Dienstag 26. Juli Licht und Schatten

Tofu heißt auf Esperanto Tofuo

Tofuo gustumas bongusta“ – mit einem Satz in die beiden große Themen an diesem Dienstag, 26. Juli 2022, eingeleitet. Mit der auf Esperanto getroffenen Aussage „Tofu schmeckt lecker“ stoße ich ganz sicher gleichermaßen auf Vorurteile wie auf Zustimmung.

Heute ist der „Welttag des Tofu“ (World Tofu Day), ins Leben gerufen 2014 von der kanadischen Tierschutzorganisation Society for the Protection of Animals (SPA). In Deutschland allerdings sollte mit gebremstem Schaum gefeiert werden, denn hier gibt es seit 2017 auch noch einen „Welttofutag“, initiiert vom „WeltTofuTag e.V.“ und auf den 25. August datiert.

So oder so, der Sojabohnenquark ist im Kommen, erfreut sich vor allem bei Vegetariern und Veganern großer Beliebtheit. Während die Carnivoren an deutschen Mittgastischen weiter dem Vorurteil „Schmeckt nach Gummi“ frönen. Dass dies beileibe nicht sein muss, will der ehemalige Koch-Olympiasieger Bruno Wüthrich mit „Tofu, Tempeh und Seitan“ unter Beweis stellen.

Solche „Tofu“-Rezeptbücher gibt es in Mengen. „Von der Vorspeise über den Hauptgang mit Salaten und Beilagen bis hin zum Dessert“, ohne Tofu scheint man kaum noch kochen zu können.  Da müssen Bücher wie „Alles Tofu, oder was?“ schon – warnend oder verheißend – darauf hinweisen: „(K)ein Koch-Roman“. Wobei die Klammern um das K Zweifel wecken. Klar ist dagegen, worum es bei „Tofu trifft Bratwurst“ geht. „Kämpferische Veganerin“ und „überzeugter Kampfgriller“ verlieben sich…

Auf den Durchbruch, wie ihn der Tofu geschafft hat, wartet die Sprache Esperanto heute noch. Heute vor 135 Jahren veröffentlichte der Augenarzt Ludwik Lejzer Zamenhof das „Unua Libro“ („Erstes Buch“). Sein Pseudonym Doktoro Esperanto („Doktor Hoffender“) wurde zum Namen der weltweit meistverbreiteten Plansprache. Wer erste Lernerfolge in der Sprache verbuchen möchte, greift zu „Esperanto – einfach, kompakt und übersichtlich“.

Tut man dies mit Erfolg, kann man beispielsweise die rund 300.000 Artikel lesen, die die Esperanto-Wikipedia aufweist. Was ihr Platz 36 unter den großen Wikis beschert, noch vor der bulgarischen oder dänischen Version. Und im Harz tritt Herzberg als „Esperanto-Stadt“ („La Esperanto-Urbo“)auf. Ein beliebtes Esperanto-Buch jedoch hat eine andere Stadt im Blick: Janoschs „La urbaj muzikistoj de Bremen“ („Die Bremer Stadtmusikanten“).

Nicht übersehen werden kann heute, dass der 26. Juli zwei weltberühmte Männer mit 99 Jahren Abstand in höchst missliche Lagen brachte. Im Jahr 1655 musste der Maler Rembrandt van Rijn seine Zahlungsunfähigkeit erklären.  Was in der Biografie „Rembrandt. Licht und Schatten“ unter die Schattenseiten fallen dürfte.

Und im Jahr 1755 landete Giacomo Casanova in den Bleikammern des Dogenpalasts in Venedig. Fünfzehn Monate später gelang ihm allerdings eine spektakuläre Flucht. So wurde aus ihm „Giacomo Casanova – Ein Venezianer in Europa“.

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Montag 25. Juli Unser Wetter im Winter

Putin und Jakobus im Blick

Einen wichtigen Lostag nennen die Bauernkalender diesen Montag, 25. Juli 2022. Aufmerksam im Blick behalten sollten wir demnach heute neben Wladimir Putin auch Jakobus den Älteren. Denn während der eine am Gashahn dreht, setzt St. Jakobus an seinem Tag angeblich klare Zeichen in Richtung Winterwetter.

Mit persönlich gingen ja die Gas-Gänseblümchen-Meldungen in den Medien gehörig auf die Nerven: „Er liefert, er liefert nicht, er liefert…“ Einfach mal elf Tage abwarten hätte da hilfreich sein können. An St. Jakobus aber kommen auch wir nicht umhin, aufs Wetter zu schauen.

Und da scheint sich Jakobus der Ältere mit dem Kreml-Chef verbündet zu haben. Es soll heute der heißeste Tag der Woche werden. Und da wussten schon unsere Altvorderen: „Sind an Jakobi die Tage warm, gibt’s im Winter viel Kält’ und Harm“. Was wir nun ganz und gar nicht gebrauchen können.

Allerdings lässt St. Jakobus heute Hintertürchen: „Jakobi klar und rein, wird das Christfest frostig sein“. So das Drohszenario, dem meine Wetter-App entgegenhält, das der Himmel spätestens ab Mittag wolkenverhangen sein soll. Und wenn die Bauernweisheit „Jakobi ohne Regen deutet auf strengen Winter“ stimmt, hoffe ich doch sehr, dass besagte Wetter-App Recht behält. Sie sagt eine 90-prozentige Regenwahrscheinlichkeit voraus.

Hilft uns das Ganze nun weiter? Ich fühle mich eher an Goethes „Faust“ erinnert: „Da steh‘ ich nun, ich armer Tor, Und bin so klug als wie zuvor!“.

Wenden wir uns also lieber der Kultur zu. Da hat der 25. Juli durchaus einiges zu bieten. Zum einen wurde 1905 mit Elias Canetti ein Nobelpreisträger geboren. Ein wahrer Kosmopolit, Lexika vermerken ihn als „bulgarisch-britisch-schweizerischen Schriftsteller“. Seine Bücher wie „Die Blendung“ jedoch schrieb er in deutscher Sprache.

Als literarischer Glücksfall sollte sich ein Ereignis am 25. Juli 1897 entpuppen: Heute vor 125 Jahren folgte Jack London mit seinem Schwager dem „Lockruf des Goldes“, um am Klondike reich zu werden. Das mit dem Gold klappte nicht, dafür bescherten uns seine Erlebnisberichte spannendste Romane und Erzählungen.

In Wien erwuchs derweil einem weltbekannten Harzer nicht minder berühmte Konkurrenz: Am 25. Juli 1828 gestattete der Wiener Magistrat Ignaz Bösendorfer, das Klaviermachergewerbe auszuüben. Die „Bösendorfer“ erlangten Weltruf, ebenso wie die Steinway-Klaviere, deren Wiege bekanntermaßen im Harz stand. Und wir wollen als Lokalpatrioten festhalten: Heinrich Engelhard Steinweg baute sein erstes Tafelklavier drei Jahre vor der Wiener Bösendorf-Entscheidung.

Ansonsten empfehle ich in Zeiten des DIY-Wahns (Do it yourself) mit Youtube-Videos zu allem und jedem ein Buch, falls sich irgendwer selbst ein Klavier bauen will: „Lehrbuch des Pianofortebaues“.

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Sonntag 24. Juli Noch ein Sonntag im Galopp

Worüber sollen wir uns freuen?

Auf die Zielgerade biegt an diesem Sonntag, 24. Juli 2022, die 142. Bad Harzburger Galopprennwoche ein. Der Nachmittag ist also ausgebucht.

Dabei haben mich die Recherchen zu diesem „bebücherten Kalenderblatt“ durchaus zu einem Lese-Tag verlockt. Gleich drei meiner Literatur- und Medienlieblinge haben heute Geburtstag. Gehen wir nach dem Alter vor und beginnen mit dem 220. Geburtstag von Alexandre Dumas dem Älteren. „Der Graf von Monte Christo“ habe ich mehrfach verschlungen.  Ebenso wie „Die drei Musketiere“ – die ich ja mal als „Klassiker für Kids“ versuchen könnte.

Schon immer fasziniert war ich von Amelia Mary Earhart. Sowohl wegen ihrer wagemutigen Leistungen als Flugpionierin wie auch wegen ihrer politischen Aktivitäten und ihrem Einsatz für die Rechte der Frauen. Heute wäre sie 125 Jahre alt geworden. Dass sie im Alter von nur 40 Jahren 1937 bei einem Flug über den Pazifik verschwand und zwei Jahre später für tot erklärt wurde, trug dazu bei, Amelia Earhart zur unsterblichen Legende und zu einer der „Königinnen der Lüfte“ werden zu lassen.

Bis dahin ist es für meinen dritten Star noch ein weiter Weg, wenngleich er für mich zumindest schon mal eine Talkshow-Legende ist: Ohne die zugewandte und humorvolle Art von Hubertus Meyer-Burckhardt, der heute 66 Jahre alt wird, ist die NDR-Talkshow kaum die Hälfte wert. Was mich daran erinnerte, dass ich schon immer mal ein Buch von ihm lesen wollte. Vielleicht starte ich in meiner Ruhestands-Abkühlphase mit „Die ganze Scheiße mit der Zeit“ und entdecke auch für mich das Jetzt.

Die Aktionstage geben heute dagegen nicht ganz so viel her. Der „Erzähl-einen-alten-Witz-Tag“ (National Tell an Old Joke Day) ist zum Glück auf die USA beschränkt. Meine Bartwickelmaschine für solche Fälle ist eingerostet und vor allem „Rentnerwitze“ reißen mich nicht wirklich aus dem Ohrsessel.

Selbst mit einem kräftigen Schluck am (US-) „Tag des Tequila“ (National Tequila Day) käme ich nicht aus dieser Not. Aus gutem Grund, denn mit dem Agaven-Brand aus Mexiko kann ich nach einer aus dem Ruder gelaufenen Tequila-Party seit dem Studium nichts mehr anfangen. Vor allen „Mezcal and Tequila Cocktails“ kann ich nur warnen.

So bleibt mir nur noch der „Internationale Tag der Freude“. Wobei das Erstaunliche ist, dass niemand zu wissen scheint, warum und worüber wir uns freuen sollten. Der Aktionstag hat es dennoch auf Dutzende Websites im Internet geschafft. Da kann sich zumindest der Spaßvogel freuen, der den „Aktionstag“ irgendwann mal lanciert hat. Ein Ausweg könnte „Das Buch der Freude“ vom Dalai Lama und Desmond Tutu sein – vorausgesetzt, dem Leser genügt die stille innere Freude.

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Samstag 23. Juli 20222 Heute ist Pinsa-Tag

Pizza, Pinsa und Toast Hawaii

Dieser Samstag, 23. Juli 2022, könnte unseren familiären Speiseplan revolutionieren. Heute ist der bundesweite „Tag der Pinsa“.

Ich esse selten Pizza und wenn, dann die Variante, von der Pizza-Puristen erklären, es sei gar keine „echte“ Pizza. Aber wer wie ich den urdeutschen Toast Hawaii liebt, der mag eben auch Pizza Hawaii.

„Italienische Lebenslust auf knusprig-luftigem Teig“: Pinsa wird als „Pizza-Alternative“ offeriert. Und dies seit 2001, als ein Pizzabäcker in der Region Latium das Rezept entwickelte.  Dass es dafür schon einen Aktionstag gibt, ist der „We Are Pinsa Franchise GmbH“ aus Hildesheim zu verdanken.

Damit der Teig die typische Konsistenz der Pinsa erhält, werden Mehlsorten gemischt: fest (Sojamehl), leicht (Reismehl) und locker (Weizenmehl). Komplettiert wird der Pinsa-Sauerteig, der gut 72 Stunden kühl (!) ruhen soll, mit Hefe, Salz, Öl und Wasser. Durch die ewige Fermentationszeit kommt es zu Gärungsprozessen im Magen, weswegen die Focaccia-Variante als bekömmlich gilt.

Ansonsten haben Pizza und Pinsa mit Blick auf mögliche Beläge viel gemeinsam. Allerdings wird die Pinsa erst belegt, nachdem der Teig gebacken wurde. „Wer Pizza mag, wird Pinsa lieben“, erklärt vollmundig eine Pinsa-Rezeptesammlung, die „knusprig-leichte Geschmackserlebnisse“ verspricht.
Aber was ist mit Menschen, die wie ich keine Pizza mögen? Womit ich wieder bei meinem heiß geliebten Toast Hawaii bin.

Dessen Erfinder war Deutschlands erster Fernsehkoch Clemens Wilmenrod, der nur einen Makel aufwies: Er war kein Koch, sondern Schauspieler. Dennoch schrieb er fünf Kochbücher und zeigte in 11 Jahren und 185 Koch-Shows hunderte Gerichte im Fernsehen, darunter auch weitere mehr oder minder revolutionäre Kreationen wie die „gefüllten Erdbeeren“ und das „Arabische Reiterfleisch“.

Begriffe wie „Toast Hawaii und Kohlenhändler“ geben einem Spiel „rund um alte Begriffe und Gegenstände“ den Namen. Wobei ich anmerken möchte, dass Hawaii-Toast war für mich nie out war. Und Kohlenhändler erleben ja aktuell leider aus schlimmen Gründen auch eine Renaissance.

Seit dem 23. Juli 1995 ist die Welt „im Banne des Kometen“: Unabhängig voneinander entdeckten Alan Hale in New Mexico und Thomas Bopp in Arizona den Kometen Hale-Bopp (C/1995 O1). Es ist der am meisten beobachtete Komet des 20. Jahrhunderts.

Damit nicht genug, soll der Komet laut der Autoren des Buches „Hale-Bopp – Im Bann des Kometen“ mit seinem Natriumschweif auf der Erde Ungewöhnliches bewirkt haben, was aber verschwiegen worden sei. Erschienen ist das Werk übrigens im „SHADODEX Verlag der Schatten“, der sich anpreist als „euer Verlag für dunkle Phantastik und Mystery!“ Na dann…

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Freitag 22 Juli Hirn in Hängematte

Zwischen Mathe und Mango

An sogenannten Aktionstagen besteht an diesem Freitag, 22. Juli 2022, wahrhaft kein Mangel. Freie Auswahl zwischen Mathe und Mango oder Hirn und Hängematte.

Mal abgesehen von der mathematischen Komponente komme ich mit allem prima klar. Und immerhin weiß ich, was es mit der Kreiszahl Pi auf sich hat. Heute ist der Pi-Annäherungstag (Pi Approximation Day). Gedacht werden soll am 22.7. damit der näherungsweisen Darstellung von π durch den großen Mathematiker Archimedes von Syrakus als 22/7 ≈ 3,14.

Aber wechseln wir lieber das Thema, bevor ich mich um Mathe-Kopf und -Kragen schreibe. Als Lektüre empfehle ich von Anonymus Pi das Werk „Die Zahl Pi, Kreiszahl, Ludophsche Zahl oder Archimedes-Konstante. Es handelt sich angeblich um das „ideale Geschenkbuch für Mathematiker, Logiker und Aufgeweckte“. Da bin ich raus. Aber ob ich beim „Welttag des Gehirns“ (World Brain Day) besser aufgehoben bin?

Den Aktionstag schob 2014 die World Federation of Neurology (WFN) an.  Neurologische Erkrankungen und deren Behandlung, vor allem aber auch die Vorsorge durch Hirntraining wird in den Fokus gerückt. Als Quizfan gefällt mir dabei natürlich die „Quiz-Box Gehirnjogging“, die laut Verlagswerbung „100 besten und bewährtesten Übungen für frisches Denken, kluges Kombinieren und ein besseres Gedächtnis“ beinhaltet.

Damit könnte man sich am „Tag der Hängematte“ (Hammock Day) in selbige zurückziehen. Wobei zu diesem Wort mit Migrationshintergrund aber vielleicht eher ein Werk aus dem Hause Duden passt:  „Horizont und Hängematte – verliebt in 100 eingewanderte Wörter“. Mit einem Buch hat man zudem noch eine Hand frei, in der könnte man am „Tag der Mango“ (auch wenn der National Mango Day nur in den USA gefeiert wird, beispielsweise ein leckeres Mango-Eis platzieren.

Wer die tropischen Früchte liebt und wem die eiskalte Variante zu einfallslos ist, der müsste kurz das Hängematten-Buch aus der Hand legen und zu Mangoamo (dt. ich liebe Mango) greifen. „Das Blogger-Magazin rund um die Mango aus der ‚Recipes & more Magazinreihe‘“ verspricht abwechslungsreiche Mango-Rezepte.

Jodeldi-ho! Happy Birthday Otto Gerhard Waalkes. Der Ostfriese wird heute 74 Jahre alt. Ich bin mit seinem Humor aufgewachsen. Absolut korrekt finde ich, dass Otto bei der Wahl zum besten deutschsprachigen Komiker in der ZDF-Sendung „Unsere Besten – Komiker & Co“ hinter Loriot und Heinz Erhardt den dritten Platz belegte. Ich hätte lediglich die ersten beiden Plätze getauscht, aber dass ist Geschmackssache. Lesenswert: „Kleinhirn an alle – die große Ottobiografie – Nach einer wahren Geschichte“.

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Petra Nietsch: Mein Weg

Mein Weg

Zu Fuß von Porto nach Santiago de Compostela

Was sind die Beweggründe, 300 Kilometer in 14 Tagen auf dem Jakobsweg zu wandern? Wie bereitet man sich auf so eine Herausforderung vor? Was muss alles bedacht werden? Wie erlebt und erfährt man den eigentlichen Weg? Welche Erkenntnisse nimmt man am Ende einer solchen Reise mit zurück in den Alltag?

Petra Nietsch möchte an diesem Abend von ihrem Weg  auf dem Camino Portugues erzählen und ihre ganz persönlichen Antworten auf diese Fragen mit ihren Zuhörerinnen und Zuhörern teilen.

Der Vortrag wird durch Bilder ergänzt.

Lesetipps zu den Themen Pilgern, Wandern und Reisen in Form von Romanen und Sachbüchern werden im Anschluss gegeben.

Freitag, 23. September 2022, 19.30 Uhr, BÜCHER-HEIMAT
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten
Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT,
Telefon  (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de

Donnerstag 21. Juli Hemingway und Galopprennen

Mein liebster Lieblingsschriftsteller

An diesem Donnerstag, 21. Juli 2022, muss ich – bevor es auf die Galopprennbahn geht – einen 123. Geburtstag feiern: Ernest Hemingway, mein liebster Lieblingsschriftsteller, erblickte an diesem Tag des Jahres 1899 das Licht der Welt.

Sein Machismo war mir dabei immer eher fremd. Aber der absolut aufs Wesentliche verknappte Schreibstil fasziniert. Kurzgeschichten wie „Alter Mann an der Brücke“ (in „Schnee auf dem Kilimandscharo“), die die Hilflosigkeit der Menschen angesichts der Sinnlosigkeit des (spanischen Bürger-)Krieges in einem lakonischen Dialog erschütternd vor Augen führt, sind einfach großartig geschrieben.

Eine Einschätzung, mit der ich wahrlich nicht allein bin. Hemingway gehört zu den erfolgreichsten und bekanntesten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Und zu den meistgeehrten Schriftstellern: 1953 erhielt er den Pulitzer-Preis für seine Novelle „Der alte Mann und das Meer“ und 1954 den Literaturnobelpreis. Muss man gelesen haben. Am besten bei einem der Cocktails, die der Meister so liebte…

An der Galopprennwoche hätte Hemingway sicher auch seinen Spaß gehabt. Zum Glück kühlt es sich ja ab und Regen und Gewitter sollen zum Nachmittag auch abziehen. Wobei ich nicht wenige kenne, die sich neben den Pferderennen und dem Wettfieber vor allem auf den Samstag freuen. Dann heißt es „Erst zum Rennen, dann zur Party“ mit einem kostenlosen Open-Air-Konzert zweier Cover-Bands, die Depeche-Mode– und Marius-Müller-Westernhagen-Feeling (DVD) an den Weißen Stein zaubern.

Um einen leicht korrigierenden Nachtrag komme ich nicht herum: Die Apollo 11-Besatzung ist am 20. Juli auf dem Erdtrabanten gelandet, aber erst heute vor 53 Jahren, am 21. Juli 1969 betraten Neil Armstrong und danach Buzz Aldrin als erste Menschen den Mond. Es war exakt am 21. Juli 1969 um 02:56:20 Uhr UT.

Wenn ich schon Hemingway gratuliere und feiere, darf ich einen großen deutschen Autor nicht vergessen: Heute vor 129 Jahren wurde Hans Fallada geboren. Auch seine Werke prägt ein objektiv-nüchterner Stil, der schonungslos und sozialkritisch die Lebenswirklichkeit der Weimarer Republik beschreibt. „Kleiner Mann – was nun?“ beispielsweise wurde sehr zu Recht zu einem Welterfolg.

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Mittwoch 20. Juli Hitze setzt matt

Königliches Spiel und warmer Tee

Wenn man sich an diesem Mittwoch, 20. Juli 2022, matt fühlt, wird dies in den meisten Fällen an der Hitzewelle liegen. Was nur bedingt für Schachfans gilt, denn diese werden am heutigen „Internationalen Schach-Tag“ („International Chess Day“) eher bestrebt sein, ihre Kontrahenten matt zu setzen.

Das „königliche Spiel“ fand ich schon immer faszinierend, leider geht mir eine dafür unabdingbare Tugend völlig ab: Geduld. Etliche Male habe ich Anläufe genommen, meine Schachfähigkeiten zu verbessern, meist scheiterte ich schon bei „Schach für Dummies“. Und an die legendären Könner wagte ich mich gar nicht heran, sonst hätte ich vielleicht „Bobby Fischer lehrt Schach“ versucht.

Mittlerweile habe ich trotz seit 1966 begangenem „Internationalen Schach-Tag“ aufgegeben. So nähere ich mich König, Dame, Läufer und Türmen heute auf Umwegen an. Beispielsweise mit dem Krimi-Großmeister Håkan Nesser und seinem „Schach unter dem Vulkan“. Für alle, die ihre Nerven schonen wollen: Eher munter soll es in der „Ruhrpott-Krimödie“ „Schach mit toter Dame“ zugehen.

Auch wenn der Weltschachverband Fide am 20. Juli 1924 gegründet wurde, ist es an diesem Datum eigentlich ein anderes Ereignis, das die Menschen bis heute bewegt und das in die Liste der „100 Wörter des 20. Jahrhunderts“ schaffte: Mondlandung. Heute vor 53 Jahren, am 20. Juli 1969 betraten Neil Armstrong und Buzz Aldrin nach dem Flug mit Apollo 11 als erste Menschen den Erdtrabanten.

All jenen, denen es für Schach und Abenteuer im All heute viel zu heiß ist, empfehle ich ein schattiges Plätzchen, dazu vielleicht einen vom Titel her adäquaten Krimi wie „Tropische Gefahr“ oder den Krimi-Klassiker „Der Tod hat hitzefrei“.

Nachdem ich gestern für meine alkoholhaltigen Hitze-Cocktail-Tipps familienintern gerügt wurde, bewege ich mich heute lieber auf äußerst gesunden pfaden. Denn obwohl es widersinnig klingen mag: warmer Tee hilft bei dieser Hitze am besten.

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Dienstag 19. Juli Immer cool bleiben

Große Hitze und ein cooles Konzert

Heute ist Dienstag, 19. Juli 2022. Auf der Hitzeskala soll es heute nochmal fünf Grad nach oben gehen. 34 Grad werden in meiner App für Bad Harzburg vorhergesagt. Ich mag es warm, auch sehr warm. Aber alles hat seine Grenzen…

Zumindest jenen gut 160.000 ehemaligen DDR-Bürgern, die am 19. Juli 1988 beim Bruce-Springsteen-Konzert in Ost-Berlin dabei waren, könnte in Erinnerung daran eine bei den Temperaturen wohltuender kalter Schauer über den Rücken laufen. Und dank der in Dauerschleife gesendeten History-Dokumentationen hat sich dieser irre Moment DDR-deutscher Rockgeschichte, als die Masse mit dem Boss „Born in the U.S.A.“ sang, mittlerweile auch tief ins gesamtdeutsche Bewusstsein eingebrannt.

Ein legendäres Konzert, das sogar von manchen mit der Wende in Zusammenhang gebracht wird. Drumherum ranken sich Geschichten und lässt sich vielleicht erklären, warum man von „The Boss“ Führungsstärke lernen soll.  Gemeint ist vielleicht der Moment, als Springsteen auf Deutsch von einem Zettel vorlas: „Es ist gut, in Ost-Berlin zu sein. Ich bin hier nicht für oder gegen irgendeine Regierung. Ich bin gekommen, um für euch Rock’n’Roll zu spielen, für euch Ost-Berliner, in der Hoffnung, dass eines Tages alle Barrieren umgerissen werden.“

In diesem Moment dürften sich die Mediengewaltigen der DDR über ihre Entscheidung gefreut haben, das Konzert im DDR-Rundfunk bei DT64 und im zweiten Programm des Fernsehens der DDR nur zeitversetzt zu übertragen. Springsteens Sätze fielen da der Schere zum Opfer. Und der stellvertretende Staatsratsvorsitzende der DDR, Egon Krenz, hat es nicht mitbekommen, er soll laut Protokoll des Ministeriums für Staatssicherheit nur von 20:10 bis 20:33 Uhr auf dem Konzert gewesen sein. Er hatte wohl nicht den gleichen Musikgeschmack wie Barack Obama, der gemeinsam mit Springsteen „Renegades: Born in the USA“ herausgab…

Heute steht auch nochmal ein kurzer Abstecher zum Radsport an, denn am 19. Juli 1903 gewann Maurice Garin die erste Tour der France. Durchschnittsgeschwindigkeit: 25,679 km/h. In diesem Jahr sind die Radstars noch bis zum 24. Juli unterwegs und bislang geschieht dies mit einem sagenhaften Stundenmittel von 48,661 km/h. Bei der Tortur mag mancher „Zum Teufel mit der flamme rouge“ denken und sich im Lesesessel lieber den Geschichten der großen Schleife widmen.

Zwei Geburtstage stehen heute an: Gottfried Keller, der beispielsweise mit „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ und „Kleider machen Leute“  Meisterwerke der deutschsprachigen Erzählkunst geschaffen hat, erblickte 1819 das Licht der Welt. Und bei Wladimir Kaminer, der am 19. Juli 1967 geboren wurde, darf zumindest angenommen werden, dass er in der „Russendisko“ feiert.

Noch zwei Hitzetipps, resultierend aus heute anstehenden Aktionstagen: Frische Himbeeren sind köstlich, beim „Tag des Himbeerkuchens“ (National Raspberry Cake Day) sollte man allerdings vielleicht auf Sahne verzichten. Und wer den „Tag des Daiquiri“ (Daiquiri Day) zu intensiv beispielsweise mit „Movie Cocktails: Coole Drinks aus legendären Filmen“ feiert, ist für den Kater morgen auch selbst verantwortlich.

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Montag 18. Juli Nelson-Mandela-Tag

Kritikwürdige Verhältnisse

Heute, am Montag, 18. Juli 2022, wäre der südafrikanischen Friedensnobelpreisträgers Nelson Mandela genau 104 Jahre alt geworden. Seit zwölf Jahren ist der 18. Juli auf Beschluss der UN-Vollversammlung der „Internationale Nelson-Mandela-Tag“ (Nelson Mandela International Day).

Ein Gedenktag, der allerdings weit mehr soll, als allein zum Gedenken an Nelson Mandela anzuregen. Vielmehr erhoffen sich die Initiatoren, dass die Menschen aus der Erinnerung an Mandela dessen humanitäres Gedankengut übernehmen. Zum humanitären Verhalten anregen soll der Tag, der alle Menschen auffordert, einen aktiven persönlichen Beitrag zur Verbesserung kritikwürdiger Verhältnisse zu leisten oder sich fördernd in das Miteinander der Menschen einzubringen.

Ob Mandela mit der Wirkung des Nelson-Mandela-Tags zufrieden gewesen wäre, darf eher bezweifelt werden.  Obwohl als internationaler Gedenktag konzipiert, liegt der Schwerpunkt weiter eindeutig in Südafrika – obwohl es mit Blick auf die Menschenrechte weltweit in viel zu vielen Staaten an kritikwürdigen Verhältnissen nicht mangelt.

Der Übergang nach diesem Thema fällt schwer, aber bei der Recherche zu unserem „bebücherten Kalenderblatt“ fielen mir dann doch einige Geburtstagskinder ins Auge, die nicht unerwähnt bleiben sollen. Stolze 1009 Jahre würde heute Hermann von Reichenau. Von dem hatte ich zwar noch nie gehört, aber seine „Berufsliste“ in Wikipedia beeindruckt: Mönch, Historiker, Schriftsteller, Musiker, Mathematiker und Astronom. Da kann man wohl vom Multitalent sprechen.

Seinen 211. Geburtstag könnte heute William Makepeace Thackeray feiern, der es mit „Jahrmarkt der Eitelkeiten“ (Vanity Fair) zu Weltruhm brachte. Am 18. Juli 1864 erblickte in Braunschweig Ricarda Huch das Licht der Welt, die als Schriftstellerin und Historikern weit bedeutender als ihr Bruder Rudolf ist, um den als Straßen-Namensgeber derzeit in Bad Harzburg gestritten wird. Die Suchabfrage nach Ricarda Huch bringt es im Online-Shop der BÜCHER-HEIMAT locker auf weit mehr als 100 Bücher.

Runden 100. Geburtstag hat zudem mit Georg Kreisler ein Kabarettist, der dafür gesorgt hat, dass ich beim Stichwort „schwarzer Humor“ oft zuerst an Österreich dachte: „Schau, die Sonne ist warm und die Lüfte sind lau/Gehn wir Tauben vergiften im Park!/Die Bäume sind grün und der Himmel ist blau/Gehn wir Tauben vergiften im Park!/Wir sitzen zusamm′ in der Laube/Und ein jeder vergiftet a Taube/Der Frühling, der dringt bis ins innerste Mark/Beim Tauben vergiften im Park.“

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