Freitag, 23. September: Licht aus!


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Hochgeklappte Bürgersteige hell beleuchtet

Wir sind an diesem Freitag, 23. September 2022, um 03.03 Uhr MEZ im (kalendarischen / astronomischen) Herbst angekommen. Es ist der Tag des Herbstäquinoktiums (Tagundnachtgleiche).

Es wird immer früher dunkel und dazu wiederum passt, dass wir heute vor der „Earth Night“ (ext.) stehen. Bei der Umweltschutz-Aktion sind die Menschen aufgerufen, ab spätestens 22 Uhr (Ortszeit) für den gesamten Rest der Nacht Kunstlicht auszuschalten.  Das Motto der Earth Night lautet: „Licht aus! Für eine ganze Nacht“.

Die Aktion würde gut in den „Survivalguide für unseren Planeten“ „Earth for All“ passen. Es handelt sich dabei um den neuen Bericht an den Club of Rome, der vor 50 Jahre mit dem Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ die Fortschrittsgläubigkeit der Welt erschütterte und vor der drohenden Überlastung unseres Planeten eindringlich warnte.

So richtig in der Fläche angekommen scheint dies alles aber nicht zu sein. An der Earth-Night beteiligen sich in Deutschland zwar annähernd 100 Städte, den Harz aber sucht man vergebens. Gehässigen Sprüchen nach werden zwar in vielen Orten des nördlichsten Mittelgebirges früh die Bürgersteige hochgeklappt – die Öde dann aber von der Straßenbeleuchtung die ganze Nacht hell angestrahlt.

Im Grunde wäre ja jetzt die ideale Situation, um mit dem Abschalten in den Umweltschutz einzusteigen und damit auch noch explodierende Energiekosten im Zaum zu halten. So sollte man gerade in St. Andreasberg überlegen, die Sternwarte (ext.) im Sinne einer „Liebeserklärung an den Nachthimmel“ wie in Sigri Sandbergs „Dunkelheit“ viel mehr werblich zu nutzen. Da sind dem Harz die vielbesuchten Sternenparks Rhön, Westhavelland und Nationalpark Eifel weit voraus. Und selbst auf der berühmten Winklmoos-Alm strahlt nachts wenn überhaupt Rosis Gold…

Wer den Herbst lieber farbenfroh mag, kann zum einen den Indian Summer im WeltWald Harz (ext.) bei Bad Grund genießen. Oder, wenn das Wetter draußen doch mal zu herbstlich-neblig-nass ist, mit den Kindern/Enkeln im Pappbilderbuch „Herbst“ von Maria Ott-Heidmann blättern. In dem Zyklus farbenfroher Jahreszeitenbilder gibt es vieles zu entdecken.

Neblige Abende, dass passt natürlich auch perfekt zu Krimiabenden im Lesesessel am Kaminfeuer. Und wer sich da mit einem Mord nicht zufrieden geben mag, greift zum Krimi-Sammelband 5008  „5 Morde im Herbst“.

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Gemeinsam Spaß am Weltkindertag

Gemeinsam Spaß am Weltkindertag

Gemeinsam ist man stärker und gemeinsam macht Vieles auch viel mehr Spaß: Diese Erfahrungen konnten am Dienstag gut drei Dutzend Kinder aus Bad Harzburg auf Einladung des ehrenamtlichen Teams der BÜCHER-HEIMAT machen.  Zum Weltkindertag hatte die Mitmach-Buchhandlung zu Bilderbuchkino und Bastelrunde eingeladen.

Sofie Peters, Sabine Schulz, Anne Wieczorek, Christine Weber und Mika Beckmann hatten in der ehemaligen Commerzbank Kino-Atmosphäre geschaffen und erzählten unter anderem Kindern aus der Kita Schlewecke und der Kita Burgstraße die Geschichte „Gemeinsam sind sie stark“ aus der „Drei-Freunde-Reihe“ von Nicholas Oldland. Dabei müssen Elch, Biber und Bär bei ihrer Kanutour erst ein unfreiwilliges Bad nehmen, ehe sie lernen, dass man miteinander weiterkommt, als wenn jeder „am Ruder sitzen“ will.

Passend zur Bootsfahrt der drei tierischen Freunde war dann auch das Thema der anschließenden Bastelrunde ausgewählt worden. Mit Feuereifer waren die Kinder bei der Sache, als Schiffe gefaltet werden konnten. Da dürfte am Abend in mancher Badewanne ein Stapellauf angestanden haben…

Im Nähwahn zu Bequemlichkeit

Im Nähwahn zu Bequemlichkeit
Die kostenfreien Lesungen und Vorträge bequem auf „literarischen“ Kissen genießen können jetzt die Freudinnen und Freunde der BÜCHER-HEIMAT. Sofie Peters und Christine Weber aus dem Team der Ehrenamtlichen der Mitmach-Buchhandlung sind nach eigenem Bekunden vom „Nähwahn“ befallen wurden. So standen zur Lesung von Markus Weber über Rudolf Huch erstmals die Sitzkissen zur Verfügung und wurden in den vollbesetzten Reihen sehr gewürdigt. Die Materialkosten für die bunten Bücher-Kissen hat die Bad Harzburg-Stiftung übernommen.

Donnerstag, 22. September: Die letzten 100 Tage

Die „Meisterin der Liebesschnulze“

Heute ist Donnerstag, 22. September 2022. Wir sind am 265 Tag des Jahres angekommen und können nun das Maßband rausholen, um die letzten 100 Tage bis 2023 einzeln abzutrennen.

Falls Sie auch noch nichts vom Internationalen Autofreien Tag (World Car Free Day) gehört haben, geht es Ihnen wie mir. Obwohl der Tag seit den 1980er-Jahren jeweils am 22. September begangen wird. Seit 2002 im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis zum 22. September. Es geht sozusagen um die „Verkehrswende 2.0 – Was uns in Zukunft bewegen wird“.

Laut deren Website nehmen fast 3000 Kommunen in Europa an dem Aktionstag teil. Eine Harzer Stadt habe ich nicht entdecken können (oder beim Durchblättern der 151 Einträge übersehen). Sinn und Zweck des Tages sind leicht zu durchschauen, das Auto soll einfach öfter stehen bleiben. Und um dies zu propagieren, sind die teilnehmenden Kommunen aufgerufen, Bereiche des öffentlichen Raums zumindest zeitweise für den Autoverkehr zu sperren. Um es mit einem Spiegel-Bestseller zu sagen: „Autokorrektur – Mobilität für eine lebenswerte Welt“.

In dieser lebenswerten Welt brachte der 22. September etliche gerade auch kulturelle Ereignisse, die des Erinnerns Wert sind. Heute vor 58 Jahren (1964) erlebte das Musical „Anatevka – Fiddler on the roof“ von Jerry Bocks seine Weltpremiere in New York. Literarische Vorlage für die Geschichte von Tewje, dem Milchmann war Scholem Alejchems “Anatevka”.

Eine gigantische Rettungsaktion fand heute vor 54 Jahren (1968) ihren Abschluss. Damit sie nicht in den Fluten des Nasserstausees versinken, wurden die beiden Tempel von Abu Simbel in Einzelteile zerschnitten und auf höher gelegenem Grund wieder zusammengesetzt. Die faszinierenden Tempelanlagen kommen auch als Kulisse für Bestseller wie  Christian Jacqs „Ramses: Die Herrin von Abu Simbel“  prima rüber.

Eine „Alien Life Form“, kurz und knapp auch „Alf“ (DVD)  genannt, erobert vom 22. September 1986 an die Fernsehwelt. Und zwar im Wortsinn rund um den Globus. Die 102-teilige US-amerikanische Sitcom „Alf“ gehört zu den meist wiederholten Serien – was für den bis heute anhaltenden Erfolg beim Publikum spricht.

Posthum gratulieren wir heute einer Schriftstellerin zum 98. Geburtstag, die vielfach als Kitschautorin verlacht wurde, dennoch aber zu den erfolgreichsten Autorinnen weltweit gehört. Rosamunde Pilcher verkaufte rund 65 Millionen Bücher und verdiente zu Lebzeiten rund 100 Millionen britische Pfund.

Mit dem Roman „Die Muschelsucher“ fand die „Meisterin der Liebesschnulze“ den weltweiten Erfolg, den sie mit Büchern wie „Karussell des Lebens“ dann gepachtet zu haben schien.    Erst mit  „Meine beiden Mütter“beendete sie ihre so überaus produktive Schaffensphase und legte mit 87 Jahren (sieben Jahre vor ihrem Tod) die Feder beiseite.

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Mittwoch, 21. September: Weltfriedenstag

Ein Orakeltag – auch für den Frieden?

Als Fan alter Bauernregeln (und angesichts der Energiepreise) werde ich an diesem Mittwoch, 21. September 2022, das Wetter genau im Blick behalten. Der heutige Tag des Apostels Matthäus gilt als „Orakeltag“ und ist dabei ziemlich eindeutig.

Auf keinen Fall sollten wir heute schlechtes und vor allem sehr windiges Wetter registrieren: „Tritt Matthäus stürmisch ein, wird’s bis Ostern Winter sein.“ Gutes Wetter dagegen könnte ganz neue Perspektiven eröffnen: „Wenn Matthäus freundlich schaut, man auf gutes Wetter baut.“

Und die Chancen scheinen gar nicht so schlecht zu stehen, auch wenn viele Wetter-Apps ab und an den Blick für die Realität zu verlieren scheinen. Meine App-Favoriten kündigen für heute fast Windstille, trockenes Wetter, Temperaturen bis 14 Grad und stolze acht Sonnenstunden an.

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit klaffen allerdings nicht allein beim Wetter häufig Lücken. Heute ist nämlich auch der von den Vereinten Nationen 1981 ausgerufene Weltfriedenstag. Der jüngst verstorbene Michail Gorbatschow schrieb schon 2017 „Kommt endlich zur Vernunft – Nie wieder Krieg!“. Der Appell verhallte offenkundig ungehört.

Die Wirklichkeit? Weltweit 22 Kriege und 6 sogenannte bewaffnete Konflikte schlugen schon im vergangenen Jahr zu Buche. Besser ist seither nichts geworden. Die „Friedensidee von den Verheißungen der Vergangenheit bis zu den Tragödien der Gegenwart“, die Domenico Losurdo in seinem Buch „Eine Welt ohne Krieg“ verfolgt, ist wohl eher ein ferner Wunschtraum.

Genug vom Ernst des Lebens. Schmunzeln musste ich bei dem Blick ins Buch „Wie viel kostet eine 70-Cent-Briefmarke?“. Zugegebenermaßen stimme ich am Stammtisch gern mal in den Chor des Bahn- und Post-Bashing ein. Folgerichtig erkenne ich mich auch durchaus wieder, wenn „eine Postangestellte Kurioses aus ihrem Arbeitsalltag“ erzählt.

Aufs Thema Post bin ich wegen einer Briefmarke gekommen, die heute vor 175 Jahren (1847) ausgegeben wurde – und für 70 Cent nicht zu haben ist: In der damaligen britischen Kronkolonie Insel Mauritius wurden zweierlei Briefmarken ausgegeben, die Rote und die Blaue Mauritius. Die beiden Sammlerträume dürften ihrem Platz im Standardwerk  „MICHEL Raritäten“ (Kostbare Briefmarken und Erstausgaben) gefunden haben.

In 2021 wurde bei einer Auktion in Ludwigsburg ein Briefumschlag mit einer Roten Mauritius für einen Gesamtpreis von mehr als 10 Millionen Euro ersteigert. Von der Blauen Mauritius gibt es weltweit noch 12 und von der Roten Mauritius noch 15 Exemplare.

Wer als Sammler starten will, sollte vielleicht zum „Ratgeber Sammeln“ (Briefmarken, Münzen, Banknoten) greifen. Auch wenn viele meinen, es handele sich um das langweiligste Hobby der Welt. Und die Frage an die Angebetete „Darf ich Dir meine Briefmarkensammlung zeigen“ dürfte letztmals vor Jahrzehnten zum Ziel geführt haben.

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Dienstag, 20. September: Kinder an die Macht

„Die Armeen aus Gummibärchen“

Kinder an die Macht!“ Aus gutem Grund fiel mir an diesem Dienstag, 20. September 2022, Herbert Grönemeyers Songtitel ein. Heute ist Weltkindertag (ext.). Und mit dem Blick aufs aktuelle Weltgeschehen wünschte man sich, dass die ersten Liedzeilen Wirklichkeit wären: „Die Armeen aus Gummibärchen, die Panzer aus Marzipan“.

„Gemeinsam für Kinderrechte“, so lautet das Motto 2022 des „bundesweiten Weltkindertages“. Das merkwürdige Sprachgebilde mit der bundesweiten Welt beruht schlichtweg darauf, dass die aus dem Jahr 1954 stammende Empfehlung der UN-Vollversammlung, die Staaten mögen einen Kindertag ins Leben rufen, zwar auf große Resonanz stieß, aber letztlich quasi jeder für sich ein Datum ausguckte.

Die Ziele des Weltkindertags bedürfen im Grunde keiner Erläuterung, gehen aber über Astrid Lindgrens herrlichen „Kindertag in Bullerbü“ hinaus.  Die Vereinten Nationen listen folgende Punkte auf: Förderung und Einsatz für Kinderrechte, Förderung der Freundschaft unter den Kindern und Jugendlichen sowie die Verpflichtung der UNO-Mitgliedsstaaten, mindestens einmal pro Jahr die Arbeit des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF öffentlich zu unterstützen.

Selbstverständlich geht auch die BÜCHER-HEIMAT nicht am Weltkindertag vorbei, sondern hat sich ein besonderes Programm vor allem für die jüngsten Leseratten ausgedacht. Denn gemeinsam etwas unternehmen und das Kulturgut Buch entdecken (Erwachsenensprech) stärkt den Nachwuchs.

So wird heute Nachmittag um 15.00 Uhr zu Bilderbuchkino und Bastelaktion in die Mitmach-Buchhandlung eingeladen. Auf dem Programm steht ein Band der „Drei Freunde“, der prima zum Motto passt: „Gemeinsam sind sie stark“.

Nur gemeinsam kann ich mir auch einen meiner Lieblingsfilme anschauen, denn es gibt wenige Streifen, die mich ähnlich das Gruseln lehrten: Heute vor 59 Jahren erlebte Alfred Hitchcocks „Die Vögel“ (DVD) seine deutsche Erstaufführung. Was mich wiederum daran erinnert, dass ich Daphne DuMauriers literarische Vorlage noch immer nicht gelesen habe.

Zum 74. Geburtstag gratulieren können wir heute einem Mann, den das „Time-Magazin“ als „den amerikanischen Tolkien“ bezeichnete und auf die jährliche Time-100-Liste der einflussreichsten Menschen der Welt setzte: George R. R. Martin, Science-Fiction-, Fantasy- und Horror-Schriftsteller, Drehbuchautor und Produzent und vor allem – Schöpfer des Fantasy-Epos „Das Lied von Eis und Feuer“ (A Song of Ice and Fire).

Ich muss zugeben, dass ich bei der Lektüre irgendwann den Faden verloren habe. Das erst auf drei, dann auf sechs und schließlich auf sieben Romane angelegte Mammutwerk, das in vielen Ländern auch noch auf mehrere Bände pro Buch aufgeteilt wurde, wartet noch immer auf sein literarisches Finale. Als außerordentlich erfolgreiche (und mir oft zu brutale) Fernsehserie „Game of Thrones“ ist es da dem Autor um einiges voraus.

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Montag, 19. September: Emoji-Geburtstag

Gelbe Grinsebacken und Gefühle

🙂 Jawoll, an diesem Montag, 19. September 2022, feiern wir Geburtstag. Und wortreiche Wünsche wären völlig fehl am Platz, denn die Geburtstagskinder sind die Emoticons (Emojis).

Auch wenn man es kaum glauben mag, die einst ausschließlich kleinen, gelben Grinsebacken werden schon 40 Jahre alt. Am 19. September 1982 schlug der Informatiker Scott E. Fahlman vor, für Scherze im E-Mail-Verkehr die aus drei ASCII-Zeichen gebildete Zeichenfolge 🙂 zu verwenden. Eine Idee, die ein neues Universum an bisweilen auch sehr merkwürdigen Bildchen wachsen ließ.

Meine persönlichen Probleme mit den bunten Bildchen beginnen im Grundsätzlichen. Ich halte sie schlicht für überflüssig, denn die deutsche Sprache bietet mehr als vielfältige Möglichkeiten, Emotionen auszudrücken. Wer es nicht glaubt, mag in „Das dicke Buch der Alphabete“ blicken und sich „über unsere Sprache und unsere Buchstaben, Keilschrift, Morsecode, Katakana, Emojis und vieles mehr“ informieren.

Nun gut, meine Emoji-Aversion könnte auch mit meiner altersbedingt nachlassenden Sehkraft zu tun haben. Oft erkenne ich die Feinheiten nicht, was zu tückischen Fehlinterpretationen führen kann. Auch damit bin ich offenkundig nicht allein, welchen Sinn würden sonst Studien zum ausländischen und internationalen Privatrecht unter dem Titel „Emojis im (Privat-)Recht“ ergeben.

Vielleicht sollten die Emoji-Designer „Internet und Altwerden“  über das Internet-Nutzungsverhalten der «Silver Surfer» und «Best Ager» studieren, um dann diesen 19. September und den 40. Geburtstag zu nutzen, das Alter zu ehren und zu respektieren. Denn genau dafür steht der heutige „Achtung-vor-dem-Alter-Tag“ (Keirō no Hi) in Japan. Davor

Der japanische Ehrentag der Senioren kann auf eine weiter längere Tradition als die Smileys zurückblicken. Seine Wurzeln reichen ins Jahr 1947 zurück. Und 1966 beschloss die japanische Regierung, Keirō no Hi als staatlichen Feiertag einzuführen.

Zwischen 1998 und 2001 hatten die Japaner dann noch eine geniale Idee, die wir unbedingt „abkupfern“ sollten: Sie führten das Happy Monday System (Happī Mandē Seido) ein. Die Festtage erhielten flexible Daten, sodass sie auf Montage fallen und der arbeitenden Bevölkerung ein verlängertes Wochenende bescheren. Applaus!

Nochmal zu den Emojis. Vermutlich für alle, die noch Briefe schreiben, aber auf Emojis nicht verzichten wollen, gibt es das Buch „Emoji Zeichnen Lernen“. Wobei da ein Zielgruppenkonflikt vorherrschen könnte. Das Buch ist für Kinder ab 5 Jahre – und die wissen wahrscheinlich nicht mehr, was Briefe sind.

Am Schluss bleibt dann nur „Die Welt erklärt in Emojis“. Manchmal braucht es einfach einen Affen, der sich die Hände vors Gesicht hält – und sei es vor Entsetzen…

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Sonntag, 18. September: Gordisches

Die Knoten kommender Generationen

Es wird ein eher flinker Gruß an diesem Sonntag, 18. September 2022 – auf Reisen fehlt die Ruhe und fehlt vor allem der heimische Schreibtisch, an dem meine Muse gemeinhin rumlungert.

Derart ungeküsst mache ich mich im Wortsinn daran, den gordischen Knoten der Schreibblockade zu lösen. Was insoweit passend ist, als wir heute den „Weltknotentag“ (World Knot Tying Day) begehen. Hinter dem Aktionstag, der erst seit 2018 begangen wird, steht die Internationale Gilde der Knoten-Binder (International Guild of Knot Tyers), die damit auch Clifford W. Ashley und sein Standardwerk „Ashley Book of Knots“ (1944) feiert.

Der gute Mister Ashley hatte über einen Zeitraum von elf Jahren genau 3854 nummerierte Einträge mit rund 7000 Abbildungen von mehr als 2000 verschiedenen Knoten gesammelt, illustriert und kommentiert. Und wer sich dabei nicht verheddern will, muss eigentlich zwingend in die Gilde eintreten, die als eingetragene britische Bildungseinrichtung jedem offensteht, der oder die sich für die Kunst des Verknotens interessiert.

„Wie man die mehr als 25 nützlichsten Seilknoten bindet“, kann man laut Verlagswerbung allerdings auch durch „Das Nützliche Knotenbuch“ erlernen. Und dies auch noch auf Deutsch, was hilfreich ist, denn wenn man sich schon die Finger verknotet, sollte wenigstens die Zunge verschont bleiben.

Und es gilt natürlich, beständig an den Nachwuchs und die Knoten kommender Generationen zu denken. „Das Knotenbuch für Kinder“ beinhaltet30 Knoten, Schritt-für-Schritt, anschaulich mit Illustrationen erklärt“. Und es weist einen weiteren praktischen Vorteil auf: „Durch das praktische Aufstellerbuch hat man die Hände frei zum Knoten und kann mit den beigelegten Fäden direkt loslegen.“

Ich glaube, ich versuche mich an dem Knotenbuch für Kindern. Und damit ich das nicht vergessen, mache ich mir gleich nach diesem Blog einen Knoten ins Taschentuch

Ich persönliche lese ganz gern auf Smartphone, Tablet oder PC-Monitor, verstehe aber auch jene (wie meine Frau) gut, denen dabei der haptische Genuss der Buch-Lektüre fehlt. Heute könnte die Diskussion gut wieder aufflammen, denn im Kalender steht der „Internationale Lies-ein-E-Book-Tag“ (International Read An Ebook Day).

Falls nun die Frage aufkommt, wer sich solche Aktionstage ausdenkt, habe ich eine „Überraschung“ zu bieten: Den weltweiten Ehrentag des elektronischen Buches hat sich der auf E-Books, Hörbücher, Musik und Videos spezialisierte US-Verlag „Digital Publisher OverDrive Inc.“ im Jahr 2014 ausgedacht. Honni soit qui mal y pense (Ein Schelm, wer Böses dabei denkt).

Für all jene, die sich nun aber dennoch mit dem Gedanken an ein EBook tragen, hätten wir als Tipp die Nummer 1 der Spiegel-Bestsellerliste Belletristik Hardcover, Ferdinand von Schirachs Erzählband „Nachmittage“. Was aber natürlich auch als ordentlich gebundenes Buch verkauft wird.

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Samstag, 17. September: In Gedenken – in Gedanken

Phantastische Abenteuer mit dem Bügeleisen

Vor der Qual der Wahl stehen an diesem Samstag, 17. September 2022, all jene, die an Aktionstagen aktiv sein wollen. Wer dieser Devise heute folgt, muss allerdings eher hyperaktiv sein…

Da wäre der „Weltaufräumtag” (World Cleanup Day), der sich allerdings weniger auf die eigenen vier Wände als auf die Umwelt bezieht. Also die Bad Harzburger Aktion „Saubere Landschaft“ im Weltmaßstab. Wobei ich in meinen vier Wände auch dringend mal wieder zu „Das große Magic-Cleaning-Buch“ greifen sollte.  

Vom Großreinemachen profitieren sicher auch die Tiere, ohne am „Tag des Roten Pandas“ (Kalender) eine Art besonders hervorheben zu wollen. Und schnell erledigt ist der Beitrag zum „Iss-einen-Apfel-Tag“ (International Eat an Apple Day). Was ebenso für den „Internationalen Tag der Country-Musik” (International Country Music Day) gilt – wenn ich nicht zeitlebens eine solch ausgeprägte Aversion gegen diese Musik hegen würde.

Deutlich ernsthafter wird es angesichts der vielfältigen Probleme der Branchen beim „Tag des Handwerks“ in Deutschland und beim Internationalen Tag der Patientensicherheit“.  Ebenso wie beim „Bundesweiten Tag der Schiene“, der auf Initiative des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) gleich an zwei Tagen begangen werden soll. Weswegen vermutlich als erstes das 9-Euro-Ticket gestrichen wurde…

„In Gedenken – in Gedanken“. Das Motto unseres letzten Aktionstages, der heute und morgen ansteht, würde im Prinzip (leider) auch zu den Tagen des Handwerks, der Patientensicherheit und der Mobilität auf der Schiene passen. Es geht allerdings um den „Bundesweiten Tag des Friedhofs“.

Uff! Die Aktionstageflut kann prima als Beleg für die These „Weniger kann manchmal mehr sein“ herhalten – womit ich wiederum mehr oder minder elegant den Bogen zu einer meiner Lieblings-Fernsehserien geschlagen hätte: Heute vor 56 Jahren (1966) wurde in der ARD die erste Folge der Serie „Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion“ (DVD) gezeigt.

Mit Einschaltquoten von bis zu 56 % avancierte sie zum Straßenfeger und erlangte Kultcharakter. Besonders die seinerzeit spektakulären Effekte, trickreich mit einfachsten Mitteln erzielt, sind legendär: Bügeleisen und Bleistiftanspitzer als Armaturen, Plastikbecher als Deckenleuchten und   Rangabzeichen aus Lochkarten versprühen einen sehr eigenen Charme. Nachzuvollziehen vielleicht in Peter R. Kürgers „Es lebe Raumpatrouille Orion“. Ein Buch „in Farbe und Bunt“.

„Billig“ war die Produktion allerdings ganz und gar nicht, gleichwohl die 360.000 DM pro Folge ein Klacks waren gegen die 32 Millionen DM, die die Verfilmung des Romans „Das Boot“ von Lothar-Günther Buchheim verschlang. Was Regisseur Wolfgang Petersen (DVD) daraus machte, wurde am 17. September 1981 uraufgeführt – und einer der erfolgreichsten deutschen Filme überhaupt, der weit mehr als 100 Millionen Dollar einspielte.

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