Montag, 25. September: Die Hälfte hell

Zahnfeen haben heute ihren großen Tag

Jetzt ist es wieder mehr als die Hälfte des Tages dunkel. An diesem Montag, 25. September 2023, ist die Sonne noch exakt 11:59 Stunden unterwegs. Und in gut einem Monat (29. Oktober) wird auf Winterzeit umgestellt.

Die Zahnfee muss es wirklich geben. Wer zweifelt, sollte mal in den Online-Shop der BÜCHER-HEIMAT schauen, dort gibt es allein 27 Bücher über die Dame. Kontrolliert habe ich das aus gegebenem Anlass: Seit 1991 steht der bundesweite „Tag der Zahngesundheit“ (ext.) in Deutschland am 25. September im Kalender.

Bei meiner märchenhaften Recherche fiel allerdings auf, dass die Zahnfee erstaunliche viele Künstlernamen hat. Oder viele verschiedene Zahnfeen unterwegs sind. Da ist sie mal als „Mücke, die Zahnfee, auf Milchzahn-Jagd“ unterwegs, um dann als „Zahnfee Apollonia und der Wackelzahnzauber“ aufzutreten. Und dann treffen da noch „Zombert und die Zahnfee Pupsinella“ aufeinander.

„Gesund beginnt im Mund“ lautet das Motto des Tages der Zahngesundheit. Warum eine biologische Mund- und Zahnpflege nachhaltig unsere Gesundheit stärkt, soll auch das Buch „Gesund im Mund“ belegen. Mit Halbwahrheiten und fragwürdige Behandlungen aufräumen will derweil „Das große Lexikon der Zahnpflege-Irrtümer“

Aber da wir ja ein bebüchertes Kalenderblatt schreiben, haben wir uns bald wieder die Zähne an der Literatur ausgebissen (Wortspiel!). Auch da hat der 25. September einiges zu bieten. Heute vor 129 Jahren (1894) wurde nach Aufhebung des Aufführungsverbots Gerhart Hauptmanns 1892 entstandenes sozialkritisches Drama „Die Weber“ uraufgeführt. Die erste Aufführung war am 26. Februar 1893 einem privaten Kreis vorbehalten. Trotz aller Hürden der Obrigkeiten wurde das Werk über den Weberaufstand 1844 Hauptmanns meistgespieltes Stück.

Seinen 126. Geburtstag (1897) könnte heute William Faulkner feiern. Der US-amerikanische Schriftsteller hatte lange hart zu kämpfen, bis er mit dem Literaturnobelpreis finanzielle Unabhängigkeit erlangte. Hinzu gesellten sich National Book Awards und der Pulitzer-Preis für Belletristik („Die Spitzbuben“).  Der Nobelpreis wurde Faulkner für seinen „machtvollen und unabhängigen künstlerischen Beitrag zur neuen Erzählliteratur Amerikas“ verliehen.

Ich liebe Krimis. Auch die des schwedischen Duos Sjöwall/Wahlöö. Zu den bisweilen eher düsteren Thrillern muss ich in Stimmung sein. Heute wäre Maj Sjöwall 88 Jahre (1935) alt geworden. Sie schrieb mit ihrem Partner den weltweit erfolgreichen, gesellschaftskritischen Kriminalroman-Zyklus „Roman über ein Verbrechen“ mit der Hauptfigur des Polizisten Martin Beck. Die Reihe, die mit „Die Tote im Götakanal“  startete, wurde in 40 Sprachen übersetzt und verfilmt.

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Sonntag, 25. September: Ein Fest für Bibliophile

Große Literatur in Oasen der Stille

Ein Fest für Bibliophile“ könnte dieser Sonntag, 25. September 2022, werden. Rund ums Buch hat das Datum für unser „bebüchertes Kalenderblatt“ einiges zu bieten.

Ich muss allerdings zugeben, dass das „Fest für Bibliophile“ nicht aus meiner Feder stammt. Es gilt dem opulenten „Bilderbuch“ „Bibliotheken“ von Candida Höfer und Umberto Eco. Aufnahmen berühmter Bibliotheksräume in Europa und den USA führen in „Kathedralen des Wissens, Tempel der Weisheit, Oasen der Stille“.

Dazu gehört ohne Frage auch die Deutsche Nationalbibliothek (ext.) in Leipzig, deren Errichtung der Börsenverein der Deutschen Buchhändler vor 110 Jahren, am 25. September 1912, ankündigte. Nach der Wiedervereinigung wurden 1990 die Deutsche Bibliothek in Frankfurt und die größere Deutsche Bücherei als Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig zusammengefasst. Mit einem Bestand von 16,23 Millionen Medien steht so in Leipzig die größte Bibliothek Deutschlands.

Eines der größten Werke deutscher Literatur erlebte heute vor 128 Jahren (1894) seine Uraufführung: Am Deutschen Theater Berlin wagte man sich nach der Aufhebung des Aufführungsverbots an Gerhart Hauptmanns sozialkritisches Drama „Die Weber“. Zuvor hatte das Stück über den Weberaufstand von 1844 am 26. Februar 1893 nur privat aufgeführt werden können.

Wirtschaftlich schwer zu kämpfen hatte lange Zeit ein Mann, der heute als bedeutendster US-amerikanischer Romancier des 20. Jahrhunderts gilt: William Faulkner, geboren heute vor 125 Jahren (1897). Erst mit dem Literaturnobelpreis, den er 1950 erhielt, wurde Faulkner bekannt und erlangte finanzielle Unabhängigkeit.  Es blieb nicht die einzige hohe Auszeichnung. Für Werke wie „Schall und Wahn“ und „Die Spitzbuben“ sammelte Faulkner den National Book Award und den Pulitzer-Preis für Belletristik.

Zusammen mit Per Wahlöö revolutionierte Maj Sjöwall, die heute vor 87 Jahren zu Welt kam, das Genre des Kriminalromans. Das Duo Sjöwall/Wahlöö landete mit den aus zehn Bänden bestehenden gesellschaftskritischen Krimi-Zyklus „Roman über ein Verbrechen“ einen Welterfolg. Anders als die bis dahin das Genre dominierende genialen Einzelermittler Sherlock Holmes oder Hercule Poirot kommt ihre Hauptfigur des schwedischen Polizisten Martin Beck nur im Team ans Ziel.

Die Bücher wurden in 40 Sprachen übersetzt für Kino und Fernsehen verfilmt und als Hörspiele bearbeitet. Sjöwall/Wahlöö gewannen unzählige Preise, darunter 1971 einen „Edgar Allan Poe Award“ für den Roman „Endstation für neun“.

Rebecca Gablé ist der Künstlername der deutschen Schriftstellerin Ingrid Krane-Müschen, die am 25. September 1964 geboren wurde. Bekannt wurde Gablé vor allem für ihre historischen Romane, vor allem die Waringham-Saga.  Der kommerzielle Durchbruch gelang Rebecca Gablé  bereits 1997 mit ihrem ersten historischen Roman „Das Lächeln der Fortuna“.

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Dienstag, 23. August: Vom Schandmal zum Gütesiegel

Zwei Frauen und ein weltberühmtes Wahrzeichen

Heute ist Dienstag, 23. August 2022. Und im Grunde ist es das Datum, an dem die Deutschen den Briten seit 135 Jahren Dank sagen sollten.

„Ins eigene Knie geschossen“ würde man heute im Rückblick wohl konstatieren. Um Großbritannien vor vermeintlich billiger und minderwertiger Importware zu schützen, wurde am 23. August 1887 der Merchandising Marks Act verabschiedet. Die Folge: Auf jedem importierten Produkt musste das Herkunftsland vermerkt sein. „Made in Germany“ war geboren.

In „Anmerkungen zu Made in Germany“ wird „Deutschlands Wirtschaftsgeschichte von der Industrialisierung bis heute“ betrachtet. Und dabei wird der Wandel des „Made in Germany“ vom Schandmal zum Gütesiegel ohne Frage eine gewichtige Rolle spielen. Nach einer internationalen Studie aus dem Jahr 2017 genießt „Made in Germany“ weiter sehr hohes Ansehen und liegt auf Platz 1 von 52 Ländern des Made-in-Country-Index

Sie ist vergleichsweise klein, hübsch und in jeder Hinsicht märchenhaft: Am 23. August 1913 wurde im Kopenhagener Hafen die Kopie der Skulptur „Die Kleine Meerjungfrau“ des Bildhauers Edvard Eriksen aufgestellt. Ihr geistiger Vater aber ist der dänische Dichters Hans Christian Andersen, der ihr ein weltbekanntes Märchen widmete.

Ganz und gar nicht märchenhaft ist, dass die Skulptur mit unschöner Regelmäßigkeit von zerstörerischen Idioten heimgesucht wird. Der Meerjungfrau wurden der Kopf (24. April 1964), der rechte Arm (22. Juli 1984) und wieder der Kopf (6. Januar 1998) abgesägt. Und dann wurde die junge Dame vermutlich mit Hilfe von Sprengstoff am 11. September 2003 auch noch von ihrem Felsen gestürzt. Sie hat alles überstanden, wie auch der „Vis-à-Vis Reiseführer Kopenhagen“  zu berichten weiß.

Die Meerjungfrau besteht allerdings sozusagen aus zwei Frauen. Der Edvard Eriksen gestaltete den Kopf nach dem Vorbild der populären Primaballerina Ellen Price.  Die aber lehnte es ab, dem Künstler als Aktmodell zu dienen. Seither hat die Meerjungfrau den Körper von Eriksens Ehefrau Eline.  Das Ganze aber en miniature, denn mit einer Höhe von 125 cm gilt das Kunstwerk als eines der kleinsten Wahrzeichen der Welt.

Da musste etwas ganz Besonderes herauskommen: Ein großer Autor, Raymond Chandler mit „Der große Schlaf“ („The Big Sleep“) lieferte die Vorlage, das Drehbuch schrieb mit William Faulkner („Schall und Wahn“) ein späterer Literatur-Nobelpreisträger, Regie führte mit Howard Hawks ein Mann, der unzählige Filmklassiker schuf und mit einem Ehrenoscar für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Und vor der Kamera agierten – ganz frisch verheiratet – mit Humphrey Bogart und Lauren Bacall zwei der größten Hollywood-Stars ihrer Zeit. Ergebnis am 23. August 1946: „Tote schlafen fest“, nach Meinung vieler Kritiker der „größte Kriminalfilm aller Zeiten“.

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