Sonja Weber über „Die Möbel des Teufels“

Sonja Weber über „Die Möbel des Teufels“

Heinrich Steinfest:

Die Möbel des Teufels

Steinfest ist einfach ein großartiger Erzähler. Mit einem Schuss Unwahrscheinlichkeit schafft er in seinen unterschiedlichen Büchern nicht nur Raum für die großen Gefühle, wichtigen Ereignissen und spannenden Individuen dieser Welt, sondern eben auch für die kleinen Nuancen dazwischen, die unscheinbaren Außenseiter, die still Liebenden und heimlich Leidenden.

Dabei machen seine wie kleine Geschenke eingestreuten Verweise auf Zeitgeschehen, wichtige Literaten und reale wissenschaftliche Erkenntnisse besonders Spaß. So wird aus Steinfests Krimis um Frau Wolf und Herrn Cheng immer viel mehr als „nur ein Fall“ und sind auch für Literaturfans ein Leckerbissen. Steinfests Romane sind kleine einzigartige Universen, in die man bei der Lektüre hineingezogen wird. Ein wenig Surreales erhält sich Steinfest fast immer und geht dabei so subtil zu Werke, dass man als Leserin und Leser nicht zweifelt.

Ich persönlich habe „Die Büglerin“ als echtes Ereignis empfunden und bin jetzt von „Der betrunkene Berg“ wie verzaubert. Die letzte Woche haben mich Frau Wolf und Herr Cheng in „Die Möbel des Teufels“ begleitet.

Heinrich Steinfest: „Die Möbel des Teufels“, Piper Verlag, ISBN 978-3-3492-31921-8, Preis: 12,00 Euro.


Lena Scholz über „So federleicht wie meine Träume“

Lena Scholz über „So federleicht wie meine Träume“

Mariko Turk:

So federleicht wie meine Träume

Ein sehr einfühlsamer Jugendbuchroman, perfekt für die jugendliche Generation zwischen 14 und 17.

Alina kann seit einem Unfall nicht mehr profimäßig Ballett tanzen. Ihre Welt bricht zusammen, denn plötzlich landet sie in einem normalen Leben an der Highschool mit scheinbar normalen Problemen. Sie meldet sich widerwillig beim Musical-Workshop an, in dem sie Margot, Ethan und Jude näher kennenlernt. Durch ihre neuen Freunde stellt sie fest, dass das Leben weitergehen kann, auch mit Stahl in ihrem Bein.

Doch dann soll sie beim Musical tanzen. Ausgerechnet dafür kommt ihre alte Ballettlehrerin an ihre Schule. Die Rollen nach Klischee besetzt hat und es immer noch tut. Das weiß Alina von Colleen, ihrer besten Freundin, mit der sie seit dem Unfall keinen Kontakt mehr hat.

Alina erlebt Rückschläge, doch letztendlich stellt sich die Frage: Ist mein Traum zu tanzen wirklich vorbei? Oder ist es nur ein anderer, möglicherweise besserer Weg, den sie gehen muss, um ihrem Leben wieder einen Sinn geben zu können?

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Mariko Turk: „So federleicht wie meine Träume“, cbj, 397 Seiten, ISBN 9783570166147, Preis: 20,00 Euro.


Lena Scholz über „das irrationale Vorkommnis der Liebe“

Lena Scholz über „das irrationale Vorkommnis der Liebe“

Ali Hazelwood:

Das irrationale Vorkommnis von Liebe

Der zweite Teil des internationalen Bestsellers von Ali Hazelwood war ein weiteres Stück voller Humor, Frauen in MINT-Fächern und sehr überraschenden Wendungen! Bee ist Neurowissenschaflerin und bekommt ein Angebot von der NASA, an einer bahnbrechenden Studie mitzuarbeiten als Co-Leiterin mit Levi Ward. Die Beiden kennen sich seit der Studienzeit und seitdem hat Levi Ward etwas gegen sie. Er hasst sie aus ganzem Herzen, doch für Bee steht ihr Traum bei der NASA an erster Stelle. Doch dann geht bei ihrer Arbeit etwas Dramatisches schief und plötzlich ist da nur noch Levi, der zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, um ihr das Leben zu retten. Denn weder in der Wissenschaft noch in der Liebe läuft alles gerade Bahnen.

Absolut hinreißend und lustig, aber auch ernst zu lesen!

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Ali Hazelwood: „Das irrationale Vorkommnis von Liebe“, Ruetten und Loening GmbH, 452 Seiten, ISBN 9783352009648, Preis: 18,00 Euro.


Petra Nietsch über „Die unbekannte Jägerin“

Petra Nietsch über „Die unbekannte Jägerin“

Kate Quinn:

Die unbekannte Jägerin

The Huntress

Das spannendste Buch, das ich seit Jahren gelesen habe!

Drei Geschichten erzählt auf unterschiedlichen Zeitleisten werden im Laufe des Romans geschickt miteinander verknüpft. Da ist zum einen die furchtlose Nina, die als russische Pilotin mit ihrer Flugstaffel, den Nachthexen, während des 2. Weltkriegs Bomben auf deutsche Stellungen abwirft. Dann ist da Ian, der ehemalige Kriegsreporter, der es sich zur Aufgabe gemacht hat,  untergetauchte Nazi-Kriegsverbrecher aufzuspüren und vor Gericht zu bringen. Und schließlich die 17-jährige Jordan, die voller Begeisterung fotografiert und entgegen der Vorstellung ihres Vaters gerne ihr Hobby zum Beruf machen möchte. Alle verfolgen am Ende das gleiche Ziel: sie wollen „die Jägerin“ finden, die während des Krieges kaltblütig Menschen ermordet hat und sich eine neue Identität in den USA geschaffen hat.

Kate Quinn hat für ihren Roman äußerst gründlich recherchiert. Die Handlung ebenso wie die zentralen Charaktere sind von ihr auf der Grundlage historischer Fakten und Personen entwickelt worden. Geschickt gibt sie immer wieder kleine Hinweise, die aufmerksame  Leserinnen und Leser an der Spurensuche teilhaben lassen.

Neben den mir in Teilen bislang unbekannten historischen Fakten und der bis zum Schluss fesselnden Handlung hat mich die Symbolik und Metaphorik, die sie in ihrer Sprache verwendet, sehr beeindruckt. 

Es fiel mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

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Kate Quinn: „Die unbekannte Jägerin“, List Paul Verlag, 636 Seiten, ISBN 9783471360057, Preis: 16,00 Euro.


Lena Scholz über „Nur noch ein einziges Mal“

Lena Scholz über „Nur noch ein einziges Mal“

Colleen Hoover:

Nur noch ein einziges Mal

Es war eines der wichtigsten und am meisten beeindruckenden Bücher, die ich gelesen habe. Lilys Vater hat ihre Mutter geschlagen und auf seiner Beerdigung bringt sie deswegen kein Wort heraus. Durch Zufall lernt sie dann Ryle kennen, der ihr Herz ins Wanken bringt, doch auf einmal ziehen sich Parallelen zwischen ihrer Vergangenheit und der Gegenwart.

Doch als wäre das nicht genug, taucht plötzlich Atas auf. Lilys erste große Liebe und ein Stück ihrer Vergangenheit. Hin und her gerissen zwischen damals und heute, muss sich Lily entscheiden, wie weit sie geht und ob es hier und heute endet oder für immer bleibt. Denn Liebe hat auch Grenzen, merkt sie.

Wundervoll, dass Colleen Hoover ihre Reichweite auch für wirklich wichtige und vielschichtige Themen der Gesellschaft nutzt!

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Colleen Hoover: „Nur noch ein einziges Mal“, dtv, 416 Seiten, ISBN 9783423718622, Preis: 12,95 Euro.


Petra Nietsch über „Der Verdächtige“

Petra Nietsch über „Der Verdächtige“

John Grisham:

Der Verdächtige

The Judge’s List

Acht ungeklärte Morde in sieben verschiedenen Bundesstaaten innerhalb der letzten 23 Jahre und niemand kommt auf die Idee, dass es sich um einen Serienmörder handeln könnte. Nur Jeri Crosby, deren Vater das zweite Opfer war und die davon besessen ist, den  Mörder zu finden und ihn zur Rechenschaft zu ziehen, findet nach jahrelangen, gründlichen Recherchen heraus, dass Motiv und Methode immer gleich sind.

Sie identifiziert den Täter als einen erfolgreichen Bezirksrichter mit tadellosem Ruf. Trotz ihrer ständigen Angst von ihm entdeckt zu werden, vertraut sie sich schließlich einer staatlichen Behörde an, die erste Untersuchungen einleitet.

Im gleichen Moment wird der mordende Richter als handelnde Person im Roman eingeführt, und wir als Leserinnen und Leser sind den Ermittlern immer einen Schritt voraus, da Richter Bannick uns an seinen Gedanken und Taten teilhaben lässt. Und so stellt sich immer wieder die Frage: Ist er wirklich so brillant, dass ihm nichts nachzuweisen ist?

Dieser Kriminalroman bleibt spannend bis zum Schluss.

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John Grisham: „Der Verdächtige“, Heyne, 411 Seiten, ISBN 9783453273160, Preis: 24,00 Euro.


Lena Scholz über „Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe“

Lena Scholz über „Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe“

Ali Hazelwood:

Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe

Seit langer Zeit war es wieder Zeit für eines dieser Bücher, die einen sofort überzeugen. Die Story ist absolut hinreißend und hat fast schon Filmpotenzial. Olive ist Forschungsstudentin und sie ist richtig gut. Und dann ist da Adam Carlsen. Der beste und am meisten gehasste Professor der Universität Stanford. Durch eine Lüge passiert es, dass Olive ihn küsst und seltsamerweise spielt es Adam in die Karten, plötzlich eine Freundin zu haben.

Zwischen ihnen entwickelt sich etwas, das mehr ist, als Olive sich je hatte vorstellen können. Doch auf einmal geht es um mehr und sie muss sich entscheiden. Zwischen ihrer ersten großen Liebe, Freundschaft, Karriere und den Stigmatisierungen in der Wissenschaft, denn kann eine solche Liebe wirklich in ihrer Welt bestehen?

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Ali Hazelwood: „Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe“, Ruetten und Loening, 443 Seiten, ISBN 9783352009716, Preis: 16,90 Euro. 


Lena Scholz über „Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte“

Lena Scholz über „Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte“

Anne Freytag:

Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte

Mal wieder weiß Anne Freytag Atmosphären, Gefühle und zwischenmenschliche Beziehungen perfekt und authentisch darzustellen. In diesem Roman war vor allem die große Leere nach der Schule im Vordergrund. Wenn man nicht weiß, wohin mit sich, was mach ich jetzt und was ist eigentlich wichtig? Es war eine Achterbahn voller Nostalgie, Leben und dem schmalen Grat zwischen Freundschaft und der ersten großen Liebe.

Zusammen mit Rosa, Frank und David gehen die Leser auf einen Roadtrip durch Australien und zwischen endlosen Stränden und der Weite des Outbacks stellt sich die Frage, ob sie richtig sind zu Dritt oder doch einer zu viel? Absolut mitreißend!

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Anne Freytag: „Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte“, Heyne, 416 Seiten, ISBN 9783453271944, Preis: 17,00 Euro.


Ulrike Schmidt über „Kein Aufwand“

Ulrike Schmidt über „Kein Aufwand“

Andreas Martin Hofmeir:

Kein Aufwand

Schrecklich wahre Geschichten mit meinem Leben mit der Tuba

In seiner, wie Hofmeir schreibt „eigentlich überflüssigen Autobiografie“ nimmt der 37-jährige Tubist den Leser mit auf eine wilde Reise in seine Kindheit und Jugendzeit. Dass er seine Erfolge kleinredet und laufend tiefstapelt, ist der rote Faden der Erzählung!

Ein unterhaltsames, fluffig formuliertes Buch… mit viel Selbstironie und irrwitzigen Geschichten.

„Kein Aufwand“ liest sich leicht in einem Rutsch, locker pointiert mit derbem bayrischem Humor.

Mir hat das Buch Spaß gemacht und ich möchte es deshalb weiterempfehlen!

Urlaubslektüre und nettes Mitbringsel….

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Andreas Martin Hofmeir: „Kein Aufwand“, Btb, 224 Seiten, ISBN 9783442756773, Preis: 14,99 Euro.


Markus Weber über „Fremd“

Markus Weber über „Fremd“

Michel Friedman:

Fremd

„Ich bin in Paris geboren.
Mein erster Ausweis:
von den UN.
Staatenloser Flüchtlingspass. …
An jeder Grenze:
besonders lange Kontrolle.
Lange Befragungen.
Abwehrende Blicke.
Angst der Eltern.
Angst des Kindes.“

Der bekannte Rechtsanwalt, Publizist, Moderator Michel Friedman hat ein sehr persönliches Buch geschrieben, das wohl nicht nur mich überrascht hat. Bisher habe ich ihn eher als überheblich und glatt wahrgenommen – mit diesem Buch erlebe ich ihn von einer ganz anderen, verletzlichen Seite. „Fremd“, der Titel steht für ein Gefühl, nicht dazu zu gehören, und für die Angst vor Anderen von Kindheit an. Angst hatte Friedman auch vor den Reaktionen auf dieses Buch, wie ich einem Interview mit ihm entnehmen konnte.

Das Buch passt in keine Schablone: Roman? Gedichtete Lebensgeschichte? Autobiografisches Gedicht? Friedman findet eine ganz eigene Form, einen eigenen, auch variierenden Stil, um Einblicke in sein Leben und seine Gefühle zu eröffnen. Inhalt und Sprache haben mich gleichermaßen berührt. Das Buch lässt mich mitfühlen, wie Trauer, Angst und Fremdsein prägend geworden sind. Obwohl oder gerade weil es ein so persönliches Buch ist, zeigt es auch, wie in unserer Gesellschaft mit den Fremden und dem Fremden umgegangen wird.

„Ich war ihr Lächeln.
Lächelnde Traurigkeit.
Wie bringe ich euch zum Lächeln?
Wie bringe ich euch zum Lachen?
Wie bringe ich euch zum Glück?
Zum Leben?
Gescheitert. …
Ein Kind sollte das nicht sollen …
Sollte von seinen Eltern
zum Glück getragen werden.“

Eine unbedingte Empfehlung, wenn man bereit ist, ein verstörendes Leben nahe kommen zu lassen.

— Das will ich lesen! Alle Links im Text führen direkt zum Shop —

Michel Friedman: „Fremd“, Berlin Verlag, 176 Seiten, ISBN 978-3827014610, Preis: 20,00 Euro.