Mittwoch, 8. März: Weltfrauentag

„Atem“-beraubend: 35-Sekunden-Theater

An diesem Mittwoch, 8. März 2023, stehen die Frauen und vor allem deren (oft noch immer nicht vorhandenen) Rechte im Fokus: Es ist „Weltfrauentag“ (International Women’s Day).

Begonnen 1911 als Initiative sozialistischer Organisationen im Kampf um die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen sowie die Emanzipation von Arbeiterinnen, brauchte es 64 Jahre (1975), bis die Vereinten Nationen im „Internationalen Jahr der Frau“ den 8. März zum „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ ausriefen.

Wiederum fast 50 Jahre später hat das Thema Gleichberechtigung der Frau dennoch kaum etwas an Bedeutung verloren. Wofür auch eine Vielzahl weitere „Frauentage“ spricht. Darunter Tage, die sich wie der Equal Pay Day für Gleichbehandlung der Geschlechter einsetzen, oder auch Aktionstage wie den World Hijab Day, der gegen die Unterdrückung der Frau aufbegehrt. Zu letzterem Thema propagiert Abdel-Hakim Ourghi, Vordenker eines liberalen Reformislam, „Ihr müsst kein Kopftuch tragen“ und will „Aufklären statt Verschleiern“.

„Frauenrechte sind Menschenrechte – weltweit“ heißt ein Buch der Juristin und Soziologin Christa Randzio-Plath, die „alte Gefahren, neue Herausforderungen“ sieht. Ihr Credo: „Die Diskriminierung der Frauen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft dauert an, weil strukturelle Ungleichheit besteht und sich durch Gewalt gegen Frauen und weiter bestehende Vorurteile verstärkt.“

35 Sekunden großes Theater. Klingt absurd, geht aber tatsächlich. Heute vor 53 Jahren (1970) wurde das nur etwa 35 Sekunden lange Stück „Atem“ von Samuel Beckett uraufgeführt. Der „Winzling“, darauf wird Wert gelegt, erfüllt die „aristotelischen Mindestbedingungen von Anfang, Mitte und Schluss“. In „Dramatische Werke I. Theaterstücke“ fehlt es aber.

Aber wir liefern hier ohnehin die komplette Regieanweisung: „Dunkel. Dann 1) schwache Beleuchtung der Bühne, auf der verschiedenartiger, nicht erkennbarer Unrat herumliegt. Etwa fünf Sekunden lang. 2) Schwacher, kurzer Schrei und sofort danach gleichzeitig Einatmen und allmählich aufhellende Beleuchtung bis zu dem nach etwa 10 Sekunden gleichzeitig zu erreichenden Maximum. Stille, etwa fünf Sekunden lang. Ausatmen und gleichzeitig allmählich dunkelnde Beleuchtung bis zu dem nach etwa zehn Sekunden gleichzeitig zu erreichenden Minimum und sofort danach Schrei wie vorher. Stille, etwa fünf Sekunden lang. Dann Dunkel.

Mit kurzen Sketchen brachte seit dem 8. März 1976 die Sendereihe „Loriot“ das Publikum zum Lachen.  „Das große Loriot Buch“ enthält gesammelte Geschichten in Wort und Bild. Ebenfalls zu meinen Favoriten zählt Douglas Adams’ Hörspiel „Per Anhalter durch die Galaxis“, das heute vor 45 Jahren (1978) auf BBC Radio 4 erstmals ausgestrahlt wurde ­ – und uns die Antwort auf die „endgültige Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ bescherte: 42.

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Dienstag, 7. März: Gesunde Ernährung

Für die Linie auf Linie bleiben

Mit einer Schale Cornflakes sollte man diesen Dienstag, 7. März 2023, stilecht beginnen. Zumindest in USA steht der „Tag der Frühstücksflocken“ (National Cereal Day) im Kalender. In Deutschland gehen wir die Angelegenheit umfassender an, heute ist der „Tag der gesunden Ernährung“.

Die Frühstücksflocken zu ehren, könnte es keinen besseren Tag geben: Heute vor 126 Jahren (1897) ließ der Arzt John Harvey Kellogg den Patienten in seinem Sanatorium in Battle Creek, Michigan zum ersten Mal Cornflakes servieren. Wer mehr über das beliebte Frühstück wissen will, liest „Wie werden Cornflakes gemacht?“.

Gesunde Ernährung sollte im Grunde immer ein Thema sein, aber der Aktionstag wurde erst 1996 durch den Verband für Ernährung und Diätik und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf den Weg gebracht.  Und im Netz erläutert die Deutschen Gesellschaft für Ernährung, wie „vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE“ (ext.) aussieht.

Gesund ernähren und gleichzeitig abnehmen, mit diesen Zielen kämpfe ich als Gourmand und Naschkater mein Leben lang. Momentan versuche ich es mit „Die Ernährungs-Docs – Gesund und schlank durch Intervallfasten“.  Ob das was bringt?

Vielleicht kann „Der Ernährungskompass“ für Aufklärung sorgen. Er zieht das „Fazit aller wissenschaftlichen Studien zum Thema Ernährung“. Und mit gleich „12 wichtigsten Regeln der gesunden Ernährung“ toppt er zumindest mengenmäßig auch die DGE.

„Die beste Medizin kommt aus der Küche“, dieser These möchte ich ja gern zustimmen. Aber in diesem Bestseller, geht es weniger um die Rettung meiner Linie, sondern vielmehr um die Frage, „was eine gesunde Ernährung zur Rettung des Planeten beiträgt“.

Ich könnte jetzt über den Speiseplan unserer Katze philosophieren, um eine (makabere) Überleitung zum nächsten Thema hinzubekommen: Heute ist auch der „Geburtstag mit der Maus“. Natürlich nicht irgendeine Feld, Wald- und Hausmaus, sondern die aus der WDR-„Sendung mit der Maus“.

Seit dem 6. März 1971 sind die Lach- und Sachgeschichten auf Sendung. Im Online-Shop der BÜCHER-HEIMAT gibt es naturgemäß überwiegend DVDs wie „Die Sendung mit der Maus – Spots Non-Stop“. Mich aber reizt in Erinnerung an die Zeiten, in denen meine Söhne klein waren, besonders ein Buch: Das „Maus Wimmelbuch – Durch das Jahr mit der Maus“.

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Montag, 6. März: Geburtstagspläne

Eine große Nase statt literarischem Ruhm

Wie die Zeit vergeht! Zum Wochenstart an diesem Montag, 6. März 2023, fiel der Blick auf einen Hinweis in meinen Terminkalender: „Vier Wochen bis 1. Geburtstag“. Das „Geburtstagskind“ ist die BÜCHER-HEIMAT gGmbH. Die Mitmach-Buchhandlung wurde am 2. April 2022 eröffnet.

Aber der 6. März ist auch für das aktuelle Jahr eine erste Wegmarke. Wir haben heute den 65. Tag des Jahres 2023. Damit bleiben uns bis zur nächsten Silvesterparty noch exakt 300 Tage.

Weniger gute Gefühle dürfte das Datum bei Donatien Alphonse François de Sade geweckt haben. Der als Marquis de Sade ebenso bekannte wie umstrittene Schriftsteller wurde am 6. März 1801 als Urheber des Romans „Die neue Justine oder Das Unglück der Tugend“ verhaftet. De Sade wurde in die „Irrenanstalt“ in Charenton eingewiesen, die er zeitlebens nicht mehr verließ.

So richtig glücklich mit seiner literarischen Laufbahn dürfte auch der am 6. März 1619 geborene Cyrano de Bergerac kaum sein, könnte er von heute zurückblicken. Dass sich die Nachwelt an ihn (an unerfüllte Liebe und eine große Nase) erinnert, verdankt er Edmond Rostand, der das romantisch-komödiantischen Versdrama “Cyrano de Bergerac” verfasste.

Dabei war Savinien Cyrano de Bergerac ein nicht unbedeutender Wegbereiter der Aufklärung und Autor fantastischer Romane, die als Vorläufer der Science-Fiction gelten. „Die andere Welt“  heißt im Original „L’autre monde; ou, Histoire comique des Etats et Empires de la Lune“, der zweiteilige Roman liegt lediglich als eBook und im französischen Original vor.

Geburtstag hätte heute auch Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez, der vor 96 Jahren (1927) zur Welt kam. Mit „Hundert Jahre Einsamkeit“ der sich mehr als 30 Millionen Mal verkaufte, gelang ihm 1967 der Durchbruch.

Einen Fehlstart legte heute vor 170 Jahren (1853) eine der erfolgreichsten Opern der Welt hin. Giuseppe Verdis „La traviata“ nach dem Roman „Die Kameliendame“ von Alexandre Dumas dem Jüngeren fiel am Teatro La Fenice in Venedig bei der Uraufführung durch.

Zum Schluss aus gutem Grund ein Abstecher nach Säckingen. Dabei fällt vielen sicher nur ein Titel ein: „Der Trompeter von Säckingen“. Aber der „Sang vom Oberrhein“ hat mit St. Fridolin von Säckingen, der heute für unseren abschließenden Wetterblick steht, außer der Heimatstadt am Hochrhein nichts gemein. Fridolin scheint in diesem Jahr allerdings etwas zu optimistisch: „Um den Tag des Fridolin, da zieht der letzte Winter hin“. Vierzehn Tage länger wird es wohl dauern.

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Sonntag, 5. März: Namensvettern

Namen sind mehr als Schall und Rauch

Namen sind Schall und Rauch – von wegen. An diesem Sonntag, 5. März 2023, starten wir mit dem „Tag der Namensvetter und Namensschwestern“ (Namesake Day) in die „Internationale Feier-Deinen-Namen-Woche“ (International Celebrate Your Name Week / ext. Link).

Ich muss gestehen, dass mir der Begriff „Namensschwester“ noch nie untergekommen ist. Laut Duden aber sind die Namensschwestern tatsächlich die weibliche Entsprechung der Namensvettern. Zumindest im „gehobenen Sprachgebrauch“. Namensvetterinnen sind auch okay und wären aus meiner Sicht wie die Namenscousinen viel naheliegender.

Ein „Kleiner deutscher Familiennamenatlas“, der mit fast 800 Seiten gar nicht so klein ist, klärt auf über „Entstehung, Gebrauch, Verbreitung und Bedeutung der Familiennamen“. Was auch mit Blick auf die Namensvettern/-vetterinnen hilfreich sein kann. Laut Dudens handelt es sich bei Namensvettern übrigens um Personen, die den gleichen Namen tragen, aber weder verwandt noch verschwägert sind.

Da wir dies nun auch geklärt haben, könnten wir noch tiefer in die Welt der Namensatlanten einsteigen. Tatsächlich gibt es davon mehrere Bände, wobei der erste mit knapp 50 Euro noch erschwinglich erscheint. Die „Morphologie der Familiennamen“ und  „Graphematik/Phonologie der Familiennamen II“ kosten mal eben locker mehr als 400 Euro.

Falls irgendwer jetzt denkt, ich hätte mich verschrieben und würde Grammatik meinen, der ist schief gewickelt. Der heutige Blog ist mal wieder ein Bildungsprogramm: „Graphematik beschreibt Prinzipien, nach denen Sprache in unterschiedlicher Weise verschriftlicht wird“ – was auch immer das bedeutet. Ich tummele mich dann lieber weiter in der Harzregion, da könnte man „Die Familiennamen Quedlinburgs und seiner Umgegend“  studieren.

Wer sich immer schon mal gefragt hat, wie viele Menschen mit demselben Namen, den man selbst trägt, durch die Weltgeschichte laufen, könnte eine Google-Suche starten.  Was nicht so wirklich viel bringt. Deutlich ergiebiger ist das „World Names Project“ (ext.) Die Datenbank listet gut 300 Millionen Vor- und Nachnamen weltweit.

Ich werde ganz sicher nicht tiefer einsteigen, war ich doch schon bei der Vornamenssuche unserer drei Jungs hoffnungslos überfordert. „Das große Vornamenlexikon“ komplettiert seither aber meine Duden-Bände…

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Samstag, 4. März: Scrapbooking

Wir basteln uns ein Buch…

Auch wenn an diesem kühlen Samstag, 4. März 2023, der Winter eher ein Comeback feiert, marschieren wir doch langsam klar aufs Frühjahr zu. Was man nicht zuletzt an den Arbeitszeiten der Sonne sieht.

Heute wartet sie gleich mit drei Jahresbestwerten auf: Zum ersten Mal geht die Sonne vor 7.00 Uhr auf (6.58 Uhr) und nach 18.00 Uhr unter (18.01 Uhr). Was im Ergebnis dazu führt, dass der „lichte Tag“ erstmals in diesem Jahr länger als elf Stunden (11:02 Stunden) dauert. Und das Schönste daran: Es geht mit Ansage weiter aufwärts – zumindest bis zur Sommersonnenwende.

Für all jene, die es angesichts der frostigen Temperaturen noch nicht nach draußen zieht, hätten wir einen Tipp des Tages: Wir basteln uns ein Buch! Aus gutem Grund, denn heute ist der „Internationale Scrapbooking-Tag“. Was wörtlich übersetzt „Schrott-Buchung“ heißen würde, aber das Scrapbook ist eine Form des guten alten Sammelalbums.

Insofern trifft es der Titel „Memory Keeper“, der im besten Denglisch „Vintage-Journaling und Scrapbooking mit fraeuleinfotofee“ ankündigt. Tatsächlich geht es darum „mit Schere, Stift und Stempel Erinnerungen (zu) sammeln und den Alltag kreativ (zu) gestalten“.

Beim Blick in den Online-Shop der BÜCHER-HEIMAT wird dann schnell deutlich, dass der Trend Scrapbooking aus USA und Kanada kommt. Von 1435 Einträgen sind 1410 englischsprachig. Was oft nicht weiter stört, denn auch ohne tiefere Sprachkenntnisse sind die oft Bild-dominierten Basteltipps zu verstehen. Viele Ratgeber wie „Start Scrapbooking“ gibt es zudem nur als eBooks. Womit sich auch jene abfinden müssen, die „Scrapbooking As A Business“ betreiben wollen.

Ansonsten kommt heute auch ein bebüchertes Kalenderblatt nicht an zwei großen Filmen vorbei. Am 4. März 1922 prägte Friedrich Wilhelm Murnau nahezu für alle Zeiten das Genre des Horrorfilms. Der geniale Stummfilm „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ war allerdings eine nicht autorisierte Adaption von Bram Stokers Roman „Dracula“,den wir hier als aufwendige Schmuckausgabe „mit Kaltfolie und Tiefprägung“ offerieren.

Das zweite große Werk schuf der spanische Regisseur und Surrealist Luis Buñuel. Mit Jeanne Moreau und Michel Piccoli in den Hauptrollen erlebte der Film „Tagebuch einer Kammerzofe“ nach dem gleichnamigen Roman von Octave Mirbeau (eBook) am4. März 1964 in Paris seine Premiere.

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Freitag, 3. März: Whiskey und Puppen

Beim Daddeln nur noch Zuschauer

Ein bedeutsamer Tag ist dieser Freitag, 3. März 2023, für meine drei Söhne – und ein paar Millionen weiterer Fans: Heute vor sechs Jahren ging die Spielekonsole Nintendo Switch weltweit an den Markt. Auftakt einer bemerkenswerten Erfolgsgeschichte.

Allein im ersten halben Jahr wurden mehr als 7,63 Millionen Exemplare an die Frau oder den Mann gebracht. Ich stand staunend daneben, denn für die Spiele, die ich (fälschlicherweise) unter „Jump ’n’ Run“ subsummieren würde, sind meine Reaktionszeiten erkennbar nicht mehr ausreichend. Und nach einer Rund „Mario-Kart“ stand mein Entschluss fest: Nie wieder ans Steuer…

Allein im ersten Monat verkaufte Nintendo rund 5,46 Millionen Spiele der Switch, darunter 2,76 Millionen Exemplare von “The Legend of Zelda”. Da wenigstens kann ich mitreden, denn dank Beamer und Leinwand finden selbst die häuslichen Gaming-Sessions vor (Familien-)Publikum statt. Wer bei den Spielen die Übersicht nicht verlieren will, greift zum „Nintendo Switch Gaming Guide“.

Ich schaue lieber mit einem Glas guten Whiskeys vom Sofa aus zu, wenn die Söhne daddeln. Heute ist der „Tag des irischen Whiskey“ (International Irish Whiskey Day), da fällt die Auswahl nicht schwer. Und wenn ich doch lieber lese, als „Zelda“ zuzuschauen, gibt es auch da ein adäquates Angebot: Bei  „Geschichten von der Grünen Insel“ gefällt mir allein schon der Titel gut: „Whiskey für alle“.

Jahreszeitlich völlig daneben wären die „irischen Weihnachtsgeschichten“, wobei in diesem Fall der Titel meinen in Einzelfällen ausgeprägten „Alles-meins-Charakter“ widerspricht: „Whiskey für den Weihnachtsmann“ kommt nicht in Frage, meinen irischen Geburtstagswhiskey werde ich allein genießen. Zumal ich bei Michael Jackson (nicht der Popstar, sondern der Guru des Wassers des Lebens) in „Whisky“ nachlesen konnte, welch edles Präsent ich da erhalten habe.

In Japan wird heute Hina-Matsuri, das Mädchenfest, gefeiert. Dabei werden in traditioneller Weise Puppen aufgestellt, die böse Geister fangen. Und das Mädchen, das vergisst, alle Puppen am Abend wegzuräumen, bekommt in dem Jahr keinen Ehemann ab. Ein Buch zum Mädchenfest habe ich nicht gefunden, trösten wir uns mit „Ikebana“ und Geist und Schönheit japanischer Blumenkunst.

Ihren 104 Geburtstag könnte heute eine großartige Frau an der Seite eines großen Mannes feiern. Loki Schmidt, die Ehefrau von Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt. „Auf einen Kaffee mit Loki Schmidt“ wartet mit bisweilen alltäglichen Fragen auf, auf die es aber immer des Nachdenkens werte Antworten gibt. Und auch über ihre große Passion, die Liebe zur Natur, hat Loki Schmidt geschrieben: „Das Naturbuch für Neugierige“.

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Donnerstag, 2. März: Welt-Bücher-Tag

Vom Rehkitz zum Riesenaffen

Briten und Iren widmen Büchern an diesem Donnerstag, 2. März 2023, besondere Aufmerksamkeit. Warum der World Book Day“ allerdings nur in Irland und Großbritannien auf dem Aktionstage-Plan steht, erschließt sich mir nicht.

Aber man muss sich ja auch nicht an alle Vorgaben halten, in der BÜCHER-HEIMAT ist jeder Tag ein „World Book Day“. Wobei wir gerade dabei sind, unseren Bestand an bisweilen schwer aufzustöbernder Harz-Literatur auch im Internet besser darzustellen und vorbestellbar zu machen.

In der Rubrik findet man vielleicht nicht die großen Klassiker und die weltberühmten Autoren. Aber ein Top-Star hilft auch nicht immer weiter: Heute vor 215 Jahren (1808) wurde Heinrich von Kleists Lustspiel „Der zerbrochne Krug“ von Johann Wolfgang von Goethe in Weimar uraufgeführt. Mit geringem Erfolg. Heute gehört das Stück zum „Kanon der deutschen Literatur“.

Ein großes Jubiläum kann ein Buch feiern, bei dem viele Menschen wohl Walt Disney als Autoren vermuten: Heute vor 100 Jahren (1923) erschien „eine Lebensgeschichte aus dem Walde“, die ein Disney-Film unsterblich machte: „Bambi“ (Edelausgabe, 45 Euro) stammt aber ursprünglich aus der Feder von Felix Salten.

Er bringt es „nur“ auf 90 Jahre, aber in Sachen Berühmtheit kann er locker mit Bambi mithalten: Am 2. März 1933 erschien der Spielfilm „King Kong und die weiße Frau“ (DVD). Für eine Buchhandlung gibt das zugegeben eher wenig her. Die Online-Suche nach King-Kong-Büchern liefert erstaunliche Ergebnisse: Da gibt es „King-Kong, das Krimischwein“ – nun gut, das affige Original gehört vielleicht auch nicht in die Reise „Lesestarter ab 8 Jahren“.

„King Kong Theorie“ ist eine „feministische Streitschrift“ und laut Verlag dazu ein „wütendes Pamphlet gegen Männlichkeitswahn“. Und bei James McBride „Der heilige King Kong“ geht es um einen alten Diakon, der in Brooklyn aus heiterem Himmel einen Drogendealer erschießt. Es soll eines von Barack Obamas Lieblingsbüchern sein. Am Drehbuch zu dem frühen „King Kong“-Film hat immerhin ein weltbekannter Krimiautor mitgeschrieben: Edgar Wallace.

Zwei runde Geburtstage sind heute noch zu feiern. Heute vor 140 Jahren (1883) wurde Nikos Kazantzakis geboren. Hatte ich schon mal erwähnt, dass ich „Alexis Sorbas“ als Buch wie als Film liebe? Die Geschichte ist übrigens keine Fiktion: Von 1916 bis 1917 versuchte Katzantzakis mit seinem Freund Georgios Sorbas ein Bergwerk zu betreiben. Sie scheiterten krachend – und lieferten die Vorlage für den weltbekannten Roman.

Allein vom Genre her so gar nicht mein Fall ist der heute vor 80 Jahren (1943) geborene Peter Straub. Sein Metier waren Horror-Romane, zwei Werke, darunter „Der Talisman“, verfasste er zusammen mit Stephen King. Straub zählt zu den bedeutendsten Vertretern der modernen Phantastik.

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Mittwoch, 1. März: Ein Tag für Komplimente

Im Märzen der Bauer, die Rösslein einspannt…

Mittwoch, 1. März 2023. Mit wem jetzt der Landwirt durchgejt, der die Rösslein einspannen will, sollte sich zurücknehmen. Erst Mitte des Montags soll es mit den Temperaturen wieder ein wenig Richtung Frühling gehen.

Okay, mit dem Einstieg habe ich im Grunde schon alles verbockt. Irgendetwas Schmeichelhaftes wäre am „Welttag der Komplimente“ (World Compliment Day) passend gewesen. Schließlich sollen an diesem Tag, der 2003 mit dem Complimentendag in den Niederlanden seinen Anfang nahm, Mitmenschen durch ein Kompliment glücklich gemacht werden.

Wer sich mit Komplimenten schwer tut und eher zielsicher die Fettnäpfchen anvisiert, sollte Hilfe suchen. Die gibt es selbstverständlich in der BÜCHER-HEIMAT. Und damit der Nachhilfeunterricht nicht auffliegt, komm keiner der Ratgeber in normaler Buchform daher. Das Aufstellbuch „Die Welt ist schöner, weil du mit drauf bist“ sieht beispielsweise wie ein Tischkalender aus und liefert „kleine Komplimente für alle Herzensmenschen“.

„Du bist ein Goldschatz“ erinnert mich optisch irgendwie an die Penaten-Creme-Verpackung. Aber die Metalldose enthält 25 rund Karten und damit „25 Komplimente an Dich“. Locker überboten wird das durch den „wortfächer komplimente deutsch“. Der bringt es, „fest verschraubt zur bewährten Fächerform“, auf „52 Komplimente für jede Gelegenheit“.

Komplimente und Frühlingsgefühle passen ja durchaus zueinander, insofern trifft es sich gut, dass die Weltorganisation für Meteorologie (Lehrbuchklassiker) den 1. März als meteorologischen Frühlingsanfang auf der Nordhalbkugel der Erde festgelegt hat. Dafür und vor allem für die besagten Gefühle ist es nach meinem Geschmack immer noch verflixt kalt (siehe oben).

Passend zum Thema Klima und Natur ein Geburtstagsgruß: Durch die Unterschrift von US-Präsident Ulysses S. Grant wurde am 1. März 1872 der Yellowstone-Nationalpark als erster Nationalpark der Welt geschaffen. „Auf nach Yellowstone!“ zieht es seither unzählige Besucher. Das Buch mit dem auffordernden Titel soll zeigen, „was Nationalparks über die Natur verraten“. Ein komplexes Thema, das in einer Comic-Geschichte über 125 Seiten „auch WenigleserInnen bei der Stange“ halten soll.

Nun habe ich schon wieder zu viel geschrieben und euch, meine geschätzten Leserinnen und Leser immer noch nicht mit einem Kompliment bedacht. Aber mir wäre bestimmt noch was eingefallen. Zur Not täte es ja sicher auch ein „Kleines Kompliment einfach mal so“ (gibt es sogar als richtiges Buch, wenn auch en miniature).

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Dienstag, 28. Februar: Die Zahnfee und ihr Helfer

Die finnische Hauptstadt Helsinki. Foto: Pixabay

Ein Gruß geht nach Finnland

„Hyvää päivää“ (Guten Tag) wünschen wir an diesem Dienstag, 28. Februar 2023, besonders den Finnen. In dem skandinavischen Land steht heute der „Tag des Kalevala und der finnischen Kultur“ an (Kalevalan ja suomalaisen kulttuurin päivä).

Das „Kalevala“ ist das von Elias Lönnrot heute vor 188 Jahren (1835) veröffentlichte und auf der Grundlage von mündlich überlieferter finnischer Mythologie zusammengestellte Nationalepos. Eine deutsche Nacherzählung „Kalevala“ der „Sage aus dem Norden“ gibt es aber natürlich auch.

Und es gibt weitere große Werke, die an diesem Datum an den Start gingen: Die Uraufführung des Dramas „Ein treuer Diener seines Herrn“ von Franz Grillparzer ging vor 195 Jahren (1828) über die Bühne. Kaiser Franz I. wollte das Stück sogar kaufen – allerdings nicht als Fan, sondern um weitere Aufführungen und Nachdrucke zu verhindern.

Mit einer „Vorstadtlegende in sieben Bildern und einem szenischen Prolog“ landete heute vor 110 Jahren Ferenc Molnár einen Welterfolg. Dabei war das Theaterstück „Liliom“ vor der Wiener Aufführung unter Regisseur Alfred Polgar in Budapest von Presse und Publikum verrissen worden.

Noch zwei Geburtstage, der erste mit direktem Bad-Harzburg-Bezug – wenngleich der am 28. Februar 1862 geborene Rudolf Huch in der Kurstadt lediglich verstarb. Der Jurist, Essayist und Autor vornehmlich satirischer Romane wie „Junker Ottos Romfahrt“ steht wegen starker antisemitischer Tendenzen heute in der Kritik.

Allerdings, so Wikipedia, sei „Huch annähernd vergessen. In Bad Harzburg ist eine Straße nach ihm benannt“ – worüber man, wie gerade erst zu erleben war, trefflich streiten kann. Der Bad Harzburger Historiker Markus Weber hat eine aufschlussreiche Schrift über Huch veröffentlicht, die in der BÜCHER-HEIMAT erhältlich ist.

Seinen 70. Geburtstag (1953) feiert heute mit Paul Krugman einer der bekanntesten Ökonomen, der auch als Schriftsteller für Furore sorgt. Der Wirtschafts-Nobelpreisträger erklärt in „Kampf den Zombies“, warum „manche Ideen aus Politik und Wirtschaft nicht totzukriegen sind“. Das Buch basiert auf Krugmans New York Times-Kolumnen und fordert „eine Versachlichung politischer Debatten und eine Konzentration auf Fakten statt Mythen“.

Und dann ist heute noch der „Tag der Zahnfee“. Die hatte bei uns mit drei Kindern so gut zu tun, dass sie mir wegen des Stresses schon leid tat.  Erst jetzt lese ich, dass sie gar nicht allein unterwegs war: „Zahnmaus und Zahnfee“ – wieder was dazugelernt…

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Montag, 27. Februar: Viel Erfolg

Wenn der Lebensraum unter den Pfoten wegschmilzt

An diesem Montag, 27. Februar 2023, dürften zumindest vielen Fußballfans weltweit zum Feiern zumute sein: Nach einem Streit mit der Vereinsführung des MTV München spalteten sich heute vor 123 Jahren (1900) elf Fußballspieler ab und gründen den FC Bayern München.

Da wir uns heute noch mehrfach mit den Auswirkungen des Erfolgs beschäftigen: Die fleißigen Titelsammler des FCB bewiesen, dass Erfolg auch im Fußball anziehend ist. Mit rund 295.000 Mitgliedern ist der FC Bayern der mitgliederstärkste Sportverein der Welt. Gegen Wissenslücken empfehlen wir denen „101 Dinge, die ein echter FC-Bayern-Fan wissen muss“.

Und es feiert heute noch eine weitere Fangemeinde: Wir begehen den „Internationalen Pokémon-Tag“.  Am 27. Februar 1996 erschienen die ersten beiden Pokémon-Videospiele. Die Info, dass der Aktionstag eine Erfindung der Nintendo-Marketing-Abteilung ist, dürfte niemanden überraschen. Für mehr Fan-Wissen in diesem Fall: „Pokémon: Das große Lexikon“.

Großen Erfolg hatte auch die Screwball-Komödie „Es geschah in einer Nacht“ (DVD) des Regisseurs Frank Capra. Heute vor 88 Jahren (1935) gewann der Streifen als erster Film überhaupt alle Oscars in den fünf wichtigsten Kategorien, den Big Five (Bester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch, Bester Hauptdarsteller – Clark Gable –  und Beste Hauptdarstellerin – Claudette Colbert).

Nicht ganz unschuldig daran dürfte die Kurzgeschichte „Night Bus“ von Samuel Hopkins Adams sein, die die Basis für das Drehbuch liefert. Adams‘ „Complete Works“ liegen heute jedoch allein als englischsprachiges eBook vor.

Den Triumph von „Es geschah in einer Nacht“ konnten seither nur zwei Filme erreichen. Und es erstaunt nicht, dass stets eine großartige literarische Basis gelegt war: „Einer flog über das Kuckucksnest“ (1975) nach dem Roman von Ken Kesey und „Das Schweigen der Lämmer“ (1991) aus der Feder von Thomas Harris.

Auch wenn er so ganz und gar nicht in die bisherigen Erfolgsgeschichten passt, können und wollen wir einen weiteren Aktionstag nicht unter den Tisch fallen lassen:  Heute ist „Welteisbärentag“ (International Polar Bear Day).  Dessen Ziel ist es, den Schutz der Raubtiere und insbesondere die Bedrohung deren Lebensraumes ins Bewusstsein zu rücken. Was dringend Not tut, denn dem größten an Land lebenden Raubtier der Welt schmilzt im wahrsten Sinne des Wortes der Lebensraum unter den Pfoten weg. „Ohne Eis kein Eisbär“ soll auch zu verantwortungsvollerem Umgang mit der Umwelt aufrufen.

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