Freitag, 12. Mai: Völlig vergurkt

Gurke geht nur als Gewürzgurke

Vom Gurken-Sandwich auf Schloss Dorincourt schwärmt Lady Lorradaile im Kultfilm „Der kleine Lord“. Nun gut, die kulinarischen Vorlieben der Briten geben mit seit jeher Rätsel auf. Am heutigen Freitag, 12. Mai 2023, wird auf der Insel nach der Krönung der „Tag der Gurke“ (National Cucumber Day) gefeiert.

„Gurken – Rezepte & mehr“ kommt im Klappentext mit einer Botschaft daher: „Gurken sind nicht immer grün, möglichst gerade und schlank, sondern auch weiß und gigantisch groß, zitronengelb und rund oder murmelklein und gestreift.“ Ich kenne nur Salat- und Gewürzgurken. Während die Salatgurkenscheiben als unabwendbare Zutat zu vielen Salaten eher gelangweilt mitgegessen werden, bin ich Gewürzgurken-süchtig. Vor allem Käse- oder Mettbrötchen gehen ohne gar nicht.

Meine Oma hatte da mehr Varianten drauf. Doch vor allem eingekocht sind Gurken Gift für meine Geschmacksnerven. Aber „Das Bäuerinnen Einkochbuch“ bietet über saure Gurken hinaus ja auch noch süße Marmeladen. Und da bin ich dann wieder voll dabei.

Doch zurück zu den langweiligen Salatgurken – man muss sie ja nicht essen. Bei der „Kosmetik aus der Speisekammer“ sind sie ganz vorn mit dabei. Auch wenn sie in den 55 Rezepten mit Honig, Apfelessig, Kaffeesatz, Banane, Avocado, Kakao, Olivenöl und Ei um den Spitzenplatz rangeln.

Unter den Gurken-Büchern im Online-Shop der BÜCHER-HEIMAT sprach mich am meisten ein Exemplar an, das mein Deutschlehrer mit „Thema verfehlt“ bewertet hätte: „Die 99 legendärsten Gurken der Autogeschichte“, da kann ich mitreden. Vermutlich habe ich einige der Vehikel selbst gefahren – weil sie niemand haben wollte und es sie folgerichtig günstig gab.

Wer nicht mit dem Auto auf Tour gehen will, dem empfehlen wir, um im Thema zu bleiben, den „Gurkenradweg Spreewald“. Da sind nicht allein landschaftlich schöne Ecken, sondern auch Gurken satt garantiert.

Und wem das Rumgegurke in diesem Blog einfach zu viel wird, der kann sich der Jugendbuchautorin  Christine Nöstlinger anschließen: „Wir pfeifen auf den Gurkenkönig“ ist mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet und kann bestimmt auch zu einem Gurkensandwich gelesen werden.

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Markus Weber über „Transatlantik“

Markus Weber über „Transatlantik“

Volker Kutscher:

Transatlantik

Die erfolgreiche Serie der Kriminalromane über den Berliner Kommissar Gereon Rath von Volker Kutscher ist mittlerweile beim neunten Band angekommen. Die ersten Bände sind erfolgreich verfilmt worden unter dem Titel „Babylon Berlin“. Mir gefallen die Bücher deutlich besser als die Verfilmungen, die zu sehr auf Effekte setzen.

Nachdem die ersten Romane historisch am Ende der Weimarer Republik angesiedelt waren, sind wir inzwischen im Jahr 1937 angekommen. Gereons Frau Charly nimmt nun mit ihren Aktivitäten einen ebenso bedeutenden Raum ein wie Gereon, der nach seinem fingierten Tod in Wiesbaden untergetaucht ist. Charly arbeitet nach dem politisch bedingten Ausscheiden aus dem Kriminaldienst in einer Detektei und kämpft nicht nur um ihren Pflegesohn Fritz, sondern bald auch um ihr eigenes Leben. Nicht umsonst heißt die Folge „Transatlantik“, spielt ein Teil der Handlung doch im kriminellen Untergrund New Yorks. So ergeben sich vielfältige Verwicklungen und Überraschungen, die immer wieder für Spannung sorgen und gleichzeitig Einblicke in das Milieu Mitte der 1930er Jahre bieten.

Auch wenn Handlungsstränge der vorhergehenden Romane aufgegriffen und fortgeführt werden, kann man als Leser*in auch im neunten Band in die Reihe einsteigen. Doch kann ich ebenso empfehlen, mit dem ersten Band „Der nasse Fisch“ zu beginnen. Für gute und spannende Unterhaltung vor dem Hintergrund zeitgeschichtlicher Ereignisse des 20. Jahrhunderts ist in jedem Fall gesorgt.

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Volker Kutscher: Transatlantik. Der neunte Rath-Roman, Piper Verlag 2022, 587 Seiten, ISBN 978-3492071772, 26,00 Euro

Für Einsteiger in die Welt des Kommissars Gereon Rath:

Volker Kutscher: Der nasse Fisch. Der erste Rath-Roman, Piper Verlag 2020, 540 Seiten, ISBN 3492315941, 14,00 Euro

Donnerstag, 11. Mai: Eiskalt emanzipiert

Sophie dominiert die „Gestrengen Herren“

Schnatter! Bibber! Frier! St. Mamertus bestimmt diesen Donnerstag, 11. Mai 2023, als erster Eisheiliger zumindest wettertechnisch. Ob die Fünf uns tatsächlich den Kälteeinbruch bringen? Abwarten und wenn es so kommt, Tee trinken!

Die Prognosen weisen derzeit in die andere Richtung. Es soll wärmer werden. Wenn die Bauernregel versagt, kann man sich mit dem Krimi „Die Eisheilige“ vielleicht noch eine Gänsehaut anlesen. Wobei nicht allein bei diesem weiblichen Titel festzustellen bleibt, dass die Kalte Sophie in Sachen Emanzipation ganz weit vorn ist.

Obwohl bei der meteorologischen Singularität (wie das Weihnachts-Tauwetter) auch von den „Gestrengen Herren“ oder den „Eismännern“ geredet wird, ist sie eindeutig die bekannteste Vertreterin der Eisheiligen. Auch ein Märchen zu den Eisheiligen insgesamt trägt natürlich ihren Namen: „Die kalte Sophie“.

Wer kennt auch schon den heute herrschenden St. Mamertus, St. Pankratius (12. Mai), St. Servatius (13. Mai) und St. Bonifaz (14. Mai)? Sogar deren Bauernregeln sind eher vage und wenig furchteinflößend: „Pankraz, Servaz, Bonifaz, machen erst dem Sommer Platz“ oder „Mamertius, Pankratius, Servatius, bringen oft Kälte und Verdruss“. Da ist die Dame unter den Eismännern ein ganz anderes Kaliber: „Die Kalte Sophie macht alles hie“.

Aber gelten die alten Regeln des Landvolks heute trotz Klimawandels immer noch? Der Meteorologe Karsten Brandt stellt in dem Buch „Stimmen Bauernregeln wirklich?“ altes Wetterwissen auf dem Prüfstand. Und er kommt zu dem Schluss – soviel sei verraten – dass etliche Wettersprüche auch heute noch durchaus ihre Berechtigung haben. Wenn auch oft nur auf die Region bezogen, in der sie ersonnen wurden.

Mich hat das Suchwort „Bauernregeln“ im Online-Shop der BÜCHER-HEIMAT zumindest ein Mal ordentlich in die Irre geführt. Der Titel „Starke Bauernregeln“ war bei den Recherchen für diesen Blog eine Verlockung – aber es geht um die „ungeschriebenen Gesetze des Schachspiels in über 200 gereimten Eselsbrücken und Faustregeln“. Schachmatt!

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Lena Scholz über „Wicca Creed – Zeichen und Omen“

Lena Scholz über „Wicca Creed – Zeichen und Omen“

Marah Woolf:

Wicca Creed – Zeichen und Omen

Wicca Valea Patel lebt seit der Ermordung ihrer Eltern bei den Menschen, bis sie verfolgt wird von Nicolais Lazar. Wicca flieht zu ihrem Großvater, weg von den Menschen und mit der Hoffnung endlich herauszufinden, was in der Nacht passierte, als ihre Eltern ermordet wurden.

Doch ihr Großvater scheint nicht der zu sein, für den sie ihn gehalten hat. Sie merkt, dass sie noch weniger weiß, als gedacht und dass man sie offensichtlich von Informationen bewusst ferngehalten hat. Und so begibt sich Valea Patel auf die Suche nach Antworten, trifft auf Intrigen, Machtspiele, Feinde, Kämpfe und Kriege, die nie beendet wurden. Immer hinter ihr her, ist Nicolais Lazar, der weder Feind noch Freund scheint und dann kommt alles ganz anders, als gedacht…

Ein wunderschönes Buch innerlich und äußerlich mit exklusivem Farbschnitt in der Erstauflage auch im folgenden zweiten und dritten Band. Dieses Buch muss man gelesen haben!

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Marah Woolf: „Wicca Creed – Zeichen und Omen“,  Nova MD, 528 Seiten, ISBN 9783985955923 , Preis: 22,00 Euro.


Mittwoch, 10. Mai: „Gleeeiiiich…!“

Ein Tag für Komik, Dampf und Chaos

„Das ist ein Ex-Papagei!“ Nein, keine Sorge, ich bin an diesem Mittwoch, 10. Mai 2023, weder noch verrückter als sonst, noch unter die Ornithologen gegangen. Heute ist „Monty-Python-Status-Tag”. Und der Papagei würde meinen Status bestimmen.

Wer jetzt nicht mitkommt, kennt vermutlich die britische Komikertruppe Monty Python nicht. Oder Facebook. Beides aber setzt der „International Monty Python Status Day“ voraus.  Es geht schlicht darum, das britische und oft tiefschwarze Humor-Ensemble mit einem Zitat auf Facebook zu würdigen. Da bin ich als Fan gern dabei. Und wem spontan kein Zitat einfällt, dem kann mit „Monty Python. 100 Seiten“ geholfen werden.

Ein wichtiges Datum für die Region und eine ebenso spezielle wie leidenschaftliche Fan-Spezies ist dieser 10. Mai in Braunschweig: Heute vor 96 Jahren startete das Ausbesserungswerk Braunschweig der Reichsbahn an der Borsigstraße. Rund 50 Jahre später schließt es als letztes Dampflokwerk der Bundesbahn. Alles über „Die Dampflok im Bahnbetriebswerk“ soll ein Buch bieten, das den Alltag in Dampflok-Bahnbetriebswerken schildert.

Ein heftiger Streit, in Buchform ausgetragen: Am 10. Mai 1996 werden am Mount Everest mehrere Expeditionen von einem Wetterumschwung überrascht. Acht Menschen kommen ums Leben. Der Teilnehmer Jon Krakauer erhebt in dem Buch „In eisigen Höhen“ (Into Thin Air)  schwere Vorwürfe gegen den Bergführer Anatoli Nikolajewitsch Bukrejew, worauf der mit dem Buch „Der Gipfel“ reagiert.

In Amerika steht heute zudem ein Aktionstag im Kalender, dessen Name allein dazu angetan ist, mich in meine Kindheit zurückzuversetzen: Es ist der „Räum-Dein-Zimmer-auf-Tag“ (Clean Up Your Room Day). Um zu lernen, wie „richtiges Aufräumen“ mit Marie Kondos „Magic Cleaning 1“ mein „Leben verändert“, fühle ich mich zu alt – auch wenn das eine Ausrede sein mag.

Mich spricht ein anderer Titel eher an: „Aufräumen für Faule“. Und sofort fällt mir auch meine Standard-Erwiderung auf das penetrant-permanente Aufräum-Ansinnen meiner Mutter wieder ein: „Gleeeiiiich…!“

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Dienstag, 9. Mai: Von den Socken

„Peter Pan“ – in jeder Hinsicht zeitlos

Wer heute das Gefühl hat, mit dem falschen Fuß aufgestanden zu sein, weil eine der üblicherweise paarweise auftretenden Socken einfach weg ist, sollte sich nicht wundern. An diesem Dienstag, 9. Mai 2023, begehen wir den „Tag der verlorenen Socke“.

Ein Phänomen, das offenkundig weltweit bekannt ist. Der „Lost Socks Memorial Day“ steht in vieler Länder Kalender. Und Betroffene können sich vielleicht damit trösten, dass nicht allein Menschen die Opfer sind: „Der Fuchs sucht seine Socken“ weiß ein buntes Pappbilderbuch – das dem Nachwuchs allerdings auch als Ausrede dienen kann.

Die auf so mysteriöse Weise verschwindenden Fußbekleidungen können allerdings auch motivieren. Beispielsweise dazu, den Bestand aufzufüllen. Und zwar nicht bei einer schnöden Einkaufstour. „52 Wochen Socken stricken“ liefert die Grundlage für pro Woche eine der „schönsten Stricksocken internationaler Designerinnen“. Do it yourself liegt im Trend.

Heute ist aber auch noch der Europatag der Europäischen Union (Internationale Europe Day).  Wer sich am populären EU-Bashing beteiligen will, sollte sich vielleicht zuvor eingelesen haben. „Die Europäische Union für Dummies“ näherte sich dem Thema nicht unkritisch, räumt aber mit einigen Vorurteilen auf und unterstreicht die Vorteile, die gut 500 Millionen Europäer dank der EU genießen. Auch „Die Europäische Union“ will die „101 wichtigsten Fragen“ beantworten.

Heute vor 90 Jahren (1933) reichte der Autor James Hilton das Manuskript eines Romans ein, der einen Mythos prägte und darüber selbst zum Mythos (und zum kommerziellen Welterfolg) wurde:  „Lost Horizon“ (engl.) schuf Shangri-La. „Der verlorene Horizont“ (MP3 Hörbuch), so der deutsche Titel, prägte den westlichen Blick auf Tibet und den Lamaismus nachhaltig.

„Vertigo – Aus dem Reich der Toten“ – Alfred Hitchcocks Psychothriller erlebte heute vor 65 Jahren (1958) seine Premiere. Das Drehbuch basiert auf dem Roman „Vertigo – Aus dem Reich der Toten“ (D’entre les morts) des für seine Psychothriller berühmten Autorenduos Pierre Boileau und Thomas Narcejac. Ein in mehrfacher Hinsicht zeitloses Buch: Der heute vor 163 Jahren (1860) geborene J. M. Barrie, schrieb „Peter Pan“. Alle Rechte vermachte er dem Great Ormond Street Hospital, einem Londoner Kinderkrankenhaus. Als das Urheberrecht abzulaufen drohte, erließ das britische Parlament ein Gesetz, nach dem die Urheberrechte des Krankenhauses an Peter Pan in Großbritannien anders als im allgemeinen Urheberrecht nicht verfallen.

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Montag, 8. Mai: Tag der Befreiung

Makabere „Spielplatz“ 1948 am Kästehaus: Reste einer Flakstellung. Foto: Ahrens-Archiv Bad Harzburg-Stiftung

„Die Menschheit hat den Verstand verloren“

„Mach mal Pause…“ könnte, trotz des Starts in eine neue Arbeitswoche, die Devise an diesem Montag, 8. Mai 2023, sein. Zumindest in USA, dort steht heute der „Trink-eine-Cola-Tag“ (National Have a Coke Day) im Kalender.

In Europa (und auch in den Vereinigten Staaten) gilt es an diesem Datum aber Wichtigerem zu gedenken: Der 8. Mai brachte das Ende des Zweiten Weltkriegs (in Europa) und ist damit auch der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus. Während auf Gedenkfeiern das große Ganze im Vordergrund steht, richtet „Kind, versprich mir, dass du dich erschießt“ den Blick bewusst auf den „Untergang der kleinen Leute 1945“.

Der Zweite Weltkrieg in Europa endete mit der Ratifizierung der Urkunde zur bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht in Berlin-Karlshorst. Die Unterschriften wurden erst um 23.01 Uhr geleistet – was aufgrund der Zeitverschiebung zur MEZ in Berlin dazu führt, dass der „Tag des Sieges“ in Moskau auf den 9. Mai, 01.01 Uhr, fällt.

Bis heute fragen sich viele Menschen, wie es zur Katastrophe kommen konnte. Erich Kästner, als Autor von den Nazis verboten, schrieb ein geheimes Kriegstagebuch. „Das Blaue Buch“ beschreibt beklemmend und erschütternd die Jahre von 1941 bis 1945 in Berlin. „Krigsdagböcker“ (Originaltitel) verfasste auch eine Frau, die die Kindheit vieler Menschen weltweit mit prägte: Und Astrid Lindgren brachte es schon im Titel auf den Punkt: „Die Menschheit hat den Verstand verloren“.

Ein anderer weltberühmter Autor, George Orwell, richtete seinen Blick explizit auf Deutschland und Österreich 1945. „Reise durch Ruinen“ bietet Reportagen, die frei von Triumph oder Hass schildern, welche Zerstörung der Krieg über Städte, Länder und Menschen gebracht hat. „Wolfszeit“ schaut derweil über das Ereignis hinaus auf „Deutschland und die Deutschen 1945 – 1955“.

Lange vor den schrecklichen Ereignissen, die Millionen Menschen das Laben kostete, kam in den Vereinigten Staaten ein Produkt auf den Markt, das später weltweit die Nachkriegsjahre mitprägen sollte. Am 8. Mai 1886 verkaufte der Drogist John Pemberton für fünf Cent pro Glas ein von ihm entwickeltes Mittel gegen Kopfschmerzen und Müdigkeit: Geburtsstunde von Coca-Cola.

In Amerika wird aus diesem Grund heute der „National Have a Coke Day“ begangen, dazu kann man etliche Bücher über den Weltkonzern lesen. Die allerdings liegen auf Deutsch nicht vor, wir können uns derweil bei einem 1000 Teile „Coca Cola Puzzle“ entspannen. Das Puzzler ist erstaunlicherweise  explizit als „Erwachsenenpuzzle“ gekennzeichnet. So wirklich ersichtlich ist der Grund dafür nicht. Es sei denn, es geht um die klassisch-erotische Flaschenform…

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Sonntag, 7. Mai: Zum Weglachen

Ein fröhlicher Sonntag und ein berühmter Versprecher

Dieser Sonntag, 7. Mai 2023, sollte uns fröhliche 24 Stunden bescheren. Wir begehen den „Weltlachtag“.

Wer da fröhlich ans Werk gehen will, könnte „Das kleine Lachyoga-Buch“ lesen und „mit Lach-Übungen zu Glück und Entspannung“ gelangen. Die ursprüngliche Idee des World Laughter Day geht auf die vom indischen Arzt Dr. Madan Kataria begründete Yoga-Lachbewegung zurück. Deren Ziel ist es, durch Lachen „ein Zeichen für den Weltfrieden zu setzen“.

Nun wissen wir alle, dass wie und worüber wir lachen, auch mit dem Alter zusammenhängt. Die „Lachyoga-Partitur“ richtet sich mit „27 praxiserprobten Workshops“ an Kinder und Jugendliche. Während „Lachyoga mit Senioren“ schon mit dem Titel die älteren Semester ins Visier nimmt und „Spiele und Übungen für Gesundheit und Lebensfreude“ offeriert.

Wer nachhelfen muss oder will, um Lachen zu können, kann natürlich auch zu profanen Mitteln greifen: Der Onlineshop der BÜCHER-HEIMAT offeriert 911 Witzbücher. Darunter „Die besten schlechten Witze“. Die seien „so schlecht, dass sie schon wieder gut sind“ – was nur bedingt zutrifft.

Nachdem wir gestern Dorothea Christiane Erxleben im Fokus hatten, schieben wir heute gleich eine weitere starke Frau nach: Die Journalistin, Autorin und Dozentin Carmen Thomas, die am 7. Mai 1946 geboren wurde, zählte als Kommunikationstrainerin in den 1990er Jahren zu den 100 einflussreichsten Frauen Deutschlands.

Deutschlandweit berühmt allerdings wurde sie durch einen Versprecher und die Bild-Zeitung. Am 3. Februar 1973 moderierte Carmen Thomas als erste Frau überhaupt eine Sportsendung im deutschen Fernsehen. Das aktuelle Sportstudio im ZDF.

Die Bild am Sonntag hatte „kalt“ (also vor ihrer zweiten Sendung) bereits einen Verriss geschrieben – und außer Acht gelassen, dass das Blatt schon vor Sendestart am Kiosk war. Carmen Thomas eröffnete ihre Moderation mit dem schönen Satz: „Sie brauchen heute nicht zu gucken, weil eine große deutsche Zeitung schon weiß, wie ich heute sein werde.“

Am 21. Juli 1973 (ver-)sprach die Moderatorin im Sportstudio vom „FC Schalke 05“.  Diesmal wartet die Bild-Zeitung (vorsichtshalber?) 18 Tage, ehe sie das vermeintliche Drama auf Seite 1 brachte und behauptete, Carmen Thomas sei entlassen worden – ungeachtet der Tatsache, dass die Moderatorin noch weitere anderthalb Jahre im Aktuellen Sportstudio zu sehen war…

Als Autorin war Carmen Thomas auf anderen Feldern aktiv. Sie beschrieb in „Ein ganz besonderer Saft – Urin“ Möglichkeiten des Urins im Handwerk, der Energiegewinnung, im Haushalt, in der Landwirtschaft und in der Urin-Therapie. Und „Reaktanz ­– Blindwiderstand erkennen und umnutzen“ verheißt „sieben Schlüssel für ein besseres Miteinander“.

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Samstag, 6. Mai: Eine starke Harzerin

Geniale Geister und scharfe Zungen

Dieser Samstag, 6. Mai 2023, kann im Harz nur einer starken Frau gehören:  Heute vor 269 Jahren (1754) bestand Dorothea Christiane Erxleben ihre Doktorprüfung an der Universität Halle und wurde damit zur ersten promovierten Ärztin Deutschlands.

Der Lebensweg der Frau, nach der die Krankenhäuser in Quedlinburg, Wernigerode und Blankenburg benannt sind, war durchweg bemerkenswert. Wobei sie zu ihrer Zeit noch von Männern abhängig war. Ihr Studium konnte sie nur dank einer Sondergenehmigung von Friedrich dem Großen absolvieren. Es lohnt über „Die Ärztin aus Quedlinburg“ nachzulesen.

An diesem Datum zitiere ich in der Regel ebenso gern wie ausführlich den vor 152 Jahren (1871) geborenen Christian Morgenstern, dessen tiefsinnig-komische Lyrik mich begeistert.  Selbst lesen macht aber auch Spaß. Wir empfehlen „Gesammelte Werke“, da kann einem nichts entgehen.

Für herrliche Zitate und Aphorismen war auch Carl Ludwig Börne berühmt. Der am 6. Mai 1786 im jüdischen Ghetto von Frankfurt/Main als Juda Löb zur Welt gekommene deutsche Journalist gilt dank seiner pointiert-witzigen anschaulichen Schreibweise als Wegbereiter der literarischen Kritik.

Auch in diesem Fall empfehlen wir „Das große Lesebuch“. Zumal darin auch einige der großartigen Zitate zu finden sein dürften, die mich stets für diesen genialen Geist einnahmen. Kostprobe: „Als Pythagoras seinen bekannten Lehrsatz entdeckte, brachte er den Göttern hundert Ochsen dar. Seitdem zittern die Ochsen, so oft eine neue Wahrheit ans Licht kommt.

Heute vor 183 Jahren (1840) wurde die One Penny Black, die erste Briefmarke der Welt, in Großbritannien gültig. Ich versuche gar nicht erst, Internet-Chat-Jüngern Briefmarken zu erklären. Der für Sammler unverzichtbare „MICHEL Briefmarken bestimmen“ trägt die One Penny Black sogar auf dem Titel. Derweil fasst der „Ratgeber Sammeln“ das Spektrum mit „Briefmarken, Münzen, Banknoten“ weiter – was in bargeldlosen Zeiten aber wohl auch nur bedingt Zukunft hat.

Und dann ist heute noch „Weltfischbrötchentag“ – allerdings findet das globale Ereignis nur in Schleswig-Holstein statt, wo der Ostsee-Holstein-Tourismus e.V. den Aktionstag initiierte. Für mich gehören Bismarck-Brötchen zu Schützenfest-Besuchen. Auch ohne „Fischbrötchen Deluxe“.

Zum Finale noch einen Börne (weil ich mich gestern im TV über bornierte Politiker:innen) ärgerte: „Der Wahn aller Regierenden, vom Minister bis zum Pedell herab, ist, daß das Regieren ein großes Geheimnis sei, welches dem Volk zu seinem Besten verschwiegen werden müsse.“

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Freitag, 5. Mai: Ein dufter Tag

Spitze Federn und voluminöse Töne

„Voluminös, edel, weich und warm“ so muss nicht unbedingt dieser Freitag, 5. Mai 2023, werden. Die schwelgenden Worte beschreiben laut Musiklexikon den Klang eines Instrumentes. Heute ist Internationaler Tag der Tuba (International Tuba Day).

Tubisten, so ist vielfach im Internet zu lesen, haben bisweilen das Problem, dass die Tuba oftmals eher als imposantes Anhängsel denn als wichtiger Teil des Orchesters gilt. Genau um dies zu ändern hat der Student und Tubist Joel Day 1979 den Tag der Tuba initiiert.

Als Lektüre wäre da vielleicht ein Kinderbuch zu empfehlen: „Adam und seine Tuba“ erzählt von dem jüngsten Sohn der Artistenfamilie Purzlovski, der mit der Musik zum Star wird. Wer die Sache ernsthafter angehen und selbst zur Tuba greifen will, findet mit „Tuba Fuchs“ (Band 1) Eingang in die „geniale und spaßige Tubaschule“. Und Jazzfans bietet „Tuba“ eine praktische Anleitung für den Jazzneuling.

Vergleichsweise unmusikalisch interessiert mich heute mehr der Cartoonisten-Tag in USA (National Cartoonists Day). Zeichnen kann ich zwar auch nicht, aber ich liebe Cartoons. Wer noch keinen Favoriten unter den Meistern der spitzen Feder hat, ist mit „Sammelbänden“  gut bedient: „HAMBURGER STRICH“ vereint die „besten Cartoonisten der Stadt“. Darunter beispielsweise Till Mette. Und Otto Waalkes liefert das Intro.

Wer schon an Weihnachtsgeschenke denkt, liegt mit „O du Fiese“ und schwarzem Humor zu Weihnachten vielleicht richtig. Das großformatiges Geschenkbuch enthält festliche Karikaturen von den besten deutschsprachigen Cartoonisten.

Ich persönlich schätze auch die satirischen Jahresrückblick mit „Karikaturen zu Politik, Gesellschaft und höherem Blödsinn“: „Beste Bilder 13 – Die Cartoons des Jahres 2022“. Und wer auf den Rückblick-Geschmack gekommen ist, kann natürlich mit einem meiner Lieblings-Cartoonisten noch einen drauflegen: Ralph Ruthe präsentiert „20 Jahre Shit happens!“.

Weil er heute Geburtstag (1956) hat, noch ein spezieller Gruß an den Belgier Luc Zeebroek, der als Kamagurka seine Cartoons in vielen großen Zeitungen und Magazinen wie Titanic veröffentlicht. Außerdem ist er der Schöpfer des „Cowboy Henk“.

Zum Schluss müssen wir noch eine Duftmarke setzen: Heute vor 102 Jahren (1921) präsentierte die französische Modeschöpferin Coco Chanel am 5. Tag des 5. Monats eines der ersten synthetisch hergestellten Parfüms. „Chanel No 5“ wurde das „Jahrhundertparfüm“.

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