Geliebter Griesgram

Geliebter Griesgram

Geliebter Griesgram

Wieder eine Woche geschafft und an diesem Samstag, 29. Januar, im Wochenende angekommen. In den letzten Tagen bin ich zwar mit mir und der Welt nicht wirklich zufrieden, fürchte aber dennoch nicht um meine Popularitätswerte. Dies könnte natürlich daran liegen, dass besagte Werte ohnehin im Keller sind. In diesem Fall aber ist für meinen Hoffnungsschimmer ein Mann verantwortlich, der als Komiker bewies, dass man selbst als dauernörgelnder Misanthrop in der Beliebtheitsskala eines ganzen Landes auf dem Spitzenplatz landen kann.

„National Curmudgeons Day“

Der Komiker, der heute vor 142 Jahren (1880) geboren wurde, ist der US-Amerikaner W.C. Fields. Er verkörperte zumeist misanthropische und egoistische Familienväter. Häufig gepaart mit einer Vorliebe für Alkohol. Seine Figuren hegten zudem leidenschaftlichen Hass gegen nörgelnde Ehefrauen, nervige Kinder, Hunde, Nachbarn, den Beruf. Also alles, was ihr kleinbürgerliches Leben ausmachte. Trotzdem gehörte Fields zeitlebens zu Amerikas beliebtesten Komikern. Zu seinen Ehren feiern die Vereinigten Staaten heute den „National Curmudgeons Day“ (Nationaler Griesgram-Tag).  Kostprobe gefällig (Youtube-Video 1:09 min)?


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Der 29. Januar ist aber auch ein großes Datum für zwei ganz große Werke der Weltliteratur – die man beide nicht oft genug gelesen haben kann. Heute vor 93 Jahren kam Erich Maria Remarques Meisterwerk „Im Westen nichts Neues“ in den Handel. Der Roman wurde in mehr als 50 Sprachen übersetzt, die geschätzten Verkaufszahlen weltweit liegen bei weit über 20 Millionen. Obwohl Remarque selbst das Buch als „unpolitisch“ bezeichnete, ist die bedrückende Schilderung der Schrecken des Ersten Weltkriegs als Antikriegsroman zu einem Klassiker der Weltliteratur geworden.

Das Prädikat Klassiker der Weltliteratur verdient ohne Frage auch ein Werk, dass am 29. Januar 1956 am Schauspielhaus Zürich uraufgeführt wurde. Friedrich Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“, seinerzeit mit der legendären Therese Giehse in der Hauptrolle. Die „tragische Komödie“ wurde ein Welterfolg. Und sie gehört zu den wenigen Büchern, deren Lektüre in der Schule mir nicht als Fron oder gar Folter erschien…


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Politisch korrekt, aber teuer verkauft

Politisch korrekt, aber teuer verkauft

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And the winner is – Trommelwirbel – die „Paprika Sauce“ von Homann! Fast hätte ich den Sieger bei der Verbraucherschutz-Aktion zur „Mogelpackung des Jahres 2021“ unterschlagen, aber heute, am Freitag, 28. Januar, liefere ich ihn mit zweitägiger Verspätung nach.

Den Verbraucherinnen und Verbraucher nach hat sich die „Paprika Sauce“ von Homann den Titel wahrhaft verdient. Folgerichtig ging laut Verbraucherzentrale Hamburg mit 8476 mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen an die Fertigsauce. Die Homann Feinkost GmbH hatte, so die Verbraucherschützer, eine Design- und Namensänderung (politisch korrekt von der Zigeunersauce weg) genutzt, um die Füllmenge zu reduzieren. Woraufhin der Handel erstaunlicherweise bisweilen auch noch den Preis erhöhte. Unterm Strich ein Preisanstieg von bis zu 88 Prozent.

Zweifelhafte Ehre: Die Topplätze bei den „Mogelpackungen des Jahres 2021“

Auf dem zweiten Platz landete ein Sammelpack von KitKat, in dem die Anzahl der Riegel von fünf auf vier geschrumpft war. Auf Rang drei bis fünf folgen dicht an dicht das „Perpetum“-Waffelgebäck von Bahlsen, die „Rahm Soße“ von Knorr und die „Wurzener Waffelblättchen“ von Griesson – de Beukelaer.

Mehr Ehrlichkeit gefordert

Die Politik, so der Verbraucherschutz, lasse die Verbraucherschaft, aber auch die Umwelt im Stich. Denn mit immer üppigerer Verpackung wird immer geringerer Inhalt kaschiert. Hier müsse der Gesetzgeber einschreiten, sagt die Verbraucherzentrale Hamburg und fordert von Unternehmen „mehr Ehrlichkeit gegenüber ihrer Kundschaft und weniger Verpackungsmüll“.

Für Müll und einen ausgemachten Schandfleck hielten viele Zeitgenossen in Paris einst auch den Eiffelturm. Heute vor 135 Jahren, am 28. Januar 1887, begann in Paris die Firma Gustave Eiffels mit dem Bau des Eiffelturms. Und vor allem die Paris Kunst- und Kulturwelt lief Sturm gegen das Vorhaben. Unter anderem solche Literaturgrößen wie Alexandre Dumas und Guy de Maupassant verstiegen sich zu solchen Sätzen: „(…) muss man sich einen Augenblick einen schwindelerregenden, lächerlichen Turm vorstellen, der wie ein riesiger, düsterer Fabrikschlot Paris überragt, muss sich vorstellen, wie alle unsere Monumente gedemütigt, alle unsere Bauten verkleinert werden, bis sie in diesem Alptraum verschwinden. […]“

Der Eiffelturm kam (zum Glück) trotzdem, wurde rechtzeitig zur Weltausstellung 1899 fertig. Als höchstes Bauwerk von Paris prägt er das Stadtbild bis heute und zählt mit rund sieben Millionen Besuchern pro Jahr zu den meistbesuchten Wahrzeichen der Welt. Eine Promenade durch die Pariser Bilderwelten zweier Jahrhunderte verspricht das Buch „Der Eiffelturm – Geschichte und Geschichten.“

PS: Abbitte leisten muss ich heute für einen sehr ärgerlichen Fehler im gestrigen Blog. Zu spät für eine Korrektur der Mailaussendung sah ich den Fehler in #LichterGegenDunkelheit (Dinkelheit).


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Bücher-Suchdienst

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Sie suchen vergeblich nach einem Buch, mit dem vielleicht schöne Erinnerungen verbunden sind? Oder nach einem Buch, das Sie schon immer lesen wollten, das nun aber vergriffen ist? Das Team der BÜCHER-HEIMAT steht Ihnen gern zur Seite. Zwar ohne Erfolgsgarantie, aber mit großem Engagement.

Geben Sie uns bitte so viele Informationen wie möglich zu Ihrem Wunschbuch. Titel, Autor, Verlag wären natürlich großartig, aber wir suchen auch, wenn Sie nur noch den Namen des Romanhelden und den Schauplatz der Erzählung wissen. Füllen Sie das „Such-Formular“ aus, wir melden uns, sobald wir „Witterung aufgenommen“ haben…

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#LichterGegenDunkelheit

#LichterGegenDunkelheit

#LichterGegenDunkelheit

Heute ist Donnerstag, 27. Januar 2022. Holocaust-Gedenktag. Ein Tag, der in Deutschland und in der Welt dem mahnenden Erinnern gewidmet sein muss – gerade in Zeiten, in denen rechtsextreme Gewalttaten wieder erschreckend zunehmen.

Seit 1996 wird der 27. Januar in der Bundesrepublik als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus begangen. Darüber hinaus wurde der 27. Januar im Jahr 2005 von der Vollversammlung der Vereinten Nationen (UN) zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust erklärt.

#weremember

Das Datum wurde nicht ohne Grund gewählt. Es erinnert an die Befreiung der Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch sowjetische Soldaten am 27. Januar 1945. Im Deutschen Bundestag wird des dunkelsten Kapitels deutscher Geschichte in einer Sondersitzung gedacht. Dabei werden die Holocaust-Überlebende Dr. h. c. Inge Auerbacher und der Präsident des israelischen Parlaments, der Knesset, Mickey Levy, Gedenkreden halten. Im Internet und in den Sozialen Medien läuft zum Holocaust-Gedenktag die Aktion #weremember.

Über die Geschichtserzählung hinaus einen Ort der Bewahrung jüdischer Vergangenheit hat Markus Weber mit seinem Buch: „Das ist Deutschland…und es gehört uns allen“1. Das Werk, das auch von der Bad-Harzburg-Stiftung gefördert wurde, schildert das Leben der Juden zwischen Akzeptanz und Verfolgung im Kurort Bad Harzburg. Weber, der auch im Bücher-Heimat-Team aktiv ist, lässt mit einer Vielzahl von Dokumenten und Bildern das seinerzeitige jüdischen Leben im Kurort Bad Harzburg wieder auferstehen. Was umso wichtiger ist, als dessen Zeugnisse im Stadtbild weitestgehend verschwunden sind. Hier wird Stadtgeschichte dem Vergessen und Verdrängen entrissen.

Ganz bewusst kann dazu heute jeder bei verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen zum Holocaust-Gedenktag beitragen. Die pax-christi-Gruppe beteiligt sich an der bundesweiten Aktion von NS-Gedenkstätten #LichterGegenDunkelheit. Die Initiatoren bitten die Harzburger Bevölkerung, heute mit einbrechender Dunkelheit am Schalom-Denkmal im unteren Badepark eine wind- und wettergeschützte Kerze aufzustellen.

Um 19.00 Uhr lädt pax christi Nordharz zu einer Gedenkveranstaltung „Vergiss nie zu lügen“ mit Texten, Bildern und Musik in die Lutherkirche Bad Harzburg ein. Den musikalischen Rahmen setzen Karsten Krüger an der Orgel und Bernd Dallmann mit dem Saxophon. Angesichts des Corona-bedingt knappen Angebots gibt es aber bereits keine freien Plätze mehr.

Erinnert sei in diesem Zusammenhang auch an die aktuell im Haus der Kirche, Lutherstraße 7, laufende Ausstellung „Meine jüdischen Eltern – meine polnischen Eltern“. Die Ausstellung der Vereinigung „Kinder des Holocaust in Polen“ ist noch bis zum 30. Januar zu sehen.


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Hat er keins, so macht er eins

Hat er keins, so macht er eins

Hat er keins, so macht er eins

Wir sind am Mittwoch, 26. Januar, angekommen und nähern uns dem Ende des ersten Monats 2022. Für mich als „Sommermensch“ immer ein Hoffnungsschimmer, dass der Winter vorübergehen möge. Dabei müsste ich es als Harzer besser wissen. Zumal ich im Februar Geburtstag habe und immer die Kumpels beneidete, die sommers Outdoor-Partys feierten.

Nicht allein mit Blick auf Wetter und Klima täte mir (noch) mehr Umweltbildung gut. Heute wäre der richtige Tag, um damit zu beginnen, denn der „Welttag der Umweltbildung“ (World Environmental Education Day) feiert sein 50-jähriges Bestehen.

Die ursprüngliche Initiative geht auf die Weltumweltkonferenz, kurz UNCHE (United Nations Conference on the Human Environment) der Vereinten Nationen 1972 in Stockholm zurück. Dies war die erste Umwelt-Konferenz der Vereinten Nationen überhaupt und der Beginn der internationalen Bestrebungen für eine globale Umweltpolitik. So richtig weit scheint man damit leider bis heute nicht gekommen.

Das Ergebnis sind gerade im Internet unter anderem auch Klimawandel-Leugner und jede Menge „Fake News“. Dabei können sich die „Sozialen“ Medien weiter auf Bill Gates einschießen. Der steigt auch als Buchautor ins Thema ein: „Wie wir die Klimakatastrophe verhindern – Welche Lösungen es gibt und welche Fortschritte nötig sind“1. Zum Teil setzt der Visionär Gates dabei auf eine „sichere Atomkraft“, was gerade auch in Deutschland Zweifler auf den Plan ruft.  Da vermuten nicht wenige, dass Gates den Teufel mit dem Beelzebub austreiben wolle.

Bad Harzburg seht in Sachen (touristischer) Umweltbildung ja nicht schlecht da: Baumwipfelpfad, Baumschwebebahn, das HarzWaldHaus (ehemals Haus der Natur) und den Nationalpark mit Luchs– und Wildkatzengehege vor der Haustür. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass das Interesse parallel zur Klimawandel-Diskussion weiter steigen wird.

Wenn wir schon bei Klima und damit irgendwie auch beim Wetter sind, hätte ich mal wieder eine Bauernregel zu bieten. Die kommt fast einem Arbeitsauftrag an den Heiligen Timotheus, einst Bischof von Ephesus und Begleiter des Apostel Paulus, gleich. Für den 26. Januar heißt es: „Timotheus bricht das Eis; hat es keins, so macht er eins.“  Es soll heute mit +1 Grad Tageshöchsttemperatur zwar der kälteste Tag der Woche werden, aber Timotheus, auch Schutzpatron der Magenleidenden, sollte schon mal die Eismaschine anwerfen


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Was das BÜCHER-HEIMAT-Team liest…

Herzliche Einladung an unsere Kundinnen und Kunden: Wer ein in der BÜCHER-HEIMAT erworbenes Buch besprechen möchte, kann seinen Text per Mail an web@die-buecherheimat.de senden oder ihn in der BÜCHER-HEIMAT abgeben. Schön wäre es, wenn ein Porträtfoto dazu eingereicht werden könnte.


Sauber! Kostenloser Lieferservice!

Innerhalb Bad Harzburgs bietet die BÜCHER-HEIMAT einen kostenlosen Lieferservice. Per Fahrrad oder per E-Auto kommt der Lesespaß zu Ihnen/euch. In jedem Fall 100 % Service bei 0 Emissionen. Obwohl wir uns natürlich noch mehr freuen, wenn Sie/ihr uns in der BÜCHER-HEIMAT besucht.




Das Herbert-Ahrens-Fotoarchiv der Bad Harzburg-Stiftung, das ein halbes Jahrhundert Bad Harzburger Stadtgeschichte (1945 – 1996) dokumentiert, ist im Haus der BÜCHER-HEIMAT untergebracht. Das digitale Archiv steht Tag und Nacht zur Verfügung, die analogen Fotoschätze können dienstags von 10 bis 11.30 Uhr in der Herzog-Wilhelm-Straße 64c (Eingang hinter dem Haus bei den Garagen) bestaunt werden. Wie zum Beispiel dieses Foto aus dem Jahr 1962, das einen Blick ins „Ex am Juliushall“ gewährt – für viele Bad Harzburger mit unzähligen Disco-Erinnerungen verknüpft.

Ehe-Zoff und Futter für Nervenstarke

Haggis Burns-Supper

Ehe-Zoff und Futter für Nervenstarke

Eine Warnung vorab: Diese Zeilen zum 25. Januar 2022 können schwer im Magen liegen. Aber dazu später mehr. Denn heute hat eine Schriftstellerin Geburtstag, deren Namen mancher nur mit dem Filmklassiker mit Elizabeth Taylor und Richard Burton verbindet: „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“

Vor 140 Jahren, am 25. Januar 1882, wurde diese Virginia Woolf geboren und avancierte zu einer der bekanntesten britische Schriftstellerinnen. Sie geriet dennoch in Vergessenheit, bis in den 1970ern ihr „A Room of One’s Own“ (Ein Zimmer für sich allein) zu einem der meistzitierten Texte der Frauenbewegung wurde. Mit ihrem avantgardistischen Werk zählt Virginia Woolf neben Gertrude Stein zu den bedeutendsten Autorinnen der klassischen Moderne. Nachzuvollziehen bei der Lektüre ihrer „Meistererzählungen“1.

Doch hätte der Bühnenautor Edward Albee auf der Toilette einer New Yorker Bar nicht die Graffiti studiert, die Schriftstellerin wäre vielleicht in der Vergessenheit geblieben. So aber sah Albee den Satz “Who’s Afraid of Virginia Woolf?”1. Der Intellektuellen-Scherz war eine Verballhornung des Kinderlieds „Who’s afraid of the big bad Wolf“. Heraus kam ein großartiges Bühnendrama. Und über die Verbindung zwischen dem Inhalt des Stückes, einer Ehezerfleischung par excellence, und dem Werk der Schriftstellerin können seither die Literaturexperten trefflich grübeln.

Ein Tipp für alle, die noch nach dem Menü für diesen Tag suchen. Das Rezept ist allerdings laut einem Koch ebenfalls „nichts für schwache Nerven!“: Es gibt Haggis, denn heute ist der Geburtstag des Dichters Robert Burns. Und da kann es – die Vienenburger mit ihrer schottischen Partnerstadt Forres wissen es – im Rahmen eines „Burns-Supper“ nur das schottische Nationalgericht geben.

Gefüllter Schafsmagen

Der Barde Burns (er schrieb auch das weltbekannte Lied „Auld Lang Syne“) liebte den mit Herz, Leber, Lunge und Nierenfett, Zwiebeln und Hafermehl gefüllten Schafsmagen, der mit „mashed neeps“ (Kartoffelbrei) und „tatties“ (Steckrübengemüse) serviert wird. Das Auge muss ja nicht immer mitessen. Wobei Haggis sehr viel besser schmeckt, als es aussieht und das Rezept klingt.

Pflichtvortrag zum Dinner ist das Burns-Gedicht „The Address to a Haggis“ (Youtube-Video 2:15 min). Und zu den Worten „cut you up wi’ ready slight“ („dich mit schlichter Gewandtheit aufschlitzen“) in der dritten Strophe wird der Magen aufgeschnitten, so dass die Innereien herausquellen und sich auf der Servierplatte verteilen. Wie gesagt: starke Nerven. Oder Whisky, der ebenso ein Muss ist. Und dazu passt dann unsere Buchempfehlung: „Mit Whisky trotzen wir dem Satan! Leben und Lieder des schottischen Barden Robert Burns.“1


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„The Address to a Haggis“ großartig deklamiert von Schauspieler Gareth Morrison. Absolut hörenswert, auch wenn die meisten Zuhörer kaum etwas verstehen werden.

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Herzhaft lachen: Bildung und Bier

Herzhaft lachen: Bildung und Bier

Herzhaft lachen: Bildung und Bier

Wir starten an diesem Montag, 24. Januar, in die vierte Woche des Jahres 2022. Es sind nur noch 67 Tage bis zum Start der Bücher-Heimat. Zunächst aber lohnt sich heute ein Blick in den Kalender der kuriosen Feiertage. Der hat einiges zu bieten.

Fangen wir mit dem Wichtigsten an: „Internationaler Tag der Bildung“ (UNESCO International Day of Education). Wobei der Tag in Deutschland zumindest doch nicht so wichtig ist, zumindest wenn man Wikipedia als Maßstab nimmt.

Bildung? Nicht existent

Das Ergebnis der Suche dort: „Der Artikel „Internationaler Tag der Bildung“ existiert in der deutschsprachigen Wikipedia nicht.“ Wenigstens existiert er ohne weitere Erläuterungen in der „Liste der Gedenk- und Aktionstage“. Gleich neben dem „Internationalen Tag der Jogginghose“.

Wer jetzt an die PISA-Studie und deren eher mittelprächtigen Ergebnisse in Deutschland denkt, hat an diesem Tag zwei Möglichkeiten. Er kann sich für den „Ehrentag der Bierdose“ oder aber für den „Welttag des herzhaften Lachens“ entscheiden. Nur der „Tag der Komplimente“ will so gar nicht passen…

Der „Ehrentag der Bierdose“ (Beer Can Appreciation Day) hat einen handfesten historischen Hintergrund.  Am 24. Januar 1935 kommt in den Vereinigten Staaten das erste Dosenbier, abgefüllt von der Brauerei Gottfried Krueger Brewery Company, in den Handel. In meiner Weltsicht weder ein Gewinn für die Umwelt noch für die gepflegte Trinkkultur. Um den Ehrentag aber richtig einordnen zu können, empfiehlt sich eventuell ein Blick in das Buch „Alles über Bier in Infografiken“.1

Darin werden die lebenswichtigen Fragen dieser Welt beantwortet: Welche Zusatzstoffe dürfen neben Wasser, Hopfen, Gerste und Malz enthalten sein? Wie viele lebenswichtige Vitamine stecken im Bier? Und die Antworten gibt es (vielleicht wegen des in Wikipedia untergegangenen Bildungstages) in Infografiken. Womit der sprichwörtliche Vorteil der Lesefähigen aufgehoben wäre.

Bliebe also noch der „Welttag des herzhaften Lachens“ (Global Belly Laugh Day). Da gibt es auf der offiziellen Website wenigstens klare Anweisungen, wie er zu begehen ist: Heute um 13:24 Uhr lokaler Zeit soll man die Arme in die Luft werfen und herzhaft oder auch schallend lachen. Manchmal sind die „Aktionstage“ wirklich zum Heulen.

Andererseits haben wir in Deutschland ja einen Prominenten, der wie kein zweiter für Humor wie auch für Medizin steht: Eckart von Hirschhausen hat eigentlich für alle Wechselfälle des Lebens das passende Buch parat. „Glück kommt selten allein“1 dämpft vielleicht etwas die Erwartungen an den „Welttag des herzhaften Lachens“. Dafür aber deutet der Titel eines anderen Bestsellers wichtige Erkenntnisse für den „Ehrentag der Bierdose“ an: „Die Leber wächst mit ihren Aufgaben“.1

Na dann: Prost!


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Nach der Pandemie um halb sieben

Nach der Pandemie um halb sieben

Nach der Pandemie um halb sieben…!

„Nach dem Krieg um halb sechs…“ Nach zwei Jahren Pandemie gehen einem die Gefühlswelten des braven Soldaten Schwejk auf, der den Krieg ad absurdum führt. So schafft er es, den Ersten Weltkrieg zu überleben. Und er kann seine Zusage einhalten, sich „nach dem Krieg um halb sechs“ mit seinen Freunden im Wirtshaus „Zum Kelch“ in Prag wieder zu treffen. Also dann: Nach der Pandemie um halb sieben…!

Wie ich an diesem Sonntag, 23. Januar 2022 ausgerechnet auf Schwejk komme? Nun, abgesehen davon, dass ich des Hašek-Romans und die Verfilmung mit Heinz Rühmann sehr mag, fand ich „Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“1 im Kalenderblatt für diesen Tag: Heute vor 94 Jahren (1928) erlebte das Publikum der Piscator-Bühne in Berlin die Uraufführung des antimilitaristischen Schelmenromans. Wobei Buch und Film(e) sehr unterschiedlich bewertet wurden. Die Kinoadaption rettet laut Kritik allein „Heinz Rühmann in einer Glanzrolle“ (Foto oben: Universum).

Der Roman gehört eindeutig zur (wie auch immer definierten) Weltliteratur. Eine der besten Definitionen und ein daraus entstandener großartiger Kanon ist „Die ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher“. Zu haben ist die 1980 erschienene Buchausgabe der Essays im Suhrkamp Verlag, herausgegeben von Fritz J. Raddatz, leider wohl nur noch antiquarisch. Aber die Bücher-Heimat wird sicher gern bei der Suche behilflich sein. Ansonsten: Wem die Liste allein reicht, der wirft einen Blick in Wikipedia.

Der Blick auf die Zeit-Liste kann einen aber auch unter Druck setzen. Zumindest, wenn man den Ehrgeiz hegt, die literarische Hundertschaft komplett durchzulesen. Im Grunde gehöre ich auch zu diesen Ehrgeizlingen, muss mir aber eingestehen, dass ich den hehren Plan nicht werde in die Tat umsetzen können. Da gibt es einige Werke wie „Ulysses“ von James Joyce, an denen bin ich mit mehreren Anläufen schlicht gescheitert. Und selbst ohne diese Brocken habe ich noch gut zu lesen.

Nicht in den Kanon geschafft hat es Sir Derek Walcott. Immerhin ist der Mann von der Karibikinsel St. Lucia Literatur-Nobelpreisträger des Jahres 1992 – womit er für die Zeit-Auswahl etwas zu spät kam. Der Lyriker steht nach einem „Erstkontakt“ aber auf meiner privaten Liste. „White Egrets“ („Weiße Reiher“)1 heißt der Gedichtband, der Walcott mit dem T. S. Eliot Prize die höchste Auszeichnung für Lyriker in Großbritannien bescherte. Seine Gedichte, so die Kritik, sind „ein Lobgesang auf Schönheit, Liebe, Kunst und – vielleicht am überraschendsten – das Altwerden“.

Vielleicht ist es gerade dieser letzte Aspekt, der mich als Jungrentner so anspricht…


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