Bücher und Zubehör für den Start ins Schulleben habe alle Erstklässler der Bad Harzburger Grundschulen jetzt in „Lesetüten“ erhalten. Koordiniert wird das Leseförderungsprojekt durch die BÜCHER-HEIMAT, finanziert durch die Bad Harzburg-Stiftung.
Organisiert hat das Leseförderungsprojekt die Interessengruppe Leseförderung im Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Bundesweit läuft das Projekt bereits seit 2011, mit großer Unterstützung der Verlage Oetinger und Arena.
Mit der Übergabe der Geschenke verbunden ist sozusagen auch ein Klassen-übergreifendes Teambuilding an den Grundschulen: Die Zweitklässler bemalen die Tüten für die Abc-Schützen kunterbunt, ehe sie an die neuen Schülerinnen und Schüler überreicht werden. Für ihren Einsatz wurden die Zweitklässler allerdings auch bedacht, sie erhielten Malbücher und Stifte von der Öffentlichen Versicherung Braunschweig.
Die Lesetüten für die Erstklässler befüllte die BÜCHER-HEIMAT, die Koordinatorin des Projekts in der Kurstadt, mit einem Lesezeichen, einem Buch für Erstleser sowie einem Türanhänger mit der Aufschrift „Komm rein zum Vorlesen!“. Außerdem spendierte die Harzburger Aktion jedem Kind noch ein Pixibuch. Buch, Anhänger und Lesezeichen finanzierte wie schon im vergangenen Jahr die Bad-Harzburg-Stiftung. Alle zusammen bilden ein starkes Team, das die Aktion mit Leben füllt.
Die Übergabe der Lesetüten begleiteten Andrea Scholz von der Bad Harzburg-Stiftung, Stefanie Horn von der Öffentlichen Versicherung und Sonja Weber, die Leiterin der BÜCHER-HEIMAT.
Ein Buch kann für mich zu einer Ruhezeit und einer Insel werden, eine ganz besonders erholsame war „Über der Brandung“ von Franziska Jebens, ihres Zeichens Autorin, Podcasterin und Weltenbummlerin. Ihr wohltuender Roman war eine angenehme Entspannung nach dem letzten trubeligen Wochenende und hat mich gedanklich zusammen mit der Protagonistin auf einer kleinen Kykladen-Insel zu mir selbst kommen lassen.
Die Geschichte ist herrlich undramatisch, bis auf einen heftigen Sommersturm geschieht nichts Bedrohliches, das Leben ist ruhig dort. Genau daran muss sich die aus Berlin kommende junge Frau erst einmal gewöhnen, ebenso daran, dass niemand sie nach dem Warum und Wieso ihrer Flucht auf dieses Eiland fragt.
Im Gegenteil scheint ihre Gastgeberin Hera schon alles über die neu Angekommene zu wissen. Nea, die Neue, wie sie dann auch nur noch genannt wird, lässt sich nach anfänglichem Zögern auf Heras Art das Leben zu leben ein. Sie findet ihre eigene Stärke in langen Wanderungen mit einer zahmen Ziege, bei Zusammenkünften mit anderen Frauen, in der Einsamkeit ihres neuen Zuhauses und in einer neuen Beziehung.
Nea lernt, die Welt zu vergessen, im Moment zu leben und zu vertrauen. Alles kann, nichts muss. Sie erkennt die Heilsamkeit von Gemeinschaft und Freude, die Wichtigkeit, Dinge zu machen, die guttun und den Schutz von Werten und Grenzen, die man für sich festlegt.
Die Insel, neue Freunde und eine nette Ziege machen aus einer an sich zweifelnden mutlosen Autorin, die nie wieder schreiben wollte, eine starke Frau mit starken Grundsätzen, eine Neue, die ihr Leben ohne Angst in die Hand nimmt. Eine, die nicht nur eine Idee davon hat, wie ihre Zukunft aussehen soll, sondern diese wahr werden lässt. Nea ist kein Spiel der Wellen mehr, sie lebt nun über der Brandung.
Silke Schaudienst ist am Mittwoch, 24. Februar 2027, erneut zu einer Lesung in der BÜCHER-HEIMAT. Nach ihrem ersten Roman, einer Familien-Saga mit historischem Hintergrund aus der Entstehungsgeschichte Wolfenbüttels, präsentiert sie nun ihren Krimi „Im Reigen der Schuld“, der in der Gegenwart Wolfenbüttels spielt.
Durch einen ungewöhnlichen Fundort mit vermeintlich geschichtlichem Hinweis muss sich das ungleiche Kommissarenduo Bruno Heyber und Jasper Nieberger auf ungewöhnliche Spurensuche begeben. Erfahrung und neue Denkansätze prallen aufeinander. In der Stadt will man an vergangene Zeiten nicht erinnert werden.
Dieses Mal ist in Bad Harzburg aber auch Silke Schaudiensts Mann Karl-Heinz Schaudienst dabei. Von ihm gibt es Passagen aus seinem Thriller „Perditus“, deren Handlungsorte von Braunschweig über Wolfenbüttel bis nach Goslar reichen.
Nach einem tödlichen Autounfall eines Galeristen wird dessen Ehefrau Julia in sein doppeltes Spiel um die verschollenen Heldenlieder Karl des Großen hineingezogen. Ein Wettlauf um Erpressung, tödlicher Bedrohung und der Frage, wem sie vertrauen kann, beginnt.
Mittwoch, 24. Februar 2027, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT, Telefon (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de
Mit großem Interesse habe ich das Buch „Meine frühen Jahre“ von Winston Churchill gelesen. Er beschreibt hier seine ersten 25 Lebensjahre. Er berichtet von einer untergegangenen Welt des britischen Empire, einige Jahre vor dem Ersten Weltkrieg.
Churchill war abenteuerlustig und hat an mehreren Kriegen in Indien, Ägypten, dem Sudan und in Südafrika teilgenommen. Besonders wichtig erscheint mir seine Erkenntnis über einen Kriegsbeginn.
Er warnt jeden Kriegstreiber. Damit bekommt das Buch eine besondere Aktualität.
Winston Churchell hat für seine Werke den Literatur-Nobelpreis erhalten. Nach dem Lesegenuss seines Buches „Meine frühen Jahre“ erscheint mir der Literatur-Nobelpreis sehr angemessen.
Wer möchte nicht, dass auch nach dem Tod etwas bleibt? Dass man nicht spurlos aus der Welt verschwindet?
Anton, der seit Jahren verwitwet ist, alleine lebt und nur mit wenigen Menschen Kontakt hat, erfährt von seinem Arzt, dass er nur noch eine kurze Lebensfrist hat. So macht er sich daran, in der verbleibenden Zeit etwas zu schaffen, das nicht vergehen kann. Er versucht, ein Buch zu schreiben, zu fotografieren und zu malen. Doch alles scheint ihm vergeblich.
Bei alldem begleitet ihn sein alter Freund Emil, der auch seine Geschichte aufzeichnet. An sein Küchenfenster kommen täglich eine Möwe und eine Taube, für die er sich verantwortlich fühlt. Und ganz unerwartet lernt er die junge Schauspielerin Katharina von gegenüber kennen, die ihn herausfordert; die beiden freunden sich an.
Katharinas Freund Konstantin formuliert schließlich, worum es im Leben geht, nämlich „nicht darum, seine Fähigkeiten zu nutzen, um in der Erinnerung Fremder zu bleiben. Es geht darum, sein Talent zu nutzen, um die eigene Welt zu einem klein wenig erträglicheren Ort zu machen.“
Und ist es nicht bedeutend, dass Anton sich als junger Mann dem Krieg verweigert hat, weil er nicht töten wollte? Und dass er viele Jahre mit seiner Frau glücklich zusammenleben konnte? Man muss also keine große Literatur oder Kunstwerke schaffen, um als Mensch Bedeutung zu haben.
Nelio Biedermann erzählt Antons Geschichte poetisch, mit philosophischem Gespür und feinem Humor. Ein ermutigender Roman!
Wolfgang Leonhard: Die Revolution entlässt ihre Kinder
Das Buch ist 70 Jahre alt. Aber wenn man den Stalinismus verstehen will, gehört es immer noch zu den besten Quellen.
Wolfgang Leonhard kam als 13-jähriger Junge mit seiner Mutter in die Sowjetunion. Seine Mutter wurde während der Säuberungen in den Gulag verschleppt und blieb dort 10 Jahre. Er selbst wurde und blieb überzeugter Kommunist, durchlief die Ausbildung, um später als Führungskraft im neuen Deutschland den Sozialismus aufzubauen.
Er erlebt die Zeit des Krieges in der Sowjetunion. Die Gräueltaten der Nazis blieben ihm weitgehend verborgen. Aber die russische Sicht auf den Krieg wird sehr spannend beschrieben. Er ist dabei nah am Geschehen und kann viele Interna schildern.
1945 kam er noch vor Ende des Krieges mit der sogenannten Gruppe Ulbricht nach Berlin. Aus heutiger Sicht sind vor allem die ersten Jahre in Ostberlin sehr interessant. Sehr detailliert schildert er das Vorgehen, wie es gelang einen Sozialismus sowjetischer Prägung in Deutschland durchzusetzen, was letztlich zur Teilung Deutschlands führte.
Er wurde Dozent an der Parteihochschule, brach aber mit dem System, als seine Hoffnung, dass Deutschland einen eigenen Weg zum Sozialismus gehen könnte, sich in Luft auflöste. Sehr präzise analysiert und beschreibt er die Mechanismen des Stalinismus.
Er floh 1949 zunächst in das damalige Jugoslawien und später in die Bundesrepublik. 2014 starb er. Er war einer der besten Kenner der Sowjetunion und Russlands und lehrte an mehreren internationalen Universitäten. Erst nach der Wende konnte er nach Ostberlin und Russland zurückkehren. Eine spannende Zeitgeschichte des letzten Jahrhunderts.
„I never promised you a rose garden!”. Mit diesen Worten, Zeile aus einem bekannten 1970er Hit von Lynn Anderson, leitet der Verlag die Vorstellung von Christine von Brühls jüngstem Roman „Der Schattengarten“ ein. Eben diesen „Schattengarten“ wird die Autorin am Freitag, 23. April 2027, um 19 Uhr in der BÜCHER-HEIMAT ins rechte Licht rücken.
Zum Inhalt
Christine von Brühls Mann hat ein verwildertes Grundstück im Kyffhäuser-Wald in Thüringen entdeckt und möchte darauf einen Garten anlegen. Das Gelände ist unwegsam und düster, es gibt weder Wasser noch Strom. Dafür aber Brennnesseln. Die Diplomatentochter Dr. Christine Gräfin von Brühl fühlt sich verloren und fremd.
Ihr Mann gewinnt Regenwasser vom Dach und leitet es ins Haus. Schließlich bewaffnet sie sich mit Gießkanne und Gummistiefeln und gießt eigenhändig die Rhododendren. Das Projekt ist zu einem gemeinsamen geworden.
Aber plötzlich taucht ein neuer Gegner auf. Als wären Trockenheit und fehlendes Licht nicht schon genug. Er ist mächtig, er ist der kosmische Antagonist des halbschattigen Gärtnerpaares: die Wühlmaus.
Eine Geschichte voller Naturverbundenheit, Widerstandswillen und Beziehungssinn. Genial illustriert von Teresa Habild. Für alle Halbschattengewächse.
Zur Autorin
Dr. Christine Gräfin von Brühl wurde in Ghanas Hauptstadt Accra geboren. Ihr Vater Dietrich Graf von Brühl war als deutscher Diplomat tätig und Christine von Brühl wuchs so in London, Brüssel und Bonn auf. Sie studierte in Mainz, Wien, Lublin sowie Heidelberg die Fächer Slawistik, Osteuropäische Geschichte und Philosophie. Mit einer Arbeit über die nonverbalen Ausdrucksmittel in Anton Tschechows Bühnenwerk wurde sie 1992 von der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg promoviert.
Dr. Christine Gräfin von Brühl. Foto: Henrik Schrat
Bereits ab Beginn der 1990er Jahre arbeitete sie journalistisch in Dresden, beispielsweise für die „Sächsische Zeitung“. Als Autorin profilierte sie sich ferner bei der „Zeit“, dem „Magazin“ und dem „Spiegel-Magazin Geschichte“. Erste Reiseführer und Bildbände mit ihren Texten wurden wenig später herausgegeben.
Christine von Brühl etablierte sich als freie Autorin in Berlin, veröffentlichte regelmäßig Sachbücher und Romane. Zu ihren wichtigsten Büchern gehören „Die preußische Madonna. Auf den Spuren der Königin Luise“, „Gebrauchsanweisung für Dresden“, „Anmut im märkischen Sand. Die Frauen der Hohenzollern“ sowie „Gerade dadurch sind sie mir lieb. Theodor Fontanes Frauen“. Im Frühjahr 2021 folgte ihr Bestseller „Schwäne in Weiß und Gold – Geschichte einer Familie“. Anfang 2025 erschien im Kanon Verlag ihr Buch „Der Schattengarten“.
Christine von Brühl engagierte sie sich für die Bürgerstiftung Dresden und leitet seit Januar 2024 das Regionalbüro der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung in Chemnitz.
Christine von Brühl ist mit einem bildenden Künstler verheiratet und Mutter zweier nun erwachsener Kinder. Sie lebt alternierend in Berlin, Chemnitz und Dresden.
Freitag, 23. April 2027, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT, Telefon (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de
Der Jugendliteraturpreis „Bad Harzburger Eselsohr“ geht 2026 an die Autorin Danae Lake für ihr Buch „Ganz aus Splittern“. Die zwölfköpfige Jury (je sechs Erwachsene und Jugendliche) aus Bad Harzburger Bürgern hat sich jetzt auf diesen Titel verständigt. Die feierliche Preisverleihung wird am Freitag, 2. Oktober, im Bündheimer Schloss stattfinden, bereits am Donnerstag, 1. Oktober, liest Danae Lake ab 19.00 Uhr in der BÜCHER-HEIMAT aus ihrem Roman.
Die Jury hat sich für diesen Titel entschieden, weil man sich gerade als Jugendlicher einerseits sehr gut in die Hauptfigur hineinversetzen kann, andererseits Lebenssituationen vorgestellt bekommt, von denen viele Jugendliche nichts mitbekommen. Die Geschichte transportiert viele wichtige Themen wie häusliche Gewalt, soziale Ungleichheit, Bildungsgerechtigkeit, aber auch Freundschaft und Zusammenhalt. Das Buch ist ein bemerkenswert konzipiertes Erstlingswerk einer jungen Autorin in einem altersgerechten, realistischen und flüssigen Schreibstil.
Das „Bad Harzburger Eselsohr“ wird seit 1989 alle zwei Jahre von der Stadt Bad Harzburg verliehen. Preistrophäe ist das „Bad Harzburger Eselsohr“ in Silber, entworfen und „PreisträgerIn-individuell“ in Handarbeit gefertigt von der Goldschmiedemeisterin Katrin Erben. Mit der Übernahme der Kosten unterstützt die Bad Harzburg-Stiftung seit Jahren den Jugendliteraturpreis.
Zusätzlich ist der Preis mit 2000 Euro dotiert. Mit dem Eselsohr sollen herausragende Werke der Jugendliteratur ausgezeichnet und auf Neuerscheinungen der Literatur für Jugendliche aufmerksam gemacht werden.
Zum Roman
„Ganz aus Splittern“ erzählt eine bewegende Geschichte um Liebe, Freundschaft und Familie: Die 16-jährige Chrissy lebt mit ihrer Mutter und ihrem gewalttätigen Stiefvater Marcel im „Problemkiez“ und träumt von einem besseren Leben. Mehr noch, sie tut etwas dafür, indem sie sich in der Schule anstrengt, um ein gutes Abitur zu machen. Eines Tages bietet ihr die Direktorin des Heinrich-Heine-Gymnasiums die Teilnahme an einer Studie an, die den Wechsel von Schülern aus Problemvierteln an Elitegymnasien untersucht.
Chrissy lehnt zunächst ab, will kein „Sozialexperiment“ sein. Doch dann eskaliert die Lage zu Hause und sie nimmt das Angebot an. Während sie sich am Elitegymnasium einlebt, Freundschaften schließt und sich verliebt, hinterfragt sie die mysteriöse Studie. Als Marcel das Geheimnis um den Schulwechsel enthüllt, nimmt das Unheil seinen Lauf…
Zur Autorin
Danae Lake, Jahrgang 2006, sucht schon früh nach Möglichkeiten, Gesehenes und Erlebtes in Worte und Bilder zu fassen. Neben der Schule nimmt sie Schauspielunterricht, spielt in einem mehrfach preisgekrönten Kurzfilm und veröffentlicht mit neunzehn ihren ersten Roman „Ganz aus Splittern“, eine bewegende Geschichte um Freundschaft, Liebe und familiäre Beziehungen, aber auch um soziale Ungleichheit und Gewalt. Sie lebt in einer deutschen Großstadt.
Donnerstag, 01. Oktober 2026, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT, Telefon (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de
Henry Evans hat sich ein halbes Jahrhundert um den Rasen von Wimbledon gekümmert, dafür gesorgt, dass all die prominenten Tennisspielerinnen und Tennisspieler sich auf dem Grün der Courts von ihrer besten Seite zeigen konnten, der Ball perfekt absprang und der Rasen bis zum Finale auch durchhielt. Viele große Namen hatte er kommen und gehen, gewinnen und verlieren sehen, nur der eine Name war nie darunter, die eine Person, derentwegen Henry getreulich zwischen den weißen Linien und den grünen Halmen ausharrte, war nie aufgetaucht: Rose Blake, Tochter aus bestem Hause und Henrys einzige Liebe.
Ihr großer Wunsch war es gewesen einmal im Endspiel von Wimbledon selbst auf dem Rasen zu stehen. Alles begann kurz vor dem zweiten Weltkrieg auf dem Landgut der Blakes. Der dreizehnjährige, vom Leben nicht verwöhnte Henry, Sohn des zweiten Gärtners und die vierzehnjährige vorlaute Rose, Tochter des einflussreichen Sir Richard Blake und leidenschaftliche Tennisspielerin, treffen aufeinander. Zwei Menschen aus unterschiedlichen Welten, die zwei unbeschwerte Sommer lang ihre Träume von der Zukunft träumen, ehe die Gegenwart sie einholt.
Was bleiben wird sind die Plätze an der Church Road, auf denen einst alles möglich schien. Ein Rechteck aus akkuratem Achtmillimeterrasen, von dem aus Rose die Welt erobern wollte und der Ort, an dem Henry sich endlich gleichberechtigt fühlte.
Jane Crilly hat zwei Leben auf wunderbar leichte und literarisch ansprechenden Weise verbunden und wieder getrennt und in eine interessante Rahmenhandlung gebracht. Eine herrliche Sommerlektüre. Alle Leserinnen und Leser von „Offene See“ von Benjamin Myers dürften auch an „Der Gärtner von Wimbledon“ Spaß haben.
Lea Ypi: „Frei – Erwachsenwerden am Ende der Geschichte“
Anfang der 1990er Jahre erklären Historiker das „Ende der Geschichte“ – als habe sich alles auf dieser Welt so ergeben, dass größere Verwerfungen nicht mehr möglich würden.
Lea Ypi lebt im (post)stalinistischen Albanien, ist zehn Jahre alt und erlebt, wie der Diktator Enver Hoxha im Wortsinn vom Sockel gestoßen wird, die neue Zeit beginnt: Hoffnungsvoll erwartet und enttäuschend in seiner kapitalistischen Härte.
Ypi erzählt die Geschichte ihrer Familie und reflektiert, was eigentlich „Freiheit“ bedeutet und ob das Alte vergeblich war und das Neue wunderbar sein wird. Schon bald zeigt sich in ihrer Familie, dass es keine schnellen Antworten gibt. Die Realität legt sich chaotisch über das Land.
Ypi, geboren 1979, ist Professorin für Politische Theorie und schreibt nicht professoral, sondern nahe, eingefühlt und auf milde Art ironisch. „Frei“ liest sich leicht und taucht unter die Oberflächen.