Markus Weber über „Entscheidet euch!“

Markus Weber über „Entscheidet euch!“

Hermann Vinke: Entscheidet euch!

Der Journalist und Buchautor Hermann Vinke, Jahrgang 1940, beschäftigt sich seit langer Zeit mit Fragen der Demokratie und der deutschen Geschichte. Schon 1980 hat er eine Biografie zu Sophie Scholl geschrieben und früh hat er sich dafür eingesetzt, dass in seiner Heimat eine Auseinandersetzung mit den Emslandlagern in Gang kam, also die Erinnerung an die NS-Verbrechen und deren Opfer möglich wurde. Nun ist er im Jahr 2026, in dem in fünf Bundesländern Wahlen stattfinden, in großer Sorge um die Demokratie.

„Was passiert ist, kann sich jederzeit wiederholen. Das ist der eigentliche Grund für meinen Appell ‚Entscheidet euch!‘ … Vielmehr ist es unsere Pflicht, für unser freiheitliches demokratisches System mit aller Kraft einzutreten.“ So ist das kleine Buch keine tiefschürfende politische Analyse eines Wissenschaftlers, sondern ein eindringlicher Aufruf an alle Bürgerinnen und Bürger. Zentrale Fragen der deutschen und internationalen Gegenwart werden schlagwortartig, aber sachkundig angesprochen und in ihrer Bedeutung für den Bestand der Demokratie beleuchtet.

Hermann Vinke bezieht dabei auch Begegnungen aus seiner eigenen Geschichte ein, die ihn geprägt haben. So zum Beispiel mit Stéphane Hessel, dem deutsch-französischen Kämpfer der Résistance, der in seinen Streitschriften wie „Empört euch!“ viele Menschen in Europa aufgerüttelt hat, sich für eine menschenwürdige Zukunft weltweit einzusetzen.

Einige herausfordernde und zum Nachdenken anregende Zitate unterschiedlicher Autor*innen sind ganzseitig eingestreut. Und auch konkrete Handlungsvorschläge für die Politik und für Bürgerinnen und Bürger fehlen nicht. Wer keine Zeit für lange politikwissenschaftliche Erörterungen hat, sich aber dennoch um die freiheitliche Demokratie Gedanken macht, liegt bei diesem Buch richtig.

Hermann Vinke: Entscheidet euch! Eine Flugschrift, Metropol 2. Aufl. 2026, ISBN 978-3863318215, 96 Seiten, 9,90 Euro

Lena Scholz über „Schattengrünes Tal“

Lena Scholz über „Schattengrünes Tal“

Kristina Hauff: Schattengrünes Tal

Kristina Hauff entführt uns in ihrem neuen psychologischen Spannungsroman in das familiengeführte Hotel „Zum alten Forsthaus“ im Schwarzwald.

Abgeschieden von der Außenwelt leben dort Lisa und ihr Mann Simon, der Förster ist, sowie Lisas Vater, der das Hotel leitet. Zu Beginn scheint alles nach der typischen Dorf- und Familientradition zu laufen. Es wird zusammengehalten und über Skandale nicht gesprochen.

Bis dann ein rätselhafter Gast auftaucht. Daniela quartiert sich in eines der Zimmer im Hotel ein, sie will überall dabei sein und sucht den Kontakt, doch über ihre Vergangenheit möchte sie nichts preisgeben. Doch Lisa spürt, dass sich unter der Oberfläche mehr befindet, als Daniela vorgibt.

So wühlt sich Lisa durch die Geschichte ihrer Familie und ihres Mannes. Sie stößt auf persönliche Abgründe und fällt mit ihrem Verhalten auch innerhalb der Dorfgemeinschaft auf. Wird das Geheimnis das Hotel je wieder verlassen?

Das war mein erstes Buch von Kristina Hauff, deren Schreibstil und Spannung mich sofort gefesselt hat. Realistisch beschreibt sie den Ort des Geschehens im Schwarzwald, sodass man sich wie im Urlaub fühlt und gleichzeitig ein Geheimnis mit aufdeckt.

Kristina Hauff: „Schattengrünes Tal“, hanserblau, 301 Seiten, ISBN 9783446284289, Preis: 24,00 Euro.

Zu diesem Roman liegt auch eine Rezension von Sonja Weber vor


Bettina Luis über „Lichtspiel“

Bettina Luis über „Lichtspiel“

Daniel Kehlmann: Lichtspiel

GEORG WILHELM PABST (1885-1967), großer österreichischer Filmregisseur (vor allem in der Weimarer Republik), ist KEHLMANNs „fiktionale“ Hauptfigur im Roman LICHTSPIEL, der 2023 erschien. Es gab ihn aber tatsächlich, diesen G.W.Pabst! Als ROTER PABST drehte er in jungen Jahren wichtige sozialkritische Filme, die bis heute für jeden Cineasten ein Muss sind: DIE FREUDLOSE GASSE (1925), DIE BÜCHSE DER PANDORA (1929), Die DREIGROSCHENOPER (1931). Filmgrößen wie GRETA GARBO, ASTA NIELSEN, u.a. … standen bei ihm vor der Kamera, die er zu gerne auch mal selber kreativ „schwenkte“.

Sein Ruf als „der Beste“ und seine absolute Leidenschaft für das Filmemachen mutierten aber letztlich vom Segen zum Fluch. Die Zeiten änderten sich. Nicht nur mit dem Aufkommen der NS-Diktatur in Deutschland, auch Amerika war vorrangig an seinem Ruf und seinem Können interessiert. Denn als seine kreative Freiheit auch dort beschnitten wurde, kehrte er als einer der wenigen Emigranten tatsächlich ins Deutsche Reich zurück- und ließ sich nach Kriegsbeginn letztlich „unbewusst bewusst“ für die Heimat funktionalisieren. (Leni Riefenstahl hatte da allerdings weit weniger Skrupel!)

Und auf eben diesen zermürbenden moralischen „Spagat“ zwischen unbedingt frei arbeiten zu wollen und dennoch überleben zu müssen, fokussiert sich KEHLMANN in seinem Roman, der mich als Leserin 480 Seiten lang wie Kopfkino fesselte. Drei große Kapitel (DRAUSSEN, DRINNEN, DANACH) zeichnen die Pabst‘ Stationen nach. Vieles ist tatsächlich biografisch belegt, die privaten, inneren „Welten“ der Figuren aber werden durch den Autor in künstlerischer Freiheit erschaffen.

Nach der Lektüre war mir nicht nur der zwischen Selbstanspruch und Wirklichkeit „zerriebene“ Regisseur menschlich nahe. Ich habe auch viel über das Filmemachen in der damaligen Zeit gelernt und über die Weisheit, mit Geduld kapriziösen SchauspielerInnen Höchstleistungen zu entlocken.

Nachhaltig vor allem aber werden mir die sprachlich treffsicheren Szenen und Dialoge in Erinnerung bleiben, die in ihrem perfiden Zynismus und ihrem diktatorischen Machtmissbrauch Menschen willkürlich in die Ohnmacht drängten und entwürdigten. KEHLMANN beschreibt dabei eigentlich „nur“ sehr detailliert, wie rechtspopulistisch ermunterte Kräfte ihre langsam würgende Demontage kultureller Zivilisation damals betrieben. Die furchtbaren Folgen sind bekannt. Aber auch der Turbokapitalismus bedient sich im Roman ähnlicher Unterdrückungsinstrumente.

„ANGST ist der Schlüssel zur Macht“, bestätigt erneut ein aktueller Machthaber. Und der Blick in aktuelle Programme von Parteien mit undemokratischer und extremistischer Gesinnung liest sich wie ein Drehbuch, das hoffentlich und BITTE! keinen Regisseur finden möge!  Da sind KEHLMANN und ich sicher einer Meinung!

Daniel Kehlmann: Lichtspiel, rororo 2023, 480 Seiten, ISBN 9783499013454, Preis: 16,00 Euro.


Markus Weber über „Bernhard Hoetger – Zwischen den Welten“

Markus Weber über „Bernhard Hoetger – Zwischen den Welten“

Ein Film von Gabriele Rose:

Bernhard Hoetger – Zwischen den Welten

Cover DVD Bernhard Hoetger

Vielleicht ein Hinweis vorweg: In unserer BÜCHER-HEIMAT kann man nicht nur Bücher kaufen oder bestellen, sondern auch DVDs. Nun aber zur Sache:

Das Café Winuwuk und der Sonnenhof am Breitenberg sind in Bad Harzburg und weit darüber hinaus bekannt und ein beliebtes Ausflugsziel. Weniger bekannt ist wohl der Künstler und Architekt, der das1922/23 eröffnete Gebäudeensemble entworfen und geschaffen hat. In dieser Dokumentation bzw. Doku-Fiktion wird die Lebensgeschichte von Bernhard Hoetger gewürdigt, der neben dem Winuwuk zahlreiche bedeutende, teils auch umstrittene, Kunstwerke geschaffen hat.

Nach dem Studium an der Kunstakademie Düsseldorf verbrachte er vor dem Ersten Weltkrieg einige Jahre in Paris und wurde zu einem anerkannten expressionistischen Künstler. Später ließ er sich von verschiedenen Stilrichtungen inspirieren, auch von indischer und altägyptischer Kunst. Sein Denken war z.T. esoterisch, nach dem Weltkrieg vertrat er eine „nordische Weltauffassung“, fühlte sich den Nationalsozialisten nahe. Doch unter der NS-Diktatur wurde seine Kunst an „entartet“ eingestuft, viele seiner Kunstwerke beschlagnahmt.

All die interessanten Stationen im Leben Hoetgers – Paris, Darmstadt, Fischerhude, Worpswede, Bremen oder auch Bad Harzburg – und vielfältigen Begegnungen mit anderen Künstler*innen wie Paula Modersohn-Becker werden in Spielszenen nachgezeichnet. Experten ordnen den Lebensweg kundig ein.

Übrigens kommen auch Petra Kühn, heutige Inhaberin des Sonnenhofs, und Dietmar Kühn, der das Café heute betreibt, im Film zu Wort.

Für mich war es ein Gewinn, diesen Film anzuschauen. Es lohnt sich.

Bernhard Hoetger – Zwischen den Welten. Ein Film von Gabriele Rose, Lighthouse Home Entertainment 2014, EAN 4250128447355, ca. 90 Minuten, 15,99 Euro.

Petra Nietsch über „Kaltblütig“

Petra Nietsch über „Kaltblütig“

Truman Capote: Kaltblütig

Gelegentlich nehmen wir uns in unserem Buch-Club vor, einen Klassiker zu lesen. Dieses Mal ist die Wahl auf „Kaltblütig“ von Truman Capote gefallen. Ein Buch, das 1966 erschienen ist, hat mich auch aufgrund seiner Komposition sehr beeindruckt.

Es wird in der Literatur-Welt als erster Tatsachenroman bezeichnet. Capote war nicht nur Schriftsteller, sondern auch Journalist, was mit ein Grund dafür ist, dass dieses literarische Werk so außergewöhnlich ist. Denn bevor der Roman beginnt, wird der Leser über alle wesentlichen Fakten in Kenntnis gesetzt.

Im November 1959 wird eine vierköpfige Familie von zwei ehemaligen Häftlingen in einem kleinen Ort im Bundesstaat Kansas brutal ermordet. Als Capote durch eine kurze Pressenotiz von dieser Tat erfährt, entscheidet er sich dort hinzufahren. Aus journalistischer Sicht interessiert ihn zunächst, was so ein Ereignis für die Menschen bedeutet, die dort leben. Im weiteren Verlauf möchte er aber auch Näheres über die getötete Familie erfahren, aber auch über die Täter, die sechs Wochen später gefasst und einige Monate später zum Tode verurteilt werden.

All diese Erkenntnisse verarbeitet er in seinem Roman, der durch die sprachliche Kreativität des Schriftstellers auch eine sehr hohe literarische Qualität zeigt.

Ergänzend zu dem wirklich empfehlenswerten Buch lohnt es sich bei dem Fernsehsender ARTE die Dokumentation Truman Capote und „Kaltblütig – Eine mörderische Nacht“ anzuschauen, denn sie liefert nicht nur weitere Hintergrundinformationen, sondern beschäftigt sich auch mit der Frage, ob die Auseinandersetzung mit den Ereignissen den Autor und Menschen Truman Capote verändert hat (Verfügbar bis zum 28/07/2026).

Truman Capote: „Kaltblütig“, Verlag Kein + Aber, 544 Seiten, ISBN 9783036959030, Preis: 15,00 Euro.


Markus Weber über „Die Himmelsscheibe von Nebra“

Markus Weber über „Die Himmelsscheibe von Nebra“

Harald Meller/Kai Michel: Die Himmelsscheibe von Nebra

Als Kind faszinierten mich Bücher wie „Götter, Gräber und Gelehrte“ des Journalisten C.W. Ceram, der nicht nur die frühen Hochkulturen darstellte, sondern auch die spannende Geschichte von deren Entdeckung erzählte. Das vorliegende Buch versteht sich durchaus als Nachfolger. Allerdings führt das Buch nicht nach Ägypten oder Vorderasien, sondern in unser geografisches Umfeld, nämlich die Region östlich des Harzes, wo die „wohl bedeutendste Kultur der mitteleuropäischen Vorzeit“ entstand, die am „Anbeginn unserer eigenen Geschichte steht“ und von der wir bisher nur wenig wussten und wissen.

Das Buch liest sich teilweise wie eine Kriminalgeschichte. Das liegt nicht nur daran, dass die Himmelsscheibe von Nebra, die im Mittelpunkt der Geschichte steht, zunächst aus den Händen von Grabräubern befreit werden musste, um der Öffentlichkeit und der wissenschaftlichen Forschung zugänglich gemacht werden zu können.

Das liegt auch daran, dass die Erforschung der Scheibe selbst und der Kultur, der sie entstammt, kriminalistisches Gespür verlangte. So führt uns das Buch auf interessante Weise in die Welt vor etwa 3600 Jahren.

An dem Forschungsprozess lassen uns die Autoren teilhaben. Hypothesen wurden aufgestellt und wieder verworfen. Neue Ideen entstanden. Dabei wurde auf die Hilfe zahlreicher Wissenschaften zurückgegriffen: Archäologie, Astronomie, Genetik, Metallurgie, Soziologie und manch anderer.

Und auch am Ende bleiben Fragen offen. Dennoch entsteht ein Bild des Reiches von Aunjetitz, das zwar am Harzrand gelegen war, aber doch Verflechtungen bis nach England, Griechenland und in den Nahen Osten hatte.

Zahlreiche Skizzen und Bilder illustrieren und veranschaulichen den Text, zeigen nicht nur die Himmelsscheibe, sondern auch andere Grabungsfunde und die für die Geschichte bedeutsamen Orte. Am Ende gibt es Hinweise, wo man heute das „Reich von Nebra“ erkunden kann, etwa im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle.

Ob ich das Buch als Kind hätte lesen können wie damals das Buch von Ceram? Ich glaube kaum. Auch wenn die Autoren sich um nachvollziehbare Gedankengänge und nicht zu schwere Sprache bemühen, so sind es doch recht viele wissenschaftliche Erkenntnisse und Einzelheiten, die vor allem in der zweiten Hälfte einiges vom Leser verlangen.

Übrigens: Abschließend geben die Autoren den Leser*innen sieben Lehren aus der Geschichte für heute mit. Am besten hat mir gefallen: „Despotie ist nicht unser Schicksal.“

Harald Meller/Kai Michel: „Die Himmelsscheibe von Nebra. Der Schlüssel zu einer untergegangenen Kultur im Herzen Europas“, Propyläen Verlag 2018 (8. Aufl. 2024), ISBN 978-3549076460, 384 Seiten, 27,00 Euro

Bettina Luis über „Die elfte Stunde“

Bettina Luis über „Die elfte Stunde“

Salman Rusdie: Die elfte Stunde

Vorab: Salman Rushdie ist mir vor allem als politisch verfolgter und hochdekorierter indisch/englischer Autor bekannt. Gegen ihn wurde 1989, kurz nach dem Erscheinen seiner SATANISCHEN VERSE vom iranischen Machthaber Ruhollah Chameini die Todesfatwa verhängt, die der Ajatollah immer wieder bekräftigte.

Rushdie war gezwungen, lange Zeit in der Anonymität zu leben…und schrieb weiter! Erzählte weiter seine Geschichten, blieb unbequem. 2022 entging er nur knapp einem Attentat, verlor dabei ein Auge. Er fand zurück ins Leben, als er auch jetzt wieder begann zu schreiben. DIE ELFTE STUNDE ist sein aktuelles Werk.

Die fünf Geschichten sind mein erstes Lesehighlight im Januar 2026! Ich gehe sogar soweit, dass ich sie als den verdichteten Abschluss eines in der elften Lebensstunde stehenden nobelpreisträchtigen Autors erlebe! Er hätte ihn m.E. tatsächlich verdient!

Worum geht es thematisch in der ELFTEN STUNDE: Es ist „kurz vor Zwölf“ – in vielerlei Hinsicht. Bedroht sind FREIHEIT, WAHRHEIT, DEMOKRATIE, SPRACHE, ZIVILISATION und KULTUR in unserer Gegenwart. Auch der Tod wird als unausweichlich erkannt und RUSHDIE begegnet ihm in seiner ihm eigenen phantastischen Art und Sprache des Geschichten Erzählens:

Der Tod – mal trennt er zwei Schatten uralter Freunde, die sich nie einig waren und doch nur als zwei Schatten gemeinsam Lebenssinn erfuhren.

Oder: Ein schwuler Autor stirbt in einem englischen College. Er bekommt aber als Geist die Chance, seinen ehemaligen Peiniger unheilvoll zu „besetzen“ und ihm die Wahrheit seines Schuldigwerdens abzuringen.

Rache übt auch eine geniale Musikerin mit der verfluchenden Kraft ihrer indischen Musik, nachdem Ruhm, Geld und die Unmenschlichkeit und Oberflächlichkeit des Turbokapitalismus sie eigentlich das Leben kosten.

Auf der Suche nach sich selbst verliert sich ein Autor im surrealen Strudel von Geschichte und Geschichten einer amerikanischen Gegenwart, deren Wirklichkeit die boshaftesten Fiktionen noch übertrifft. Ein Abtauchen, Entkommen ist nicht möglich. Und was wird aus der personifizierten Sprache, wenn ihr die Worte zum notwendigen Widerstand fehlen? Sie geht, endgültig!

RUSHDIE ist sprachlich unglaublich erfrischend! Er erzählt, wie er denkt, philosophiert, phantasiert, mischt sich immer wieder biografisch selber ein. Er nutzt die gesamte Klaviatur der Prosa. Allein wie er die schweren Themen unserer Gegenwart ironisch humorvoll überzeichnet, ohne sie zu bagatellisieren…  „Grenzen des Lebens“ werden hier literarisch meisterhaft in Szene gesetzt.

Dieser RUSHDIE ist ein bittersüßes literarisches Muss!

Salman Rushdie: „Die elfte Stunde“, Verlag Penguin, 285 Seiten, ISBN 9783328604686, Preis: 26,00 Euro.


Musikalische Lesung um einen Obstbrand

Promillehaltige Satire genießen

„QUITT – Wenn ein Getränk das Leben auf den Kopf stellt“, über diesen spannenden (und zugleich komischen) Fall berichtet Autor und Musiker Stefan Gliwitzki am Donnerstag, 7. Mai 2026, um 19 Uhr in der BÜCHER-HEIMAT in einer musikalischen Lesung. „QUITT“ ist, so der Autor, „ein satirischer Roman für Menschen, die sich den hart erarbeiteten Frust über den Job mal richtig vom Leib lachen wollen, über das Kleinstadtleben schmunzeln und eine Antenne für Satire haben“.

Im Fokus steht das von harter Hand geführte Familienunternehmen Peter GmbH & Co. KG in Oberklemmbach, das zufällig einen sensationellen neuen Quittenbrand mit geheimnisvollen Zutaten auf den Markt bringt und damit einen irrwitzigen Hype auslöst. Als ob die ganze Nation nur darauf gewartet hätte, endlich mal wieder von einer obskuren Obstbranntwein-Kreation umgehauen zu werden.

In der Firma jagt deshalb ein Meeting das andere. Alle sind bis zur Oberkante beschäftigt. Manche wittern neue Karrierechancen. Andere fürchten um ihr ruhiges Dasein. Der ganz normale Wahnsinn des Arbeitsalltags steigert sich schließlich auf groteske Weise. Korruption und Verrat überschatten die Euphorie um die neue Erfolgsformel, die streng geheim bleiben muss. Die Konkurrenz schläft jedoch nicht und das Unternehmen wird Opfer filmreifer chinesischer Spionageaktionen.

Alles gipfelt schließlich in einem fragwürdig wie symbolträchtigen Firmen-Event in der Kanalisation Oberklemmbachs. Eine implosionsreife Welt eröffnet sich – wenn da nicht dieser kleine zugelaufene Hund wäre…

Der satirische Roman richtet sich laut Pressemitteilung an Menschen,
die mit der Arbeitswelt, ihren Absurditäten und ungeschriebenen Gesetzen vertraut sind,
die Sarkasmus schätzen und sich den hart erarbeiteten Frust über den Job mal richtig vom Leib lachen wollen,
die das Leben in Kleinstädten kennen und sich darüber amüsieren können und
die einfach so gern lachen oder es lernen wollen.

Zum Autor:

Stefan Gliwitzki, den sein Verleger Dr. Alexander Schug einen „echten Entertainer“ nennt, lebt in einer Kleinstadt und auf der Insel Föhr. Der Anglist und Theologe hat viele mittelständische Unternehmen geleitet – und kennt die Kultur der Arbeitswelt, die üblichen Gepflogenheiten und verborgenen Unsitten von unten bis oben. Sein Hang zur Ironie ist vermutlich angeboren oder erst dadurch entstanden.

Als professioneller Musiker und Komponist tourt er seit mehr als zehn Jahren mit seiner Folk-Band Tone Fish (www.tone-fish.de) in ganz Deutschland, singt, spielt Gitarre und Irish Bouzouki. Fünf erfolgreiche CDs hat die Band bislang herausgebracht, spielte rund 1.000 Live-Konzerte und ist weiter ganzjährig unterwegs.

 Stefan Gliwitzki hat zwei Söhne und eine Ehefrau, die neben ihm mit ihrer wunderbaren Buchhandlung verheiratet ist.

Petra Nietsch über „Sonnenaufgang mit Giraffen“

Petra Nietsch über „Sonnenaufgang mit Giraffen“

Lynda Rutledge: Sonnenaufgang mit Giraffen

Basierend auf einer wahren Geschichte verknüpft die Autorin Lynda Rutledge geschickt historische Fakten mit fiktiven Elementen und spinnt daraus eine Handlung, die fesselt und zugleich berührt.

Es ist das Jahr 1938. Die USA leiden noch immer unter der schweren Wirtschaftskrise und in Europa braut sich ein Krieg zusammen. In dieser Zeit sehnen sich die Menschen nach einem Wunder und dieses begegnet ihnen, als die Zeitungen beginnen, über eine 12-tägige Reise zu berichten, die zwei junge Giraffen quer über den Kontinent führt.

Bereits ihre Ankunft im Hafen von New York grenzt an ein Wunder, denn sie haben auf dem Atlantik einen der schwersten Wirbelstürme überlebt, der die Ostküste jemals getroffen hat. Von dort werden sie auf einen umgebauten Laster verladen. Ziel ist der Zoo in San Diego an der Westküste. Ein ungewöhnliches Unterfangen, das es so noch nie gegeben hat.

Gemeinsam mit einem kauzigen Tierpfleger, einer ambitionierten Fotografin und dem armen 17-jährigen Waisenjungen Woody Wilson Nickel am Steuer beginnt für sie eine Fahrt voller Abenteuer.

Der Roman ist herzerwärmend und gibt gleichzeitig tiefe Einblicke in die damalige Lebenssituation vieler Menschen in den USA und deren Hoffnung auf ein besseres Leben.

Ein Roadmovie in Textform!

Lynda Rutledge: „Sonnenaufgang mit Giraffen“, Piper Verlag, 432 Seiten, ISBN 9783492070959, Preis: 22,00 Euro.


Lena Scholz über „Der Lehrer“

Lena Scholz über „Der Lehrer“

Freida McFadden: Der Lehrer

Eve Bennett hat ein gutes Leben als Lehrerin an der örtlichen Schule. Sie ist glücklich mit ihrem Mann und in ihrem Beruf. Bis ihr Leben auf den Kopf gestellt werden soll. Addie ist eigentlich eine ganz normale Schülerin, bis auf das Geheimnis, das sie zerstören könnte, nur Mister Bennett könnte ihr helfen…

Doch auch er verschweigt seiner Frau etwas. Wer wird am Ende gewinnen und wessen Leben wird sich für immer verändern?

Freida McFadden ist Meisterin, wenn es darum geht, den Leser zu täuschen. Jedes ihrer Bücher war bisher ein Garant für Spannung und Fassungslosigkeit. Sollte jeder mal gelesen haben!

Freida McFadden: „Der Lehrer“, Heyne Taschenbuch, 400 Seiten, ISBN 9783453429499, Preis: 17,00 Euro.