Markus Weber über „Die Holz- und Pappenindustrie im Harzburger Radautal“

Markus Weber über „Die Holz- und Pappenindustrie im Harzburger Radautal“

Edgar Isermann: Die Holz- und Pappenindustrie im Harzburger Radautal 1865 – 1961

Schon im vergangenen Jahr hat der Bad Harzburger Geschichtsverein das Buch herausgegeben, das leider bisher zu wenig Beachtung gefunden hat. Immerhin erzählt der Autor, Edgar Isermann, ein bedeutendes Kapitel der Harzburger Wirtschaftsgeschichte, deren Spuren zum Teil heute noch zu sehen sind.

Der Autor war zum Schreiben motiviert, weil seine Familiengeschichte mit der Holzindustrie im Radautal verbunden ist: Sein Großvater und sein Onkel haben eine der ehemaligen Fabriken lange Zeit geleitet. So kann Edgar Isermann nicht nur auf amtliche Dokumente zurückgreifen, sondern auch auf die Überlieferung der Familie. Und er hebt einen Teil der Harzer Industriegeschichte hervor, der nicht vergessen werden sollte und der im Buch anschaulich dargestellt wird. Dabei beschränkt der Autor sich nicht auf die eigene Familie, sondern blickt darüber hinaus auf andere Firmen.

Die Geschichte beginnt in der Mitte des 19. Jahrhunderts mit dem Aufstieg der Holzindustrie – Holz und Wasser waren ja durch die Natur reichlich vorhanden. Gleichzeitig war zunehmender Bedarf in der Papierindustrie vorhanden, für den die Unternehmen im Radautal die Vorprodukte lieferten.

Am bekanntesten ist sicher die Zusammenarbeit mit dem Henkel-Konzern, für deren Ata-Dosen Material geliefert wurde. Angesichts der Eingriffe in die Natur und den Wasserbedarf der Stadt blieben Konflikte nicht aus, die ebenso geschildert werden wie die Erfolge.

Das Buch ist großformatig aufgemacht, sodass die Gestaltung viel Raum für zahlreiche Abbildungen – Fotos, alte Ansichtskarten, Dokumente – hatte. Dadurch lädt es auch ein zum Blättern und Verweilen an der ein oder anderen Stelle. Man kann es selbstverständlich wie jedes Buch von vorne bis hinten lesen, aber man kann sich auch von Bildern oder Überschriften verleiten lassen und herausgreifen, was gerade attraktiv erscheint. Ich wünsche dem Buch, dass es in vielen Bad Harzburger Haushalten – und darüber hinaus – vorhanden ist.

Markus Weber über „Martin Luther King. Ein Leben“

Markus Weber über „Martin Luther King. Ein Leben“

Jonathan Eig: Martin Luther King. Ein Leben.

„… indem wir King quasi zum Heiligen machten, haben wir ihn ausgehöhlt.“ Jonathan Eig gelingt es in seiner Biografie, die 2024 mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet wurde, Martin Luther King nicht zum unangreifbaren Heiligen und Helden zu stilisieren, sondern einen Menschen mit seinen Träumen, aber auch mit Zweifeln und Sorgen, mit Ecken und Kanten zu beschreiben. Er verschweigt auch nicht die Affären mit verschiedenen Frauen, die seine Gegner gegen King verwenden wollten.

So entsteht ein lebendiges Bild von Martin Luther King, der mich seit meiner Jugend mit seinem Kampf gegen Rassismus und für Gewaltfreiheit beeindruckt, auch mit seiner Orientierung an biblisch-prophetischer Tradition. Und ich habe mir Zeit gelassen beim Lesen der umfangreichen Lebensbeschreibung. Da sind Kapitel, die mich persönlich berührt haben, weil sie nicht nur die Reden Kings wiedergeben, sondern sie einbetten in die zeitlichen Zusammenhänge und die Wirkung auf die konkreten Menschen seiner Zeit sehr anschaulich beschreiben.

Da sind aber auch Kapitel, die sehr detailliert verdeutlichen, wie seine Gegner versuchten ihm zu schaden, wie das FBI seine Hotelzimmer und private Wohnräume verwanzt und abgehört hat. Immer wieder wurde er kommunistischer Umtriebe verdächtigt. Und auch die US-Präsidenten, die ihn nach außen hin unterstützten, bekämpften ihn bei verschiedenen Vorhaben.

Eigs Buch zeigt ebenso die Brutalität der amerikanischen Gesellschaft, unter der vor allem die Schwarzen und andere Unterprivilegierte zu leiden hatten. Deutlich wird, wie weiße Rassisten mit offener Gewalt gegen die Bestrebungen der Bürgerrechtsbewegung, immer wieder auch gegen King und seine Familie vorgingen und staatliche Organe teilweise den Schutz verweigerten, sich sogar offen auf die Seite der Rassisten stellten.

Jonathan Eig ist ein beeindruckendes Werk gelungen, das zeigt, wie Martin Luther Kings Prinzipien gerade heute vor dem Hintergrund der amerikanischen Politik und der Weltlage nichts an Bedeutung verloren haben.

Jonathan Eig: Martin Luther King. Ein Leben, Deutsche Verlags-Anstalt 2024, 752 Seiten ISBN 978-3421048455, 34,00 Euro.

Zaunkönig-Werbetouren locken nach Bad Harzburg

Zaunkönig-Werbetouren locken nach Bad Harzburg
Die Siegerinnen des „Literarischen Dienstag“ im Golfclub Rittergut Hedwigsburg mit den Preisen aus der BÜCHER-HEIMAT. Fotos: Privat

Ein Zaunkönig zwischen Eagles und Birdies

Wo es im Idealfall meist um „Birdies“ und „Eagles“ geht, kann man auch mit einem „Zaunkönig“ punkten, dachte sich Petra Nietsch und nahm folgerichtig die Einladung zu einem „Literarischen Dienstag“ in Kissenbrück an. Wobei es allerdings zuvorderst um Golf ging, denn die Dienstagsdamen (DiDaGos) des Golfclub Rittergut Hedwigsburg spielten ihr Golfturnier aus.

Ladies Captain Anne Brinkmann (li.) künigt Petra Nietsch und den „Zaunkönig“ an.

Dass Petra Nietsch, Übersetzerin und treibende Kraft hinter dem „Zaunkönig“-Projekt der BÜCHER-HEIMAT, dazu eingeladen wurde, hatte seinen Ursprung in der Matinee, bei der die deutsche Ausgabe des Buchs von Philipp Schott in der Mitmach-Buchhandlung vorgestellt worden war. Unter den interessierten Gästen seinerzeit: Anne Brinkmann, Ladies Captain der DiDaGos.

Das Projekt begeisterte die Golferin, die sofort die Idee entwickelte, Petra Nietsch einzuladen, um das Buchprojekt vorzustellen. Der Plan wurde umgesetzt und entwickelte sich prächtig: Die Golferinnen waren vor allem auch von dem hohen ehrenamtlichen Einsatz begeistert, mit dem die BÜCHER-HEIMAT Erfolgsgeschichte nun auch als Herausgeber schreibt.

Über das Buch des kanadischen Erfolgsautors wurde aber natürlich das Golfspiel nicht vergessen. Bei dem Turnier am „Literarischen Dienstag“ konnten die Siegerinnen je ein Exemplar „Der Weg des Zaunkönigs“ mit nach Hause nehmen. Die weiteren Platzierten erhielten Gutscheine für die BÜCHER-HEIMAT.

Dies wiederum sorgt dafür, dass etliche der Damen in naher Zukunft die Mitmach-Buchhandlung in Bad Harzburg besuchen wollen – natürlich mit einer Runde im Golf-Club Harz gekoppelt. Schon bei dem Turnier in Kissenbrück konnte Petra Nietsch sieben weitere Exemplare des mittlerweile in zweiter Auflage vorliegenden Buches verkaufen. Und die Aussichten sind gut, dass es noch mehr werden: Auch die Golf-Senioren, die donnerstags an den Abschlag gehen, wollen mehr über das „Zaunkönig-Projekt“ erfahren und haben Petra Nietsch als Referentin im Juni zu einem Turnier eingeladen.

Es ist dies nicht der einzige PR-Termin, auf dem Petra Nietsch in Juni unterwegs sein wird. Zusammen mit Lektor Hartmut Frenk stellt sie den „Weg des Zaunkönigs“ am 20. Juni auch beim Förderverein des Ortsbücherei Querum vor. Und am 18. Juni gastieren das „literarische Doppel“ beim Rotary-Club Braunschweig.

Markus Weber über „Rechter Geschichtsrevisionismus in Deutschland“

Markus Weber über „Rechter Geschichtsrevisionismus in Deutschland“

Jens-Christian Wagner/Sybille Steinbacher (Hrsg.): Rechter Geschichtsrevisionismus in Deutschland.

Rechter Geschichtsrevisionismus in Deutschland

Wer regelmäßig Leserbriefe in der Goslarschen Zeitung liest, wird immer wieder auf solche Leserbriefe stoßen, die die Geschichte für politische Botschaften nutzen und die Geschichte verdrehen: Da werden die Nazis zu Linksextremisten gemacht, die NS-Verbrechen verharmlost oder ein Ende der bisherigen Erinnerungskultur gefordert. Ich finde solche Verdrehungen gefährlich, gerade für unsere Demokratie.

Solcher Geschichtsverdrehung widmet sich der jetzt im Göttinger Wallstein-Verlag erschienene Sammelband. Herausgegeben wurde er von Jens-Christian Wagner, mehrere Jahre Leiter der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, heute Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, und Sybille Steinbacher, Professorin für Geschichte und Direktorin des Fritz-Bauer-Instituts in Frankfurt a.M.

Unterschiedliche Experten haben Beiträge zum gesamten Problembereich verfasst:

Zur Geschichte der Relativierung der Verbrechen und Bildung von Geschichtsmythen, die z.T. auf NS-Propaganda zurückzuführen sind. Es werden unterschiedliche Formen vorgestellt, aber auch die Akteure, Zeitschriften und Verlage, in denen diese Mythen Verbreitung finden.

Herauszuheben ist besonders Götz Kubitschek, der in Schnellroda einen rechten Verlag führt mit dem Ziel, rechte Propaganda zu betreiben und sagbar zu machen. Volker Weiß analysiert beispielhaft eine Rede Kubitscheks, der in martialischer Weise die Deutungshoheit über die Geschichte einfordert – mit den Worten: „Lasst uns Krieg führen!“ Mir hat das Buch geholfen, mich in solchen Fragen zu orientieren.

Letztlich geht es den Autoren des Sammelbandes darum, dass die Auseinandersetzung um eine faktenorientierte Geschichtsschreibung auch der Demokratie dient – und der „demokratischen Selbstverständigung in der Bundesrepublik“, und zwar zur Wahrung demokratischer Werte.

Jens-Christian Wagner/Sybille Steinbacher (Hrsg.): Rechter Geschichtsrevisionismus in Deutschland. Formen, Felder, Ideologie, Wallstein 2025, 205 Seiten, ISBN 978-3835358416, Preis: 20,00 Euro.

Jürgen H. Moch stellt seinen neuen Thriller vor

Der Harz als Arbeits-Albtraum

In einem laut erster Prognose sehr warmen Sommer 2025 soll die „Kalte Oker“ literarisch zwar nicht für Abkühlung, dafür aber umso mehr für Spannung sorgen: Jürgen H. Moch stellt in der BÜCHER-HEIMAT am Donnerstag, 18. September 2025, um 19.00 Uhr gleich nach Erscheinen seinen neuen Krimi vor.

Zum Inhalt gibt der Autor vorab soviel preis: „Als Kommissarin in den Harz? Albtraum! Ulrieke Ebeling hatte sich ihren Karrierestart anders vorgestellt. Statt Großstadttrubel wartet ein versoffener, chauvinistischer Chef kurz vor der Pensionierung – und ein mysteriöser Fall, der sie schnell bis an ihre Belastungsgrenze fordert.

Warum träumt sie ständig vom Ertrinken? Wo steckt ihre Großtante Auguste? Und woher wusste die schon vor Ulrieke von der Versetzung in den Harz? Was hat es mit Ulriekes Erbe auf sich?

Ehe sie es begreift, steckt sie mittendrin in einem Strudel aus Rätseln, Verbrechen und einer schockierenden Erkenntnis über sich selbst, die sie schlichtweg nicht wahrhaben will.

Donnerstag, 18. September 2025, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten
Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT,
Telefon  (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de

Diagnose schwer krank: Zwei Ratgeberinnen

Praxisnaher Leitfaden hilft in schwerer Zeit

Mit „Diagnose schwer krank: Hilfe, die Ihnen bei plötzlicher Pflegebedürftigkeit zusteht“ stellen Ruth Frings und Daniela Berger am Mittwoch, 16. Juli 2025, um 19.00 Uhr in der BÜCHER-HEIMAT einen umfassenden Ratgeber für den Ernstfall vor.

Ein Schicksalsschlag kommt oft unerwartet – und mit ihm eine Flut an Fragen, Unsicherheiten und bürokratischen Hürden. Genau hier setzt das neue Buch von Ruth Frings und Daniela Berger an: „Diagnose schwer krank“ ist ein praxisnaher Leitfaden für Menschen, die plötzlich mit schwerer Krankheit oder Pflegebedürftigkeit konfrontiert sind.

Klar strukturiert, aktuell und leicht verständlich, so der Verlag, führt das Buch Schritt für Schritt durch alle relevanten Themen: Pflegegrad beantragen, Pflegegeld und Kurzzeitpflege nutzen, Verhinderungspflege organisieren sowie Rechte bei Erwerbsminderung und Schwerbehinderung gezielt durchsetzen. Die Autorinnen liefern wertvolle Tipps, To-do-Listen, Checklisten und Fallbeispiele, die die Umsetzung im Alltag erleichtern. Zudem ein umfangreiches Kapitel zum Thema Kinder mit Diabetes Typ 1 – ein sensibler Bereich, der Eltern und Angehörigen eine besondere Orientierung bietet.

Die Autorinnen

Ruth Frings bringt über zwei Jahrzehnte Erfahrung als Hausärztin mit homöopathischem Schwerpunkt mit. Durch ihre berufliche Tätigkeit und ihre persönliche Betroffenheit – als pflegende Angehörige und selbst an MS erkrankt – weiß sie genau, mit welchen Herausforderungen Betroffene konfrontiert sind. Ihre medizinische Kompetenz und ihr großes Einfühlungsvermögen machen sie zu einer engagierten Ratgeberautorin, die Mut macht und praxisnah unterstützt.

Daniela Berger ist seit über 20 Jahren in der Pflege tätig – mit umfangreicher Erfahrung in der stationären und ambulanten Versorgung sowie in der Pflegeleitung. Ihr besonderes Augenmerk gilt der 1:1-Intensivpflege und der Unterstützung von Familien mit pflegebedürftigen Kindern, insbesondere bei Diabetes Typ 1. Als Pflegeprofi mit großem Herz und persönlichem Engagement setzt sie sich dafür ein, Betroffene im Pflegedschungel nicht allein zu lassen.

Mittwoch, 16. Juli 2025, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten
Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT,
Telefon  (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de

Sonja Weber über „Portrait meiner Mutter mit Geistern“

Sonja Weber über „Portrait meiner Mutter mit Geistern“

Rabea Edel: Portrait meiner Mutter mit Geistern

Die Frauen in Rabea Edels Buch „Portrait meiner Mutter mit Geistern“ haben mich tief bewegt. Über vier Generationen spannt sich dieser mutige und außergewöhnlich konstruierte Roman, in dem sich die Blickwinkel immer wieder ändern und die Frauen mal aktiv mal passiv ihre Sicht der Dinge erzählen.

Sie blicken auf die Geschichte, das Schicksal und die Männer, die sie geliebt, die Männer, die sie geheiratet und die Männer, die verschwanden, zurück. Da ist lange keine Zeit für Träume, kein Raum für eigene Wünsche und Vernunft geht immer vor Liebe.

Dann wird 1945 Martha geboren und durchbricht als erste einen bis dahin vorgegebenen Kreislauf. Mit ihrer Tochter Raisa zieht sie allein durch die Welt, wilde Wanderjahre, Glück und Familie für zwei. Nicht mehr, nicht weniger.

Für Raisa gibt es nur das. Dann kommen die Schuljahre, Raisa lernt, dass da mehr sein muss. Was ist mit dem Rest der Familie? Häppchenweise, in Briefen, die sie heimlich in die Ritzen der Gartenmauer schiebt, erzählt Martha, was geschehen ist.

In eben solchen Häppchen erfahren auch die Leserinnen und Leser die Zusammenhänge. Wie ein Mantra hat sich Martha all die Jahre vorgesagt, dass nichts immer wieder geschehe, dass die Zeit kein Kreis sei.

Aber oft hat sie Angst vor der Geschichte, unterdrückt den Drang, die Koffer zu packen und erneut zu verschwinden. Doch für Raisa muss sie jetzt reden, von Familie, von richtig und falsch, von Liebe und Enttäuschung und von Geistern, die nur Möglichkeiten sind, die wiederkommen, wenn man sie lässt.

Rabea Edel: „Portrait meiner Mutter mit Geistern“, C.H. Beck, 396 Seiten, ISBN 9783406829710, Preis: 26,00 Euro.


Ein Lese-„Streifzug durch den Harz“

Spannende Entdeckungen auch für Harzer

Zu einem unterhaltsamen, literarischen Streifzug durch den Harz lädt die BÜCHER-HEIMAT in Bad Harzburg am Donnerstag, 11. September, um 19 Uhr ein. Die Goslarer Autorin Miriam Fuchs nimmt ihr Publikum mit zu verlassenen Orten, sehenswerten Geheimtipps, zu kreativen Künstlern und leidenschaftlichen Gastgebern.

Aus den mittlerweile sechs von ihr verfassten Harz-Reiseführern stellt Miriam Fuchs einige Auszüge vor und macht damit Lust auf das Lese- und Harz-Erlebnis – auch für Harzer selbst. Mit ihren persönlichen Momenten im Rahmen der Bucherstellung und zahlreichen Bildern gestaltet sie den Abend lebendig und macht Lust auf Entdeckungstouren in der Region.

Mit im Gepäck zur Lesung sind auch ihre neuesten Werke „Cafés & Ateliers im Harz“ und „Wander dich glücklich“.

Donnerstag, 11. September 2025, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten
Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT,
Telefon: (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de

Rebecca über „Das Café am Rande der Welt“

Rebecca über „Das Café am Rande der Welt“

John Strelecky: Das Café am Rande der Welt

Wir entscheiden jeden Tag aufs Neue darüber, wie wir unsere Zeit verbringen wollen. In vielen Fällen sind wir aber so sehr auf andere Dinge konzentriert, dass wir vergessen, dass wir diese Macht haben. Die Macht, unser Leben selbst zu bestimmen. Über den Einsatz unserer Zeit zu bestimmen. Zu tun, was uns erfüllt.

John war auf dem Weg in eine Auszeit. Er floh aus seinem Alltag, um Kraft zu tanken und endete in einem kleinen Café, dessen Inhaber und Servicekraft ihn mittels einiger zentraler Fragen auf eine Reise durch seine Lebensanschauungen begleiteten.

Warum bin ich hier? Habe ich Angst vor dem Tod? Führe ich ein erfülltes Leben?

Ich habe den Zweck meiner Existenz, meine Bedeutung, den Sinn meines Lebens, bisher nicht vollständig gefunden, aber ich bin guter Dinge, mich auf dem richtigen Weg zu befinden.

„Das Café am Rande der Welt“ ist zeitlos und schwer. So schwer, wie das Überdenken deines Lebens eben sein kann. Aber es ist so wertvoll.

Ich empfehle nach den verschiedenen Kapiteln eine Lesepause einzulegen und sich Zeit zu nehmen, dass Gelesene zu verarbeiten.

John Strelecky: „Das Café am Rande der Welt“, dtv Verlagsgesellschaft, 128 Seiten, ISBN: 978-3-423-20969-4, Preis: 9,95 Euro.


„Kathmandutal“: Lesung mit Anna Hanisch

„Kathmandutal“: Lesung mit Anna Hanisch

Literarische Reise in ein bemerkenswertes Land

Aus ihrem ersten Roman „Kathmandutal – Eine Geschichte von Menschen und Hunden in Nepal“ liest die Bad Harzburger Autorin Anna Hanisch am Mittwoch, 30. Juli 2025, um 19 Uhr in der BÜCHER-HEIMAT.

In ihrem Buch erzählt Anna Hanisch die ungewöhnliche Geschichte eines sehr jungen verwaisten Straßenhundes, der in den Gassen Kathmandus, der Landeshauptstadt Nepals, allein überleben muss. Dabei trifft er auf Raju, einen jugendlichen Nepalesen, der zusammen mit seiner bereits verwitweten Mutter Sanu auf einer Baustelle als Träger arbeitet. Entgegen den gesellschaftlichen Konventionen entsteht zwischen Sanu und deren Vorgesetzten Kamal eine große Zuneigung.

Doch Raju fällt in die Hände von Kriminellen und verschwindet plötzlich. Es beginnt eine verzweifelte Suche der Mutter nach ihrem Sohn. Als plötzlich auch noch eine Naturkatastrophe eintritt und politische Ereignisse das Land in Unruhe versetzen, müssen Mutter und Sohn getrennt voneinander ihre Lage meistern.

In dem Roman beleuchtet Anna Hanisch die kulturelle Bedeutung der Hunde in Nepal, die Hintergründe der handelnden Personen, ihre individuellen Schicksale und Familiengeschichten.  Immer wieder wird Bezug genommen auf die lebendigen Mythen und Geschichten, die charakteristisch für Nepal und das Kathmandutal sind. Eine weitere Rolle spielt ein geheimnisvolles altes Buch. Es geht durch verschiedene Hände und hat für die handelnden Personen unterschiedliche Bedeutung.

„Kathmandutal“ ist eine außergewöhnliche Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen, sowie die von einem Jungen und einem Straßenhund. Es ist aber auch eine Betrachtung der Gesellschaft im heutigen Nepal. Die Erzählung nimmt die Leser mit auf eine ereignisreiche Reise in ein bemerkenswertes Land, dessen Gebräuchen und Lebensart. Sie eröffnet einen erweiterten Blick auf eine Region, die vielen manchmal nur durch Bergsteigergeschichten vom Mount Everest und den Bildern von schneebedeckten Bergen bekannt ist.

Zur Autorin

Anna Hanisch

Anna Hanisch wurde 1961 in Braunlage geboren, ist in Bad Harzburg bis 1979 auf das Werner-von-Siemens-Gymnasium gegangen und danach für das Studium nach Marburg gezogen. Sie hat viele Reisen, vor allem nach Nepal und Indien unternommen. Anna Hanisch spricht Hindi und Nepali und fühlt sich mit den Menschen dort sehr verbunden.

Die Idee zu ihrem Buch entstand während eines siebenjährigen Aufenthalts in Nepal. Durch ihr Studium der Kulturwissenschaften in Marburg hatte Anna Hanisch Nepal seit 1982 regelmäßig besucht. Nach der Heirat 1993 mit dem Indologen Dr. Albrecht Hanisch erhielt dieser 2007 den Posten des Direktors des „Nepalese German Manuscript Catalogueing Project“ (NGMCP) in Kathmandu durch die Universität Hamburg.

Besonders in der nun folgenden Zeit konnte die Autorin viel über das Land und die Menschen erfahren. Auch seit der Rückkehr im Jahr 2014 steht sie in regem Kontakt zu Freunden aus Nepal. Leider ist Anna Hanischs Ehemann im Jahr 2015 in Bad Harzburg verstorben. 2018 beschloss sie daher, wieder nach Marburg zu ziehen. Es blieb nicht viel Zeit und Energie für ein Buch. Da ihre Mutter aber in Bad Harzburg lebt, entschied Anna Hanisch, im Jahr 2024 wiederum in den Harz zu ziehen, um sie zu unterstützen. Innerhalb weniger Monaten hat sie dann das Buch fertigstellen können.

Anna Hanisch: „Kathmandutal – Eine Geschichte von Menschen und Hunden in Nepal“, Rediroma-Verlag, 372 Seiten, ISBN 9783988855794, Preis: 16,95 Euro.

Lesung mit Anna Hanisch
Mittwoch, 30. Juli 2025, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten
Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT,
Telefon  (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de