Alltag hineinwirkt – und zu Verwerfungen führt.
So werden auch die Brüche der Nachwendezeit anhand der Lebensgeschichten deutlich, etwa wenn ein „Westler“ nun Bankdirektor Sanditz wird, ein „Ostler“ seinen Unterhalt im Westen verdienen muss, Familien sich in der Coronakrise zerstreiten oder der Krieg in der Ukraine neue Konflikte hervorruft.
Von der Kritik wird der Roman vielfach gelobt. Ich stimme dem zu – es ist ein großes Buch über die letzten Jahre der DDR und über die Schwierigkeiten in den Umbrüchen. Aber das Buch macht es dem Leser – zumindest ging es mir so – nicht immer leicht, den verschiedenen Erzählsträngen und den einzelnen Personen zu folgen, zumal es auch in den einzelnen Kapiteln Rückblicke gibt.
Eine kleine Hilfe gibt es in den Innenseiten des Einbands mit Zeichnungen zu den Orten in Sanditz und den persönlichen Beziehungen der Protagonisten. Auf jeden Fall bietet der Roman interessante Perspektiven auf die neuere deutsche Geschichte.
Was hoffnungsvoll begonnen wurde, endete in einem Desaster. Christoph Hein hat die Geschichte der DDR selbst erlebt. Er hat die Schwächen des Systems gesehen, am 4. November 1989 hat er bei der großen Demonstration auf dem Alexanderplatz eine Rede gehalten. Über 40 Jahre zeichnet er die Geschichte nach.
Es war wichtiger, sich mit dem System zu arrangieren als Leistung zu bringen. Seine Protagonisten lernen schnell, worauf es ankommt, wenn man in der DDR Erfolg haben will. Kompetenz war weniger gefragt. „Die Partei hat immer recht…“, nach dem Motto lebten ein Ökonom, ein Wissenschaftler für Metalltechnik und deren Ehefrauen und ein international angesehener Professor, der keine Stelle an der Uni bekam, weil er während der Nazizeit in England und nicht in der UDSSR war. Er wurde schließlich für Kinderfilme zuständig.
So haben viele absurde Entscheidungen erst zum Selbstzweifel, zur Verlogenheit und schließlich zum Zusammenbruch geführt. Das Narrenschiff ist gesunken. Eine spannende Geschichte durch 40 Jahre DDR, vor allem für Menschen, die die DDR selbst nicht mehr erlebt haben.
Die Sonne verdunkelt sich und eine Auslöschung der Menschheit in absehbarer Zeit scheint unabwendbar. Angesichts dieser Bedrohung arbeiten alle Regierungen der Welt tatsächlich zusammen, um herauszufinden, ob es eine Lösung gibt.
Die scheint in einer anderen Galaxie im Weltraum zu finden sein und so bauen die klügsten Wissenschaftler der Welt ein Raumschiff und schicken drei Astronauten zum Stern TauCeti. Nur einer kommt lebend dort an!
Und schon sind wir mittendrin in diesem bemerkenswerten Roman von Andy Weir. Der Autor erschafft ein Szenario, dass nur gemeinsam bewältigt werden kann und wird. Natürlich gibt es Diskussionen und auch Streit, aber keine Gewalt – dafür reicht die Zeit nicht, und das scheinen alle verstanden zu haben.
Wir erfahren die Geschichte aus der Ich-Perspektive des überlebenden Astronauten, teils in Rückblenden, der kurz vor dem Ziel ein Alien-Raumschiff entdeckt, auf dem auch nur noch ein Besatzungsmitglied lebt. Und endlich traut sich mal ein Schriftsteller, eine intelligente Lebensform zu „erfinden“, die völlig anders ist als alle, die mir bisher in Büchern und Filmen begegnet sind. Mit unglaublich viel Fantasie hat Andy Weir einen Alien erschaffen, der beinahe unvorstellbar ist.
Und nein, Ryland Grace und „Rocky“ sind sich nicht feindlich gesonnen, nicht einmal misstrauisch. Sie lernen miteinander zu kommunizieren, Probleme gemeinsam zu lösen, voneinander zu lernen und die Stärken des anderen für ihre Missionen zu nutzen.
Ein Buch, ganz ohne Gewalt, ohne Kampfszenen, nicht einmal Waffen kommen vor. Der wissenschaftliche Austausch steht im Mittelpunkt. Dieser Roman ist absolut lesenswert, voller überraschender Erkenntnisse, humorvoll, intelligent, auch gefühlvoll und die Begegnung der Spezies führt zu einer echten Freundschaft. Zitat Rocky: „Dein Gesicht ist undicht?!“
Ob die Missionen der beiden Protagonisten erfolgreich abgeschlossen werden? Das wird an dieser Stelle nicht verraten, nur so viel, das Ende ist wunderbar! Ein ruhiges Buch, mit einem Ende, das mein Gesicht hat undicht werden lassen.
Danke an Sonja Weber, die mich „genötigt“ hat, dieses Buch zu lesen!
Kristin Hannah war mir als Schriftstellerin bekannt, aber dies ist der erste Roman, den ich von ihr gelesen habe und er ist ein ganz besonderer.
Die Autorin entführt uns in die Wildnis Alaskas. Es gibt sicherlich nicht viele Menschen, die eine wirkliche Vorstellung davon haben, wie einsam es dort ist. Hier bestimmt die Natur das Leben der Menschen. Es ist ein täglicher Kampf ums Überleben.
Im Sommer wird es so gut wie nicht dunkel und im Winter wird es kaum hell. Frühling und Herbst sind kaum existent. Im Sommer muss alles getan werden, um im Winter ausreichend Vorräte zu haben. Die Menschen jagen, fangen Fische, pflücken Beeren, arbeiten an ihren Häusern und Hütten und, und, und.
Dieses Leben fordert viel, aber bietet auch Freiheit. Jeder hilft jedem, egal, was es ist. Man kann sich aufeinander verlassen.
Vor diesem Hintergrund entwickelt sich die Handlung. Die Familie Albright siedelt im Jahr 1974 von Seattle um nach Kaneq auf der Kenai-Insel. Ernt, der im Vietnam-Krieg gekämpft hat, leidet seitdem unter einer posttraumatischen Belastungsstörung, die dazu führt, dass er immer wieder seinen Job verliert, auch weil er unter starken Gemütsschwankungen leidet.
Cora, seine Frau liebt ihn so sehr, dass sie ihm nahezu alles verzeiht. Lenora (Leni), die 13-jährige Tochter, fühlt sich einsam, denn wegen der vielen Umzüge ist sie nie lange genug an einer Schule, um Freunde zu finden.
Für das harte Leben in Alaska sind sie schlecht vorbereitet, aber sie fühlen sich willkommen geheißen und schnell wohl. Alle drei arbeiten unentwegt, um endlich zur Ruhe zu kommen. Und in der Schule findet Leni mit Matthew sogar einen Freund. Doch der Winter naht und mit ihm kommen nicht nur die Dunkelheit, sondern auch Ernts Alpträume.
Seine Angstzustände und Unzufriedenheit nehmen zu. Er sucht Streit zu Hause, wird zunehmend gewalttätig gegenüber Cora und wird auch in der Dorfgemeinschaft immer mehr zum Außenseiter. Derweil wird aus der Freundschaft zwischen Leni und Matthew die erste große Liebe.
Der Roman hat fast 600 Seiten, aber es ist nicht eine zuviel. Immer wieder kommt es zu überraschenden Wendungen, die die Spannung bis zum Schluss aufrechterhalten. Die Handlung ist bis zum Ende hin schlüssig und hat mich als Leserin zufrieden gemacht.
Wie so oft unterscheiden sich der englische und der deutsche Titel, wobei aus meiner Sicht in diesem Fall der Schwerpunkt unterschiedlich gesetzt ist. Der englische Titel „The Great Alone“ bezieht sich auf die Wildheit Alaskas, es ist „The Last Frontier“ während der deutsche Titel mehr auf das Thema Liebe zielt. Von der gibt es ganz unterschiedliche Formen im Roman. Von freundschaftlicher über partnerschaftliche Liebe über Liebe zur Natur und zum Land ist alles dabei.
Ein packender Roman, der mich sehr bewegt hat und den ich uneingeschränkt empfehlen kann.
„Harz – 150.000.000 BC“ ist ein Fach- und Sachbuch über die Geologie im Harz, den Bergbau, die Entstehung von Mineralien und Fossilien und Fundorte im Harz. Warum dies ein hochspannendes Thema ist, wird Autor Lars Jendrzok bei einer Lesung am Donnerstag, 11. März 2027 in der BÜCHER-HEIMAT eindrucksvoll vermitteln.
Der Harz ist weit mehr als ein sagenumwobenes Mittelgebirge – er ist ein offenes Geschichtsbuch der Erde. Auf engstem Raum offenbaren sich hier geologische Prozesse aus über 500 Millionen Jahren, die eine weltweit einzigartige Vielfalt an Gesteinen und Erzen hervorgebracht haben. Das Buch Harz – 150.000.000 BC versteht sich laut Jendrzok als Hybrid aus Fachbuch, Sachbuch und Ratgeber: Es vermittelt fundiertes geologisches Hintergrundwissen, erzählt die bewegte Geschichte des Harzer Bergbaus und dient gleichzeitig als praktischer Wegweiser zu den spannendsten Fundstellen für Mineralien und Fossilien im Harz. Wer die Entstehung des Brocken-Granits verstehen, tief in die Stollen der Bergbautradition blicken oder selbst mit dem Geologenhammer auf Entdeckungstour gehen will – dieses Werk ist ein Begleiter von der Theorie direkt ins Gelände und lädt zu einem Blick in die faszinierende Unterwelt des Harzes ein.
Über den Autor:
Schon als Kind gab es für Lars Jendrzok nach eigenem Bekunden nichts Spannenderes, als mit dem Blick am Boden durch die Wälder und Täler des Harzes zu streifen. Er hielt Ausschau nach „Schätzen“, die viel älter waren als alles Lebendige um uns herum. Ein glitzerndes Mineral im Bachbett oder die feinen Linien eines Fossils in einem grauen Schieferstein – diese Funde waren Zeitkapseln aus einer längst vergangenen Welt.
Der Harz ist für Lars Jendrzok nicht nur ein Gebirge, sondern ein offenes Geschichtsbuch der Erde.
Das Herzstück seiner Begeisterung schlägt dabei für eine ganz besondere Zeit: vor genau 150 Millionen Jahren. In seinem Buch möchte er Leserinnen und Leser mitnehmen auf eine Reise durch die Geologie des Harzes.
Es gibt nur wenige Hobbys, die uns so unmittelbar mit der Geschichte unseres Planeten verbinden wie die Suche nach Fossilien und Mineralien. Wer einen Stein aufhebt, hält nicht einfach ein Stück Materie in der Hand — sondern ein Fragment der Erdgeschichte, ein Kapitel aus einem Buch, das vor Millionen von Jahren geschrieben wurde. Jedes Fossil erzählt von einem längst verschwundenen Meer, von Tieren, die vor unserer Zeit über den Meeresboden krochen, schwebten oder schwammen. Jeder Kristall ist das Ergebnis von Druck, Hitze, Wasser und Zeit — ein Kunstwerk, das die Natur selbst geschaffen hat, lange bevor der Mensch existierte.
Für den verheirateten Vater eines Kindes ist das Buch „Harz – 150.000.000 BC“ auch persönlich ein besonderer Schritt. Nach jahrelanger Arbeit (seit 2007 als Autor tätig, u. a. im Kinderbuchbereich) zeigt Lars Jendrzok nun eine neue, reifere Facette seines literarischen Schaffens. Dennoch bleibt er seinem Talent treu, komplexe Welten und Themen vor dem inneren Auge der Leser lebendig werden zu lassen.
Das Buch „Harz – 150.000.000 BC“ ist in der BÜCHER-HEIMAT erhältlich.
Begleitend zu Buch und Lesung lädt der Autor am 5. Juni 2027 zu einer Exkursion mit Fossiliensuche im Kalksteinbruch Hoppenstedt ein.