Petra Nietsch über „Sonnenaufgang mit Giraffen“

Petra Nietsch über „Sonnenaufgang mit Giraffen“

Lynda Rutledge: Sonnenaufgang mit Giraffen

Basierend auf einer wahren Geschichte verknüpft die Autorin Lynda Rutledge geschickt historische Fakten mit fiktiven Elementen und spinnt daraus eine Handlung, die fesselt und zugleich berührt.

Es ist das Jahr 1938. Die USA leiden noch immer unter der schweren Wirtschaftskrise und in Europa braut sich ein Krieg zusammen. In dieser Zeit sehnen sich die Menschen nach einem Wunder und dieses begegnet ihnen, als die Zeitungen beginnen, über eine 12-tägige Reise zu berichten, die zwei junge Giraffen quer über den Kontinent führt.

Bereits ihre Ankunft im Hafen von New York grenzt an ein Wunder, denn sie haben auf dem Atlantik einen der schwersten Wirbelstürme überlebt, der die Ostküste jemals getroffen hat. Von dort werden sie auf einen umgebauten Laster verladen. Ziel ist der Zoo in San Diego an der Westküste. Ein ungewöhnliches Unterfangen, das es so noch nie gegeben hat.

Gemeinsam mit einem kauzigen Tierpfleger, einer ambitionierten Fotografin und dem armen 17-jährigen Waisenjungen Woody Wilson Nickel am Steuer beginnt für sie eine Fahrt voller Abenteuer.

Der Roman ist herzerwärmend und gibt gleichzeitig tiefe Einblicke in die damalige Lebenssituation vieler Menschen in den USA und deren Hoffnung auf ein besseres Leben.

Ein Roadmovie in Textform!

Lynda Rutledge: „Sonnenaufgang mit Giraffen“, Piper Verlag, 432 Seiten, ISBN 9783492070959, Preis: 22,00 Euro.


Mittwoch, 10. August: Hochzeit mit literarischen Folgen

Ein Schutzpatron und viele Aufgaben

Die Sonne ist an diesem Mittwoch, 10. August 2022, noch 14:54 Stunden unterwegs. Ein ordentliches Pensum, aber es geht rapide runter, am Monatsende sind es nur noch 13:37 Stunden. Wer sich mit Blick auf „einen guten Start“ in den Tag von der Sonne unabhängig machen will, greift zum Wandkalender „Sonnenaufgänge“.

„24 Heilige und Schutzpatrone für unsere Jahreskrippe“ ist ein Bildkartenset für „Bibelgeschichten für unser Erzähltheater“. Ein guter Ansatz, denn bei den Schutzpatronen komme ich gern durcheinander. 25 Seiten für 24 Heilige sind allerdings nicht wirklich viel Platz und so hat es unser heutiger Heiliger Laurentius nicht ins Set geschafft.

Dabei hätte er es verdient, denn der heilige Laurentius ist der Schutzpatron vieler Berufsgruppen: Bäcker, Bierbrauer, Textilreiniger, Köche, Archivare und Bibliothekare. Medizinisch ist er außerdem noch unterwegs, soll bei Hexenschuss, Ischias- und Hautleiden helfen. Außerdem spielt er eine gewichtige Rolle in den Bauernkalendern.

Da sieht es bei vorhergesagten 26 Grad und Sonnenschein gar nicht schlecht aus: „Sankt Laurenz mit heißem Hauch, füllt dem Bauern Fass und Schlauch.“ Auch für den Herbst dürfen wir Hoffnung hegen: „Laurentius heiter und gut, einen schönen Herbst verheißen tut.“ Mit Blick auf den Winter allerdings überkömmt mich ein Frösteln: „Ist’s von Petri (1. August) bis Lorenzi heiß, dann bleibt der Winter lange weiß.“ Aber dann kann man sich ja mit „Schutzpatron“, Kommissar Kluftingers sechster Fall mit Mord- und Totschlag vor schönster Allgäu-Kulisse, in den Lesesessel kuscheln.

Das Wortspiel „wenn man sonst ohne Sorgen (Sanssouci) ist…“ drängt sich auf: Am 10. August 1744 ordnete Friedrich der Große an, in Potsdam Weinbergterrassen zu schaffen. Toll erklärt für die ganze Familie wird „Park Sanssouci“ in der Reihe „Königliche Schlösser in Berlin, Potsdam und Brandenburg für Kinder“. Und wer dem Preußenkönig nacheifern will, sollte sich mit  „Hobby-Winzer“ über alles von „Anbau und Pflege bis zum Wein“ informieren.

Was war sonst noch an diesem Datum? Nun, heute vor 200 Jahren (1822) startete im mecklenburgischen Doberan das erste Galopprennen auf deutschem Boden. Zumindest bis zur ersten Galopprennwoche mussten sich die Bad Harzburger da noch gedulden, die fand am ersten Wochenende im Juli des Jahres 1880 statt.

Der 10. August 1912 hatte dann in gewissem Sinn auch noch große Auswirkungen auf die Weltliteratur. An diesem Tag heiratete Virginia Stephen einen gewissen Leonard Sidney Woolf. Irgendwie auch ein Glück für Schriftsteller Edward Albee, denn „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ klingt doch viel bedrohlicher als „Wer hat Angst vor Virginia Stephen?“.

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