Freitag, 21. Oktober: Bloggen bildet


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Theo Lingen als Styx in der Verfilmung von Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“ – einfach grandios (der Auftritt beginnt in dem YouTube-Video etwa bei Minute 5:00)

Ein Sex-Skandal und ein Elchtest

Bloggen bildet. Zumindest hat es an diesem Freitag, 21. Oktober 2022, bei mir schon mal wieder eine Wissenslücke gestopft. Ich weiß jetzt, was Coffee Table Books sind.

Vermutlich wissen das alle wieder mal ohnehin, ich bin darüber gestolpert, weil eines der erfolgreichsten Coffee Table Books heute vor 30 Jahren (1992) veröffentlicht wurde: Madonnas Bildband „SEX“ löste den beabsichtigten Skandal aus und ließ wie gewünscht die Verkaufszahlen in schwindelnde Höhen schnellen.

Den opulenten Bildband scheint es nur noch antiquarisch zu geben. Und dann gern für Summen bis zu 500 Euro. Was allerdings für Coffee Table Books nicht weiter ungewöhnlich ist. Diese Bildbände sind vor allem dekorativ.  Man zeigt auch im Bücherregal, was man hat. Wobei gern auch exzellente Foto-Bildbände nicht gerade als Schnäppchen daherkommen. „Mountain Roads“ beispielsweise schlängeln sich über die „Traumstraßen der Welt“ zu 249,90 Euro an der Ladenkasse.

Beim Stichwort „Madonna“ kommt ein weiteres Problem hinzu, denn der Online-Shop der BÜCHER-HEIMAT liefert mal eben 1314 Fundstellen. Es dreht sich halt nicht alles um Madonna Louise Ciccone. Ohnehin scheint zumindest auf dem Buchmarkt die ganz große Zeit der Pop-Ikone vorbei zu sein. „Lady Bitch Ray über Madonna“ sind eher Jugenderinnerungen an die Sängerin. Und wer nach dem „Sex“-Bildband sucht, findet: „Sex in Drag: A parody of Madonna’s infamous SEX book“.

Das 25-jährige Jubiläum steht heute für ein Ereignis aus dem Jahr 1997 an, das im Mercedes-Benz-Konzern sicher nicht gefeiert wird: Eine funkelnagelneue A-Klasse kippte beim „Elchtest“ in Schweden um – und avancierte in der Folge zum ersten Modell außerhalb des Luxussegments, das ein Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) spendiert bekam. Was offenkundig aber auch Rentiere benötigen, folgt man dem Kinder-E-Book „Elchtest für das Weihnachtsfest“.

Leider lag das Handbuch „So wird’s gemacht. Mercedes A-Klasse ab 10/97“ noch nicht vor, als die Konstruktion ins Schleudern geriet. Auf Dauer aber wurde die A-Klasse ein Erfolg, macht gemeinsam mit der B-Klasse heute rund 20 Prozent des Mercedes-Absatzes aus. Als der Konzern verkündete, sich mehr dem Luxussegment zuzuwenden, titelte die Süddeutsche: „Die A-Klasse darf nicht sterben“.

Unsterblich ist derweil die Musik von Jacques Offenbach, einer der großartigsten und doch oft unterschätzten Komponisten des 19. Jahrhunderts. Am 21. Oktober 1858 wurde die Uraufführung der Operette „Orpheus in der Unterwelt“  (Textbuch) ein sensationeller Erfolg. Man kann über „Jacques Offenbach und seine Zeit“  lesen, noch weit anregender aber ist es, seine Musik zu hören.

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Donnerstag, 20. Oktober: Faultiere und Statistiker

Die drei Arten von Lüge

Ein wenig Futter für Statistiker: Dieser Donnerstag, 20. Oktober 2022, ist der 293. Tag des Jahres, es bleiben 72 Tage bis zum Jahresende. Und 65 bis Heiligabend.

Eigentlich müsste ich mich heute dem „Internationaler Tag des Faultiers“ (International Sloth Day) widmen. Was mir vom Namen her schon immer sympathisch war. Aber ich liebe Statistiken. Und ich kann dennoch dem Churchill zugeschriebenen Satz: „Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“, einiges abgewinnen.

Mit dem Exkurs zur Statistik liege ich im Grunde total daneben. Zwar ist der 20. Oktober der „Weltstatistiktag“, aber er wird nur alle fünf Jahre begangen. Bis 2025 jedoch wollte ich nicht warten. Zumal ich mir gerade ein Buch zum Thema anschaffen will: „Grüne fahren SUV und Joggen macht unsterblich“ soll unterhaltsam und lehrreich zugleich über „Risiken und Nebenwirkungen der Unstatistik“ aufklären.

Der britische Staatsmann Benjamin Disraeli hätte solch ausgewogene Aufklärungslektüre im 19. Jahrhundert vermutlich rundweg abgelehnt. Sein drastisches Urteil stand – großartig formuliert – unverrückbar fest: „Es gibt drei Arten von Lügen: Lügen, infame Lügen und Statistiken.

Dass Statistik kein einfaches Thema ist, wird auch dadurch verdeutlicht, dass es gleich drei Bücher „Statistik für Dummies“ gibt. Da ich wie schon erwähnt eine gewisse Tendenz zur Faulheit aufweise, tendiere ich zu „Statistik kompakt für Dummies“. Vielleicht gelingt mir dann, was Ex-VW-Boss Carl Hahn einst postulierte: „Statistiken sind mit Vorsicht zu genießen und mit Verstand einzusetzen.“     

Wer da glaubt, „Wer wird Millionär“ sei eine unendliche Fernsehgeschichte, sollte sich ein anderes Format vor Augen rufen: Heute vor 55 Jahren (!), am 20. Oktober 1967, startete Eduard Zimmermann im ZDF mit „Aktenzeichen XY … ungelöst“. Die Reihe hat es sogar in „Akademische Schriftenreihen“ geschafft: „,Aktenzeichen XY…ungelöst‘ – Eine Fahndungssendung als Ausdruck der Kontrollgesellschaft“. Und dass, obwohl der Moderator gestand: „Auch in war ein Gauner“.

Er würde heute 99 Jahre alt, sein Werk ist unsterblich: Otfried Preußler schrieb 32 Kinderbücher, darunter Klassiker wie „Der Räuber Hotzenplotz“ und „Die kleine Hexe“. Die Bücher wurden in 55 Sprachen übersetzt und haben eine Gesamtauflage von mehr als 50 Millionen Exemplaren erreicht.  Wer ein Weihnachtsgeschenk für Kinder sucht, macht mir Preußler garantiert nichts verkehrt. Mein Favorit ist „Der kleine Wassermann“ – vermutlich, weil ich vom Sternzeichen her selber einer bin.

Für „den musikalischen Fluss von Stimmen und Gegenstimmen in Romanen und Dramen, die mit einzigartiger sprachlicher Leidenschaft die Absurdität und zwingende Macht der sozialen Klischees enthüllen“ erhielt die heute vor 76 Jahren geborene Elfriede Jelinek 2004 den Nobelpreis für Literatur. Ihr erfolgreichster Roman erschien 1983: „Die Klavierspielerin“.

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Mittwoch, 19. Oktober: Darauf einen Gin Tonic

Kosename fürs Fahrrad gesucht

Jetzt ist es so weit. An diesem Mittwoch, 19. Oktober 2022, habe ich den ersten Artikel über die Zeitumstellung gelesen. Das führt bei mir fast zu Panikattacken. Zum einen, weil es in elf Tagen schlagartig schon vor 17.00 Uhr dunkel wird. Zum anderen, weil ich immer noch nicht kapiert habe, wie man die Uhr im Auto umstellt…

Wenn es nicht so früh am Tag wäre, könnte ich diese Sorgen fortspülen und parallel einen Aktionstag würdigen. Wir begehen heute den „Internationalen Gin-Tonic-Tag“ (International Gin and Tonic Day). Der Longdrink-Klassiker wurde während der britischen Kolonialzeit in Indien kreiert, wo das chininhaltige Indian Tonic Water als fiebersenkend (Malaria) bekannt war. Wer es genauer wissen will, liest „Was wäre Gin ohne Tonic?“ und lässt sich „die Geschichte des prickelnden Erfrischungsgetränks“ erzählen.

Der Gin sollte die sehr bittere Tonic-Variante genießbar machen. Das nenne ich mal eine ordentliche Medizin! Die man mit dem „ultimativen Handbuch für den perfekten Mix“ angeblich weiter verfeinern kann: „Gin & Tonic“.

Ansonsten ist die literarische Auswahl zum Thema Gin Tonic eher dürftig. Und in einem Fall scheinen die Herausgeber den Wahrheitsgehalt des Buchtitels bereits vor dem Schreiben ausgiebig getestet haben: „Wenn man in ,Homeoffice‘ nur acht Buchstaben verändert, steht da ,Gin Tonic‘“.

Früher hießen Fahrräder mal Drahtesel. Nun muss eine innige Beziehung aufgebaut werden. Seit 2018 wird am heutigen Datum der „Internationale Gib-Deinem-Fahrrad-einen-Namen-Tag“ (International Name Your Bike Day) begangen. Aber nun ja, angeblich handelt es sich ja auch um eine „Kulturgeschichte des Glücks auf zwei Rädern“: „Das Fahrrad“.

Ich weiß, dass ich die Nicht-Fußballfan jetzt wieder nerve, aber am 19. Oktober 1957 schlug Celtic Glasgow die Glasgow Rangers im Stadion Hampden Park in Glasgow mit 7:1. Es war der höchste Sieg in einem „Old Firm“ genannten Pokalfinale. Was mir egal wäre, aber das Spiel, das als „Hampden in the sun“ in die Kicker-Historie einging, bescherte uns eine der schönsten Fußballhymnen, voller Stolz gesungen – aber auch eine der gemeinsten, denn aus jedem Ton tropft Häme. Herrlich!


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Zurück zur hehren Literatur. Zumindest Erwähnung finden muss, dass heute vor 50 Jahren einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Nachkriegszeit den Nobelpreis für Literatur erhielt: Heinrich Böll. Mich haben stets die Erzählungen wie „Wanderer, kommst du nach Spa…“ mehr als die Romane gefesselt.

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Dienstag, 18. Oktober: Statt Krawatten

Probier’s mal mit Gemütlichkeit

Ein Mann muss keine Krawatte tragen, um elegant auszusehen. Sie ist nicht mehr als ein dekoratives Detail.“ Sagte Modeschöpfer Giorgio Armani, dessen Kreationen ich (abgesehen vom Preis) bewundere. Dennoch werde ich heute zur Krawatte greifen und damit an diesem Dienstag, 18. Oktober 2022, eine Brücke nach Kroatien schlagen.

Dort wird heute „Dan Kravate“ gefeiert, der „Tag der Krawatte“.  Anlass dazu ist die Theorie vieler Modehistoriker, dass die Ursprünge der Krawatte in seidenen Halstüchern der für Frankreich kämpfenden kroatischen Soldaten im 17. Jahrhundert zu suchen seien. Daher soll der Begriff stammen: „à la cravate“, was in etwa „nach Art der Kroaten“ bedeutet.

Besonders häufig drohen Krawatten auch als Geschenk zu Weihnacht. „Statt Krawatte“ will da Abhilfe schaffen. Umrahmt von Texten unter anderem von Thoma, Goethe und Fallada soll das Buch „ideale Verpackung für weihnachtliche Gutscheine“ sein. Was als Geschenkidee auch nicht sonderlich kreativ, aber immer noch besser als Krawatte ist.

Von mir aus hätten die Kroaten ihre Erfindung für sich behalten können. So richtig korrekte Knoten kann ich bis heute nicht. Vielleicht hätte ich es mal mit „Knigge – Krawatten, Fliegen und Schals perfekt binden“ versuchen sollen. In den Krawattenknoten-Ruhmestempel hätte ich es nie geschafft.

Apropos Ruhmestempel: Heute vor 180 Jahren (1842) wurde die Walhalla bei Donaustauf eingeweiht. Benannt nach der Halle der Gefallenen in der nordischen Mythologie, werden im monumentalen Bau des Architekten Leo von Klenze Persönlichkeiten „teutscher Zunge“ geehrt.

Große Gesten brauchen offenkundig Zeit, der Walhalla-Grundstein war zwölf Jahre zuvor ebenfalls am 18. Oktober gelegt worden. Das Datum war dabei keineswegs ein Zufall. An der Walhalla wurde damit an die Völkerschlacht bei Leipzig 1813 erinnert.  Das „eigene“ Völkerschlachtdenkmal bei Leipzig wurde erst 1913, zum hundertjährigen Jubiläum, eingeweiht. Natürlich am 18. Oktober.

Auf kein rundes Jubiläum kann der Spielfilm „Die Spur des Falken“ von Regisseur John Huston mit Humphrey Bogart zurückblicken. Er wurde erstmals am 18. Oktober 1941 gezeigt – und war bereits die dritte Verfilmung von Dashiell Hammetts Roman „Der Malteser Falke“. Buch wie Film sind Klassiker der Kriminalliteratur. Und aus meiner Sicht braucht es kein Jubiläum, um beides zu feiern.

Ein Klassiker gleichen Kalibers und noch dazu ein rundes Jubiläum feiernd ist der Zeichentrickfilm „Das Dschungelbuch“ aus den Walt-Disney-Studios (DVD). Heute vor 55 Jahren flimmerte der göttliche Streifen nach dem Roman von Rudyard Kipling über die Kinoleinwände in Amerika.

In Deutschland startete der Film am 13. Dezember 1968. Ich habe ihn am 21. Juli 1969 gesehen. Was ich so genau weiß, weil es der Tag der Mondlandung war. Das „Dschungelbuch“ avancierte nach Besucherzahlen zum erfolgreichsten Kino-Hit in Deutschland – Probier’s mal mit Gemütlichkeit…

Montag, 17. Oktober: Brot und Spiele

Es geht ums geliebte Brot

Ein Brot, ein gutes Brot, das ist das Beste, was es gibt auf der Welt…“ Warum ich die Hymne der Comedian Harmonists an die Freundschaft an diesem Montag, 17. Oktober 2022, so verunstalte? Heute ist der „Internationale Tag des Brotes“ (World Bread Day).

Für mich ist dies damit ein wichtiger Tag. Denn ein vernünftiges, schmackhaftes Graubrot mit schöner Kruste gehört zwingend auf meinen täglichen Menüplan. Wobei die Hinweise „schmackhaft“ und „schöne Kruste“ schon klarstellen, dass ich beim Bäcker kaufe. Im Zweifel „Beim Lieblingsbäcker – Auf Leben und Brot“.

Und selbstverständlich erstehe ich mein Brot „am Stück“. Ich will mir meine Stullen selbst auf die Stärke schneiden, die meinem jeweiligen Gemütszustand entspricht. Genormte Scheiben sind mir ein Graus. Vielleicht eifere ich bald meiner Brot-backenden Frau nach und werde selbst tätig, um mein Traumbrot zu bekommen: „Mann backt Brot“.

Oder ich versuche es mit dem „Fernsehbäcker“ Axel Schmitt: „Das einfachste Brot der Welt“. Ich bin beim Essen sicher besser als in der Produktion. Also doch eher „Simplissime – Das einfachste Backbuch der Welt: Brot“. Damit kann man angeblich „richtig gut backen mit maximal 6 Zutaten“.

Ich bin für alles offen, solange das Ergebnis stimmt. Wie wichtig so eine ordentliche Scheibe Brot ist, wird mir stets auf Reisen klar. Sonne, weißer Strand, wohltemperiertes Meer – und labbriges Toastbrot. Es hat Heimflüge gegeben, die habe ich nur dank der Vorfreude auf ein deutsches Butterbrot überstanden.

Während des Urlaubs bleibt mir nur, die Erinnerungen an mein geliebtes Graubrot hochzuhalten. Beispielsweise durch die Auswahl der Urlaubslektüre nach entsprechenden Titeln. Wie wär’s mit Siegfried Lenz‘ Sportlerdrama „Brot und Spiele“? Oder mit Heinrich Bölls Erzählung „Das Brot der frühen Jahre“. In jedem Fall muss es, um es mit Nobelpreisträger Henryk Sienkiewicz zu sagen, „Ums liebe Brot“ gehen.

Nun fällt der Blog heute kürzer als sonst aus – ich wässere schon die ganze Zeit und bin erkennbar auf Entzug. Also ab in die Küche und eine traumhafte Stulle bereitet!

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Sonntag, 16. Oktober: Riese und Knigge

Über den Umgang mit Menschen

Der Junge hat seinen Knigge nicht gelesen“, pflegte meine Oma resignierend festzustellen. Als das anfing, konnte ich zwar noch gar nicht lesen, aber der Satz hat sich eingebrannt. Bis zum heutigen Sonntag, 16. Oktober 2022, habe ich den Knigge immer noch nicht gelesen – doch es wäre ein guter Zeitpunkt, denn heute vor 270 Jahren wurde Adolph Freiherr von Knigge geboren.

„Über den Umgang mit Menschen“ ist sein Standardwerk aus dem Jahr 1788 überschrieben. Der Freiherr selbst vertrat darin als Leitlinie: „Die Kunst des Umgangs mit Menschen besteht darin, sich bemerken, geltend und geachtet zu machen, ohne beneidet zu werden.

Nun hat sich in 250 Jahren so das eine oder andere doch ein wenig verändert. Und weil weiterhin der erste Eindruck zählt, gibt es moderne (erst im Mai 2022 erschienene) „Benimm-Basics für jedemann“. „Der neue große Knigge“ wartet dabei nicht allein mit den richtigen „Umfangsformen privat und im Beruf“ auf, sondern hat auch noch ein „Extra: Hygiene und Umwelt“ zu bieten.

Ganz sicher überglücklich wäre heute meine Oma, die den Sachbuch-Fortschritt kaum genug preisen könnte – statt ihrem Enkel ständig und ständig fruchtlos Benimmregeln einzubläuen, könnte sie den „Knigge kinderleicht“ verschenken. Damit soll „gutes Benehmen für Kids“ ein Kinderspiel sein. Na, dann…

Wie Adolph Freiherr von Knigge für gutes Benehmen, so steht Adam Riese fürs Rechnen. „Das macht nach Adam Riese“, hat das berühmte Rechenbuch des Adam Ries im Blick. Ries, der im 16. Jahrhundert wirkte, gilt bis heute als „Vater des modernen Rechnens“.  Seine Rechenbücher trugen maßgeblich zur Verbreitung der indisch-arabischen Ziffern bei.  Ries‘ Werk ist zwar noch älter als der Knigge, aber die nüchterne Mathematik ist auch nicht so wandelbar wie der Umgang mit Menschen.

Als beliebtes Paradebeispiel kann eine Komödie angeführt weden, die am 16. Oktober 1913 uraufgeführt wurde:  George Bernard Shaws „Pygmalion“.  Das Aufeinandertreffen des selbstherrlichen Sprachwissenschaftlers Henry Higgins und der armen Blumenverkäuferin Eliza Doolittle lieferte auch die Vorlage für einen herrlichen Musical-Film: „My Fair Lady“ (DVD) mit Audrey Hepburn und Rex Harrison.

Steil bergauf ging es für ihn zumeist. Zwangsläufig aber auch immer wieder ebenso steil bergab. Und damit wurde Reinhold Messner weltberühmt.  Eine seiner vielen Etappen zum legendären Bergsteigerruhm hatte er am 16. Oktober 1986 zurückgelegt: Zusammen mit Hans Kammerlander erreichte Reinhold Messner den Gipfel des Lhotse. Damit war Messner der erste Alpinist, der alle vierzehn Achttausender erklettert hat. In „Über Leben“ entpuppt er sich laut FAZ zudem als „brillanter Erzähler“.

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Samstag, 15. Oktober: Schwarz bringt Glück

Vor dem Essen, nach dem Essen…

Die Zeit rast, an diesem Samstag, 15. Oktober 2022, steht der nächste Weihnachtsgeschenke-Alarm an: In 70 Tagen sollen nicht allein Kinderaugen angesichts der Geschenkeflut leuchten. Bücher passen ja (fast) immer. Und tolle ganz persönliche Lesetipps bietet das Team der BÜCHER-HEIMAT.

Wer noch keine Präsente hat, könnte also heute erstmal shoppen gehen. In der BÜCHER-HEIMAT bis 13.00 Uhr. Was immer ein starkes Erlebnis ist, schließlich trifft man da „tout Harzburg“.

Und wir sollten heute bei allem Tun Glück haben, denn der 15. Oktober ist zudem der „Tag des Schornsteinfegers“ in Deutschland. Ins Leben gerufen vom Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks.  Es gilt, den Schornsteinfegerberuf unter dem Jahresmotto „Sicher heizen – keine Wärme-Experimente im Haus“ ins rechte Licht zu rücken. Wobei das meiste Denken in Zeiten der Energiekrise ohnehin auf die Heizung gerichtet ist.

Es kann im Grunde kein Zufall sein, dass sich zwei Aktionstage ein Datum teilen: Zu perfekt  korrespondiert der Tag des Schornsteinfegers in Deutschland mit dem Welttag des Händewaschens (Global Handwashing Day).

Seit Corona ist Händewaschen ja eine Beschäftigung, der man singend nachgeht: 1 x „Happy Birthday“ reicht. Kinder früh ans Thema heranzuführen, kann trotzdem nicht schaden: „Händewaschen – ich mach mit oder Wie man sich vor ansteckenden Keimen schützen kann“.  Mich sollten noch muntere Reime zur Reinlichkeit anhalten: „Vor dem Essen, nach dem Essen, Händewaschen nicht vergessen“ – was in Kindertagen nicht immerverfangen hat…

Heute vor 180 Jahren (1842) kam ein Buch heraus, dass quasi vorauseilend ein Jahr nach der Gründung des Zentral-Dombau-Vereins verfasst wurde: „Der Dom zu Köln und seine Vollendung“ (Nachdruck der Originalausgabe). Der Dom wurde dann erst am 15. Oktober 1880, vollendet.

Unterhaltsamer durch die „Hohe Domkirche Sankt Petrus“ (so der offizielle Name des Kölner Doms) dürften aber die „Dom-Geschichten“ führen. Ein Streifzug mit der Dombaumeisterin a. D. Prof. Dr. Barbara Schock-Werner durch die „vollkommene Kathedrale“.

Noch schnell zu zwei Geburtstagskindern. Heute vor 2092 Jahren (70 v.Chr.) wurde der römische Dichter Vergil geboren. Er gilt vor allem mit dem Epos „Aeneis“ als wichtigster Autor der klassischen römischen Antike und ist ein Klassiker der lateinischen Schullektüre – ich bin an ihm und seiner „toten Sprache“ schulisch tausend Tode gestorben…

Mit tausend Toden schnell bei der Hand war auch das zweite Geburtstagskind, der US-Schriftsteller Mario Puzo erblickte am 15. Oktober 1920 das Licht der Welt. Weltweit bekannt wurde er durch seinen Roman „Der Pate“ (The Godfather).

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Freitag, 14. Oktober: Ein Standardtag

„… und heute auch mal drei…?“

Dieser Freitag, 14. Oktober 2022, muss ein Standardtag werden. Zwangsläufig, denn seit am 14. Oktober 1946 Delegierte aus 25 Ländern in London beschlossen, eine internationale Organisation zur Erleichterung der Standardisierung zu schaffen, fällt der „Weltnormentag“ (World Standards Day) auf dieses Datum.

„…und sonntags auch mal zwei…“: Der 14. Oktober ist auch „Welt-Ei-Tag“ (World Egg Day | ext.). Beschlossen wurde dies auf der Konferenz der International Egg Commission (IEC) 1996 in Wien. Und die Kommission gibt es wirklich…

Beim Versuch, beide Aktionstage zusammenzuführen, fiel mir auf, dass mir bei meinem Frühstücksei die „Vermarkungsnormen“ ziemlich einerlei sind. Ich achte auf die ökologisch korrekte Herkunft, aber dies insbesondere, da diese Eier einfach besser schmecken. Und darin liegt schlussendlich die einzig wirklich wichtige Norm.

Wer beim Ei mehr Abwechslung wünscht, kann dies mit „Ei à la carte“ und „vielfältigen Rezepten aus aller Welt“ verwirklichen. Aber das Ei hat es in auch nicht unbedingt leicht. Die Allergien und Laktose-Intoleranzen scheinen ebenso zuzunehmen, wie die vegane Bewegung deutlich Zulauf hat. Ergebnis in Buchform: Rezepte „Ohne Milch und ohne Ei“.

Dabei wusste schon Wilhelm Busch: „Das weiß ein jeder, wer’s auch sei, / gesund und stärkend ist das Ei.“ Was ohne Frage besser klingt als das Thema des Welt-Ei-Tages 2022: „Eier für ein besseres Leben“. Gähn!

Das Suchwort „Ei“ liefert 881 Fundstellen im Online-Shop der BÜCHER-HEIMAT. Mit dem leckeren Hühnerprodukt und dessen Verzehr allerdings haben die meisten Werke nichts zu tun. „Das gute Ei“ klingt erstmal wie für den Aktionstag geschrieben, hat jedoch mit dem Nahrungsmittel nur insoweit zu tun, als die Hauptperson ein Ei ist. Es geht um eine Kindergeschichte, „die uns daran erinnert, dass man nicht perfekt sein und es allen recht machen muss“. Und auch in Commissario Brunettis zweiundzwanzigstem Fall „Das goldene Ei“ lässt Donna Leon ihren Protagonisten am Canale Grande in Venedig kein Frühstücksei löffeln.

Ein rundes Doppeljubiläum kann heute einer meiner liebsten Romanhelden feiern. Vor 135 Jahren (1887) veröffentlichte Arthur Conan Doyle mit „Eine Studie in Scharlachrot“ den ersten Fall des „beratenden Detektivs“ Sherlock Holmes und dessen treuen Freund Dr. John Watson.Der große Durchbruch gelang allerdings erst heute vor 130 Jahren (1892) mit dem Sammelband „Die Abenteuer des Sherlock Holmes“. Darin sind zwölf früher bereits veröffentlichten Kurzgeschichten versammelt, darunter „Ein Skandal in Böhmen“ – der erste richtig große Publikumserfolg.

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Donnerstag, 13. Oktober:­ Hirn will Training

Populäres grünes Männchen mit Hut

Was wollte ich schreiben??? Ah ja, am heutigen Donnerstag, 13. Oktober 2022, wird in den USA der „Tag des Gedächtnistrainings“ begangen. Zugegeben, ein etwas billiger Gag, aber alle anderen Einstiege in den Blog hatte ich vergessen… (Schenkelklopf!)

Tatsächlich ist es natürlich ein ernstes Thema, furchtbare Krankheiten wie Alzheimer nehmen zu. Sinn und Zweck des „Train Your Brain Day“ ist es folgerichtig, Menschen zu animieren, ihr Gehirn zu trainieren, um dessen Potenzial länger nutzen zu können. Weltweit übernimmt diese mahnende Rolle der „Internationalen World Brain Day“ am 22. Juli.

Ganz offenkundig bewegt das Thema die Menschen und animiert damit dazu, immer neuen Ratgeber aufzulegen. Mit dem Suchwort „Gedächtnistraining“ landet man im Online-Shop der BÜCHER-HEIMAT allein in der Rubrik „Bücher“ mal eben 272 Treffer. In die Spiegel-Bestsellerlisten schaffte es beispielsweise Gedächtnisweltmeister Boris Nikolai Konrad, er in „Mehr Platz im Gehirn“ erklärt, wie man „entspannt mit der Informationsflut und dem modernen Leben“ umgeht.

Ebenfalls mit von der Partie ist in dieser Liste natürlich Quiz-Champion Sebastian Klussmann aus der TV-Show „Gefragt – Gejagt“. Das Buch „Besserwissen mit dem Besserwisser“ soll vor allem helfen, die Allgemeinbildung zu verbessern – wozu Gehirn und Gedächtnis zwingend vonnöten sind.

Als Verkehrspsychologe Karl Peglau am 13. Oktober 1961 seinen Vorschlag für das „Ost-Ampelmännchen“ einreichte, löste er auch eine ideologische Kontroverse aus: Soll der rundliche kleine Kerl einen Hut und damit ein kapitalistisches Symbol tragen?  Er trägt bis heute Hut, denn Staatsratsvorsitzender Erich Honecker trat zur rechten Zeit am rechten Ort mit Strohhut im Fernsehen auf…

Wer das „Ost-Ampelmännchen“ ins Herz geschlossen hat, findet im e-Book „Häkel dir Berlin“ Anleitungen „Von Ampelmännchen bis Fernsehturm“. Und Kinder können in der Hörbuchreihe „Die Ampelmännchen“ mitfiebern, wenn in Folge 2 das Worst-Case-Szenario eintritt: „Der verschwundene Zebrastreifen“.

Wer auf den Geschmack gekommen ist und nun vielleicht im eigenen Garten eine Ampel installieren will, sollte aber auch dort „Hinweise zur Funktionalität“ beachten. Und die vermittelt „HAV. Hinweise für das Anbringen von Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen“ – wobei das Fachbuch gefühlt fast so viel kostet wie das Ampelmännchen mit Ampel…

Wer ganz allgemein das Suchwort „Ampel“ im Online-Shop der BÜCHER-HEIMAT eingibt, erhält in der Hauptsache Diät-Tipps per „Kalorien-Ampel“ (e-Book). Da würde das bundesdeutsche Männchen aber besser passen, ist es doch deutlich schlanker als sein Ost-Pendant.

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Mittwoch, 12. Oktober: Frustrationsschreie

Weihnachtsgeschenke-Alarmmodus und Lesetipps

Dieser Mittwoch, 12. Oktober 2022, ist der 285. Tag des Jahres und markiert für mich den Übergang in den Weihnachtsgeschenke-Alarmmodus. Es sind nur noch 80 Tage bis Jahresende und folgerichtig nur noch 73 Tage, bis begehrliche Blicke unter den Christbaum gerichtet werden.

Bei der Auswahl der Präsente ist das Team der BÜCHER-HEIMAT und sind ganz viele Bad Harzburgerinnen und Bad Harzburger gern behilflich: Unter „Ganz persönliche Lesetipps“ werden auf der Website lesens- und verschenkenswerte Bücher empfohlen.

Zwar nicht auf dieser Liste, aber im Grunde immer ein Volltreffer, wenn es um Lese- oder Hörspiel-Futter für den Nachwuchs geht, sind „Die drei ???“. Gefühlt ermitteln die schon ewig, die ersten Bücher erschienen 1964 als „The Three Investigators“ in den USA. Vier Jahre später startete die Buchreihe mit „Die drei ??? und das Gespensterschloss“ auch in Deutschland.

Seit 1968 wurden deutschlandweit mehr als 16,5 Millionen Bücher der Serie verkauft. Hinzu kommen rund zwei Millionen Spielen, Detektiv-Spielkästen und Fanartikeln. Und heute vor 43 Jahren (1979) startete die noch erfolgreichere Hörspielserie mit „Die drei ??? und der Super-Papagei“. Insgesamt wurden von den „Drei ???“ bislang mehr als 45 Millionen Tonträger abgesetzt.

Seinen 210. Geburtstag würde heute Otto von Corvin feiern. Als Schriftsteller muss man ihn nicht kennen, was auch für sein bekanntes Werk „Der Pfaffenspiegel“ gilt. Das klerikerkritische, „gepfeffert polemische“ Buch wurde mehr als 1,6 Millionen Mal verkauft.  Letztlich allerdings wird laut Wikipedia Corvins Stoffsammlung im wissenschaftlich-historischen Kontext als wertlos erachtet.

Als besonders wertvoll und mit dem Literaturnobelpreis geadelt ist dagegen das Werk Eugenio Montale, der am 12. Oktober 1896 geboren wurde. Montale gilt als der bedeutendste italienische Lyriker des 20. Jahrhunderts, der die Weltliteratur mit Sprachkunstwerken wie „Was bleibt (wenn es bleibt)“  bereichert hat.

Ihren 84 Geburtstag (1938) feiert heute Anne Perry, die mit historischen Kriminalromanen, die im viktorianischen England spielen, Weltruhm erlangte. Ihre Bücher wurden rund um den Globus in einer Auflage von deutlich mehr 20 Millionen Exemplaren verkauft. Darunter auch „Der Rächer von Mile End“

Last but not least: Aaaarghhhh!!!! Dies war ein Frustrationsschrei. Ausgelöst durch den Umstand, dass heute der „Internationale Tag der Frustrationsschreie“ (International Moment of Frustration Scream Day) begangen wird. Der Aktionstag ist eine Erfindung des US-amerikanischen Ehepaars Ruth und Thomas Roy. Und beide haben leider eine ungemeine Energie bei der Schöpfung bescheuerter Aktionstage entwickelt. Daher nochmal: Aaaarghhhh!!!!

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