Mit der BÜCHER-HEIMAT auf eine literarische Reise gehen, das ist ein mehr als märchenhaftes Angebot. Gerade dann, wenn das Ziel des Ausflugs die „Grimmwelt“ in Kassel ist. Denn Jacob und Wilhelm Grimm verdanken wir neben den weltberühmten Märchen auch das Wörterbuch der Deutschen Sprache und die Begründung der Germanistik.
Wann genau es in die nordhessische documenta-Stadt geht, steht noch nicht fest: Termin-, Anreise-, Programm- und Kostenfragen sollen gemeinsam im Rahmen einer Informationsveranstaltung am19. Januar 2023 um 18.30 Uhr in der BÜCHER-HEIMAT geklärt werden. Hinter der literarischen Exkursionsidee, die sie an diesem Abend vorstellen möchten, stehen Petra Nietsch und Dr. Jutta Nowack, beide nicht allein literaturinteressiert und reisebegeistert, sondern auch tatkräftige Unterstützerinnen der Mitmach-Buchhandlung.
Aus organisatorischen Gründen wird um eine Anmeldung zu dem Informationsabend in der BÜCHER-HEIMAT gebeten: Telefon (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de.
Kloster, Adelssitz, Atelier, Kunstmuseum und Landschaftspark
Schloss Derneburg (im Landkreis Hildesheim) hat eine lange Geschichte, die von vielen Hausherren geprägt wurde. In der Klosterzeit waren es die Augustiner, Zisterzienser und Lutheraner. Nach dem Wiener Kongress 1814 begann die adlige Zeit mit dem Grafen Ernst Friedrich Herbert zu Münster. Dieser gestaltete zusammen mit seinem Baumeister Georg Ludwig Friedrich Laves rund um das Schloss einen englischen Landschaftsgarten mit interessanten Bauten aus den großen Kunstepochen, die heute auf dem kulturhistorischen Rundwanderweg „Laves-Kulturpfad“ zu besichtigen sind. Unter dem renommierten Künstler Georg Baselitz wurde das Schloss zu einem großen Atelier, das nun von der Hall Art Foundation zu einem öffentlichen Kunstmuseum umgestaltet wurde, in dem zeitgenössische Kunst internationaler Künstler präsentiert wird.
Heinz-Peter Gerber stellt die Geschichte des Schlosses vom Kloster bis zum heutigen Kunstmuseum aus seinem aktuellen Buch vor und lässt dabei auch einige Zeitzeugen „zu Worte“ kommen. Dazu ein Streifzug durch verwunschene Natur und historische Bauten im Landschaftsgarten rund um das Schloss.
Donnerstag, 12. Januar 2023, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT, Telefon (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de
Das „Eselsohr“, mit 1500 Euro dotierte Jugendliteraturpreis der Stadt Bad Harzburg, geht an Dirk Reinhardt für seinen Thriller „Perfect Storm“. Damit legt Reinhardt die Form des Briefromans neu aus: Große Abschnitte lesen sich wie Posts in einem Chat-Programm. Aus gutem Grund: „Perfect Storm“ handelt von einer Gruppe junger Hacker.
Als Jugendbuchautor sieht es der promovierte Historiker und freischaffende Journalist und Texter Dirk Reinhardt als seine Aufgabe an, „junge Menschen für die Literatur und das Lesen zu begeistern“, indem er zum einen spannende und witzige Geschichten erzählt, in denen Jugendliche sich wiederfinden und zum anderen, „Einsichten vermittelt, Denkprozesse anregt, Dinge aus ungewohnten Perspektiven zeigt oder auf Probleme hinweist“.
Donnerstag, 06. Oktober 2022, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT, Telefon (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de
Vorstellung eines neuen Bandes in der Reihe „Spuren Harzer Zeitgeschichte“
Am 20. September 2022 wird der 8. Band der von Spurensuche Harzregion e.V. herausgegebenen Reihe „Spuren Harzer Zeitgeschichte“ vorgestellt. „Rudolf 3Huch – Antisemitismus und das kulturelle Gedächtnis der Stadt Bad Harzburg“ lautet der Titel des von Markus Weber verfassten Bandes. Entgegen gängiger Auffassungen in vielen bisherigen Darstellungen, Huch sei lediglich vom Nationalsozialismus instrumentalisiert worden oder gar Opfer des Nationalsozialismus gewesen, zeigt der Autor, dass Rudolf Huch, nach dem in Bad Harzburg eine Straße benannt ist, sich schon 1932 eindeutig für eine Diktatur unter einem Führer Adolf Hitler ausgesprochen hat.
Ab 1933 wurde Huch Parteimitglied und spielte eine aktive Rolle zur propagandistischen Unterstützung der Diktatur. So verfasste er beispielsweise ein Festspiel zur Hundertjahrfeier Bad Harzburgs, in dem das Dritte Reich als Wiederkehr des mittelalterlichen Reiches gefeiert wurde und unterzeichnete ohne Zwang das „Gelöbnis treuester Gefolgschaft“, in dem Schriftsteller sich vollständig hinter Hitler stellten. 1934 erschien seine antisemitische Hetzschrift „Israel und Wir“, in der er die Diskriminierung der Juden und die Verfolgung politischer Gegner legitimierte.
Der Rudolf-Huch-Stein an der Weißen Brücke in der Rudolf-Huch-Straße.
Im Gegenzug erhielt Huch die von ihm lebenslang vermisste Anerkennung; er wurde in die Preußische Akademie für Künste aufgenommen, aus der seine Schwester Ricarda Huch aus Protest gegen die judenfeindliche Politik ausgetreten war. Zudem erhielt er die Möglichkeit
zu Radiovorträgen und bis zum Lebensende immer wieder Ehrungen und finanzielle Unterstützung des NS-Staates. Trotz zwischenzeitlicher Anfeindungen durch lokale NS Parteigenossen hielt Huch an ideologischen Positionen fest, die sich mit der NS-Ideologie deckten.
Schon in seinen frühen Schriften zeigten sich latent antisemitische Haltungen, die sich zunehmend verfestigten. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Huch zum Gegner der Weimarer Republik, die er in verschwörungstheoretischer Weise als „Sieg der jüdischen Zentrale“ diffamierte.
Nach 1945 war der Umgang mit Huch durch bewusste Verdrängung und Umdeutung gekennzeichnet. So konnte er posthum zahlreiche Ehrungen durch die Stadtgesellschaft erfahren. Auf der Grundlage der Erkenntnisse setzt sich der Autor auch mit der Frage auseinander, wie in Zukunft mit den Hinterlassenschaften im kulturellen Gedächtnis der Stadt umgegangen werden kann.
Die Buchvorstellung findet am 20. September 2022 um 19:30 Uhr in Bad Harzburg in der gemeinnützigen Buchhandlung Bücher-Heimat, Herzog-Wilhelm-Straße 64c, statt. Zahlreiche Gäste sind herzlich willkommen.
Der Harz: Osterode, Clausthal-Zellerfeld, Goslar, der Brocken und Ilsenburg. Ein Schauplatz der Weltliteratur mitten in Deutschland, berühmt geworden durch den Romantiker Heinrich Heine. Was kommt wohl dabei heraus, wenn man Heines Harzreise in die Gegenwart überträgt? Dieser Frage ist Frank Barsch in seinem Roman „Harry, der Sommer und ich“ nachgegangen. Vergangenheit und Gegenwart beginnen sich zu überlagern, die Reise wird zu einem fantastischen Abenteuer, das zu den großen Themen unserer Zeit führt.
Ein Roman für Heine- und Harz-Liebhaber. Und für Leserinnen und Leser, die eine geistreiche Geschichte zu schätzen wissen. Ein Lesevergnügen! Heinrich Heine hätte seine Freude daran gehabt.
Freitag, 28. Oktober 2022, 19.30 Uhr, BÜCHER-HEIMAT Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT, Telefon (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de
Dieses musikalisch-literarische Programm ist eine Würdigung für einige der größten Dichter und zeitgenössischen Musiker, die uns Nachgeborenen ein beeindruckendes künstlerisches Werk hinterlassen haben. Ihre Poesie schenkt dem Alltag Farbe und der Seele Flügel.
Viele Texte künden von Licht und Dunkelheit, von Geburt und Tod, von Gefährdung und Zuversicht. Oder sie preisen die Schönheit und Verletzlichkeit des Menschen, sowie die Wachstumskraft der Schöpfung in der Natur.
Richard Maschke führt das Publikum auf eine spannende Reise durch Gedichte und Prosatexte über die Freiheit, über den Wandel und die Vergänglichkeit der Welt, über die heilende Kraft der Liebe und Verbundenheit.
Durch die Kontrastierung und Zwiesprache mit Liedern deutscher und englischsprachiger Musiker entstehen neue, inspirierende Zugänge, die zugleich die sensible Spannung zwischen Gestern und Heute eindrücklich machen.
Ein Programm, das bewegt und berührt.
Lassen sie uns gemeinsam innehalten.
Dienstag, 22. November 2022, 19.30 Uhr, BÜCHER-HEIMAT Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT, Telefon (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de
Was sind die Beweggründe, 300 Kilometer in 14 Tagen auf dem Jakobsweg zu wandern? Wie bereitet man sich auf so eine Herausforderung vor? Was muss alles bedacht werden? Wie erlebt und erfährt man den eigentlichen Weg? Welche Erkenntnisse nimmt man am Ende einer solchen Reise mit zurück in den Alltag?
Petra Nietsch möchte an diesem Abend von ihrem Weg auf dem Camino Portugues erzählen und ihre ganz persönlichen Antworten auf diese Fragen mit ihren Zuhörerinnen und Zuhörern teilen.
Der Vortrag wird durch Bilder ergänzt.
Lesetipps zu den Themen Pilgern, Wandern und Reisen in Form von Romanen und Sachbüchern werden im Anschluss gegeben.
Freitag, 23. September 2022, 19.30 Uhr, BÜCHER-HEIMAT Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT, Telefon (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de
Er ist erfolgreicher Journalist, Kolumnist und Autor, beim Redaktions- Netzwerk Deutschland (RND) leitet er das Ressort Gesellschaft. Im Harz ist er als Musikexperte unterwegs, entscheidet in der elfköpfigen Jury über die Träger des Paul-Lincke-Rings mit. Am Freitag, 8. Juli, um 20.00 Uhr ist Imre Grimm in der „Bücher-Heimat“ zu Gast. Er liest aus seinem neuesten, 2021 erschienenen Buch „Über Leben in Deutschland: Kolumnen aus einem lustigen Land“. Die Besucher in der BÜCHER-HEIMAT erwarten laut Verlagstext: „Humoresken voller Selbstironie – für alle, die früher die Nächte durchgemacht haben und heute nicht mal mehr die Tage schaffen.“
Kolumnen sind die Spezialität des gebürtigen Hannoveraners, der an der Freien Waldorfschule Hannover-Bothfeld sein Abitur ablegte und Germanistik und Geschichte an der Leibniz Universität Hannover studierte. Auch sein Volontariat absolvierte Imre Grimm in der Landeshauptstadt bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, deren Medienressort er leitete. Seine wöchentliche Kolumne erscheint seit 1999 in der Wochenendbeilage der Hannoverschen Allgemeinen und mehr als 20 weiteren Zeitungen. Seine erste Kolumnenserie mündete 2007 in dem Buch „Das Ding: die Wahrheit über Zuckerstreuer, Monchichis & Co“. Quasi „nebenbei“ findet Imre Grimm auch noch Zeit, mit Uwe Janssen als Duo „Janssen & Grimm“ mit wechselnden Programmen auf Kleinkunst- und Kabarettbühnen aufzutreten. Zudem gastiert er als Mitglied des satirischen Sextetts „Salon Herbert Royal“ im „Georgspalast GOP“ und im Theater am Aegi in Hannover.
Grimms Verlag schreibt zu der Kolumnensammlung, die im Dezember 2021 als Spiegel-Bestseller reüssierte:
„Warum reißt bei Männern sofort der dünne Firnis der Zivilisation, sobald die Familie aus dem Haus ist? Wie funktioniert die Yogafigur »Der schwankende Kugelfisch«? Hat die NASA vegetarischen Brotaufstrich erfunden, um Risse im Hitzeschild abzudichten? Stimmt es, dass Zwölftonmusiker uns alle veräppeln? Und was nützt einem alles Geld der Welt, wenn es einem anderen gehört?
Seit zwei Jahrzehnten beobachtet Imre Grimm in seinen Texten den deutschen Alltag– sprühend vor Witz und voller Liebe zur Sprache. Seine Artikel erscheinen in ganz Deutschland, seine wöchentliche Kolumne ist ein von vielen Lesern herbeigesehnter Fundus der Absonderlichkeiten – geistreich und wortgewandt, aber niemals prätentiös.“
Die Bücher-Heimat lädt am Freitag, 17. Juni, ein zu einem Abend mit Prof. Matthias Steinbach, der sich in seinem Buch „Also sprach Sarah Tustra“ mit der Rezeption Friedrich Nietzsches in der DDR beschäftigt hat. Bei allem wissenschaftlichen Ernst nimmt Prof. Steinbach die Zuhörer mit auf eine auch unterhaltsame Reise an Orte in der ehemaligen DDR, die für die Auseinandersetzungen mit dem unbequemen Philosophen eine Rolle spielen. In der Mischung von Anekdoten, autobiografischen Erlebnissen des Autors und historischen Dokumenten ergibt sich ein tiefer Einblick in die Verhältnisse in der DDR, in der auch die Stasi immer wieder verstrickt ist in die Bespitzelung von Menschen, die sich entgegen der offiziellen Position mit Nietzsche beschäftigt hatten. Damit erwartet die Besucher spannendes Stück Zeit- und Philosophiegeschichte. Der Eintritt ist am 17. Juni 2022 um 19:30 Uhr frei. Das Buch von Prof. Steinbach kann erworben werden und wird und signiert.
Eine Rezension:
»Der TU-Geschichtsprofessor geht mit großer Kennerschaft und spürbarem Spaß an der vertrackten Materie zu Werke. Seine Studie ist wissenschaftlich fundiert, aber keinesfalls trocken geschrieben, streckenweise liest sie sich wie eine Reportage.« Florian Arnold, Braunschweiger Zeitung, 6. Oktober 2020
Das Buch:
Matthias Steinbach: »Also sprach Sarah Tustra«. Nietzsches sozialistische Irrfahrten, Mitteldeutscher Verlag 2020, ISBN 978-3963114243, 288 Seiten, 20,00 Euro
Zur Person:
Matthias Steinbach, geboren 1966 in Jena, ist seit 2007 Professor für Geschichte und Geschichtsdidaktik an der Technischen Universität Braunschweig. Nach seinem Wehrdienst in der NVA studierte er von 1988 bis 1993 Geschichte, Sportwissenschaften, Erziehungswissenschaften, Philosophie und Kunstgeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Studienaufenthalte führten ihn nach Rom, Sevilla, Paris und Metz. Nebenher ist er leidenschaftlicher Fußballer und spielte hochklassig für den FC Carl Zeiss Jena und Wismut Gera. Als Lieblingsort nennt er auf der Homepage der TU Braunschweig den Brocken im Winter; er fühlt sich also mit dem Harz verbunden.