Gelegentlich nehmen wir uns in unserem Buch-Club vor, einen Klassiker zu lesen. Dieses Mal ist die Wahl auf „Kaltblütig“ von Truman Capote gefallen. Ein Buch, das 1966 erschienen ist, hat mich auch aufgrund seiner Komposition sehr beeindruckt.
Es wird in der Literatur-Welt als erster Tatsachenroman bezeichnet. Capote war nicht nur Schriftsteller, sondern auch Journalist, was mit ein Grund dafür ist, dass dieses literarische Werk so außergewöhnlich ist. Denn bevor der Roman beginnt, wird der Leser über alle wesentlichen Fakten in Kenntnis gesetzt.
Im November 1959 wird eine vierköpfige Familie von zwei ehemaligen Häftlingen in einem kleinen Ort im Bundesstaat Kansas brutal ermordet. Als Capote durch eine kurze Pressenotiz von dieser Tat erfährt, entscheidet er sich dort hinzufahren. Aus journalistischer Sicht interessiert ihn zunächst, was so ein Ereignis für die Menschen bedeutet, die dort leben. Im weiteren Verlauf möchte er aber auch Näheres über die getötete Familie erfahren, aber auch über die Täter, die sechs Wochen später gefasst und einige Monate später zum Tode verurteilt werden.
All diese Erkenntnisse verarbeitet er in seinem Roman, der durch die sprachliche Kreativität des Schriftstellers auch eine sehr hohe literarische Qualität zeigt.
Ergänzend zu dem wirklich empfehlenswerten Buch lohnt es sich bei dem Fernsehsender ARTE die Dokumentation Truman Capote und „Kaltblütig – Eine mörderische Nacht“ anzuschauen, denn sie liefert nicht nur weitere Hintergrundinformationen, sondern beschäftigt sich auch mit der Frage, ob die Auseinandersetzung mit den Ereignissen den Autor und Menschen Truman Capote verändert hat (Verfügbar bis zum 28/07/2026).
Truman Capote: „Kaltblütig“, Verlag Kein + Aber, 544 Seiten, ISBN 9783036959030, Preis: 15,00 Euro.
























