Donnerstag, 1. Februar: Tee trinken

Große (Tee-) Kunst dank „Verrückter Wolke“

In den zweiten Monat des Jahres starte ich an diesem Donnerstag, 1. Februar 2024, ausnahmsweise mal mit einer Tasse Tee statt des ansonsten obligatorischen Kaffees zum Bloggen. Eine Verbeugung vor Ikkyū Sōjun – von dem ich zugegebenermaßen bis vor wenigen Minuten noch nie gehört hatte.

Heute vor 630 Jahren (1394) bei Kyoto geboren, ist Ikkyū Sōjun in Japan bis heute eine Berühmtheit, der TV-Serien und Manga gewidmet sind. Sōjun war eine der exzentrischsten Zen-Persönlichkeiten, lag im Dauerclinch mit dem Establishment des Zen-Buddhismus und war berühmt auch für seine erotischen Verse, von denen einige auch in „Gedichte von der verrückten Wolke“ enthalten sind.

Angesichts eines Lebens gegen alle Regeln ist sicher auch die Biografie „Ikkyu Sojun“ lesenswert. Darin wird aufgezeigt, wie der Zen-Mönch, der sich selbst „Verrückte Wolke“ nannte, viele Bereiche des kulturellen Lebens in Japan von der Renga-Dichtkunst über Tuschmalerei, Kalligraphie, und No-Theater bis zur Gartenkunst beeinflusste.

Zudem gilt Sōjun (und das ist der Grund für meinen Teegenuss) als Schöpfer der japanischen Teezeremonie. Ein Standardwerk zum Teegenuss stammt aus der Feder eines anderen Großmeisters. Kakuzo Okakuras legendäres „Buch vom Tee“ erschien erstmals 1906 und ist der Klassiker, wenn von japanischer Teekultur die Rede ist.

Nun bin ich der „Ikkyu-ologie“ verfallen und habe kaum noch Raum und Zeit für meine anderen Geburtstagskinder des Tages. Also im Eilverfahren:

Heute vor 150 Jahren (1874) wurde der österreichische Schriftsteller, Dramatiker und Lyriker (Wiener Moderne) Hugo von Hofmannsthal geboren. Er ist Mitbegründer der Salzburger Festspiele, bei denen sein „Jedermann“ als „Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ seit 1920 stets aufgeführt wird. Ein Tummelplatz für die erste Garde der deutschsprachigen Bühnenkünstler.

Ein Zauberer am Ball wurde am 1. Februar 1915 geboren: Stanley Matthews‘ trickreiches Spiel war der Alptraum seiner Gegenspieler. “The Wizard” (engl.) war der erste „Fußballer des Jahres“ in Europa. 1956 erhielt der den „Ballon d’Or“.  Matthews prägte das Bild des Rechtsaußen und erfand den Matthews-Trick (links antäuschen, rechts vorbeigehen).  Als „lebende Legende“ gefeiert, war er 35 Jahre lang als Fußballer aktiv, ehe er im Alter von 50 Jahren sein letztes Pflichtspiel bestritt.

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Mittwoch, 31. Januar: Zu warm…

Kreuzworträtsel-Berühmtheit mit 5 Buchstaben

Nun haben wir den ersten Monat des Jahres schon wieder geschafft. Und wenn ich an diesem Mittwoch, 31. Januar 2024, zurückblicke, muss ich zugeben, dass selbst mir als Sommer-Fan so ein Hauch Winter fast fehlt…

„Zu warm“, dieser Dauereinschätzung des Deutschen Wetterdienstes schließt sich heute auch der Bauernkalender an. Am Tag des Vigilius von Trient heißt es da: „Anfang und Ende vom Januar zeigen das Wetter für ein ganzes Jahr.“ Nun denn, sowohl der Jahreswechsel wie nun auch das Januar-Finale fallen deutlich zu mild aus, das sollte ein warmes Jahr werden.

Als Kreuzworträtsel-Fan bin ich bei den Blog-Recherchen über einen lieben alten Bekannten gestolpert. Heute vor 338 Jahren (1686) wurde Hans Egede geboren. Vermutlich aufgrund der vielen E’s, die prima ins Rätselgitter einzubauen sind, ist er als „Apostel der Grönländer“ ein viel gefragter Mann.

Der Norweger, lutherischer Pastor und Missionar, kam mit seiner Familie am 3. Juli 1721 an der Westküste Grönlands an, um die Inuit in Grönland für den evangelischen Glauben zu gewinnen. Landmarken und Gebäude in Grönland und Dänemark sind nach ihm benannt. „Hans Egede og Grønland“ (dän.) zeichnet das Wirken dreier Generationen der Familie in Grönland nach. Auf Deutsch gibt es aktuell lediglich die Kurzbiografie „Hans Eegede“ als eBook.

Bei unserem zweiten Jubilar dürfte der Mann selbst vermutlich weniger bekannt als sein „Kind“ sein. Heute vor 159 Jahren (1865) kam Henri Desgrange zur Welt. Der Franzose rief 1903 mit der Tour de France das größte Radsportspektakel der Welt ins Leben – das allerdings vom Herausgeber der Sportzeitung L’Auto als Werbung für das Automobil gedacht war,

Als im vergangenen Jahr „120 Jahre Tour de France“ gefeiert werden konnte, stieg auch noch einmal die Zahl der Bücher, die rund um das Rundrennen erschienen sind. Bei aller Begeisterung für die Tour, die ich Jahr für Jahr im Fernsehen verfolge, interessieren mich bei den Veröffentlichungen eher spezielle Werke wie „Meine Gourmet-Tour de France“ und natürlich „Asterix – Tour de France“.

Heute vor drei Jahren (2020) verließ Großbritannien die Europäische Union. „Englands Brexit und Abschied von der Welt“ mag ein etwas weitgefasster Titel sein, aber das der Ausstieg aus der EU Großbritannien (und letztlich ganze Europa) geschadet hat, ist an den Wirtschaftsdaten unübersehbar. „Großbritannien pfeift aus dem letzten Loch“, bringt es die Opposition im Unterhaus auf den Punkt – und in Deutschland plädiert die AfD für den „Dexit“. Als gebe es nicht genug Probleme…

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Dienstag, 30. Januar: Viel Frucht und guter Wein

Das Finale einer großen Dokumentation

Mein Blick geht an diesem Dienstag, 30. Januar 2024, hoffnungsvoll gen Himmel. Wir haben den Tag der Heiligen Martina von Rom. Und dazu vermerkt der Bauernkalender: „An Martina Sonnenschein verheißt viel Frucht und guten Wein“ – Daumen drücken!

Ein popmusikalisches Erdbeben erschütterte heute vor 55 Jahren (1969) den Globus: The Beatles spielten auf dem Dach der Apple-Studios in der Savile Row in London ihr letztes Live-Konzert. Als ein Verkehrschaos drohte, musste der Auftritt nach 42 Minuten abgebrochen werden.

Ein Jahr später folge dann das endgültige Aus für die bekannteste Band der Welt. Sozusagen den Weg durch mehrere Aufnahme-Sessions auf das Studio-Dach zeichnen das offizielle Buch der Beatles und der Film „GET BACK (DVD) von Peter Jackson faszinierend nach. Oder, um es mit Paul McCartney zu sagen: „Das sind vier Freunde, die an einem total verrückten Ort in London spielen und über die Absurdität der Situation kichern. Das waren die Beatles, das waren wir.“

Einer der berühmtesten und (zumindest für mich) großartigsten Romane aller Zeiten erschien heute vor 151 Jahren (1873): „Le Tour du monde en quatre-vingts jours“ von Jules Verne. „In 80 Tagen um die Welt“ gibt es für die wahren Fans in der großen Schmuckausgabe, vierfarbig mit Strukturpapier, Hochprägung und Goldfolie, Farbschnitt und Leseband (30,00 €).

Werden die großen Bestsellerautoren aufgelistet, fehlt ihr Name nie: Heute vor 77 Jahren (1947) erblickte Barbara Wood in der Nähe von Liverpool das Licht der Welt. Die Titel der Schriftstellerin, die auch unter dem Pseudonym Kathryn Harvey schrieb, wurden in über 30 Sprachen übersetzt. Allein im deutschsprachigen Raum liegt die Gesamtauflage ihrer Romane weit über 14 Millionen, mit Erfolgen wie „Rote Sonne, schwarzes Land“, „Traumzeit“, „Kristall der Träume“ und „Dieses goldene Land“.

In Deutschland weniger bekannt ist der US-Amerikaner Lloyd Chudley Alexander, der heute vor 100 Jahren (1924) geboren wurde. In den USA dagegen fehlen seine Werke in kaum einem Bücherregal, vor allem in Jugendzimmern.  Alexander schrieb viele Fantasy-Bücher, sein bekanntestes Werk sind die fünfteiligen „Chroniken von Prydain“. Deren ersten beiden Teile waren die Vorlage für den Disney-Zeichentrickfilm „Taran und der Zauberkessel“. „The Chronicles of Prydain“ sind nur auf Englisch zu haben.

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Sonntag, 28. Januar: Einschneidende Erinnerungen

Die Perspektivwechsel eines Lebens

Ein im Wortsinn „einschneidender“ Perspektivwechsel wurde mir an diesem Sonntag, 28. Januar 2024, bei den Recherchen für unser bebüchertes Kalenderblatt bewusst. Im Fokus gänzlich unterschiedlicher Betrachtungsweisen stehen dabei kleine bunte Plastikbauklötze…

Heute vor 67 Jahren (1958) meldete das dänische Unternehmen Lego den Legostein in seiner heutigen Form zum Patent an. Insbesondere ging es um das Kupplungsprinzip, das Patent lief 1978 aus.

Zu dem Zeitpunkt war meine erste Lego-Phase schon lange vorbei. Als Kind gab es für mich nichts Größeres. Kein Geburtstag, an dem ich nicht auf die Pappschachteln gierte, in denen die Bauklötzchen steckten. Wann und warum genau Schluss mit dieser Leidenschaft war, vermag ich heute gar nicht mehr zu sagen.

Ein gutes Vierteljahrhundert dauerte dann die Lego-lose Phase. Bis die Leidenschaft meine drei Jungs packte, was parallel meine Lego-Liebe weiter abkühlen ließ. Zum einen, weil die Spielewelten immer voluminöser und kostspieliger wurden. Zum anderen aber vor allem, weil Legosteine absolut fiese Fallen für Barfußgeher sind.

Einschneidende Lebenserlebnisse. „Die LEGO-Story“ schildert, wie der Spielehersteller zur Weltmarke wurde.

Ein rundes Jubiläum kann heute einer der Lieblingsfilme der Deutschen feiern: Vor 80 Jahren, am 28. Januar 1944, wurde „Die Feuerzangenbowle“ von Helmut Weiss mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle uraufgeführt. Mit dem schönen Einstieg: „Dieser Film ist ein Loblied auf die Schule, aber es ist möglich, daß die Schule es nicht merkt.“

Der Film basiert auf dem Roman „Die Feuerzangenbowle“ von Heinrich Spoerl, der seinem Werk einen schönen Untertitel verpasste: „Eine Lausbüberei in der Kleinstadt“. Die Fernsehgeschichte des Rühmann-Films ist angesichts erneuter Debatten um den NS-Hintergrund übrigens durchaus bemerkenswert: Die erste Fernsehausstrahlung fand am 28. Dezember 1964 im Deutschen Fernsehfunk der DDR statt. Jenem Staat, der sich als das „neue bessere Deutschland“ verstand und für sich die Schuldfrage zurückwies. In der Bundesrepublik Deutschland wurde der Film erstmals am 26. Dezember 1969 im ZDF gezeigt.

„Mächtige Frauen der Harzer Geschichte“ sind das Thema einer Lesung von Elke Strauchenbruch am Donnerstag, 19. September 2024, in der BÜCHER-HEIMAT. Eine Frau, die durchaus zu diesem Reigen gehören dürfte, wurde heute vor 520 Jahren in Stolberg geboren: Gräfin Anna zu Stolberg war als Anna II. die 28. Äbtissin des Reichsstiftes von Quedlinburg und die erste Äbtissin, die die lutherische Lehre annahm – allerdings erst nach dem Tod des katholischen Herzogs Georg von Sachsen. Anna II.  amtierte 59 Jahre als Äbtissin in Stift Quedlinburg. Ihre Grabstätte befindet sich in der Stiftskirche St. Servatius.

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Samstag, 27. Januar: Demokratie verteidigen

An die Opfer des Nationalsozialismus denken

Dieser Samstag, 27. Januar 2024, sollte ein Tag des Innehaltens, aber auch des Aktivwerdens sein. Wir begehen den von der UN initiierten „Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“ und in Deutschland den „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“.

Aktivität ist heute Mittag gefragt: Um 12.00 Uhr startet auf dem Marktplatz in Goslar die Kundgebung „Demokratie verteidigen, AfD stoppen!“. Aufgerufen dazu hat das „Bündnis gegen Rechtsextremismus“. Rund 2000 Teilnehmer werden in der Kaiserstadt erwartet. Hoffentlich werden es noch viele mehr.

In Bad Harzburg stehen heute und am Dienstag zudem zwei interessante Veranstaltungen rund um den Holocaust-Gedenktag an. Im Fokus steht dabei die Person des einstigen hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer. Er initiierte 1963 den ersten Auschwitz-Prozess in Frankfurt/Main und überwand damit die Jahre des Schweigens zu den Verbrechen der Nationalsozialisten.

Am heutigen Holocaust-Gedenktag lädt pax christi in das Haus der Kirche, Lutherstraße 7, in Bad Harzburg ein. „Ihr hättet Nein sagen müssen“ ist die Veranstaltung überschrieben, die mit Texten, Bildern und Musik an Fritz Bauer und die Aufarbeitung der NS-Verbrechen erinnern soll.

Die musikalische Gestaltung liegt in den Händen von Karsten Krüger (Orgel), Bernd Dallmann (Saxophon) und Klaus Wittig (Bass). Beginn der Veranstaltung ist am heutigen Samstag, 27. Januar, um 18 Uhr im Haus der Kirche.

„Demokratie braucht Demokraten – daher bin ich zurückgekehrt“. Dieses Zitat des hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer (1903-1968) ist der Einladung zu einer gemeinsamen Veranstaltung des Harzburger Geschichtsvereins und der pax christi Basisgruppe Nordharz vorangestellt. Prof. Gerd Biegel wird am Dienstag, 30. Januar, um 17 Uhr im Bündheimer Schloss zu Person und Wirken Fritz Bauers sprechen.

Zwei Buchtipps: „Fritz Bauer oder Auschwitz vor Gericht“. Zu der Biografie von Ronen Steinke liegt eine Rezension in den BÜCHER-HEIMAT-Lesetipps von Markus Weber vor. Der Spiegel-Verlag hat das Buch „Mich hat Auschwitz nie verlassen“ herausgegeben. Die Berichte von Überlebenden des Konzentrationslagers gehen unter die Haut.

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Freitag, 26. Januar: Ich liebe Witze

Lust und Last mit großen Namen

Das letzte Januar-Wochenende steht an diesem Freitag, 26. Januar 2024, vor der Tür.

Einen Theaterskandal und gewalttätige Unruhen löste am 26. Januar 1907 die Uraufführung der auf einer wahren Begebenheit beruhende Tragikomödie „The Playboy of the Western World“ („Der Held der westlichen Welt“, engl.) von John Millington Synges aus.  Obwohl die „Playboy Riots“ verebbten, wurde Synges nächstes Stück „The Tinker’s Wedding“ aus Furcht vor Ausschreitungen nicht aufgeführt. Heute zählt der Autor zu den Klassikern der anglo-irischen Literatur.

Bei den Geburtstagskindern bin ich gleich auf einen großen Namen reingefallen: Giacomo Puccini, geboren heute vor 312 Jahren (1712), war Komponist und – der Ururgroßvater des weit berühmteren Urenkels Giacomo Puccini (Biografie), Schöpfer von „Tosca“ und „La Boheme“. Der Ururopa war aber auch fleißig, sein Werk umfasst rund 20 Messen, 12 Lamenti, etwa 20 Motetten, ein Requiem, ein Oratorium und zahlreiche Opern.

Mit noch größeren Namen wie Ferrari und Lamborghini hatte auch der am 26. Januar 1883 geborene Bindo Maserati zu kämpfen. Mit seinen Brüdern schuf er die legendären Sportwagen mit dem Dreizack auf dem Kühlergrill. Wer „bella macchina“ bewundern will, nimmt den Wandkalender 2024 „Maserati – Early GP Cars“ – obwohl der Januar schon gelaufen ist, aber den Fans geht es ohnehin um die beeindruckenden Bilder.

An den heute vor 100 Jahren (1924) geborenen James W. McCord Jr. würden sich vermutlich die wenigstens Menschen erinnern, wohl aber an seinen berühmtesten „Job“. Ex-CIA-Mann McCord setzte die Wanzen im Watergate-Hotel. Das Hörbuch „Watergate“ schildert mit Musik und O-Tönen die Affäre und den Fall Nixons.

Ihren 80. Geburtstag (1944) feiert heute Angela Yvonne Davis. Die US-amerikanische Bürgerrechtlerin, Soziologin und Schriftstellerin war in den 1970er-Jahren die Symbolfigur der Black-Power-Bewegung und gehörte zu den prominenten Führungsmitgliedern der Kommunistischen Partei der USA. Vor 50 Jahren (1974) legte Davis „Eine Autobiographie“ vor.

Weit fröhlicher kommt das Lebenswerk von Rick Kavanian daher, der heute vor 53 Jahren (1971) das Licht der Welt erblickte. Der Schauspieler, Komiker und Synchronsprecher wurde vor allem durch die „Bullyparade“ und als Dimitri im „Schuh des Manitu“ an der Seite von Michael „Bully“ Herbig und Christian Tramitz bekannt. Aktuell begeistert viele Fans die Ankündigung des Trios, es solle mit „Das Kanu des Manitu“ eine Fortsetzung geben.

Ich würde mich darauf freuen – und ärgere mich über die sofort entbrennende Diskussion im Internet über „Klischee-Witze“ und „kulturelle Aneignung“. „Der Schuh des Manitu“ (DVD) hat meine grundlegende Einstellung beispielsweise zu indigenen Völkern ebenso wenig negativ beeinflusst wie meine Karl-May-Lektüre in jungen Jahren. Und der Kampf gegen „Klischee-Witze“ erscheint mir eher als Witz… und ich liebe Witze…

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Defibrillator-Schulung

Defibrillator-Schulung

Lebensrettend: Der „Defi“ und ein starkes Team

Erst machte die BÜCHER-HEIMAT die Innenstadt attraktiver, jetzt trägt sie dazu bei, dass Bad Harzburg auch im gesundheitlichen Notfall sicherer wird: Dank vieler Spenden konnte ein Defibrillator angeschafft und in der Mitmach-Buchhandlung griffbereit installiert werden.

Herzdruckmassage

Dr. Christoph Schenk

Markus Backes von der Erste-Hilfe-Schule-Harz zeigte dem engagierten Team der BÜCHER-HEIMAT nun an einem Schulungsabend unter anderem, wie eine Herzdruckmassage korrekt vorgenommen wird, vor allem aber auch, was das Gerät alles kann und wie es zu bedienen ist.  Wobei sich die Hinweise zum Defibrillator fast erübrigten, denn der „Defi“ weiß in vielen Punkten selbst am besten, was zu tun ist.

So erkennt das Gerät, ob ein Patient noch Atmung hat, das Herz flimmert oder gar nicht mehr schlägt. Der Defibrillator, der sogar über einen Kindermodus verfügt, stellt sich selbsttätig darauf ein – und kann dem Anwender in vier Sprachen mitteilen, was genau zu tun ist. Dabei passt der „Defi“ auch auf die Helfer auf: Er erkennt, ob noch Helfer den Patienten berühren, sodass niemand versehentlich einen Stromstoß bekommen kann.

Das Gerät hängt in der Bücher-Heimat und ist aus Spenden angeschafft worden.

Spenden willkommen

Mit dem Defibrillator in der BÜCHER-HEIMAT ist das Netz der lebensrettenden Geräte in der Kurstadt wieder ein wenig enger geknüpft. Dass dies möglich wurde, ist einmal mehr zahlreichen Spenderinnen und Spendern aus Bad Harzburg zu verdanken. Und dem Notarzt Dr. Christoph Schenk, der im vergangenen Jahr in der BÜCHER-HEIMAT sein Buch „Viva La Reanimation!“ vorstellte und auf sein Honorar zugunsten des Defibrillator-Kaufs verzichtete.

Wer die BÜCHER-HEIMAT bei ihrem vielfältigen Einsatz für Bad Harzburg weiter unterstützen will, kann dies gern über das Spendenkonto bei der Harzer Volksbank (BIC: GENODEF1QLB), IBAN DE07 8006 3508 1000 3541 02, realisieren. Auch wenn aktuell kein Sonderprojekt ansteht, ist Unterstützung beispielsweise bei der Realisierung des kostenfreien, niedrigschwelligen Kulturangebots immer willkommen.

Donnerstag, 25. Januar: Glückwunsch in die Ukraine

Gedanken um die Freiheit

An diesem Donnerstag, 25. Januar 2024, wollen wir vor allem auch einem Mann Glück wünschen, der das (auch für unsere Freiheit) wirklich gebrauchen kann: Der seit fünf Jahren amtierende ukrainische Präsident Wolodymyr Selensky feiert seinen 46. Geburtstag (1978).

Nach seinem Jurastudium erlangte Wolodymyr Oleksandrowytsch Selenskyj in der Ukraine und in Russland Popularität als Schauspieler, Komiker, Synchronsprecher, Regisseur, Fernsehmoderator, Filmproduzent und Drehbuchautor. Diesen Bekanntheitsgrad nutzte der und gewann die Wahl im Frühjahr 2019 mit fast 73 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen den amtierenden Präsidenten Petro Poroschenko.

„Für die Ukraine – für die Freiheit“ enthält Reden Selenskys, die dieser „im Zeichen des Krieges“ gegen die russischen Angreifer gehalten hat. Alle Gewinne aus dem Verkauf des Buches fließen an die ukrainische Bevölkerung. Hintergründe und Einschätzungen zum Krieg in der Ukraine vermittelt die BÜCHER-HEIMAT am 24. Februar, wenn der Journalist und Osteuropa-Korrespondent Ulrich Krökel über „Zwei Jahre Krieg – Wohin steuert Russland?“ spricht.

In Vienenburg steht heute wieder die „Burns-Night“ im Fokus, denn der schottische Nationaldichter und Poet der Aufklärung Robert Burns erblickte heute vor 265 Jahren (1759) das Licht der Welt. „Haggis, Whisky & Co.“ liefert nicht allein die Gebrauchsanweisung für das Fest, das in Schottland seit über 200 Jahren zu jedem Geburtstag des Dichters gefeiert wird. Das Buch lädt zu einem Streifzug „mit Robert Burns durch die schottische Küche“ ein.

Robert Burns war enorm produktiv, verfasste Gedichte, politische Texte und Lieder, die er bisweilen auch in seinem Heimatdialekt Scots ablieferte. Sein bis heute bekanntestes Lied ist „Auld Lang Syne“. „The Complete Poems and Songs of Robert Burns” (engl.) sollte man im Original lesen.

Bei dem Namen Paul Dahlke werden die allermeisten Leser sofort an den Schauspieler gleichen Namens denken. Heute vor 159 Jahren (1865) aber wurde der Arzt Paul Dahlke geboren, der sich als Wegbereiter des Buddhismus in Deutschland einen Namen machte. Sein „Aus dem Reiche des Buddha“ enthält sieben Erzählungen. Als Arzt befasste er sich vorrangig mit der homöopathischen Arzneimittellehre.

Wer an dieser Stelle an diesem Tag William Somerset Maugham und Virginia Woolf vermisst, liegt goldrichtig. Beide kamen ebenfalls an einem 25. Januar zur Welt. Beiden aber haben wir früher schon Zeit und Raum gegeben.

Heute vor 138 Jahren (1886) wurde mit Wilhelm Furtwängler einer der bedeutendsten Dirigenten des 20. Jahrhunderts geboren. Als Mensch war der große Künstler dabei durch seine Rolle im „Dritten Reich“ durchaus umstritten. Erst 40 Jahre nach der Entstehung 1947 veröffentlicht wurde dazu Thomas Manns „Fragment einer Stellungnahme zu Wilhelm Furtwänglers Verteidigungsschrift“ (eBook). Darin spricht der Literaturnobelpreisträger von „tragischer Ahnungslosigkeit“ und einem „völligen Nichtverstehen und Nichtverstehen-Wollens dessen, was in Deutschland die Macht ergriffen hatte“.

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Veranstaltungen zum Holocaust-Gedenktag

Veranstaltungen zum Holocaust-Gedenktag

Erinnern und Gedenken

Zum „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ laden mit pax christi Nordharz und dem Harzburger Geschichtsverein zwei Partner der BÜCHER-HEIMAT zu Gedenkveranstaltungen und zum Erinnern an den hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer ein. Bauer initiierte 1963 den ersten Auschwitz-Prozess in Frankfurt/Main und überwand damit die Jahre des Schweigens zu den Verbrechen der Nationalsozialisten.

Am Holocaust-Gedenktag selbst, also am Samstag, 27. Januar 2024, lädt pax christi in das Haus der Kirche, Lutherstraße 7, in Bad Harzburg ein. „Ihr hättet Nein sagen müssen“ ist die Veranstaltung überschrieben, die mit Texten, Bildern und Musik an Fritz Bauer und die Aufarbeitung der NS-Verbrechen erinnern soll.

Die musikalische Gestaltung liegt in den Händen von Karsten Krüger (Orgel), Bernd Dallmann (Saxophon) und Klaus Wittig (Bass). Beginn der Veranstaltung ist am Samstag, 27. Januar, um 18 Uhr im Haus der Kirche.

„Demokratie braucht Demokraten – daher bin ich zurückgekehrt“. Dieses Zitat des hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer (1903-1968) ist der Einladung zu einer gemeinsamen Veranstaltung des Harzburger Geschichtsvereins und der pax christi Basisgruppe Nordharz vorangestellt. Prof. Gerd Biegel wird am Dienstag, 30. Januar, um 17 Uhr im Bündheimer Schloss zu Person und Wirken Fritz Bauers sprechen.

Mittwoch, 24. Januar: Hörbild eines Dorfes

Das Haus in Wales, in dem Dylan Thomas „Unterm Milchwald“ schrieb. Foto: Pixabay

Literaten scheinen auszusterben

Heute ist Mittwoch, 24. Januar 2024. Dem neuen Blog-Stil folgend, geht es gleich wieder um „Geburtstagskinder“. Einstiegen aber wollen wir heute mit dem „berühmtesten Hörspiel der Rundfunkgeschichte“ (Wikipedia).

Am 24. Januar 1954 war es der britische Radiosender BBC 3, der die Erstausstrahlung des Hörspiels „Under Milk Wood“ (engl.) von Dylan Thomas unter der Regie von Douglas Cleverdon umsetzte. Es zeichnet ein „Hörbild“ vom Leben eines Dorfes in Wales an einem Tag. Ein allwissender Erzähler macht die Hörer mit den Träumen und innersten Gedanken der Einwohner bekannt. Auch Selbstgespräche und Gedanken der Menschen bleiben nicht verborgen.

Dylan Thomas schrieb das Stück 1953, wenige Tage vor seinem Tod, als Auftragsarbeit für die BBC. Wer es lieber selbst nachlesen möchte: „Unterm Milchwald“ erschien 2022 in einer zweisprachigen Neuausgabe als „ein Stück für Stimmen“. Ein Werk, so die Kritik, das vor „Bildern, Lautmalereien, Wortspielen schier zu bersten scheint“.

Die Geburtstagsliste habe ich heute von „neu nach alt“ gelesen, weil man sonst bei Klassikern hängenbleibt. Das Problem, das sich nun ergibt: Seit den 1990er Jahren werden meist Profisportler, Models, Schauspieler und Influencer jeglichen Geschlechts aufgeführt. Literaten scheinen auszusterben.

Gestolpert sind wir über zwei bekannte Töchter berühmter Väter, die jedoch eigenständige Wege gingen. Die heute vor 63 Jahren (1961) geborene Nastassja Kinski wurde 1977 mit einem freizügigen Auftritt im Tatort „Reifezeugnis“ unter der Regie von Wolfgang Petersen („Das Boot“) berühmt.

Den Namen allerdings kannte die Welt da schon „dank“ des vielfach unberechenbaren (Schauspiel-) Vaters Klaus Kinski. Wobei Nastassja Kinski stets betonte, sie habe sich trotz aller Inzestbehauptungen in Klaus Kinskis Autobiografie „Ich brauche Liebe“ immer entziehen können.

Und sie ging ihren Weg auch allein höchst erfolgreich. Sie drehte mit den Regisseuren Wim Wenders, Wolfgang Petersen, Roman Polanski („Tess“) und Francis Ford Coppola. Zeitweise war sie eine der meistfotografierten Frauen der Welt.

Die ebenfalls am 24. Januar 1961 geborene Alissa Walser ist die Tochter von Martin Walser, mit dem sie beispielsweise bei „Sprachlaub oder: Wahr ist, was schön ist“ zusammenarbeitete. Dabei stammen Texte von Martin Walser und Aquarelle von Alissa Walser. 

Deren eigene Prosa dreht sich immer wieder um Zwischenmenschliches, um Beziehungen zwischen Männern und Frauen. Auch in viele ihrer Geschichten fügte die Autorin Zeichnungen ein, die die Geschichte weiterführen. Zu ihren bekanntesten Büchern zählt „Am Anfang war die Nacht Musik“.

Heute vor 75 Jahren (1949) wurde ein großartiger Schauspieler und Sänger geboren: John Belushi. Sein größter Filmerfolg wurden die „Blues Brothers“ (DVD, Extended Version, 4K)  von John Landis mit Dan Aykroyd. Im Alter von nur 33 Jahren starb Belushi an einem Speedball, einer Injektion von Kokain und Heroin, seither im amerikanischen Slang als „Belushi“ bekannt. John Belushis Grabstein ziert der Satz: „Ich mag gegangen sein, aber der Rock ’n’ Roll lebt weiter“.

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