Petra Nietsch über „Die Briefeschreiberin“

Petra Nietsch über „Die Briefeschreiberin“

Virginia Evans: Die Briefeschreiberin

Dieser Roman hat seit seiner Veröffentlichung im April 2025 weltweit große Anerkennung erfahren. Im Juni dieses Jahres gewann Virginia Evans für ihr Erstlingswerk den Women’s Prize for Fiction, einer der renommiertesten Literaturpreise für Frauen.

Allein schon auf Grund des nur noch selten gewählten Formats ist „Die Briefeschreiberin“ ein außergewöhnliches Buch. Denn es besteht ausschließlich aus Briefen und gelegentlichen Emails, die die Ich-Erzählerin Sybil Van Antwerp an jeden schreibt, dem sie etwas mitzuteilen hat.

Dies sind neben Verwandten und Freunden u.a. auch bekannte Persönlichkeiten wie z.B. die Schriftstellerin Ann Patchett oder der Filmregisseur George Lucas. Wenn sie Antworten erhält, sind auch diese abgedruckt.

Mit Hilfe dieses Formats gelingt es Virginia Evans ein sehr genaues Charakterbild dieser Frau zu zeichnen. So habe ich als Leserin nicht nur wesentliche Daten und Ereignisse aus ihrem langen Leben erfahren, sondern sie als Mensch wirklich gut kennengelernt. Sie braucht feste Routinen, kann kratzbürstig, streitbar und auch belehrend sein, gleichzeitig ist sie aber hilfsbereit, warmherzig und großzügig.

Sybil ist 73 Jahre alt, als der Roman beginnt. Ihr Augenlicht wird immer schlechter und sie weiß, dass sie in einigen Jahren erblinden wird. Sie erkennt, dass sie bis dahin noch einiges, wie z.B. das schwierige Verhältnis zu ihren Kindern, klären muss.

Und dann ist da noch der eine Brief , an dem sie seit Jahrzehnten schreibt, aber den sie nie abgeschickt hat …

Ein wundervoller Roman, der nicht nur durch das ungewöhnliche Format besticht, sondern auch durch die gelungene Charakteristik eines ganz besonderen Menschen. Gleichzeitig ist er auch ein Plädoyer für die Kunst des Briefeschreibens, denn in einem Brief steckt so viel mehr als in einer Text- oder Sprachnachricht.

Virginia Evans: „Die Briefeschreiberin“, Goldmann, 384 Seiten, ISBN 9783442317844, Preis: 24,00 Euro.


Lesung mit Marco Rieck-Assmann

Herz im Harz schlägt in der BÜCHER-HEIMAT

Seinen neuen Roman „Herz im Harz“ stellt Marco Rieck-Assmann am Donnerstag, 19. November 2026, in der BÜCHER-HEIMAT in Bad Harzburg vor.

Der Autor weiß, worüber er schreibt, denn er lebt mit seiner Familie und zwei Hunden im Harz und verbringt die Sommermonate regelmäßig auf der Insel Fehmarn. Zwischen Bergen und Meer, Waldwegen und Strand sammelt er Geschichten. Inspiriert von Begegnungen, Erinnerungen und besonderen Orten entstehen so Romane, die von Nähe, Sehnsucht und Neuanfängen erzählen.

Er schreibt für alle, die romantische Geschichten mögen. Für Leserinnen und Leser, die sich nach einem leichten Sommerroman sehnen oder nach Büchern, die sich anfühlen wie ein kleiner Kurzurlaub vom Alltag. Seine Geschichten wollen unterhalten, berühren und für ein paar Stunden in eine andere Welt entführen.

Mit seinem Debütroman „Sommerklang auf Fehmarn“ führt er auf die Ostseeinsel, die für ihn selbst ein Ort der Weite und des Durchatmens ist. Das Meer, das Licht und die besondere Sommerstimmung bilden den Rahmen für eine Liebesgeschichte über zweite Chancen.

Sein zweiter Roman „Herz im Harz“ ist in seiner Heimatregion angesiedelt. Der Harz mit seinen alten Bergstädten, dichten Wäldern und weiten Ausblicken wird hier zur Kulisse für eine Geschichte über Mut, Vertrauen und die Kraft der Liebe.

Zum Autor

Hauptberuflich ist Marco Rieck-Assmann Musiker, Zauberkünstler und Geschichtenerzähler. Seit über 25 Jahren steht er auf den Bühnen Europas. Diese Erfahrung prägt auch sein Schreiben: Er denkt in Szenen, hört den Rhythmus seiner Dialoge und weiß, wie wichtig Timing für Emotionen ist. Seit mehr als zehn Jahren betreibt er das Wunderkammer Theater in Lautenthal – einen Ort für Kultur, Begegnung und besondere Momente. Hier entstehen Programme, neue Ideen und manchmal auch die ersten Seiten neuer Romane.

Ob zwischen Harz und Ostsee oder zwischen Bühne und Buch – im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen immer die Geschichten und die Frage, was Menschen miteinander verbindet. So ist auch „Herz im Harz“ ein bewegender Harz-Roman über Liebe, Heimat und Neubeginn.

Inhaltsangabe „Herz im Harz“

Als Nina eine abgelegene Pension im Harz erbt, möchte sie eigentlich nur schnell verkaufen. Doch zwischen knarrenden Dielen, duftenden Kräutern, frischer Waldluft und alten Erinnerungen trifft sie ihren Jugendfreund Tim wieder. Während sie ihren eigenen Weg sucht, überschlagen sich die Ereignisse und Nina spürt, dass der Harz weit mehr ist als nur Wälder und Berge. Zwischen romantischen Aufbrüchen und chaotischen Missverständnissen ahnt sie nicht, dass dieser kurze Besuch im Harz ihr Leben für immer verändern könnte…

Donnerstag, 19. November 2026, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten
Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT,
Telefon  (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de

Einladung zur „Harzreise“

Der Schriftsteller Steffen Kopetzky ist durch den Harz auf den Spuren von Heinrich Heine gewandert und schrieb darüber ein Buch. Eine Zugfahrt auf den Brocken mit der Harzer Schmalspurbahn.

Eine „Deutschlanderkundung“ mit Steffen Kopetzky

Zweihundert Jahre nach Heinrich Heines Harzreise macht sich Steffen Kopetzky, dessen Route folgend, auf durch eine faszinierende deutsche Seelenlandschaft: Im Harz spiegelt sich unser Land – er ist poetischer Märchenort und Brennpunkt der Klimakrise, offenbart historischen Reichtum, Strukturwandel und Armut, war geteilt zwischen Ost und West. Am Donnerstag, 22. Oktober 2026, um 19.00 Uhr liest Steffen Kopetzky in der BÜCHER-HEIMAT aus seinem Buch „Die Harzreise“.

Jener Streifen, der einst die Grenze war, ist heute als „Grünes Band“ einer der erfreulichsten Krafträume der Natur. Kopetzky stößt auf Erinnerungsorte unseres Landes, von Hexentanzplätzen am mythenumwobenen Brocken bis zu legendären Abhörstationen. Und entdeckt seine riesigen Potentiale. Er macht berührend menschliche Erfahrungen, sieht aber auch die Realität einer verunsicherten Gesellschaft, in der das «Deutschtum» neue Blüten treibt. 

Mit dem Echolot des geschichtsbewussten Autors und der Offenheit des Wanderers erkundet Kopetzky nicht nur das so unbekannte eigene Land, sondern auch jenes Lebensgefühl, für das der Harz seit Heines Zeiten steht, eines Sehnsuchtsortes der Freiheit und der seelischen Erneuerung. Ein überraschendes, lebendig erzähltes Reiseabenteuer – und eine Deutschlanderkundung der besonderen Art.

Zum Autor

Steffen Kopetzky, geboren 1971, ist Autor von Romanen, Hörspielen und Reisereportagen. Sein Roman „Monschau“ stand monatelang auf der Spiegel-Bestsellerliste, ebenso wie „Risiko“, der für den Deutschen Buchpreis nominiert war. Zuletzt erschien der Roman „Atom“ (2025), über den Die Zeit schrieb: „Kopetzky zu lesen, macht Spaß. Er erzählt schmissig und doch präzise (…) Aktueller kann ein vermeintlich historischer Roman wirklich nicht sein.“ 2024 wurde Steffen Kopetzky mit dem Literaturpreis der Stahlstiftung geehrt. Er lebt mit seiner Familie in seiner Heimatstadt Pfaffenhofen.

Donnerstag, 22. Oktober 2026, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten
Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT,
Telefon  (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de

Markus Weber über „Effingers“

Gabriele Tergit: Effingers

Es ist ein Glückfall, dass der Familienroman, an dem die Journalistin und Schriftstellerin Gabriele Tergit zwei Jahrzehnte gearbeitet hat und der in erster Ausgabe bereits 1951 erschienen ist, seit ein paar Jahren in einer Neuausgabe wieder erhältlich ist. Der Roman erzählt anhand von drei Familien über vier Generationen eine große deutsch-jüdische Gesellschaftsgeschichte, die sich von 1878 bis 1948 spannt.

Aus der Sicht dieser jüdischen Familien aus der fränkischen Provinz und aus der im 19. Jahrhundert aufstrebenden Großstadt Berlin wird die deutsche Geschichte mitsamt zentraler politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen und Debatten anschaulich gemacht. Da werden die allgemeinen Tendenzen lebendig – wie etwa der Aufstieg der Industrie und der Niedergang des traditionellen Handwerks und damit einhergehende Veränderungen des Lebensstandards und Konsums oder ideologische Orientierungen.

Aber es wird auch deutlich, wie jüdische Menschen angesichts von Ausgrenzung und Antisemitismus, aber auch Hoffnungen auf Aufstiegsmöglichkeiten mit den Veränderungen zu kämpfen haben – um traditionelle Religion und Heimat, Zugehörigkeit zur deutschen Nation, Nationalstolz oder Zionismus, kurz um ihre Identität.

Das alles wird lebendig und anschaulich in den zahlreichen Dialogen, die das Ringen um die eigene Position und den Stellenwert jüdischen Lebens aufscheinen lassen. Diese Auseinandersetzungen in den Familien lassen keine Langeweile aufkommen, sondern haben bei mir die Lust am Schmökern stets wachgehalten.

Während das Kaiserreich, aber auch die Weimarer Republik besonders ausführlich in der Familiengeschichte reflektiert wird, braucht es für die Zeit des Nationalsozialismus nur relativ wenige Striche, um (trotz aller Kontinuität und Anpassung deutscher Täter) den tiefen Einschnitt und Abbruch deutscher Geschichte vor Augen zu führen.

Das Nachwort von Nicole Henneberg hilft der Einordnung des Romans. Es wird auch deutlich gemacht, dass die Autorin in ihrem Roman eigene Familienerfahrungen verarbeitet hat. Für mich war es ebenso erhellend, dass Gabriele Tergit selbst über ihr Buch schrieb, es sei nicht „der Roman des jüdischen Schicksals, sondern es ist ein Berliner Roman, in dem sehr viele Leute Juden sind“. Für mich ein wichtiger und erhellender Perspektivwechsel.

Meiner Meinung nach hätte es der Roman verdient, noch mehr wahrgenommen und gelesen zu werden. Thea Dorn hält es gar für einen Skandal, dass das Buch „nicht längst ein fester Bestandteil des deutschen literarischen Kanons ist“.

Gabriele Tergit: „Effingers“, Roman, btb-Verlag 2020, ISBN 978-3442719723, 913 Seiten, 16 Euro.

Markus Weber über „Was wir meinen, wenn wir Hoffnung sagen“

Julien Gupta (Hrsg.): Was wir meinen, wenn wir Hoffnung sagen

Wussten Sie schon, dass Hoffnung langfristig wie ein unbedenkliches Opium fürs menschliche Gehirn wirken kann? Das jedenfalls schreibt die Neurowissenschaftlerin Maren Urner in ihrem Beitrag zum Sammelband über die Hoffnung.

Der Journalist Julien Gupta hat 12 sehr unterschiedliche Persönlichkeiten um Beiträge zum Thema gebeten, so die Schriftstellerin Cornelia Funke oder den Schriftsteller Marc-Uwe Kling, aber auch Menschen, die in verschiedenen Bereichen unserer Gesellschaft engagiert sind: für Menschenrechte, gegen Rassismus, für Klimagerechtigkeit, für die Rechte von Behinderten oder Kinderrechte. Damit sind nur einige Bereiche benannt, denen sich die Autor*innen widmen.

Bei aller Unterschiedlichkeit der Autor*innen und Themen eint die Beiträge, dass gegenwärtige Probleme und Konfliktfelder des Zusammenlebens benannt werden. Und nie fehlt der Hinweis auf Menschen, die sich auf verdiente Weise engagieren, und auf deren Wirksamkeit. So wird deutlich: Menschen, die sich engagieren, sind hoffnungsvoll. Für mich hat sich die Auseinandersetzung mit allen Texten des Bandes gelohnt. Ich habe auch in den Bereichen Anregungen gefunden, die mir ansonsten thematisch nicht so nahe sind.

Dabei verfallen die Autor*innen nicht in Selbstüberschätzung. Sie wissen sehr wohl, dass ihre Wirksamkeit begrenzt ist – aber das Handeln ist dennoch alles andere als sinnlos. So beschreibt etwa Marina Weisbrand, dass sie weiß, ihre Ideen könnten vielleicht nicht während ihrer Lebenszeit verwirklicht werden. Aber sie könne – hoffentlich – dazu beitragen, Ideen in die Welt zu setzen: „Ideen von einer gerechteren Welt, in der Demokratie bedeutet, dass alle Menschen gleich repräsentiert sind. … In der wir nicht konkurrieren, sondern kooperieren.“

Für mich war es eine Lektüre, die Hoffnung macht, ohne die Realität aus den Augen zu verlieren.

Der Herausgeber und die Autor*innen:

Julien Gupta (Hrsg.): Was wir meinen, wenn wir Hoffnung sagen, oekom Verlag 2026, ISBN 978-3987265167, 208 Seiten, 19,00 Euro.

Mit Mark Twain und Axel Gottschick auf Reisen

Tödlich für Vorurteile

„Reisen ist tödlich für Vorurteile, Bigotterie und Engstirnigkeit, und viele unserer Leute brauchen sie dringend aus diesen Gründen. Breite, gesunde, wohltätige Ansichten über Menschen und Dinge können nicht erworben werden, indem man sein ganzes Leben lang in einer kleinen Ecke der Erde vegetiert.“

Der große US-Schriftsteller Mark Twain, aus dessen Feder das Zitat stammt, begab sich mehrfach auf Europareise und fasste seine Eindrücke humorvoll, bisweilen auch satirisch-bissig in mehreren Büchern wie „Die Arglosen im Ausland“ oder  „Bummel durch Europa“. Nicht zu vergessen der grandiose Aufsatz „The Awful German Language“ („Die schreckliche deutsche Sprache“).

Auf eine amüsante LeseReise mit Mark Twain lädt Reiseleiter Axel Gottschick am Freitag, 28. August 2026, um 19 Uhr in der BÜCHER-HEIMAT ein. Das romantische Heidelberg, das famose Studentenleben, Betrachtungen über die deutsche Sprache aus Sicht eines Amerikaners, eine abenteuerliche Exkursion in den Alpen, ein Ausflug nach Turin sind einige Stationen, die an diesem Abend literarisch angesteuert werden.

Die Reisebeschreibungen Twains, mögen vielleicht nicht so bekannt wie „Die Abenteuer des Huckleberry Finn“ sein, werden aber ebenso wie der Schlüsselroman amerikanischer Literatur um Tom Sawyer und Huckleberry Finn bis heute gern gelesen und von der Kritik gefeiert. Und dies sehr zu Recht. Die Süddeutsche Zeitung schreibt: „Die unnachahmliche Mischung aus sprachlicher Finesse, witziger Analyse und historischer Weitsicht regt zu eigenen Entdeckungen an.“

Eine amüsante LeseReise mit Mark Twain,
Reiseleitung: Axel Gottschick.

Freitag, 28. August 2026, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten
Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT,
Telefon  (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de

Werner Beckmann über „Die Känguru-Rebellion“

Werner Beckmann über „Die Känguru-Rebellion“

Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Rebellion

Ich bin kein Freund von Hörbüchern, auch Literatur-Verfilmungen haben es bei mir schwer. Ich schaffe mir die Figuren lieber selbst. Daniel Radcliffe war nie mein Harry Potter. Aber es gibt Ausnahmen, weswegen hier Marc-Uwe Klings „Die Känguru-Rebellion“ als Hörbuch besprochen sein soll.

Wenn der „Kleinkünstler“ das Beuteltier mit dem Hang zur Anarchie oder Kneipenwirtin Hertha spricht, ist das ähnlich großartig (und doch ganz anders) wie Timur Vernes‘ „Er ist wieder da“, vorgelesen von Christoph Maria Herbst.

Eigentlich geht es um Bewährtes und Beliebtes – und doch ist etwas anders. Ein neues Känguru-Erlebnis. Deutlich politischer, häufig schärfer als in den Vorgängerwerken. Warum das so ist, erklärt das Känguru selbst: „Im Wort ‚Unterhaltung‘ steckt auch das Wort ‚Haltung‘.“

Worum es geht? „Hauptsächlich geht’s darum, dass wir rebellieren. Gegen die Zustände. Muss ich noch mehr dazu sagen?“ Nein, muss er nicht, denn, so souffliert das Beuteltier: „Von den Zuständen kriegt man ja Zustände.“ Und die werden am Rebellion-Stammtisch in Herthas Eckkneipe ausgelebt.

Der (aber-)witzige Kampf gegen Rechtsextreme, fürs Klima und gegen den Kapitalismus geht weiter. Ohrfeigen gibt es für den Politbetrieb in Berlin, vorneweg für die AfD, aber auch für Merz und Söder und etliche andere. Wobei an der begrenzten Zahl der „Gebashten“ auch deutlich wird, dass in der Politik die satisfaktionsfähigen Charakterköpfe offenkundig seltener werden.

Absolut im Visier haben Kling und Känguru auch die megareichen Tech-Unternehmer. Damit, dass sich „unser digitales Leben in der Hand weniger Superreicher befindet“, wollen sie sich nicht abfinden. Und irgendwie kann man viele Gedanken nachvollziehen: „Ich finde das so absurd, dass die beiden reichsten Typen auf diesem Planeten Raketenfirmen gründen und zum Mars wollen.“

Es gibt Passagen, die sind politisches Kabarett, in denen kommt einem das Känguru wie die Neuauflage von Volker Pispers oder Dieter Hildebrandt vor. Aber auch die beiden Kabarett-Großmeister brachten uns ja zum Lachen – bis es im Hals steckenbleibt…

Kling jedoch findet eine gute Mischung, verzichtet weder auf Schnapspralinen noch auf falsch zugeordnete Zitate. Beispiele gefällig: Die Fußballer-Weisheit „Elf Freunde sollt ihr sein“ legt Kling den Zwölf Aposteln in den Mund. Und vom Ex-FDP-Chef Christian Lindner stammt demnach die Weisheit „Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.“

Wer sich das Hörbuch herunterlädt (oder das Buch kauft), wird hernach auch seine Meinung zur vermeintlich so schönen virtuellen Welt überdenken: „Das Tolle am Internet ist, dass endlich jeder der ganzen Welt seine Meinung mitteilen kann. Das Furchtbare ist, dass es auch jeder tut.“

Und jetzt habe ich mich mit dieser Rezension da eingereiht…

Marc-Uwe Kling: „Die Känguru-Rebellion“, Hörbuch Hamburg, Laufzeit ca. 7 Stunden und 30 Minuten, ISBN 9783844944549, Preis: 12,95 Euro.

Für alle, die lieber etwas in der Hand haben: Hier geht es zum Taschenbuch der Känguru-Rebellion…


Infos über Soforthilfe für den Darm

Die 1-Minuten-Strategie Reizdarm

In einer Mischung aus Lesung und Vortrag stellt die Autorin und Ernährungswissenschaftlerin Lara von Gadenstedt (vormals Opfermann) ihr neues Buch „1-Minuten-Strategie Reizdarm“ am Donnerstag, 17. September 2026, in der BÜCHER-HEIMAT vor. Mit alltagstauglichen Impulsen, verständlichen Erklärungen und echten Patientenfällen aus der Praxis zeigt sie, was Betroffenen wirklich helfen kann – schnell, konkret und umsetzbar.

Reizdarm betrifft weltweit Millionen Menschen. Trotzdem fühlen sich viele Betroffene allein gelassen mit ihren Symptomen: Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung bestimmen den Alltag. In der Veranstaltung stellt die Autorin ihr neues Buch „1-Minuten-Strategie Reizdarm“ vor und zeigt auf, warum Reizdarm nicht „nur Kopfsache“ ist und welche kleinen 1-Minute-Strategien dem Darm in kurzer Zeit Entlastung verschaffen können.

Ergänzt wird die Lesung durch echte Patientenfälle aus der Praxis, die zeigen, wie individuell Reizdarm ist und wie unterschiedlich erfolgreiche Lösungswege aussehen können. Die Veranstaltung richtet sich an Betroffene, Angehörige und alle, die ihren Darm besser verstehen möchten. Wenig Theorie, viel Praxis und Strategien, die sich schnell umsetzen lassen.

Über die Autorin

Lara von Gadenstedt (geb. Opfermann), selbst ehemalige Reizdarmpatientin, hat Ernährungswissenschaften und Psychologie studiert. In ihrer ernährungstherapeutischen Praxis in Braunschweig mit dem Schwerpunkt Magen-Darm-Erkrankungen und Essstörungen begleitet sie täglich Menschen auf dem Weg zurück zu einem entspannten Umgang mit ihrem Darm und einer gesunden Beziehung zum Essen. Ihr Ansatz verbindet wissenschaftlich fundierte Ernährungstherapie mit psychologischen Strategien und berücksichtigt die enge Verbindung zwischen Darm und Psyche (Darm-Hirn-Achse).

Donnerstag, 17. September 2026, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten
Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT,
Telefon  (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de

Der Blick bereits in 2027: „Mala Visión“

Pfad der Erkenntnis

Auf der Suche nach seinem Ex-Partner, der von einem Tag auf den nächsten nach Mexiko durchgebrannt ist, reist Rafa ans andere Ende der Welt. Die Spurensuche endet im dichten Wald vor Texcaltitla: mit Knochenbrüchen und dem Verlust seiner Brille, ohne die er aufgrund einer starken Sehschwäche so gut wie blind ist. Ein lebensgefährlicher Irrweg zurück in die Zivilisation beginnt.

Anhand des Phänomens Ghosting verhandelt Armin Wühle in „Mala Visión“ grundlegende Fragen über Beziehungen und Identität: Was bedeutet Treue? Wie gut kennen wir die Menschen, die uns nahestehen, wirklich? Und wie gut kennen wir uns selbst? Die Odyssee in der Wildnis wird zum Pfad der Erkenntnis – poetisch, abgründig, fesselnd.

Armin Wühle, geboren 1991, studierte am Hildesheimer Literaturinstitut und verfasst Prosa, Essays und Theaterstücke. Sein Debütroman „Getriebene“ erschien 2021, für sein Theaterstück „Rue d’Armenie“ gewann er 2025 den Dramatikpreis für Politik und Menschenrechte. „Mala Visión“ erscheint im März 2026 im Albino Verlag. Er lebt in Hannover.

Stimmen zum Roman:

„In der Mitte seines Lebens kommt ein Mann im Wald vom Weg ab und gerät für einige Tage in die Hölle. Klingt irgendwie nach Dante, ist aber Wühle. (…) Dieser Text ist mit so viel Tempo und Witz und Klugheit erzählt, er macht so traurig und so glücklich und so nachdenklich, dass ich ihm sehr viele Leser*innen wünsche.“
Thorsten Dönges, Literarisches Colloquium Berlin

„Armin Wühle zeigt uns eine Gegenwart, in der der Fortschritt nur noch technisch ist, in der die emotionale und zwischenmenschliche Kommunikation ausstirbt.“
Volha Hapeyeva, Autorin

Donnerstag, 28. Januar 2027, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten
Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT,
Telefon  (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de

Kirsten Karg liest aus „Karolinenhöhe“

Eine Frau findet ihren Weg

Auf die „Karolinenhöhe“ und in eine andere bekannte Kurstadt entführt Autorin Kirsten Karg ihr Publikum bei einer Lesung in der BÜCHER-HEIMAT Bad Harzburg am Donnerstag, 13. August 2026. Beginn ist wie zumeist um 19.00 Uhr.

Zum Inhalt:

Baden-Baden 1910. Die junge Krankenschwester Ida Freese kommt aus ärmlichen Berliner Verhältnissen in die mondäne Kurstadt. Sie wagt dort einen Neubeginn und tritt eine Stelle in der Naturheilanstalt Lichtental auf der Karolinenhöhe an.

Hier führt das Ehepaar Enslinger ein strenges Regiment nach den Prinzipien der Lebensreform mit Vegetarismus und Freikörperkultur. Ida fühlt sich wohl zwischen den »Verrückten auf dem Berg« und dem pulsierenden Alltag im Tal, ohne das enge Korsett gesellschaftlicher Normen.

Als sie sich in den Luftschiff-Monteur Carl verliebt und gegen die Hausregeln verstößt, gerät jedoch ihr neu gewonnenes Glück in Gefahr. Ida muss als Frau ihren eigenen Weg finden zwischen Konvention und Selbstbestimmung, Verzicht und Freiheit.

Kirsten Karg. Foto: Helge Krückeberg

Unterhaltsam und temporeich beleuchtet „Karolinenhöhe“ einen längst vergessenen Ort, ein vermeintlich lang zurückliegendes Kapitel deutscher Kulturgeschichte.   

Zur Autorin:

Kirsten Karg, Jahrgang 1971, ist in Baden-Baden geboren und aufgewachsen. Sie studierte Angewandte Kulturwissenschaften mit den Schwerpunkten Sprache und Kommunikation sowie Sozial- und Kulturgeschichte in Lüneburg. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Hannover und leitet die Kommunikationsabteilung zweier Kulturstiftungen.

„Karolinenhöhe“ ist ihr Verlagsdebüt im 8 grad verlag, unter Pseudonym veröffentlichte sie bereits einen Roman sowie ein Jugendbuch.

Donnerstag, 13. August 2026, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten
Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT,
Telefon  (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de