Lesung mit Crime & Nashville Guitar Sound

Blut oder Leben!

„Auf Harz und Nieren“ – so heißt der neue Krimi von Roland Lange, in dem er das regionale Dorfleben aufs Korn nimmt und schwarzhumorig überzeichnet mit einer skurrilen Entführung verknüpft. Unter dem Titel „Crime & Nashville Guitar Sound“ wird der Autor das Buch am Donnerstag, 15. April 2027, in der BÜCHER-HEIMAT vorstellen. Die musikalische Begleitung übernimmt Dirk Heimberg. Der Gitarrist der Göttinger Band „Front Porch Picking“ spielt Nashville-Gitarren-Klassiker u.a. von Chet Atkins und Jerry Reed.

Foto KI-generiert

Zum neuen Lange-Krimi:

Vorharzdorf Bollenstedt. Abgeschieden. Nicht mal ein Hausarzt verirrt sich hierhin, also gewährleistet Blutfahrer Freddie Töpperwien gemeinsam mit seiner Mutter die medizinische Versorgung des Dorfes – bis sie eines Tages entführt wird. Die bizarre wie gnadenlose Forderung der Kidnapper: 250 Blutkonserven im Austausch für die Mutter.

In seiner Not beschließt Freddie, die Dorfbewohner in die Pflicht zu nehmen. Was nach einer einfachen Aktion klingt, wandelt sich angesichts widerspenstiger Dorforiginale und einem zunehmend nervösen Freddie aber mehr und mehr als Albtraum …

Einen musikalischen Vorgeschmack auf den Abend in der BÜCHER-HEIMAT bekommt man auf Dirk Heimbergs YouTube-Kanal https://www.youtube.com/@DirkHeimberg.

Donnerstag, 15. April 2027, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten
Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT,
Telefon  (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de

Markus Weber über „Shira – eine Tasche voller Hoffnung“

Markus Weber über „Shira – eine Tasche voller Hoffnung“

Barbara Bišický-Ehrlich: Shira – eine Tasche voller Hoffnung

Auf dieses wunderbare Kinderbuch bin ich beim Eröffnungskonzert der diesjährigen internationalen Musiktage in Goslar aufmerksam geworden. Da spielte das Frankfurter „Duo Duor“ – Hila Ofek (Harfe) und Andre Tsirlin (Saxophon) – ein begeisterndes Konzert und wies auf das Buch hin, für das sie die Musik eingespielt hatten.

Shira kann nicht schlafen und ist traurig, weil ihre Großmutter nicht mehr da ist und ihr nicht mehr tröstende Lieder singen und Mut zusprechen kann. Und Shira fühlt sich selbst schwach und hilflos, wenn sie etwa auf dem Schulhof Ungerechtigkeiten erlebt. Die Mutter erzählt nun die Geschichte der jüdischen Oma, die in Frankfurt während der NS-Zeit aufwuchs. Die Erzählung ist dabei so zurückhaltend, dass sie auch für Kinder zumutbar ist und nicht überfordert.

Das trifft auch für die weitere Geschichte zu, die Shira auf geheimnisvolle Weise in heutige Länder führt, in denen das Leben von Kindern schwierig und bedroht ist – u.a. in die Ukraine, nach Russland, nach Syrien oder nach Gaza. Motiviert wird Shira des Nachts von Herrn von und zu Moll, einer sprechenden Maus mit Zylinder und Frack. Sein Wunderkoffer ist voller Musik, die Shira und die anderen Kinder spüren lässt, dass sie Mut fassen können.

Zu den einzelnen Kapiteln gibt es Musiktitel, die über einen QR-Code abrufbar sind – instrumental vom Duo Duor eingespielt. Die Lieder aus unterschiedlichen Kulturen, die Shira den Kindern mitbringt, machen Hoffnung und Mut. So nach und nach reisen die Kinder aus den verschiedenen Ländern zusammen mit Shira und bestärken sich gegenseitig.

Letztlich kehren alle Kinder ermutigt in ihre eigenen Welten zurück. Sie haben erkannt, dass sie dort, wo sie wohnen, für sich und andere einstehen können. Das Buch ist ein bewegender Appell für Frieden und Menschlichkeit über alle Kulturen hinweg.

Empfohlen wird das Buch für Kinder ab 8 Jahren, was mir auch angemessen erscheint. Die Kinder können es alleine lesen – am besten aber mit den Eltern oder anderen Erwachsenen, mit denen sie über das Gelesene sprechen können.

Barbara Bišický-Ehrlich: Shira – eine Tasche voller Hoffnung. Illustriert von Chriostopher Tauber, Societäts-Verlag 2026, 80 Seiten,  ISBN 978-3955425685, Preis: 15,00 Euro.

Übrigens ist über die BÜCHER-HEIMAT auch eine CD vom „Duo Duor“ bestellbar. Sie bietet eine schöne Mischung von Klassik über Klezmer und internationale Folklore bis hin zu George Harrison, dargeboten in der sehr eigenen Fassung der beiden Musiker.

Das Album, 2020 noch unter dem Namen „Duo Jerusalem“ eingespielt, trägt den programmatischen Titel „Rainbow“, den ein kleiner Junge erfunden hat, um die Vielfalt der Musik zu benennen, als das Duo unter Corona-Bedingungen für die Frankfurter Hausgemeinschaft ihre Musik vorführte. So erzählte Andre Tsirlin beim Konzert in Goslar.

Duo Jerusalem: Rainbow, BuschFunk Vertriebs GmbH / Berlin 2021, EAN 4021934700220, Preis: 19,99 Euro.

Ist die nächste Auszeichnung in Sicht?

Ist die nächste Auszeichnung in Sicht?
Der Blick auf die Shortlist verdeutlicht, in welch illustrer Runde sich die BÜCHER-HEIMAT beim Deutschen Preis für Unternehmensengagement bewegt. Screenshot: UPJ Netzwerk

Schon die Shortlist ist ein großer Erfolg

Winkt da schon wieder eine ganz besondere Auszeichnung für die BÜCHER-HEIMAT gGmbH? Nach dem Innovationspreis der Region Göttingen Northeim, dem Sozialtransfer-Preis der Industrie- und Handelskammer (IHK) Braunschweig und dem Niedersachsenpreis für Bürgerengagement steht die Bad Harzburger Mitmach-Buchhandlung nun auf der Shortlist des „Deutschen Preis für Unternehmensengagement 2026“.

Ob die BÜCHER-HEIMAT es unter die Preisträger schafft, entscheidet sich noch im Oktober. Bis dahin heißt es Daumen drücken, denn die Konkurrenz ist nicht allein quantitativ enorm, sondern wartet auch mit großen Namen auf. Angst vor diesen großen Namen jedoch hat das Team der BÜCHER-HEIMAT          keinesfalls. Vielmehr fasst es Sonja Weber bereits auch als Auszeichnung auf, dass das Projekt aus Bad Harzburg in diesen illustren Kreis geschafft hat.

Der Deutsche Preis für Unternehmensengagement wird von der Nonprofit-Organisation UPJ Netzwerk verliehen und zeichnet vorbildliches gesellschaftliches und freiwilliges Engagement von Unternehmen in Deutschland aus. Das bundesweit agierende, gemeinnützige „UPJ-Netzwerk für Unternehmensverantwortung und gesellschaftliches Engagement“ mit Sitz in Berlin ist seit 1996 aktiv.

In der Kategorie „Gemeinsam für Vielfalt, Teilhabe und Zusammenhalt“ in der die BÜCHER-HEIMAT auf der Shortlist nominiert ist, gehörten im vergangenen Jahr beispielswiese die BASF, die Dr. Ausbüttel GmbH & Co. KG (Medizintechnik) und die Privatbäckerei Wiese in Eberswalde, die mit der „Wiese Akademie“ ein viel beachtetes Ausbildungsprojekt geschaffen hat, das, so die Jury, „gesellschaftliche Teilhabe im Handwerk ganz neu denkt“. Eine Runde also, in die sich das Bad Harzburger Projekt der Mitmach-Buchhandlung bestens einfügen würde.

Preisverleihung in München

Sollte auch die Jury dieser Meinung sein, würde der BÜCHER-HEIMAT die nächste Preisverleihung ins Haus stehen. Die Preisverleihung findet am 18. November in der Versicherungskammer Bayern in München statt. Die Auszeichnung ist nicht mit einem direkten Preisgeld verknüpft, vielmehr kann und soll sie das Renommee und den Bekanntheitsgrad der Unternehmen steigern und schafft vor allem auch ein Umfeld, in dem sich Netzwerke weiterentwickeln können.

Außer in der Kategorie „Gemeinsam für Vielfalt, Teilhabe und Zusammenhalt“ werden Preise noch in vier weiteren Kategorien vergeben. Dabei geht es um „Gemeinsam für Bildung und Chancengerechtigkeit“, „Gemeinsam für Demokratie und Menschenrechte“, „Gemeinsam für Klima und Umwelt“ sowie den Sonderpreis „Collective Impact“

Stefan Gliwitzki stellt Krimi-Erstling vor

Musikalisches Krimi-Debüt

„Mitten in Deutschland verschwindet ein Politiker…“, so bewirbt der Omnino-Verlag den ersten Band einer konzipierten Krimireihe, die Autor Stefan Gliwitzki am Donnerstag, 19. August 2027, um 19.00 Uhr in der BÜCHER-HEIMAT im Rahmen einer musikalischen Lesung in Bad Harzburg vorstellt – also mitten in Deutschland…

„Bloome – Der Weg führt nach Norden“ ist der erste Kriminalroman von Stefan Gliwitzki. Nach seinen Romanen „Quitt“ und „Ooge“ schlägt der Autor erstmals den Weg in dieses Genre ein und verbindet klassische Ermittlungsarbeit mit Gesellschaftssatire, feinem Humor und einem ebenso eigenwilligen wie liebenswerten Ermittler.

Im Mittelpunkt steht Kommissar Eddy Bloome, ehemaliger Berliner Großstadtkommissar, der nach Hameln gewechselt ist. Als der umstrittene Lokalpolitiker Benno Bunk spurlos verschwindet, beginnt ein Fall, der weit über eine gewöhnliche Vermisstensuche hinausgeht. Noch bevor die Polizei überhaupt von dem Verschwinden erfährt, bringt der ehrgeizige Lokaljournalist Gunnar Raff die Geschichte auf die Titelseite. Damit beginnt ein Wettlauf zwischen öffentlicher Wahrnehmung, politischem Kalkül und kriminalistischer Spurensuche.

Bloome ermittelt anders als viele Genrehelden. Er ist kein Draufgänger, sondern ein genauer Beobachter. Gemeinsam mit seiner jungen Assistentin Gesa von Detten und seinem Hund Bogdan folgt er den leisen Spuren in einer Stadt, in der jeder jeden kennt, aber kaum jemand die Wahrheit sagt. Dabei entfaltet sich ein Panorama aus Lokalpolitik, Medienbetrieb, familiären Verwerfungen und gesellschaftlichen Abgründen.

Stefan Gliwitzki verbindet klassische Krimispannung mit Milieubeobachtung. Seine Figuren sind eigenwillig, oft skurril, dabei jedoch nie karikaturenhaft. Humor entsteht aus Situationen und Charakteren, nicht aus Effekten. Gerade die Nebenfiguren – vom sensationshungrigen Provinzjournalisten bis zu den Mitgliedern des Stadtrats – verleihen dem Roman eine erzählerische Tiefe. Zugleich stellt Bloome Fragen nach Wahrheit, öffentlicher Meinung und dem Einfluss lokaler Machtstrukturen, ohne dabei den Unterhaltungswert aus den Augen zu verlieren.

Zum Autor:

Stefan Gliwitzki lebt in Hameln und auf der Nordseeinsel Föhr. Der Anglist und Theologe leitete mittelständische Unternehmen und arbeitet heute als professioneller Musiker, Komponist und tourt mit seinen Bands Tone Fish und Tankerkönig durch ganz Deutschland. Nach seinem Debütroman Quitt (2024) und dem Inselroman Ooge (2025) erscheint mit Bloome – Der Weg führt nach Norden sein erster Kriminalroman.

Stefan Gliwitzki: „Bloome – Der Weg führt nach Norden“, Omnino Verlag, 312 Seiten, ISBN 978-3-95894-405-3. Preis: 16,00 Euro.

Petra Nietsch über „Das Gemälde“

Petra Nietsch über „Das Gemälde“

Geraldine Brooks: Das Gemälde

Geraldine Brooks: Das Gemälde

Dieser Roman gehört für mich zu den besten Büchern, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Die Geschichte entfaltet so viel Kraft, dass ich wie von einem Magneten mühelos durch die Handlung gezogen wurde. Dabei fiel es mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Der deutsche Titel lässt vermuten, dass ein Gemälde im Mittelpunkt steht. In Wirklichkeit geht es aber um das Pferd, das darauf zu sehen ist. Das Gemälde, 1857 von Thomas J. Scott gemalt, dient lediglich dazu, die drei unterschiedlichen Zeitebenen, in denen der Roman spielt, miteinander zu verknüpfen.

Bei dem Pferd handelt es sich um Lexington, das erfolgreichste amerikanische Rennpferd, das es jemals gegeben hat, und das zudem als Deckhengst nahezu 600 Fohlen zeugte, von denen 236 als Sieger ins Ziel kamen.

Der Roman basiert somit auf einer wahren Geschichte. Die überwiegende Zahl der Charaktere sind reale Personen, lediglich die Protagonisten sind fiktional.

Die Handlung habe ich als äußerst komplex empfunden, auch weil Geraldine Brooks eine Vielzahl von Themen darin verwoben hat. Es empfiehlt sich, sich für die ersten Kapitel etwas Muße zu gönnen, um die Vielschichtigkeit des Romans leichter erfassen zu können.

In ihrem Nachwort sagt die Autorin: „As I began to research Lexington’s life, it became clear to me that this novel could not merely be about a racehorse, it would also need to be about race.” („Als ich begann, über Lexingtons Leben zu recherchieren, wurde mir klar, dass dieser Roman nicht bloß von einem Rennpferd handeln konnte – er musste auch von Rasse handeln.“)

Die historische Dimension des Romans gibt Einblick in die Zeit vor dem amerikanischen Bürgerkrieg als der Rennsport in der reichen Gesellschaft der Weißen eine bedeutende Rolle spielte. Die Arbeit als Trainer, Jockey und Pferdepfleger wurde allerdings fast ausschließlich von Sklaven erledigt. Rassismus ist einer der zentralen Themen dieses Buches und spielt in allen drei Zeitebenen eine Rolle.

Jarret, einer der Hauptfiguren im Roman, ist bei der Geburt dieses außergewöhnlichen Pferdes dabei und begleitet es bis zu dessen Tod. Wenn Lexington an einen neuen Besitzer verkauft wird, wird Jarret mit ihm verkauft.

Parallel zu diesem Erzählstrang spielt sich ein weiterer in 2019 in Washington DC ab. Hier treffen Jess, eine junge australische Wissenschaftlerin und Theo, ein nigerianisch-amerikanischer Kunsthistoriker aufeinander. Während Jess zufällig auf dem Dachboden des Naturhistorischen Museums das verstaubte Skelett von Lexington findet, entdeckt Theo im Sperrmüll der Nachbarin das Gemälde von Thomas J. Scott. Gemeinsam versuchen sie mehr über das Rennpferd und das Gemälde herauszufinden.

Die historischen Aspekte der einzelnen Erzählstränge sind von Geraldine Brooks gründlich recherchiert und mit großem Können zusammengefügt worden und verdeutlichen, wie Vergangenheit und Vermächtnis die moderne Welt formen. Jede handelnde Person hat einen individuellen Sprachstil, der sich nahtlos und überzeugend in die jeweilige Zeit einfügt.

„Das Gemälde“ von Pulitzer-Preis-Gewinnerin Geraldine Brooks hat es verdient, verfilmt zu werden. In meinem Kopf sind bereits beim Lesen vielfältige Bilder entstanden.

Geraldine Brooks: „Das Gemälde“, btb Taschenbuch, 569 Seiten, ISBN 9783442775293, Preis: 15,00 Euro.


Markus Weber über „Hallelujah & Schalom“

Markus Weber über „Hallelujah & Schalom“

Holger Jendrich/Lutz Debus: Hallelujah & Schalom

Es war ein wunderbarer Abend in der BÜCHER-HEIMAT am 8. Oktober 2026, der die zahlreichen Besucher begeistert hat. Der Autor Holger Jendrich und der Musiker Lutz Debus boten eine schöne Mischung aus wohl formulierten Informationen zum Leben von Leonard Cohen und seiner Musik, die auch live gespielt wurde.

Holger Jendrich und Lutz Debus bei ihrem Auftritt in der BÜCHER-HEIMAT.

Dabei waren nicht nur Cohens „Signature Songs“, die jede*r kennt – wie etwa „Suzanne“ und mit dem Künstler und seiner unverwechselbaren Stimme verbindet. Es wurden auch unbekanntere Titel vorgestellt.

Diejenigen, die nicht dabei waren, haben die Möglichkeit, all die Geschichten, die am Abend erzählt wurden und noch mehr, nachzulesen und so im Nachhinein teilzuhaben. Über QR-Codes gibt es einen einfachen Zugang zu den Songs und sie nebenbei zu hören.

Obwohl ich schon seit meiner Jugend immer wieder die Stücke von Leonard Cohen gehört und gelegentlich auch am Lagerfeuer mit Freunden gesungen habe, habe ich viel Neues über den Poeten und Musiker Cohen erfahren – über seine Beziehung zu Judentum, Christentum und Buddhismus, seine zahlreichen Liebschaften, aber auch die politischen Botschaften.

Nicht nur beim Auftritt in der Bücher-Heimat, auch im Buch erfährt man einiges über die langjährige persönliche Beziehung der Autoren zu Leonard Cohen. Beeindruckt hat mich auch, wie Lutz Debus seine Familiengeschichte einfließen lässt und in Verbindung zur Musik von Cohen bringt. Zurückhaltend und dennoch eindringlich.

Man spürt bei beiden Autoren die intensive Beschäftigung mit Werk und Leben Cohens, die ihnen zurecht viele Auftritte an unterschiedlichen Orten – von Synagogen bis in unsere BÜCHER-HEIMAT – eingebracht hat. Der Funke sprang am Abend gleich über, etwas davon wird auch den Leser*innen des Buches spürbar sein.

Holger Jendrich/Lutz Debus: Hallelujah & Schalom. Eine Verneigung vor Leonard Cohen, Ventura Verlag 3. Aufl. 2026, 80 Seiten, ISBN 9783912497014, Preis: 10,00 Euro.

Auftakt zur Jugendbuchwoche im „Dreierpack“

Thomas Henseler, Nasrin Siege und Hans-Jürgen Feldhaus lesen im Rahmen der Jugendbuchwoche der Harzburger Aktion an den Schulen der Kurstadt. Bei der Auftaktveranstaltung liest das Trio in der BÜCHER-HEIMAT. Fotos/Zeichung: Henseler / L. Siege / Feldhaus

Aus der BÜCHER-HEIMAT auf Schul-Tournee

In die Jugendbuchwoche der Harzburger Aktion wird auch in diesem Jahr wieder in der BÜCHER-HEIMAT gestartet: Am Dienstag, 27. Oktober 2026, lesen Nasrin Siege, Hans-Jürgen Feldhaus und Thomas Henseler um 19.00 Uhr aus ihren Büchern, bevor sie dann bis zum 30. Oktober auf „Lese-Tournee“ durch die Bad Harzburger Schulen gehen.

In ihren Büchern verfolgt die in Teheran im Iran geborene Nasrin Siege vielfach auch einen interkulturellen Ansatz. Beredtes und viel beachtetes Beispiel dafür ist ihr Buch „Vor mir die Reise. Leben zwischen Iran, Deutschland und Afrika“ in dem es um Leben in verschiedenen Kulturen, Migration, Identität, Rassismus, Menschenrechte, politisches und gesellschaftliches Engagement und die Frauenrolle geht.

Nasrin Siege studierte in Kiel Psychologie und Pädagogik, ehe sie in einer Klinik für Psychotherapie in Stuttgart und in einer Suchtklinik bei Frankfurt arbeitete. Die Mutter zweier Kinder lebte von 1983 bis 2016 zudem sie in mehreren afrikanischen Ländern, was sich auch in ihren Buchprojekten widerspiegelt.

Im Jahr 1996 gründete Nasrin Siege den Verein »Hilfe für Afrika e.V.«, der bis heute Hilfsprojekte in Afrika unterstützt. Sie erhielt den Kinderbuchpreis der Stadt Berlin (1993) sowie den Two Wings Award (2006) für ihr soziales Engagement und ihre Verdienste um das Sammeln afrikanischer Märchen. 2022 wurde Siege für ihr ehrenamtliches Engagement in Afrika mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Hans-Jürgen Feldhaus ist als Diplom-Designer und als Autor mit Schwerpunkt auf Illustration schon seit 1994 in der Kinder- und Jugendbuchszene sowie im Bereich Schulbuch aktiv. Nach seinem Comic-Roman-Debüt 2012 mit dem Auftakt zur „Echt-Reihe“ und fünf weiteren Titeln in dieser Sparte folgt für Feldhaus 2018 der konsequente Schritt zum Jugendroman.

Schräger Humor und Dialogwitz wird Feldhaus auch bei seinen Jugendromanen wie „Crazy Schmidt und der krasseste Roadtrip meines Lebens“ oder „Die extrem fantastische Theo-Müller-Gang“ bescheinigt. Oberflächlichkeit und platte Witze sind allerdings nicht das Ding des Autoren. Nicht allein der Verlag bescheinigt seinen Büchern „eine Tiefgründigkeit, die seinen Figuren noch mehr Authentizität verleiht“.

Der dritte Autor der Jugendbuchwoche 2026 der Harzburger Aktion ist Thomas Henseler. Er studierte Design an der Fachhochschule Aachen mit dem Schwerpunkt Illustration und Film an der Hochschule für Film- und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg. Zusammen mit Susanne Buddenberg gründete er das Studio „Zoom und Tinte“ und spezialisierte sich auf Film und Illustration. Gemeinsam arbeiten die Beiden in den Bereichen Comics, Illustration und Storyboards. Parallel dazu unterrichten sie im Bereich Game-Design.

Als Comicautor entwickelt Thomas Henseler gemeinsam mit Susanne Buddenberg Comic-Geschichten mit dem Ziel, eine jüngere Zielgruppe für politische und historische Inhalte zu begeistern. Zur deutschen Teilungsgeschichte sind von dem Duo bisher sieben Graphic Novels erschienen.

Am Auftaktabend zur Jugendbuchwoche 2026 kann sich das Publikum offenkundig auf einen extrem abwechslungsreichen und thematisch weit gefächerten Abend freuen. Die Veranstaltung am Dienstag, 27. Oktober 2026, beginnt um 19.00 Uhr in der BÜCHER-HEIMAT.

Dienstag, 27. Oktober 2026, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten
Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT,
Telefon (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de

Hans-Joachim Wildner stellt historischen Harz-Roman vor

Zwischen Aufbruch und Widerstand

Mit dem Bau der Eisenbahn erreicht die Industrialisierung im 19. Jahrhundert den Harz – und mit ihr eine Zeitenwende, die Gewinner und Verlierer hervorbringt. Was für die einen Fortschritt und wirtschaftliche Zukunft bedeutet, bedroht für die anderen die über Generationen gewachsene Existenz.

In seinem historischen Roman „Solange die Schienen singen“, den Hans-Joachim Wildner am Donnerstag, 20. Mai 2027, um 19.00 Uhr in der BÜCHER-HEIMAT vorstellt, erzählt er von dieser bewegten Zeit und verbindet die großen Veränderungen des 19. Jahrhunderts mit einer persönlichen Geschichte voller Liebe, Loyalität und Schuld.

Im Mittelpunkt steht der junge Eisenbahningenieur Franz von Gleiwitz, der vom Fortschritt der neuen Technik überzeugt ist. Als der Nordhäuser Bürgermeister den Bau der Harzquer- und Brockenbahn vorantreibt, stößt das Projekt jedoch auf erbitterten Widerstand. Fuhrleute und Handwerker sehen ihre Lebensgrundlage bedroht und kämpfen gegen eine Entwicklung, die sich nicht mehr aufhalten lässt.

Zwischen den Fronten gerät Franz nicht nur beruflich unter Druck. Seine Liebe zu Sophie Heitmüller, der Tochter eines Fuhrmanns, wird durch den Konflikt ihrer Familien und ihrer unterschiedlichen Vorstellungen von der Zukunft auf eine harte Probe gestellt. Gleichzeitig holt Franz ein schreckliches Erlebnis aus seiner Militärzeit ein. Was lange verborgen schien, droht seine Gegenwart und seine Zukunft zu erschüttern.

Vor der eindrucksvollen Kulisse des Harzes erzählt der Roman von einer Epoche, in der sich vertraute Lebenswelten unwiderruflich verändern. Zwischen Fuhrwerken und Lokomotiven, Tradition und technischem Fortschritt, persönlicher Schuld und gesellschaftlichem Wandel müssen die Figuren ihren eigenen Weg finden.

„Solange die Schienen singen“ ist ein historischer Roman über den Preis des Fortschritts – und über Menschen, die sich entscheiden müssen, was sie bewahren und was sie loslassen können. Eine Geschichte über Liebe und Widerstand, über alte Wunden und neue Wege und über den Moment, in dem eine ganze Region beginnt, in eine andere Zukunft aufzubrechen.

Donnerstag, 20. Mai 2027, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten
Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT,
Telefon (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de

Hans-Joachim Wildner: „Solange die Schienen singen“, epv-Verlag, 416 Seiten, ISBN 9783969011089, Preis: 16,00 Euro.

Sonja Weber über „Wilbur und Charlotte”

Sonja Weber über „Wilbur und Charlotte”

Elwyn Brooks White: Wilbur und Charlotte

Einer meiner liebsten Kinderbuch-Klassiker ist „Wilbur und Charlotte” von Elwyn Brooks White. Der Autor war 1945 mit „Stuart Little” bekannt geworden und 1952 erschien „Charlotte`s Web”. Im Deutschen schaut man auf das Buch und denkt: „Ah, es geht um ein Mädchen und das Schwein Wilbur.”  Der englische Originaltitel suggeriert gleich, um wen es sich bei Charlotte handelt.

Die ganze Geschichte beginnt eines Morgens im Frühjahr auf der Farm der Zuckermans. Die kleine Fern sitzt beim Frühstück, als ihr Vater mit einer Axt das Haus verlässt. In der Nacht war ein Mickerling geboren worden, ein kleines Ferkel ohne große Überlebenschance.

Fern rettet das Kerlchen, nennt es Wilbur und päppelt es auf, bis aus ihm ein recht propperes Schweinchen geworden ist, das auf dem Hof so einige Freunde gefunden hat. Ein Lamm, einen Ganter und vor allem die kluge Spinne Charlotte. Diese trägt dann auch wesentlich zu seiner Rettung bei, denn gerettet werden muss Wilbur erneut, wenn man bedenkt, was aus propperen Schweinen auf einer Farm wird.

Aber Dank Charlottes Klugheit und Webkünsten wird aus einem ganz normalen Borstentier ein Pracht-Schwein. Das erstaunt dann sowohl die Zuckermans wie auch den Rest des Dorfes und weil ja Geheimnisse bekanntlich schwer zu hüten sind, weiß schon bald der ganze Bezirk, dass auf der Zuckerman-Farm ein Wunderschwein lebt.

Der Sommer wird damit für alle Beteiligten recht aufregend und vor allem Wilbur hat auf einmal viel um die Schweineohren. Der Sommer vergeht wie im Fluge und als der Herbst langsam in einen frühen Winter übergeht, muss Charlotte ihrem guten Freund eine traurige und schöne Mitteilung gleichzeitig machen.

Elwyn Brooks White: „Wilbur und Charlotte”, Diogenes Verlag, 224 Seiten, ISBN 9783257235241, Preis: 12,00 Euro.


Lichtbilder-Vortrag über Schloss Derneburg

Genauer Blick auf gräfliche Jugendjahre

„Aus dem Leben der Grafen zu Münster und ihr Erbe in Derneburg“ berichtet Heinz-Peter Gerber am Donnerstag, 3. Juni 2027, im Rahmen eines Lichtbildervortrags um 19.00 Uhr in der BÜCHER-HEIMAT. Gerber, der sein Buch „Schloss Derneburg und der Laves-Kulturpfad“ bereits in Bad Harzburg vorstellte, gilt als ausgewiesener Fachmann auf dem Gebiet.

Kein Wunder, denn seit über 20 Jahren beschäftigt sich der Heersumer Heinz-Peter Gerber mit der Historie von Schloss Derneburg und dem Laves-Kulturpfad. Entstanden sind daraus bisher zwei Bücher zu dem Thema.

2026 jährte sich auch der Verkauf des Schlosses von Georg Baselitz an Christine und Andrew Hall mit der Hall Art Foundation, die den Schlossbezirk saniert haben und das Anwesen zu einem der größten Museen für zeitgenössische Kunst Europas umgewidmet haben – belohnt 2023 mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz und dem Großen Verdienstkreuz des Niedersächsischen Verdienstordens.

In der nun dritten erweiterten Auflage des Buches über Schloss Derneburg und den Laves-Kulturpfad wurden die Kapitel von Ernst Friedrich Herbert Graf zu Münster durch seine Jugend- und Ausbildungszeit im Philanthropinum Dessau, der Ritterakademie Lüneburg und der Universität Göttingen ergänzt.

Ebenso wurden zusätzliche Episoden von seinem Sohn Georg Herbert Fürst zu Münster aus seiner Zeit als Botschafter in St. Petersburg, London und Paris integriert, um so besser verstehen zu können, warum sich der Lebensweg und die politischen Laufbahnen dieser beiden außergewöhnlichen Persönlichkeiten so einzigartig entwickelt haben.

Ergänzt wird der Lichtbilder-Vortrag durch Neuheiten rund um das Schloss und den Laves-Kulturpfad, wie den Skulpturenpark im Schlossgarten, dem Hopfengarten, dem Pyramiden-Mausoleum und weiteres.

Weitere Aktualisierungen gibt es noch zur Baselitz-Zeit, über Laves als Freimaurer, Raum- und Möbelgestalter, sowie über den Bahnhof Derneburg und das Rittergut Binder, das zeitweise im Besitz der Grafen zu Münster war.

Der Lichtbildervortrag wird das Publikum am Donnerstag, 3. Juni 2027, in der BÜCHER-HEIMAT für rund 90 Minuten fasziniert fesseln.

Donnerstag, 3. Juni 2027, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten
Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT,
Telefon (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de