Samstag, 18. Februar: Armer kleiner Pluto

Großer Zwergplanet: Pluto. Foto: NASA

Eine Degradierung und ihre Folgen

An diesem Samstag, 18. Februar 2023, sollte zumindest ein suchender Blick gen Himmel gerichtet werden. Wir begehen den „Internationalen Pluto-Tag“. Und dabei geht es nicht um einen Disney-Hund, sondern um den Himmelskörper.

Am 18. Februar 1930 entdeckte der Astronomen Clyde Tombaugh den damals kleinsten Planeten unseres Sonnensystems. Gut sieben Jahrzehnte später, am 24. August 2006, wurde ihm aufgrund einer Neudefinition des Planeten-Begriffs dieser Status durch die Internationale Astronomische Union (IAU) entzogen. Zu diesem Tag würde der Perry-Rhodan-Band 54 mit dem beziehungsreichen Titel „Finale für Pluto“ passen. Oder besser noch „Das Pluto-Debakel“. Wobei der „Hard Science Fiction“-Roman mit der realen Pluto-Historie eher wenig zu tun hat.

Die Degradierung zum Kleinplaneten mit der Nummer 134340, an die im August der Pluto Demoted Day“ erinnert, brachte auch mühsam angeeignetes Wissen durcheinander. Mit dem Merksatz „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten“ hatte ich mir die Planeten (Merkur – Venus – Erde – Mars – Jupiter – Saturn – Uranus – Neptun – Pluto) eingeprägt.

Ohne Pluto heißt das nun „Mein Vater erklärt mir jeden Samstag unseren Nachthimmel.“ Solche Denkstützen liebe ich. Das Buch „Eselsbrücken“ für den Nachwuchs bietet „Merksätze, Gedichte und ganz viel Lustiges“ und aus der Reihe „Duden Allgemeinbildung“ gibt es „Eselsbrücken“ mit den besten Merksätzen und deren Bedeutung.

Kurz noch drei Gratulationen an erfolgreiche (sehr unterschiedliche) Autorinnen. Heute vor 156 Jahren (1867) wurde Hedwig Courths-Mahler geboren. Von der Literaturkritik herablassend behandelt, von der Leserschaft geliebt für ihre mehr als 200 Liebesromane wie „Es gibt ein Glück“.

Nobelpreisträgerin und eine der bedeutendsten Vertreterinnen der afroamerikanischen Literatur ist die heute vor 92 Jahren (1931) geborene Toni Morrison. Eines ihrer wichtigsten und mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Werke ist „Menschenkind“ (Beloved).

Ihr „Erdenkinder-Zyklus“ erreichte eine Gesamtauflage von 34 Millionen Exemplaren und machte die vor 87 Jahren (1936) geborene US-amerikanische Schriftstellerin Jean M. Auel weltberühmt. Der erste Band „Ayla und der Clan des Bären“ wurde 1986 mit Daryl Hannah als Ayla verfilmt.

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Lena Scholz über „Die Würde ist antastbar“

Lena Scholz über „Die Würde ist antastbar“

Ferdinand von Schirach:

Die Würde ist antastbar

Den meisten Lesern ist der Name von Schirach ein Begriff, unter anderem durch sein zuletzt veröffentlichtes Buch „Nachmittage“. Und auch das Buch über die Würde des Menschen, das 2017 veröffentlicht wurde, hat es in sich gehabt.

Ähnlich wie Juli Zeh deckt von Schirach die Schattenseiten von uns Menschen auf. Von dem System, in dem wir leben und warum alles so passiert, wie es passiert. Beim Lesen ist es, als würden einem die Scheuklappen entfernt werden und man sieht zum ersten Mal richtig hin. Denn in kurzen, präzisen Essays mit genug Hintergrundinformationen behandelt Ferdinand von Schirach aktuelle, politische und persönliche Themen.

Dabei wird man sehr zum Nachdenken und Hinterfragen angeregt, anstatt sofort zu beurteilen. Durch dieses Buch bin ich erst richtig auf diesen brillanten Schriftsteller aufmerksam geworden und kann jedem seine Bücher nur von Herzen empfehlen!

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Ferdinand von Schirach: „Die Würde ist antastbar“, btb Taschenbuch, 141 Seiten, ISBN 9783442715008, Preis: 10,00 Euro.


Freitag, 17. Februar: Wiederholungen

Legenden und Kultur-Reisetipps

Da sind Tage, die geben für ein „bebüchertes Kalenderblatt“ vergleichsweise wenig her. Der heutige Freitag, 17. Februar 2023, gehört dazu. Keine internationalen Aktionstage und auch die Literaturhistorie ist eher fad.

Immerhin kann ich noch wie die Fernsehsender reagieren und eine Wiederholung einstreuen. Beispielsweise vom tragischen Ableben Molières, der am 17. Februar 1673 während der Aufführung seines Stückes „Der eingebildete Kranke“ (Le Malade imaginaire) einen Schwächeanfall erleidet und verstirbt. Allerdings hatten wir dies erst vor sieben Tagen thematisiert, als das Stück vor 350 Jahren seine Uraufführung erlebte. Immerhin müssen wir so kein neues Foto hochladen…

Es steht auch zu vermuten, dass wir im vergangenen Jahr den 50. Jahrestag feierten, an dem der VW Käfer zum meistgebauten Auto der Welt wurde. Am 17. Februar 1972 rollte ein hellblau-metallic 1302 S als 15.007.032. Fahrzeug vom Band und verdrängte das Ford Modell T auf Rang 2. „Käfer & Co.“ schildert die „Geschichte der unsterblichen VW-Legenden“. Mittlerweile ist der Toyota Corolla mit rund 50 Millionen Fahrzeugen der unangefochtene Spitzenreiter.

Falls irgendwer eine „Kulturreise“ plant, hätten wir noch zwei Tipps – neben der BÜCHER-HEIMAT-Tour in die Grimm-Welt natürlich. Man könnte zum Beispiel in die Königliche Bibliothek Belgiens (ext.) in Brüssel schmökern gehen. Der Neubau nach einem Entwurf der Architekten Houyoux, Delers und Bellemans wurde am 17. Februar 1969 eingeweiht. Von den 67.000 m² Nutzfläche sind 8.000 m² für Besucher bestimmt.

Ob die KBR bei „Bibliotheken“ von der Antike bis heute dabei ist, war auch mit dem „Blick ins Buch“ nicht festzustellen. Aber der Wälzer mit 300 farbigen und faszinierenden Abbildungen lohnt allemal.

Aber für Bücher haben wir ja die BÜCHER-HEIMAT. Also doch vielleicht lieber die bildenden Künste in der Eremitage in St. Petersburg (ext./Foto oben) bewundern. Deren Gemäldesammlung wurde am 17. Februar 1852 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Das Video „DIE EREMITAGE“ (DVD) erlaubt es, durch die „Schätze der russischen Nation“ zu schlendern, ohne sich in die jährlich mehr als 4 Millionen realer Besucher einreihen zu müssen. Der „DuMont Kunst-Reiseführer Russland“ spannt den Bogen durch das gesamte Riesenreich, immerhin erhielten St. Petersburg mit der Eremitage ein eigenes Kapitel.

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Donnerstag, 16. Februar: Krawattenalarm

Weiberfastnacht mit Kartoffelpuffer

Männer, passt an diesem Donnerstag, 16. Februar 2023, auf eure Krawatten auf! Es ist (Alt-) Weiberfastnacht. Laut Wettervorhersage unter wolkenverhangenem Himmel. Was verbergen könnte, dass wir heute erstmals einen „lichten Tag“ von 10:00 Stunden haben.

Die Sonne geht um 7.31 Uhr auf und um 17.31 Uhr unter. Reichlich Zeit selbst für Närrinnen, die nicht die Nacht zum Tage machen wollen. Heute ist ihr Tag, der den Übergang vom Sitzungs- zum Straßenkarneval am Donnerstag vor Aschermittwoch markiert. Wer dem Ganzen entfliehen will: „Altweiberfastnacht oder lieber den Frühling suchen?“ (eBook) ist wohl karnevalsmufflig.

Wenn überhaupt, so werde ich das karnevalistische Datum bequem ohne abschneidbare Krawatte mit dem Krimi „Weiberfastnacht“ verbringen. Allerdings erst, nachdem ich Kartoffelpuffer mit Apfelmus vertilgt habe, denn heute ist auch der „Tag des Reibekuchens“. Ein gutes Rezept könnte „Aus Omas Küche“ kommen, den darin stehen die „Lieblingsgerichte aus der guten alten Zeit“ wie „Schweinebraten, Frikadellen, Gulasch, Kohlrouladen, Reibekuchen“.

Wer den Kartoffelpuffer nicht so gern mag, muss sich nicht grämen, kann entweder in „Capri und Kartoffelpuffer“ über die Träume eines jungen Mannes in Nachkriegsdeutschland lesen, oder aber den Aktionstag völlig ignorieren. Er wird nämlich in diesem Jahr zum ersten Mal begangen und ist eine Erfindung eines offenkundig darbenden Aktionstage-Kalenders

Normalerweise folgen an dieser Stelle die Geburtstage der Literatur-Größen. Heute machen wir eine Ausnahme, denn dieser 16. Februar ist der „Tag des strahlenden Sterns“. Und der Geburtstag des ehemaligen Diktators Kim Jong-il ist Nationalfeiertag in Nordkorea. Laut offizieller Legende erschienen nach dessen Geburt ein Stern und ein doppelter Regenbogen am Himmel.

Zumindest die Geschichte mit dem Stern zur Geburt kommt mir bekannt vor. Aber lassen wir das. Interessanter ist vielleicht ohnehin der amtierende nordkoreanischen Staatschef „Kim Jong-un“. Das Buch über sein Leben, seine Ziele, seine Politik stammt von einer CIA-Analystin. Ob es dadurch glaubhafter wird, mag jeder für sich entscheiden. Man könnte auch selber hinfahren wie Christian Eisert, der seine „Ferien in Nordkora“ schön-satirisch mit „Kim und Struppi“ betitelte.

Wer einen Jahrhundertmoment nachvollziehen möchte, greift heute zu „Tutanchamun“, einem Schmuckband mit mehr als 300 Fotografien und Illustrationen über die Grabkammer des altägyptischen Königs. Und da gilt mal wieder der Schlagertitel „Wenn nicht jetzt, wann dann“: Es ist heute 100 Jahre her, dass Howard Carter und Lord Carnarvon die Grabkammer öffneten.

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Julia Steinmann über „Ihr glücklichen Augen

Julia Steinmann über „Ihr glücklichen Augen

Elke Heidenreich:

Ihr glücklichen Augen

Elke Heidenreich war in ihrem Leben immer wieder auf Reisen. Sie folgte der Musik, ihren Freunden, der Liebe, der Literatur. Und immer brachte sie unverwechselbare Geschichten mit…

Mit jeder Kurzgeschichte an einem anderen Ort auf der Welt. Das Buch macht Lust, endlich mal wieder auf Reisen zu gehen.

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Elke Heidenreich: „Ihr glücklichen Augen“, Hanser-Verlag, 256 Seiten, ISBN 9783446273955, Preis: 26,00 Euro.


Mittwoch, 15. Februar: Tag des Regenwurms

Spielzeug-Bösewicht tritt gegen St. Valentin nach

St. Skeletor kommt an diesem Mittwoch, 15. Februar 2023, für den Valentinstag im Grunde 24 Stunden zu spät. Aber der knochige Bösewicht ist ja auch der Schutzpatron für den „Anti-Valentinstag für Singles“.

Obelix würde vermutlich feststellen, dass die spinnen, die Briten. Denn der britische „St. Skeletor’s Day“, wie der Anti-Valentinstag am 15. Februar korrekt heißt, ist eine britische Erfindung. Und wer nun grübelt, warum er von St. Skeletor im liturgischen Kalender noch nie gelesen hat, muss sich umorientieren: Skeletor ist der fiese Oberbösewicht und Erzfeind von He-Man aus Mattels martialischer Spielzeug-Serie „Masters of the Universe“.

Wer sich einlesen möchte, greift zu Band 1 von „He-Man und die Masters of the Universe. So richtig klar ist mir allerdings nicht geworden, was Skeletor mit dem Valentinstag zu tun hat. Im Netz wird als Ziel des Anti-Valentinstages die „Vernichtung der kommerzialisierten Vorstellung von Liebe“ inklusive der „Zerstörung aller kitschigen Grußkarten“ propagiert. Das Ganze gipfelt in der „absoluten Ablehnung aller verliebten Paare.

Kindern und erwachsenen Fans der Mattel-Erfindung wird dies alles egal sein. Für sie gibt es „The Art of He-Man und die Masters of the Universe“ als erste umfassende Retrospektive des Phänomens He-Man. Laut Verlagswerbung ein Muss für Fans – die allerdings tiefer in die Tasche greifen müssen (49,00 Euro). Immerhin gibt es dafür als Zugabe eine „Doppelseite zum Ausklappen und eine Folie mit He-Man und Skeletor“.

Wer vom Valentinstag so oder so endgültig die Nase voll hat, kann sich heute besonders gut auch einem ausgesprochen nützlichen Gartenhelfer widmen: Wir haben den „Tag des Regenwurms“ in Deutschland. „Regenwürmer – Helfer im Garten“ sorgen für „lebendigen Boden, gesunde Pflanzen und reiche Ernte“.

Sie tun dies, indem sie mit ihren Ausscheidungen einer der primären Erzeuger des sogenannten Dauerhumus sind und wichtige Nährstoffe für das Pflanzenwachstum liefern. Außerdem lockern sie den Boden, weshalb Regenwürmer insbesondere auch im biologischen Gartenbau wichtig sind.  Der Naturschutzbund (Nabu) Deutschland hat denn auch 2017 eine Huldigung zum Tag des Regenwurms  im Internet veröffentlicht (ext.). Auch in der Reihe „Die Neue Brehm-Bücherei“ führt ein Buch „Die Regenwürmer“ tiefer in deren Welt ein.

Unsere Sehgewohnheiten wurden derweil heute vor 18 Jahren grundlegend „umgepflügt“: Am 15. Februar 2005 gründeten die ehemaligen PayPal-Mitarbeiter Chad Hurley, Steve Chen und Jawed Karim das Internet-Videoportal YouTube. “The Real You Tube Story” gibt es, fast möchte man sagen logischerweise, nur als eBook.

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Lena Scholz über „Das Glück hat acht Arme“

Lena Scholz über „Das Glück hat acht Arme“

Shelby Van Pelt:

Das Glück hat acht Arme

Wussten Sie, dass Oktopoden nur vier Jahre alt werden können, drei Herzen haben und 40 Minuten ohne Wasser sein können? Marcellus weiß das und noch viel mehr, denn er ist ein Oktopus in Gefangenschaft im städtischen Aquarium von Sowell Bay.

Dort arbeitet Tova als Putzfrau, die eigentlich schon ihren Ruhestand genießen sollte, doch sie glaubt, dass niemand so gut putzen kann wie sie. Tova lebt allein, seit ihr Mann vor zwei Jahren starb. Ihr Sohn wird seit 30 Jahren vermisst. Als Tova einen Unfall erleidet, muss ein junger Mann ihren Job übernehmen.

Cameron ist dreißig und hatte keinen Job, weswegen er von seiner Freundin aus der Wohnung geschmissen wurde. Mit dem Geld seiner Tante macht er sich auf die Suche nach seinem leiblichen Vater, den er nie kennengelernt hat. Dabei kommt er nach Sowell Bay und lernt Tova kennen.

Ein wunderschöner, leichter Roman mit natürlichen, sympathischen Protagonisten und dem Funken, der das Buch irgendwie zu etwas Besonderem macht.

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Shelby Van Pelt: „Das Glück hat acht Arme“, Fischer Krüger, 462 Seiten, ISBN 9783810530820, Preis: 22,00 Euro.


Montag, 13. Februar: Welttag des Radios

„Turn your radio on“

Der Schlussspurt der Valentinswoche beginnt an diesem Montag, 13. Februar 2023, vor dem morgen anstehenden großen Finale mit dem „Tag des Küssens“.

Turn your radio on“, sangen einst Shakespears Sisters. Eine Aufforderung, die nie besser passen kann als am heutigen „UNESCO Welttag des Radios“ (UNESCO World Radio Day). Initiiert wurde der Aktionstag in Erinnerung an die Gründung des United Nations Radio am 13. Februar 1946.

Aber man kann natürlich auch jeden anderen Sender suchen. Wobei die Auswahl groß ist.  Der „HÖRZU Radio Guide“ gibt laut Verlag einen „kompletten und detaillierten Überblick über alle Rundfunksender in Deutschland, Österreich und der Schweiz“. Mehr als 300 sollen es sein.

Wem das nicht genug ist, der kann sich sein eigenes Radio machen. „Alles, was Radiomacher heute wissen müssen“, so die Verlagswerbung, wird kompakt in dem Buch „Erfolgreich Radio machen“ erklärt.  Dann könnte es ja losgehen, wobei wir wohl schon einen Schritt weiter sind – im Buch „Nach dem Rundfunk“ geht es um die „Transformation eines Massenmediums zum Online-Medium“.

Nicht allein Rundfunk und Fernsehen haben zu kämpfen, die Streaming-Welt bringt auch die Kinos in schwierige Situationen. Dabei ist es gerade einmal 128 Jahre (1895) her, dass die Brüder Lumière in Paris ihren Cinématographe patentieren ließen. „Big Ideas. Das Film-Buch“ will die „besten Filme aus 100 Jahren Filmgeschichte“ von „Casablanca“ bis „Gravity“ oder „Parasite“ einfach erklären.

Aber zurück zum Rundfunk und damit auch zur Musik. Heute vor 53 Jahren (1970) eröffentlichte die Band „Black Sabbath“ ihr gleichnamiges Debütalbum und läutet damit das Zeitalter des Heavy Metals ein. Was die Mannen um John „Ozzy“ Osbourne unsterblich macht:  „Black Sabbath“, die Legende lebt. Und in einem schleswig-holsteinischen Dorf kann man laut einem Buch erfahren, „was die Gesellschaft von den Metalheads lernen kann“: „WACKEN – das perfekte Paralleluniversum“.

Der Abschied von einer britischen Boygroup auf den Tag genau 26 Jahre nach der Geburtsstunde des Heavy Metals ist tatsächlich schwer zu verknüpfen. Zwischen Black Sabbath und Take That liegen Welten. Die emotionalen Auswirkungen der Take-That-Trennung aber waren rund um den Globus heftig, für Fans wurden Notfall-Telefone eingerichtet. „Anja Rützel über Take That“ beschreibt das Leid der meist weiblichen Fans.

Getrauert haben am 13. Februar 2000 auch viele Fans der gehobenen Comic-Kunst. Einen Tag nach dem Tod von Charles M. Schulz erschien der letzte Peanuts-Comicstrip. Seither kann man aber zu „… Und Charles M. Schulz schuf die Peanuts“ greifen. Eine „Hommage an den größten Comicstrip aller Zeiten“ – die allerdings auch entsprechend ins Geld geht.

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Sonntag, 12. Februar: Ein Tag für Charles Darwin

Valentinswoche und die Entstehung der Arten

In der Valentinswoche ist dieser Samstag, 12. Februar 2023, der „Tag der Umarmung“ (Hug Day). Was für die Entstehung der Arten ja auch nicht ganz unwesentlich ist – was für eine Überleitung zum Internationalen Darwin-Tag, der heute ebenfalls ansteht.

Wer kurz und knapp auf 32 Seiten mehr über den am 12. Februar 1809 geborenen „Charles Darwin“ wissen möchte, kann sich in der Reihe „Little People, Big Dreams” bedienen. Oder zur Comic-Biografie „Charles Darwin und die Reise auf der HMS Beagle“ greifen. Kaum eine Theorie hat das moderne Weltbild so stark geprägt wie die Evolutionslehre, die Charles Darwin in seiner Abhandlung „Über die Entstehung der Arten“ (On the Origin of Species) formulierte.

Am heutigen Tag würdigen Universitäten weltweit Darwins Beitrag zur Wissenschaft. Wer da richtig mitreden möchte, muss auch beim Preis deutlich höher ran. Die kommentierte und illustrierte Ausgabe „Charles Darwin: Die Entstehung der Arten“ ist eher etwas für Profis oder glühende Fans.

Solch glühende Fans hat auch der Füllfederhalter, den Lewis Edson Waterman erfand und sich am 12. Februar 1884 patentieren ließ. Die Faszination edler Schreibfedern ist seither ungebrochen – und an mir verschwendet. Unabhängig vom genutzten Schreibwerkzeug lauteten frühe Lehrereinschätzungen meiner Handschrift stets lapidar „Sauklaue“. „Wissenswertes über Füllfederhalter“ aber würde mich durchaus interessieren.

Ebenso edel und ebenso faszinierend: Am 12. Februar 1978 wurde in Teheran das Iranische Teppichmuseum eröffnet. Wer einen kunstvollen geknüpften Bodenbelag erwerben möchte, sollte sich vorab informieren. Beispielsweise im „Handbuch der orientalischen Teppichkunde“.

Bisweilen liegt die Faszination aber nicht im Zeigen, sondern im „Verstecken“ – wofür Christo und Jeanne-Claude mit verhüllten Gebäuden oder dem verhüllten Hunt in Goslar beredte Beispiele lieferten. Nicht immer aber hieß es „wrap the world“: Am 12. Februar 2005 wurde in New York die Kunstinstallation „The Gates“ eröffnet. Nachzulesen in “Christo and Jeanne-Claude. 40th Ed.”

Irgendwann müssen auch die größten Genies den ersten Schritt wagen. Und Johann Wolfgang von Goethe hätte als Dichterfürst einen schlechteren Erstling abliefern können: Am 12. Februar 1776 schrieb er sein erstes Gedicht mit dem Titel „Wandrers Nachtlied“. Wer dies interpretiert haben möchte, wird bei Reclam fündig: „Johann Wolfgang Goethe: Wandrers Nachtlied / Ein Gleiches“.

Geburtstagsglückwünsche noch an einen meiner Lieblingsautoren: Heute vor 120 Jahren (1903) kam  Georges Simenon zur Welt. Ich liebe seinen Kommissar Maigret. Einen der 75 Romane habe ich bereits besprochen. Wer nicht weiß, wo mit Maigret anfangen, schnappt sich vielleicht „Maigrets erste Untersuchung“ – was  allerdings nicht das erste Buch der Reihe, sondern eine Art Rückblick ist.

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Samstag, 11. Februar: Notruf 112

Ein Tag für Frauen in der Wissenschaft

Dieser Samstag, 11. Februar 2023, ist ein ganz besonderer Tag. Nicht unbedingt, weil es in der Valentinswoche der „Tag des Versprechens“ (Promise Day) ist. Die besondere Bedeutung des Datums wird deutlich, wenn man es in Zahlen schreibt: 112 – heute ist der „Europäische Tag des Notrufs“.

Seit 2009 wird dieser von der Europäischen Union initiierte Aktionstag begangen. Ziel ist es, „die europaweite Gültigkeit des Euronotrufs 112 sichtbarer und die Vorteile der europaweiten Notrufnummer bekannter zu machen“. Unter „Notruf 112“ (pdf eBook) gibt es in der Rettungsleitstelle sicherlich „Dramatisches und Kurioses“ zu erleben.

Wobei keine Zweifel an „112 Gründe, die Feuerwehr zu lieben“ bestehen sollten. Die „Hommage an eine ganz besonders heiße Institution“ ist gerade in Zeiten wichtig, in denen Retter immer öfter angepöbelt und gar angegriffen werden.

Ein Notruf würde sogar heute noch wohl auch zu einem weiteren Aktionstag passen. Heute ist der „Internationale Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft“, den die Vereinten Nationen ins Leben riefen, um die Rolle, die Frauen und Mädchen in Wissenschaft und Technik spielen, zu würdigen. Zudem soll der vollwertige und gleichberechtigte Zugang zur Teilnahme an der Wissenschaft für Frauen und Mädchen gefördert werden. Was vielfach immer noch Not tut.

Betrachtet man „Geniale Köpfe der Naturwissenschaften“ von Marie Curie bis Stephen Hawking, dann finden sich unter den „50 inspirierenden Lebensgeschichten aus der Welt der Wissenschaft“ deutlich weniger Frauen. Darunter natürlich „Marie Curie“, die als erste Frau 1903 zusammen mit Pierre Curie den Nobelpreis für Physik erhielt – hier für den Nachwuchs aus der Reihe „Little People, Big Dreams“ ein großes Leben in einem kleinen Buch auf 32 Seiten. Unbedingt sehenswert ist auch der Film „Marie Curie – Elemente des Lebens“ (DVD)

Zum Thema passt weiter, dass heute vor 84 Jahren (1939) die Physikerin Lise Meitner zusammen mit ihrem Kollegen Otto Frisch in der Wissenschaftszeitschrift „Nature“ theoretische Überlegungen zur Kernspaltung veröffentlichen und damit für Aufsehen sorgte. Wer mehr zu großen Frauen in Kultur und Wissenschaft wissen möchte, sollte einen Abend in der BÜCHER-HEIMAT nicht verpassen: Am Dienstag, 16. Mai, porträtieren Heike Zumbruch und Gabriele ReichardNobelpreisträgerinnen“. Dazu lohnt sich der Blick in  „Nobelpreisträgerinnen“ (pdf), 14 Schriftstellerinnen im Porträt. Die 305 digitalen Seiten gibt es kostenlos im Online-Shop der BÜCHER-HEIMAT.

Heute vor 106 Jahren (1917) erblickte ein Mann das Licht der Welt, der als Regisseur, Drehbuchautor (Oscar-ausgezeichnet) und Schriftsteller erfolgreich war: Sidney Sheldon. Aus seiner Feder stammen die Drehbücher für Erfolgsserien wie „Bezaubernde Jeannie“ und „Hart aber herzlich“.  Viele seiner Thriller wurden wie „Jenseits von Mitternacht“ ebenso erfolgreich verfilmt.

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