Samstag, 1. Oktober: Der Kaffee ist fertig

Kalter Kaffee mit Maracujasaft

Noch nicht ganz wach, doch schon habe ich zwei Aktionstage an diesem Samstag, 1. Oktober 2022, zünftig begangen: Heute ist der „Tag des Kaffees“. Und ohne geht morgens gar nichts. Aktionstag hin oder her.

Wobei ich etwas irritiert ob der Tatsache bin, dass die Datenbank der „Kuriosen Feiertage“ heute gleich zwei Kaffee-Festtage führt. Da wäre zunächst der „Internationale Tag des Kaffees“ (International Coffee Day), der zwar jünger als der „Tag des Kaffees in Deutschland“ ist, diesen aber sozusagen terminlich schluckte.

Deutschlands Kaffeeverband (ext.) feiert seinen bundesweiten Tag bereits zum 17. Mal (seit 2006), während international erst 2015 durchgestartet wurde. Andererseits tut eine gewisse Internationalität gut, wenn man beim Gewinnspiel des Kaffeeverbandes absahnen will: Es wird ein Name für einen Drink gesucht. Natürlich auf Kaffeebasis.

Die Teilnahme musste ich mir allerdings erst via Google erschließen, konnte ich doch mit „Cold Brew“ nicht wirklich was anfangen: „Cold Brew und Maracujasaft verfeinert mit einem Schuss Vanillesirup und einem Spritzer Zitrone – das Ganze auf Eis serviert.  Der perfekte Energie-Kick am Vormittag und ein köstlicher Sundowner am Abend.

„Cold Brew“ erinnert mich an Toshikazu Kawaguchis „Bevor der Kaffee kalt wird“, ein bereits millionenfach verkauftes Buch über ein japanisches Café, in dem Zeitreisen mit begrenzter Dauer möglich sind – bis der Kaffee kalt ist. Womit der belesene Nachwuchs schon mal weiß, dass Feuerwehrleute kaum auf Zeitreisen gehen können: „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“.

In meinem Bekanntenkreis trinken alle den Kaffee heiß (und ganz sicher ohne Maracujasaft). Dafür aber viel. Wodurch wir dazu beitragen, Kaffee zum liebsten Getränk der Deutschen zu machen. Pro Kopf und Jahr schlucken wir rund 160 Liter weg. Damit liegt der Kaffee noch vor Wasser und Bier.

Wer sich dem Thema grundsätzlich und umfassend nähern will greift zu „Das Kaffee-Buch“. Laut Verlagswerbung erfährt man darin alles über „Sorten, Anbaugebiete, Barista-Wissen und Rezepte aus der ganzen Welt“. „FAQ Kaffee“ ist ein weiteres Werk überschrieben, das als „Handbuch der Kaffeewelten“ gepriesen wird. Wobei FAQ allerdings nicht für „frequently asked questions“ (häufig gestellte Fragen) steht, sondern für „Fragen, Antworten, Quintessenzen“.

Ich hole mir jetzt noch eine Tasse. Und ich denke an den nicht gerade gesunden Buchtitel „Kaffee und Zigaretten“. Es soll das „persönlichste Buch“ des Bestsellerautors Ferdinand von Schirach sein. Ganz lange gehörten Kaffee und Zigaretten auch für mich zusammen. Jetzt locken mich die Glimmstängel schon lange nicht mehr. Wohl aber der lockende Werberuf: „Der Kaffee ist fertig…“.

— Das will ich lesen! Alle Links im Text führen direkt zum Shop —



Freitag, 30. September: Zum Reinbeißen


Mit dem Laden des Videos akzeptierst du die Datenschutzerklärung von YouTube.

Steigerungsformen: Graubrot, Butterbrot, Wurstbrot

Dieser Freitag, 30. September 2022, ist zum Reinbeißen: Heute ist der „Tag des Deutschen Butterbrotes“. Da geht in meiner Geschmackswelt wenig drüber. Aber dazu später mehr.

Das Butterbrot spielt in der Literatur offenkundig eine eher untergeordnete Rolle. Gerade mal fünf Titel habe ich im Online-Shop der BÜCHER-HEIMAT aufgestöbert. Darunter „Beethovens Butterbrot“, das „Heitere Historische Heldenepen“ liefern soll. Heiter! Ein ordentliches Butterbrot ist eine ernste Sache. Weswegen es auch die Internetseite „Rettet das Butterbrot“ (ext.) gibt.

Geradezu todernst, ist der Komparativ – nein, was sage ich – der Superlativ des Butterbrotes: das Wurstbrot! Und niemand kann die Bedeutung dieser herausragenden Errungenschaft menschlichen Schöpfergeistes besser würdigen als der von mir verehrte Kabarettist Jochen Malmsheimer. Das Video seines Wurstbrot-Auftrittes ist fast so köstlich wie das Objekt der Begierde selbst (s.o.).

Jochen Malmsheimer hat noch mehr weise Erkenntnisse über den menschlichen Alltag zu bieten. Und auch zu den besonderen Momenten, beispielsweise wenn in „Halt mal, Schatz!“ detailliert  „alles über Planung, Kiellegung, Stapellauf und Betrieb eines Babys“ ausgeführt wird. Wem das nicht reicht, der kann zu „Gedrängte Wochenübersicht“ greifen, das Malmsheimers Verlag als „ein Vademecum der guten Laune“ anpreist.

Wer bei „Vademecum“ ins Rätseln kommt, im Zweifel gar an Kaugummi oder Salben denken mag, sollte das Lexikon konsultieren: „Ein Vademecum (…) ist ein Heft oder handliches, kleinformatiges Buch, das als nützlicher Begleiter bei der Berufsausübung, auf Reisen oder in sonstigen Lebenslagen am Körper in einer Tasche mitgeführt werden kann.“

Das merken wir uns. Und in der BÜCHER-HEIMAT werden online auch ein paar hundert „Vademecums“ (Plural) wie das „Vademecum des Schleifens“ offeriert. Für Schleifer vermutlich tatsächlich ein „nützlicher Begleiter“…

Nach dem Ausflug in eine herzhafte Ernährungslehre wenden wir uns noch der großen Kunst zu. Heute vor 255 Jahren wurde Gotthold Ephraim Lessings „Minna von Barnhelm“ uraufgeführt.

Ebenfalls ihre Uraufführung erlebte die Oper „Die Zauberflöte“ (Bilderbuch) am 30. September 1791 in Wien. Wolfgang Amadeus Mozarts Meisterwerk (DVD) ist bis heute die meistgespielte Oper der Welt. Gefolgt von Bizets „Carmen“ und Verdis „La Traviata“.

Mit einem Video haben wir das bebücherte Kalenderblatt begonnen, mit einer DVD-Empfehlung beschließen wir es. Heute vor 62 Jahren strahlte der US-Sender ABC die erste Folge von „The Flintstones“ aus, die als „Familie Feuerstein“ auch bei uns unzählige Fans hat. Yabba Dabba Doo!

— Das will ich lesen! Alle Links im Text führen direkt zum Shop —



Donnerstag, 29. September: Sparsame Krone

Ronaldos neue Rückennummer?

Ein himmlischer Tag, dieser Donnerstag, 29. September 2022. Gedenktag aller Engel. Wobei der Heilige Michael, Erzengel und deutscher Schutzpatron, besonders im Fokus steht. Nicht zuletzt mit Blick aufs Wetter und damit auf der Energieverbrauch.

Der Blick in die Bauernregeln (Wandkalender) verrät gleich „Der Michel zündt’s Licht an“. Mal ganz abgesehen von der etwas despektierlichen Ansprache eines Erzengels, scheint sich in höheren Sphären auch noch nicht herumgesprochen zu haben, dass das Licht besser aus bleibt. Wir sparen.

Aber vielleicht müssen wir ja gar nicht knausern. Zumindest wenn es heute regnet, nur wenn es stürmt, sieht’s übel aus: „Regnet’s am Michaelistag, folgt milder Winter nach. Wenn aber Michael der Wind kalt weht, ein harter Winter zu erwarten steht“. Auch Sonne kommt heute nicht so gut: „Gibt Michaeli Sonnenschein, wird in zwei Wochen Winter sein“. Meine Wetter-App lügt sich raus. Bis auf Sturm (windstill) wird ein buntes Durcheinander von Wolken, Sonne, Regen vorhergesagt.

Aus zwei guten Gründen muss ich mal wieder einen Fußballschlenker einbauen. Zum einen, weil ich mich selten so amüsiert habe wie über die Nachricht, dass King Charles‘ offizielles Monogram „CR III“ ist. „CR 7“ war ja auch schon an Christiano Ronaldo vergeben. Dessen Biografie trägt den Untertitel „Die Geschichte eines Besessenen“. Für den könglichen CR würde ja eher „Die Geschichte eines Geduldigen“ passen.

Das Monogram (Royal cypher, also königliches Chiffre) gibt es vierfarbig und schwarzweiß. Dachte ich. Aber weit gefehlt. Das schwarzweiße Monogram ist die schottische Version mit der schottischen Krone. Ob das etwas mit dem sprichwörtlichen Geiz in den Highlands zu tun hat, wird in der Mitteilung des Buckingham Palace (ext.) nicht ausgeführt.

Lassen wir Christiano Ronaldo mal etwas außer Acht, denn der zweite Fußballgrund liegt uns sehr viel näher: Heute vor 148 Jahren (1874) trugen Schülern des Gymnasiums Martino-Katharineum in Braunschweig unter der Leitung von Konrad Koch und August Hermann auf dem Gelände des „Kleinen Exerzierplatzes“ das erste Fußballspiel (e-Book) auf deutschem Boden aus. Damit war der Fußball auf dem europäischen Festland angekommen.

Bleiben wir in der Region. Am 29. September 1015 weihte Bischof Bernward von Hildesheim die Michaeliskirche in Hildesheim ein. Der Bau der Kirche hatte vermutlich im Jahre 1010 begonnen. Im Vergleich zu manchen Flughafenbauern waren die damals wieselflink.

Noch zwei kurze literarische Einträge für unser bebüchertes Kalenderblatt: Heute vor genau 100 Jahren wurde das Drama „Trommeln in der Nacht“ als erstes Stück aus der Feder Bertolt Brechts uraufgeführt.

Und heute vor 475 Jahren (1547) erblickte Miguel de Cervantes das Licht der Welt. Und der Spanier machte sich selbst mit seinem Don Quijote unsterblich und fand mit dem Kampf gegen die Windmühlenflügel Eingang in unseren Sprichwortschatz.

— Das will ich lesen! Alle Links im Text führen direkt zum Shop —



Mittwoch, 28. September: Flüchtiges Begehren

Dumme Fragen auf klugen Eselsbrücken

Die Tage werden rapide kürzer. Morgens beim Aufstehen ist es noch dunkel und am heutigen Mittwoch, 28. September 2022, geht die Sonne zum letzten Mal in diesem Jahr nach 19 Uhr unter. Genauer gesagt um 19.01 Uhr.

Bei den mehr oder minder kuriosen Aktionstagen gibt es bisweilen interessante Konstellationen. So haben wir heute den „Internationaler Tag des Rechts auf Wissen“ und den von der UN initiierten „Internationalen Tag des allgemeinen Informationszugangs“, der die Informationsfreiheit fördern soll.  Nicht so ganz dazu passt der „Stell-eine-dumme-Frage-Tag“, den die US-Amerikaner als „Ask a Stupid Question Day“ ins Leben riefen.

Nun habe ich zwar schon früher gelernt, dass es keine dummen Fragen, sondern nur dumme Antworten gebe. Geglaubt habe ich das nie. Wer testen will, ob er mit klugen Fragen klar kommt, greift zu „Allgemeinbildung für Dummies“. Trotz des Titels sollte man aber ziemlich belesen sein sollten, um nicht zu frustriert aus der Lektüre herauszugehen. Ich erkunde meine Wissenslücken ja am liebsten mit „Trivial Pursuit“.

Man kann sich aber vorbereiten, etwa mit dem Werk „Das große Buch der Allgemeinbildung“ aus dem Hause Duden. Auf 608 Seiten soll es „ein Leitfaden durch das Labyrinth des Wissensangebots unserer Zeit“ sein. Und auch für alle, die sich manche Dinge partout nicht merken können, hat der Duden ein Hilfsmittel: „Eselsbrücken – Die besten Merksätze und ihre Bedeutung“.

Ich persönlich liebe ja Eselsbrücken. „333 – bei Issos Keilerei“. Oder „753 – Rom kroch aus dem Ei“. Außerdem habe ich so gelernt, dass „gar nicht gar nicht zusammengeschrieben“ wird und dass dämlich ist, wer „nämlich mit h“ schreibt. Im Englischunterricht blieb haften: „Yesterday, ago und last, fordern stets das simple past“ – da hätte ich mich dann nur noch erinnern müssen, was um alles in der Welt „simple past“ war…

Kluge Köpfe wie der Bakteriologe Alexander Fleming hatten Eselsbrücken bestimmt nicht nötig gehabt. Obwohl der Forscher nur zum „Penicillin Man“ (engl., nur vorbestellbar) wurde, weil er schlampig das Labor aufräumte und so den Schimmelpilzen der Gattung Penicillium die Chance gab, Staphylokokken-Kulturen abzutöten. Geburtsstunde des Penicillin.

Noch eine kleine Info für alle, die von den Royals nicht genug bekommen können: Heute vor 277 Jahren erklang zum ersten Mal „God Save the King“ zu Ehren von König George II. von Hannover. Nachzulesen auch in „Die WindsorsDie deutschen Wurzeln des britischen Königshauses von Georg I. bis Elizabeth II.“ König Charles III. muss noch eingearbeitet werden. E-Books sind da im Tempovorteil: „King Charles III“ liegt schon vor.

Heute vor 94 Jahren haben die Comedian Harmonists ihr Debüt im Berliner Großen Schauspielhaus. Ein Buch über das Ensemble als „Der Roman einer Legende“  zu bezeichnen, greift nicht zu hoch.

Und dann wäre da noch Donna Leon, die heute ihren 80. Geburtstag feiert. Wer auf Commissario Brunettis 30. Fall wartet, muss sich bis zum 26. Oktober 2022 gedulden, ehe „Flüchtiges Begehren“ gestillt werden kann.

— Das will ich lesen! Alle Links im Text führen direkt zum Shop —



Dienstag, 27. September: Ein Tag im Jahr

Der Eulenspiegel-Brunnen im Bäckerklint in Braunschweig. Bild: Wikipedia (gemeinfrei)

Till Eulenspiegel ist einer von uns

Diesen Dienstag, 27. September 2022, müssten wir im Harz eigentlich besonders begehen, denn es geht um eine wirtschaftliche Grundlage der Region. Es ist „Welttourismustag“ (World Tourism Day).

Der Welttourismustag soll, so die Welttourismusorganisation (UNWTO), die „Bedeutung des Tourismus für die internationale Gemeinschaft sowie seine Auswirkungen auf soziale, kulturelle, politische und wirtschaftliche Werte weltweit“ aufzeigen. Wer sich da einlesen will, kann zu einem Standardwerk greifen: „Tourismus, Hotellerie und Gastronomie von A bis Z“.

Touristen werden eher selten in die ägyptische Hafenstadt Rosetta im Nildelta kommen, dazu ist die Zugkraft des nahegelegenen Alexandrias vermutlich zu groß. Obwohl im Hafenstädtchen 1799  „Der Stein von Rosetta“ gefunden wurde, der weltberühmt wurde.  In drei Schriftblöcken (Hieroglyphen, Demotisch, Altgriechisch) ist ein sinngemäß gleichlautender Text eingemeißelt, der 196 v. Chr. den König Ptolemaios V. rühmt. Heute vor 200 Jahren (1822) konnte Jean-François Champollion verkünden, dass er mit Hilfe des Steins von Rosetta das Geheimnis der Hieroglyphen, gelüftet habe.

Schelmischer geht es zwischen Harz und Heide zu. Festzumachen ist dies unter anderem an dem heute vor 116 Jahren (1906) eingeweihten Eulenspiegel-Brunnen am Bäckerklint 11 in Braunschweig. Und dass der Narr einer von uns ist, dürfte auch in dem Buch „Till Eulenspiegel – Ein kurzweiliges Buch von Till Eulenspiegel aus dem Lande Braunschweig“ von Bedeutung sein.

Bei einem Bäcker soll Till Eulenspiegel statt Brot Eulen und Meerkatzen gebacken haben. Bis heute sind in einigen Braunschweiger Bäckereien „Eulen und Meerkatzen“ in Gebäckform zu bekommen. Im Gedenken an den Narren und seine Braunschweiger Streiche stiftete der jüdische Bankier Bernhard Meyersfeld den Brunnen im Jahre 1905.  

Ein faszinierendes literarisches Projekt startete die Schriftstellerin Christa Wolf am 27. September 1960 in der DDR. Sie folgte einem Aufruf der Moskauer Zeitung „Iswestija“, einen Tag quasi live zu beschreiben. Die Idee ging zurück auf eine vergleichbare Aktion „Ein Tag der Welt“ von Maxim Gorki im Jahre 1936.

Christa Wolf aber ließ die Idee nicht mehr los. Sie beschrieb in der Folge jeden 27. September bis zum Jahre 2000 und veröffentlichte drei Jahre später das Buch „Ein Tag im Jahr“, das so zum Zeitzeugnis der deutsch-deutschen Geschichte wurde. Und die Autorin setzte die sehr spezielle Tagebuchform bis zu ihrem Tod fort. 2013 wurde aus dem Nachlass „Ein Tag im Jahr im neuen Jahrhundert“ veröffentlicht.

Heute vor 24 Jahren (1998) war im gewissen Sinn außerdem auch noch die mediale  Geburtsstunde eines heute allgegenwärtig erscheinenden Wissenschaftlers: Die BR-alpha-Sendung „alpha-Centauri“ wurde erstmals ausgestrahlt, in der der Astrophysiker Harald Lesch Fragen aus der Physik locker und für Laien verständlich beantwortet. Den Rahmen hat er im Fernseh-Dauereinsatz und als Buchautor weit gesprengt:  Die Abfrage „Harald Lesch“ im Online-Shop der BÜCHER-HEIMAT fördert ein paar Dutzend Fundstellen zutage.

— Das will ich lesen! Alle Links im Text führen direkt zum Shop —



Montag, 26. September: Tag der europäischen Sprachen

Eine zweite Hand in Bewegung…

Guten Morgen! Good morning! Bom Dia! Bonjour! Buon giorno! God morgon! Dzień dobry! Καλημέρα! Der vielsprachige Morgengruß heißt an diesem Montag, 26. September 2022, alle am „Europäischen Tag der Sprachen“ willkommen.

Ziel des Aktionstages des Europarates, ist es, „zur Wertschätzung aller Sprachen und Kulturen beizutragen, den Menschen die Vorteile von Sprachkenntnissen bewusst zu machen, die individuelle Mehrsprachigkeit zu fördern und die Menschen in Europa zum lebensbegleitenden Lernen von Sprachen zu motivieren“ (Wikipedia).

Sprachenkenntnisse haben tatsächlich Vorteile. Die Erkenntnis kam mir allerdings nicht während der Schulzeit, als ich Spanisch-, Englisch- und Französisch-Vokabel eher als Folterinstrumente empfand. Später griff dann eine andere Erkenntnis: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“. Vielleicht versuche ich es jetzt mit dem Buch „So lernen Sie 4 Sprachen gleichzeitig: 200 Vokabeln zum Bekleben der Wohnung auf Englisch, Spanisch, Portugiesisch und Italienisch“. Was aber vermutlich zu innerfamiliären Konflikten führen dürfte, wenn die „200 häufigsten Alltagsgegenstände im Haushalt“ mit Vokabeln beklebt sind.

Das Internet hat dazu beigetragen, dass heute fast jeder zumindest ein paar Brocken Englisch beherrscht. In meiner Jugend lernten wir die Sprache noch aus der Hitparade. Was zu Problemen führen konnte. Wen die Eurythmics „Sweet Dreams are made of this“ sangen und bei mir „Sweet dreams are made of cheese“ ankam. Oder Tina Turners Zeile „What’s love, but a second hand emotion? “ Eine Emotion aus zweiter Hand? Da wirft das Missverständnis „What’s love, but a second hand in motion?“ das Kopfkino doch gleich viel besser an…

„Mondegreens“ werden diese „Verhörer“ genannt. Oder „Soramimi“, wenn Wörter einer fremden Sprache als gleich klingende Wörter einer anderen interpretiert werden. Beispiele für beide Fälle werden in etlichen Büchern gesammelt. Als Matthias Claudius‘ Zeile „der weiße Nebel wunderbar“ aus dem Abendlied als „Der weiße Neger Wumbaba“ bei ihm ankam, griff Axel Hacke zur Feder und verfassten ein „kleines Handbuch des Verhörens“.

Sprachenkenntnisse hätten auch allen geholfen, die heute vor 150 Jahren (1872) mit dem Reisebüro Thomas Cook and Son auf die erste Weltreise überhaupt gingen. Wem der Reisestress zu groß wäre, greift zum Bildband „Weltreise – Mit Lonely Planet durch alle Länder der Erde“. Eine leckere Alternative liefert zudem die Sterneköchin Julia Komp mit „Meine Weltreise in Rezepten“. Wobei die lediglich durch „20 Sehnsuchtsländer“ führte.

Ein „Erinnerungs-Muss“ ist heute die Uraufführung des Musicals „West Side Story“ (DVD) vor 65 Jahren in New York City. Leonard Bernsteins Meisterwerk, die Gesangstexte von Stephen Sondheim sowie das Buch von Arthur Laurents nach einer Idee des Choreographen Jerome Robbins fesseln bis heute als Buch (englisch) wie vor allem aber als DVD (natürlich das Original).

— Das will ich lesen! Alle Links im Text führen direkt zum Shop —



Ulrike Schmidt über „Kein Aufwand“

Ulrike Schmidt über „Kein Aufwand“

Andreas Martin Hofmeir:

Kein Aufwand

Schrecklich wahre Geschichten mit meinem Leben mit der Tuba

In seiner, wie Hofmeir schreibt „eigentlich überflüssigen Autobiografie“ nimmt der 37-jährige Tubist den Leser mit auf eine wilde Reise in seine Kindheit und Jugendzeit. Dass er seine Erfolge kleinredet und laufend tiefstapelt, ist der rote Faden der Erzählung!

Ein unterhaltsames, fluffig formuliertes Buch… mit viel Selbstironie und irrwitzigen Geschichten.

„Kein Aufwand“ liest sich leicht in einem Rutsch, locker pointiert mit derbem bayrischem Humor.

Mir hat das Buch Spaß gemacht und ich möchte es deshalb weiterempfehlen!

Urlaubslektüre und nettes Mitbringsel….

— Das will ich lesen! Alle Links im Text führen direkt zum Shop —

Andreas Martin Hofmeir: „Kein Aufwand“, Btb, 224 Seiten, ISBN 9783442756773, Preis: 14,99 Euro.


Sonntag, 25. September: Ein Fest für Bibliophile

Große Literatur in Oasen der Stille

Ein Fest für Bibliophile“ könnte dieser Sonntag, 25. September 2022, werden. Rund ums Buch hat das Datum für unser „bebüchertes Kalenderblatt“ einiges zu bieten.

Ich muss allerdings zugeben, dass das „Fest für Bibliophile“ nicht aus meiner Feder stammt. Es gilt dem opulenten „Bilderbuch“ „Bibliotheken“ von Candida Höfer und Umberto Eco. Aufnahmen berühmter Bibliotheksräume in Europa und den USA führen in „Kathedralen des Wissens, Tempel der Weisheit, Oasen der Stille“.

Dazu gehört ohne Frage auch die Deutsche Nationalbibliothek (ext.) in Leipzig, deren Errichtung der Börsenverein der Deutschen Buchhändler vor 110 Jahren, am 25. September 1912, ankündigte. Nach der Wiedervereinigung wurden 1990 die Deutsche Bibliothek in Frankfurt und die größere Deutsche Bücherei als Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig zusammengefasst. Mit einem Bestand von 16,23 Millionen Medien steht so in Leipzig die größte Bibliothek Deutschlands.

Eines der größten Werke deutscher Literatur erlebte heute vor 128 Jahren (1894) seine Uraufführung: Am Deutschen Theater Berlin wagte man sich nach der Aufhebung des Aufführungsverbots an Gerhart Hauptmanns sozialkritisches Drama „Die Weber“. Zuvor hatte das Stück über den Weberaufstand von 1844 am 26. Februar 1893 nur privat aufgeführt werden können.

Wirtschaftlich schwer zu kämpfen hatte lange Zeit ein Mann, der heute als bedeutendster US-amerikanischer Romancier des 20. Jahrhunderts gilt: William Faulkner, geboren heute vor 125 Jahren (1897). Erst mit dem Literaturnobelpreis, den er 1950 erhielt, wurde Faulkner bekannt und erlangte finanzielle Unabhängigkeit.  Es blieb nicht die einzige hohe Auszeichnung. Für Werke wie „Schall und Wahn“ und „Die Spitzbuben“ sammelte Faulkner den National Book Award und den Pulitzer-Preis für Belletristik.

Zusammen mit Per Wahlöö revolutionierte Maj Sjöwall, die heute vor 87 Jahren zu Welt kam, das Genre des Kriminalromans. Das Duo Sjöwall/Wahlöö landete mit den aus zehn Bänden bestehenden gesellschaftskritischen Krimi-Zyklus „Roman über ein Verbrechen“ einen Welterfolg. Anders als die bis dahin das Genre dominierende genialen Einzelermittler Sherlock Holmes oder Hercule Poirot kommt ihre Hauptfigur des schwedischen Polizisten Martin Beck nur im Team ans Ziel.

Die Bücher wurden in 40 Sprachen übersetzt für Kino und Fernsehen verfilmt und als Hörspiele bearbeitet. Sjöwall/Wahlöö gewannen unzählige Preise, darunter 1971 einen „Edgar Allan Poe Award“ für den Roman „Endstation für neun“.

Rebecca Gablé ist der Künstlername der deutschen Schriftstellerin Ingrid Krane-Müschen, die am 25. September 1964 geboren wurde. Bekannt wurde Gablé vor allem für ihre historischen Romane, vor allem die Waringham-Saga.  Der kommerzielle Durchbruch gelang Rebecca Gablé  bereits 1997 mit ihrem ersten historischen Roman „Das Lächeln der Fortuna“.

— Das will ich lesen! Alle Links im Text führen direkt zum Shop —



Lesung des Jugendliteraturpreisträgers

Dirk Reinhardt liest aus „Perfect Storm“

Das „Eselsohr“, mit 1500 Euro dotierte Jugendliteraturpreis der Stadt Bad Harzburg, geht an Dirk Reinhardt für seinen Thriller „Perfect Storm“.  Damit legt Reinhardt die Form des Briefromans neu aus: Große Abschnitte lesen sich wie Posts in einem Chat-Programm. Aus gutem Grund: „Perfect Storm“ handelt von einer Gruppe junger Hacker.

Als Jugendbuchautor sieht es der promovierte Historiker und freischaffende Journalist und Texter Dirk Reinhardt als seine Aufgabe an, „junge Menschen für die Literatur und das Lesen zu begeistern“, indem er zum einen spannende und witzige Geschichten erzählt, in denen Jugendliche sich wiederfinden und zum anderen, „Einsichten vermittelt, Denkprozesse anregt, Dinge aus ungewohnten Perspektiven zeigt oder auf Probleme hinweist“.

Donnerstag, 06. Oktober 2022, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten
Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT,
Telefon  (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de

Samstag, 24. September: Auf in die Pilze!

Erfahrungen, Urlaubsfreundschaften und Pilze

Erfahrungen sammelt man wie Pilze: Einzeln und mit dem Gefühl, dass die Sache nicht ganz geheuer ist.“ Warum ich an diesem Samstag, 24. September 2022, mit diesem Zitat von Erskine Caldwell beginne? Heute ist der Europäischen Pilztag (ext.).

Wem beim Verzehr selbstgesammelter Pilze ebenfalls ein ungutes Gefühl beschleicht, der sollte „Die Pilze Deutschlands“ studieren. Das Buch liefert „umfassende Beschreibung, Vorkommen und Verwendung der wichtigsten Arten“. Danach ist „Pilze finden“ kein Problem, vor allem nach einem „Blitzkurs für Einsteiger“. Andererseits kann man es sich auch einfacher machen und „Pilze selbst anbauen“. Das „Praxisbuch für Biogarten, Balkon, Küche, Keller“ erklärt, wie es geht.

Den Europäischen Pilztag hat die Deutsche Karin Montag im Jahr 2016 ins Leben gerufen. Sie ist Herausgeberin der pilzkundlichen Zeitschrift „Der Tintiling“ und definiert auch die Ziele des Aktionstages.  Der soll zur Steigerung der Bekanntheit von Pilzen als wichtiger Bestandteil des Ökosystems ebenso beitragen wie zur Vertiefung der Kenntnisse hauptsächlich bei Kindern und Jugendlichen. Außerdem bildet der Schutz der Habitate bedrohter Pilzarten einen Schwerpunkt.

Wer das alles studiert hat und damit nach Suchen und Finden oder Anbauen auch ein leckeres Finale folgen kann, greift man am besten zu „Kulinarische Pilzkunde“. Einerlei, für welches Rezept man sich entscheidet, eine Grundregel sollte man sich in jedem Fall merken. Und die hat Regisseur Bernhard Wicki in ein schönes Zitat verpackt: „Urlaubsfreundschaften und Pilzgerichte soll man nicht aufwärmen.“

Bevor wir weiter „in die Pilze gehen“, sollten wir uns dem heutigen Datum literarisch nähern, denn da hat es einiges zu bieten. Am 24. September 1959 veröffentlichte Günter Grass den Roman „Die Blechtrommel“, der maßgeblich dazu beitrug, dass Grass 1999 den Nobelpreis für Literatur für sein Lebenswerk erhielt. Begründung der Jury: Er habe „in munterschwarzen Fabeln das vergessene Gesicht der Geschichte gezeichnet“.

Das Licht der Welt erblickte am 24. September 1717 Horace Walpole, der sowohl als Begründer der Gothic Novel (Horrorgeschichte) als auch des englischen Landschaftsgartens gilt. So sind seine berühmtesten Werke zu sehen: Die Schauergeschichte „Das Schloss von Otranto“ und das Buch „Über die englische Gartenkunst“.

Am 24. September 1896 kam F. Scott Fitzgerald zur Welt, der im Alter von nur 44 Jahren in der Überzeugung starb, sein Lebensziel verfehlt zu haben, sich als bedeutender Autor seiner Zeit zu beweisen. Wenig später wurde er wiederentdeckt und wird seither mit Werken wie „Der große Gatsby“ und „Zärtlich ist die Nacht“ zu den wesentlichen US-amerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts gezählt.

— Das will ich lesen! Alle Links im Text führen direkt zum Shop —