Mein Sonntag, 27. Februar, ist nach dem Stöbern durch die Kalenderblätter verplant: Erst Spaziergang (nach Wetterlage) und dann ein gemütlicher Fernsehnachmittag auf der Couch mit einem wahrhaft „golden Oldie“. Die Streaming-Anbieter machen es möglich.
Die Filmauswahl fällt mir häufig schwer, bei Horrorstreifen siegt die Angst, oft sind mir schon „normale“ Action-Filme viel zu blutrünstig. Was bleibt sind beispielsweise romantische Komödien wie „Es geschah in einer Nacht“ von Starregisseur Frank Capra.
Ich räume ein, dass ich den Film bislang nicht kannte. Dürfte an meiner in diesem Fall „späten Geburt“ (1957) liegen, denn der Film wurde bereits 1934 gedreht. Und er setzte neue Maßstäbe: „Es geschah in einer Nacht“ war 1935 der erste Film, der Oscars in den fünf wichtigsten Kategorien gewann. Die „Big Five“ einer Oscar-Nacht sind Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller und Beste Hauptdarstellerin, Bestes Drehbuch. Das Drehbuch entstand auf der Grundlage der Kurzgeschichte „Night Bus“ von Samuel Hopkins Adams, von dem und über den es nach meinen Recherchen nur englischsprachige Bücher gibt. Seit „Es geschah in einer Nacht“ haben nur noch „Einer flog über das Kuckucksnest“ (1975) und „Das Schweigen der Lämmer“ (1991) derart abgeräumt.
Zwei amüsante und in der Filmwelt legendäre Randnotizen. Claudette Colbert ergatterte die Hauptrolle nur, weil die damaligen Topstars wie Margaret Sullavan, Constance Bennett, Miriam Hopkins und Carole Lombard ablehnten. Und auch Claudette Colbert nahm die Rolle nur an, weil sie das Doppelte ihrer üblichen Gage bei Paramount und eine Drehzeit von maximal vier Wochen zusicherte. Bei der Besetzung der männlichen Hauptrolle soll es sich gar um eine Strafe wegen aufsässigen Verhaltens gehandelt haben: Clark Gable soll von MGM-Boss Louis B. Mayer persönlich dazu gezwungen worden sein, die Rolle anzunehmen.
Womit Clark Gable sicher nicht gerechnet hatte: Mit einer Szene wurde er nach Angaben des Looney-Tunes-Cartoonisten Friz Freleng zum Vorbild für die Zeichentrickfigur Bugs Bunny, der Hase mümmelte seine Karotten fortan wie Clark Gable in dem Film, den der „Film-Kurier“ einen „Triumph amerikanischer Lustspieltechnik“ nannte.
Etwas weniger Spaß macht mir derweil ein Sport-Geburtstag, denn als Fan der Fohlen von Borussia Mönchengladbach mache ich gerade eine schwere Zeit durch. Doch obwohl es mir im tiefsten Innern meines Fußball-Fanherzens zuwider ist, komme ich an diesem Fakt heute nicht vorbei: Am 27. Februar 1900 sprangen nach einem Streit mit der Vereinsführung des MTV München elf Fußballspieler ab und gründen den FC Bayern München. Geburtsstunde des erfolgreichsten deutschen und eines der international bekanntesten Fußballvereine. Eine Erfolgsstory mit so vielen Kapiteln passt natürlich nicht in ein Buch allein, darum gibt es „Die Bayern-Chronik: Zwei Bände im Schuber“.
Eine gemeinnützige Mitmach-Buchhandlung, die eine Angebotslücke stopft und zu einer attraktiven Innenstadt beitragen soll, lädt im Internet auf der Website der BÜCHER-HEIMAT zum Online-Einkauf ein. Ein Widerspruch? Keineswegs. Wenn schon online shoppen, dann doch bitte in Bad Harzburg!
Das Rad der Zeit ist schwerlich zurückzudrehen. Im Vergleich zu 2019, so die Illustrierte „Stern“ im November 2021 unter Berufung auf „statista“, sind die Umsätze des Internethandels um 19 Prozent gestiegen, während der „stationäre Sortimentsbuchhandel“ im gleichen Zeitraum rund 9 Prozent verlor. Und während der Umsatz der Buchverlage steigt und steigt (Lesen macht nämlich vielen Spaß), summieren sich die Umsatzrückgänge des Handels vor Ort in zehn Jahren auf gut 21 Prozent.
Die gute Nachricht ist in aber den unschön anmutenden Zahlen versteckt: Noch immer werden 42 Prozent der Buchkäufe über die Buchhandlungen abgewickelt – und genau dies verdankten sie vor allem in den Corona-Jahren dem extrem wachsenden Online-Geschäft. Die Zuwachsrate bei den buchhändlerischen Webshops lag laut „Börsenblatt“ mit 27,2 Prozent viermal so hoch wie beim vermeintlichen Giganten „Amazon“ mit 7,2 Prozent. Und bald gehört auch die BÜCHER-HEIMAT dazu!
Seien wir ehrlich: Wer stöbert nicht gern abends vom heimischen Sofa aus im Internet nach dem nächsten guten Buch? Auch dabei kann und will die BÜCHER-HEIMAT zukünftig helfen. Vor allem mit Lesetipps von Bad Harzburger*innen für Bad Harzburger*innen. Eine Buchempfehlung gewinnt an Wert, wenn man weiß, wer den Tipp gegeben hat und die Rezensenten kennt. Der Name unseres Online-Shop-Partners genialokal ist dabei Programm für die BÜCHER-HEIMAT: Online shoppen – aber in Bad Harzburg! Wir freuen uns darauf, wenn Sie Ihr nächstes auf die-buecherheimat.de online bestelltes Buch bei uns abholen oder wir es Ihnen liefern dürfen. Wir sehen uns in der BÜCHER-HEIMAT!
“When I wake up / In the morning light / I pull on my jeans / And I feel all right“ – Na, hat das an diesem Samstag, 26. Februar, schon wieder für einen Ohrwurm gereicht? Heute sind Jeans Pflicht (auch wenn ich konstatieren muss, dass ich darin einstmals besser ausgesehen haben mag…).
Die Pflicht zum Jeans-Tragen und mindestens einmaligen Hören/Singen/Summen von David Dundas Hit „Jeans on“ (1976) resultiert aus einem US-amerikanischen Aktionstag, der aber ohne Frage weltweite Bedeutung hat: Mit dem „Levi Strauss Day“ wird ein Mann geehrt, dessen Bedeutung für die moderne Beinkleidung nicht hoch genug einzuschätzen ist. Levi Strauss, geboren am 26. Februar 1829 in Buttenheim im Landkreis Bamberg, ist der Erfinder der Jeans.
Da es nichts gibt, was es nicht gibt, gibt es auch „Jeans-Statistiken“ („Jeans in Zahlen“). Demnach werden weltweit jährlich 1,8 Milliarden Jeans verkauft, pro Sekunde etwa 60 Hosen. Und jeder Deutsche besitzt durchschnittlich 7 Jeans. Und dann noch (k)eine Überraschung: „Frauen sind kauffreudiger“. Im Deutschland-Vergleich liegen NRW und Niedersachsen vorn. Gut 8 Paar Jeans besitzen die Bewohner der beiden Bundesländer im Schnitt. Bevorzugt wird die klassische blaue Jeans mit schlichter Passform. Und die wiegt 666 Gramm.
Genug des unnützen Wissens, mit dem man im Small Talk gebildet scheinen möchte/kann. Eine scharfe Zugabe haben wir in dieser Rubrik aber doch noch: Heute ist auch der „World Sword Swallower‘s Day“ („Welttag der Schwertschlucker“). Den rief 2008 der „Berufsverband“, die Sword Swallowers Association International (SSAI), ins Leben. Die SSAI sorgt damit für das Weiterbestehen einer sehr alten Tradition, denn mit der Kunst des Schwertschluckens begeisterten Könner bereits im antiken Griechenland und Rom, noch früher vermutlich sogar im südlichen Indien. Trotzdem beschränkt sich mein Kontakt zu „Sword Swallower“ schon in der Kindheit auf ein herrliches Astrid-Lindgren-Buch „Rasmus, Pontus und der Schwertschlucker“.
Heute fällt die Profession unter „Kleinkunst spektakulär: Nagelbrett – Schwertschlucken – Glaslaufen – Feuerlaufen“. In der öffentlichen Wahrnehmung haben die Schwertschlucker jedoch mit einem Problem zu kämpfen: Schwertschlucken halten viele für einen Zaubertrick. Dabei, darauf legt die SSAI Wert, ist es eine Fähigkeit, die ein scharfes Trainingspensum erfordert. Die eigentliche Kunst besteht vorrangig darin, Brechreiz und Schluckreflex zu unterdrücken. Ansonsten kann die Klinge, die nach SSAI-Vorgaben rund 41 Zentimeter lang sein muss, schwere innere Verletzungen verursachen. Was erklären könnte, warum die Sword Swallowers Association International weltweit insgesamt nur gut 100 aktive Schwertschlucker listet.
Schluck!
Zum Start in den Tag nun doch noch ein O-Ton, Youtube 2:44 min. Und eine Warnung für Prüde: Der „Musikladen“ im Öffentlich-Rechtlinien war vor 50 Jahren revolutionär und geizt nicht mit bloßer Haut…:
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Walpurgis ist heute gesetzt! Habe ich jetzt mit Blick auf den Kalender am Freitag, 25. Februar 2022, alle verblüfft? Tatsächlich ist heute vor rund 1310 Jahren (~710) St. Walburga geboren worden. Die spätere Äbtissin von Heidenheim ist Namensgeberin der größten Harzer Fete.
Die gute Frau wirft einige Fragen auf. Das beginnt beim Namen. Walburga, Walburg, Waltpurde, Walpurgis, Walpurga, Valborg, Vaubourg, Falbourg und Gauburge listet Wikipedia auf. Wer mehr wissen will, liest: „Die Christianisierung der heidnischen Bräuche und Gottheiten: Die germanischen Ursprünge der deutschen Kirchenheiligen und Heiligenfeste von Walburg, Verena und Gertrud“. Selbst dann dürfte es mit Walburgas Gedenktag auch nicht wirklich einfacher werden.
Der 25. Februar ist ein „nicht gebotener Gedenktag“ für deutsche, katholische Sprachgebiete. In Eichstätt wird der „Übertragung der Gebeine“ der Heiligen am letzten Sonntag im April und am 25. Oktober gedacht. In Münster steht die „Ankunft der Gebeine“ am 4. August im Fokus. Im Mittelalter war der Tag ihrer Heiligsprechung der Gedenktag, weswegen die Nacht zum 1. Mai Walpurgisnacht genannt wurde. Hexen und Teufel machten sich auf Harzer Höhen erst viel später breit und scheren sich bis heute bei ihren Partys erkennbar wenig um die heilige Namensgeberin der Nacht.
Die gute St. Walburga hat sich quasi nebenbei auch noch einen Namen als Lostag in den Bauernkalendern gemacht. Und dabei ist sie mir, der ich sehnsüchtig auf Frühling und Sommer warte, durchaus sympathisch. „Walburgaschnee tut immer weh“ würde ich unterschreiben. „Wenn sich Sankt Walburgis zeigt, der Birkensaft nach oben steigt“, deutet erste zarte Frühlingsgefühle an. Und bei der schönen Bauernregel „Sankt Burgel geht dem Winter an die Gurgel“ wäre ich sofort als Komplize dabei. So gesehen würde dann auch der Hinweis auf einen Roman von Helmut Exner passen: „Walpurgismord – Ein leicht schräger Krimi aus dem idyllischen Harz“.
Nach so viel Walpurgis noch ein Blick auf die sonstigen Ereignisse, die der 25. Februar der Welt bescherte – und schon bin ich urlaubsreif. Was vor allem daran liegt, dass am 25. Februar 1953 in Frankreich der Film „Les Vacances de Monsieur Hulot“ von Jacques Tati Premiere hat. Zum (Mit-)Lachen, (Mit-)Leiden und „Fremdschämen“ hier einige der schönsten Szenen, die zudem ganz nebenbei dokumentieren, woher Loriot die Idee für seinen fast ein Vierteljahrhundert später entstandenen Sketch „Das Bild hängt schief“ hatte… (Youtube 3:09 min).
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Heute ist Donnerstag, 24. Februar 2022. Und bevor weitere Fragen kommen: Ja, heute bin ich rund eine Stunde nicht ansprechbar, weil ich in der „Zeit“ das knifflige Kreuzworträtsel „Um die Ecke gedacht“ löse. Als leidenschaftlicher Frühaufsteher muss ich in unserem Haushalt dabei aber ohnehin keine Störungen befürchten, kann dafür später aber umso mehr mit den ausgefüllten Kästchen prahlen.
Wenn um Melvilles „Moby Dick“ oder Vernes „Nautilus“ gigantische Wellen peitschen, gebe ich mich auf dem Lesesofa gern einem wohligen Schauder hin. Mit einer nicht-seefesten Frau gesegnet, hinter deren Seekrankheit ich mein eigenes Unbehagen in Dingen der Luft- und Seefahrt verbergen kann, werde ich solchen Naturgewalten kaum einmal ausgesetzt sein. Umso mehr faszinieren mich Meldungen über „Monsterwellen“, wie sie dieser Tage auch durch wissenschaftliche Fachblätter gingen und Buchautoren beschäftigen: „Monsterwellen – Wenn Schiffe spurlos verschwinden“.
Die kanadische Firma MarineLabs hat jetzt eine Monsterwelle (auch Freakwelle, Riesenwelle, Rogue Wave oder Kaventsmann genannt) mit einer Messboje dokumentieren können. Bereits am 17. November 2020 erfasste die Freakwelle von 17,6 / 19,5 Metern Höhe (gemessen gegenüber dem vorhergehenden / nachfolgenden Wellental) die Boje. Die zu Neujahr 1995 in Norwegen gemessene „Draupner-Welle“ war mit 25,6 Metern zwar höher, aber nicht bei ruhigem Seegang gemessen worden. Die MarineLabs-Welle gilt nun als extremste je gemessene Monsterwelle. Benannt ist sie nach dem Ort Ucluelet an der Westküste Vancouver Islands, vor dessen Küste im Bereich der Amphitrite-Bank (48,9° N, 125,6° W) sie sich auftürmte.
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Die wissenschaftliche Video-Darstellung der Ucluelet-Welle ist allerdings eher ernüchternd, hat weder etwas von Freakwelle noch von Kaventsmann (Youtube 0:59 min). Wobei ich endlich entdeckt habe, warum ich unbewusst den Begriff Kaventsmann so mag – er bezeichnet nur in der Seemannssprache eine große Welle, ansonsten – abgeleitet vom Lateinischen cavēre = sich in Acht nehmen) – umgangssprachlich einen „beleibten Mann“. Also: schön vorsichtig mit mir… Und wer mehr über „alltags- und umgangssprachliche, mundartliche, ausgefallene, fast vergessene Begriffe“ wissen will, könnte zu „Das Lexikon“ greifen.
Zur Lektüre empfehle ich heute aus gegebenem Anlass einen schönen Cocktail. Heute können wir stilvoll den „Welttag der Barkeeper“ begehen. Warum der am 24. Februar gefeiert wird? Keine Ahnung. Aber all jene, die heute vielleicht keine Lust auf Cocktails haben, können sich die Ehrentage spezieller Drinks im Kalender anstreichen: Am 1. Januar der „National Bloody Mary Day”, am 18. Februar der „Tag des Weintrinkens“ (National Drink Wine Day), am 5. März den „Tag des Absinths“ (National Absinthe Day), am 19. Juni den National Martini Day, am 19. Juli den National Daiquiri Day, am 24. Juli den “Tequila Day“, am 4. Oktober den „National Vodka Day“ und am 20. Dezember den „National Sangria Day“ (den man nicht aus Eimern trinken muss…).
Na dann: Prost! Cheers! Saúde! Zlvjeli! Skal! Proost! Salud! Santé! Salute! Na Zdrowje! Noroc! Oder mein Lieblingswort aus Finnland, das Prost meint und so schön auch als Aufforderung zum schnelleren Trinken verstanden werden kann: Kippis!
„Die Technik entwickelt sich immer mehr vom Primitiven über das Komplizierte zum Einfachen.“ Sagte Antoine de Saint-Exupéry („Der kleine Prinz“). Mein Problem an diesem Mittwoch, 23. Februar 2022: Aus dem Primitiven hoffentlich heraus, stecken wir mit der Website im Komplizierten fest. Nicht allein der Teufel steckt im Detail, auch jede Menge Bugs (Programmfehler) – wobei in diesem Fall das Problem wohl 80 Zentimeter vorm Bildschirm sitzt…
Aber es gibt ja auch noch schöne Dinge beim Blick in die Kalenderblätter zu entdecken. Den „Schlüssel zu einer untergegangenen Kultur im Herzen Europas“ wollten Raubgräber heute vor 20 Jahren verscherbeln. Der Polizei in Basel gelingt es jedoch, die aus der Bronzezeit stammende „Himmelsscheibe von Nebra“ sicherzustellen. Der „archäologische Sensationsfund zeigt die Bronzezeit in neuem Licht“, heißt auch ein Untertitel des Buches „Die Himmelsscheibe von Nebra“. Das Artefakt aus Bronze und Gold, das 1999 auf der Spitze des Mittelbergs bei Nebra (südöstlich von Nordhausen und Kyffhäuser) gefunden wurde, ist die älteste Darstellung des Himmels. Der Archäologe Harald Meller geht der spannenden Frage nach, wer die Menschen waren, die die Scheibe vor 3600 Jahren erschaffen haben.
„Die Dreigroschenoper“, „Mutter Courage und ihre Kinder“ und „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ werden weltweit aufgeführt. Ihnen verdankt der deutsche Dramatiker Bertolt Brecht den Ruf als Begründer des „dialektischen Theaters“. Weltruhm schützt allerdings noch lange nicht davor, verfemt zu sein. Zehn Jahre lang, von 1953 bis 1963, folgten die etablierten Wiener Theater dem „Brecht-Boykott“, angeführt von den Publizisten Hans Weigel und Friedrich Torberg sowie Burgtheaterdirektor Ernst Haeussermann. Beendet wurde der Boykott am 23. Februar 1963 am Wiener Volkstheater mit „Mutter Courage und ihre Kinder“, obwohl dem Theater für die Absage sogar Geld geboten worden war. Die „Blockadebrecher“-Premiere ging mit großem Ensemble über die Bühne, darunter Dorothea Neff, Fritz Muliar und Ulrich Wildgruber. Pikant am Rande: Auf der Bühne stand auch Paola Löw, die spätere Lebensgefährtin Torbergs.
„Quo vadis?“ ist laut Internet-Lexika ein „bildungssprachlicher Begriff“, der die Frage „Wohin wird das führen?“ umschreibt. Vom Thema Bildung war zumindest die Verfilmung von Henryk Sienkiewicz‘ großem Roman meilenweit entfernt. Nachdem der Monumental-Streifen mit Robert Taylor und Deborah Kerr am 23. Februar 1951 seine Premiere erlebt hatte, hagelte es laut Wikipedia Verrisse. „Bunter amerikanischer Monumentalfilm. […] Sensationsunterhaltung großen Stils, teilweise auf Kosten des guten Geschmacks.“ Oder auch: „Aus dem Drama der Christenverfolgung wurde eine Kolossal-Show. Die darstellerischen Leistungen gehen im Löwengebrüll und Fanfarengeschmetter unter.“ Doch da gibt es noch einen Pluspunkt, dem ich voll und ganz zustimmen würde: Der Film sei „nur noch wegen einer exquisiten Darstellung des verweichlichten Nero durch Peter Ustinov erinnernswert“. Großartiger Beginn einer zu Recht großartigen Weltkarriere.
Nach dem 2.2.22 steht schon wieder ein „Schnapszahl-Tag“ an, nun das etwas noch hippere Hochzeitsdatum 22.2.22. Wer mehr zu Schnapszahlen wissen will, kann gern den Blog vom 2.2.22 nochmal lesen. Außerdem haben wir hoffentlich unsere Abonnenten gestern nicht zu sehr genervt. WordPress und Jetpack wollten nicht so, wie wir wollten… Wir hegen aber die Hoffnung, dass jetzt bald alles wieder „normal“ läuft, auch wenn derzeit zusätzlich zum Blog auch die neuen Bad Harzbuger Lesetipps per Mail angekündigt werden.
Ansonsten wäre heute Gelegenheit, alle Leser*innen ungefragt mit lustigen Katzenbildchen zu überschwemmen. Worauf ich selbstverständlich verzichte. Aber als Katzenfan komme ich nicht ganz an Neko no hi (auch: Neko-no-kinenbi), dem Katzentag in Japan vorbei. Und der steht traditionell an diesem 22. Februar an. Das geistige Zentrum der japanischen Katzenverehrung ist laut der Internet-Plattform „Kuriose Feiertage“ das Gebiet der heutigen Präfektur Miyagi mit zehn Shintō-Schreinen, die den Nekogami geweiht sind, zahlreichen Katzen gewidmete Steinstelen (Sekihi) und 51 bekannten Grabstätten für Felis catus, die Hauskatze. Das passende Buch ist schnell gefunden: „Eine Geburtstagstorte für die Katze. (Pettersson und Findus)“
Geburtstag würden heute auch Robert und Olave Baden-Powell feiern. Und zu Ehren der beiden Gründer der internationalen Pfadfinder-Bewegung feiern Girl- und Boy-Scouts auf der ganzen Welt am 22. Februar als World Thinking Day (Welttag der Pfadfinder) mit. Seinen Ursprung hat der Thinking Day bereits 1926. Heute sind nach einer Umfrage der Klimawandel und die Sorge um die Umwelt die beherrschenden Themen der jungen Mitglieder der Pfadfinderbewegung. Folgerichtig heißt das Motto des Thinking Day 2022 „Unsere Welt, unsere Zukunft“. Wer mehr wissen will wird hier fündig: „100 Jahre Pfadfinder: Die offizielle Geschichte der weltweiten Bewegung“.
Falls irgendwer gerade noch überlegt, was es zu Mittag geben soll: Wir haben heute den „Tag der Weißwurst“. Am angeblichen historischen Ereignis am 22. Februar 1857 sind allerdings große Zweifel angebracht. Die Legende ist aber zumindest schön gestrickt: Einem gewissen Sepp Moser sollen heute vor 165 Jahren in der Münchener Bierwirtschaft „Zum Ewigen Licht“ die Schafsdärme für seine Bratwürste ausgegangen sein. Er füllte das Brät in Schweinsdärme, die er zum Kochen in heißes Wasser legte. Das Provisorium soll sowohl Mosers Stammgästen als auch den Honoratioren gemundet haben – und daher soll der 22. Februar die Geburtsstunde des „Mythos Weißwurst“ sein.
Wir starten in die neue Woche. Von diesem Montag, 21. Februar, aus gesehen sind es nur noch 39 Tage, bis die BÜCHER-HEIMAT ihre Pforten öffnet. Zum Start ein wichtiger Hinweis für alle Abonnenten von BÜCHER-HEIMAT-Newsletter und -Blog: Wir hatten beim Umzug auf die neue Website ein paar Probleme, eventuell ist bei allen Abonnenten eine Mail angekommen, dann müsste das Abo erneut bestätigt werden. Sorry!
Heute ist übrigens der „Internationale Tag der Muttersprache“ (UNESCO International Mother Language Day). Seit 2000 steht der Aktionstag immer am 21. Februar an. Ziel ist es, auf das langsame Schwinden der weltweit rund 6000 Sprachen aufmerksam zu machen.
Als Muttersprache, so wissen die Lexika, bezeichnet man die „in der frühen Kindheit ohne formalen Unterricht erlernte Sprache. Diese sogenannte Erst- oder Primärsprache ist dabei sowohl hinsichtlich ihrer grammatikalischen Struktur als auch den einzelnen Lautgestalten so fest verankert, dass der jeweilige Sprecher sie im Laufe des Heranwachsens nahezu unbewusst (perfekt) beherrscht“. Zumindest hinter das „perfekt“ hätte ich ein Fragezeichen gesetzt (und mich dabei nicht ausgenommen). Als Lektüre empfiehlt sich für diesen Tag dann vielleicht „Deutsch für Dichter und Denker: Unsere Muttersprache in neuem Licht“. Laut Verlag handelt es sich um „eine unterhaltsame, aber tiefschürfende Sprach- und Stillehre für Schriftsteller, Autoren und alle, die nicht blindlings Stilregeln folgen wollen, ohne ihren Sinn zu verstehen“… Wohlan denn!
An zwei Geburtstagen komme ich heute auch nicht vorbei. Zum einen wird die Wochenzeitung „Die Zeit“ heute 76 Jahre alt. Bei mir steht sie hoch im Kurs, Journalismus vom Feinsten. Keine Frage, dass die „Zeit“ zu den „deutschsprachigen Leitmedien“ gehört. Beim Kampf um meine Lesergunst liefert sie sich seit Jahrzehnten einen spannenden Kampf mit dem „Spiegel“ (und selbstverständlich mit der Goslarschen Zeitung, aber die steht ohnehin über den Dingen). Ein ganz wesentlicher Pluspunkt für die Zeit hat an jedem Donnerstag einen festen Platz in meinem Terminkalender: Das knifflige Kreuzworträtsel „Um die Ecke gedacht“ – es empfiehlt sich absolut, mich während der Rätselphase nicht anzusprechen…
Der zweite Geburtstag entführt mich weit zurück in meine Kindheit. Heute vor 60 Jahren (1962) sendete der Bayerische Rundfunk mit „Spuk in der Werkstatt“ die erste Folge der Hörspielreihe „Meister Eder und sein Pumuckl“. Die nervige Pumuckl-Stimme von Hans Clarin habe ich geliebt. Und auch die Bücher von Ellis Kaut gelesen. Dabei handelte es sich allerdings um die „Bücher zur Hörspielserie“, denn das erste gedruckte Pumuckl-Werk erschien erst 1965. Als der kleine Kobold 1982 auch noch als Fernsehserie später im Kino an den Start ging, war ich aus dem Pumuckl-Alter (leider) rausgewachsen.
Zumindest einen kleinen Hinweis auf die weitere Wetterlage hätte ich nach den heftigen Stürmen an diesem Sonntag, 20. Februar, aus den Bauernregeln erwartet. Aber: Fehlanzeige! Kein Eintrag.
Dafür wird es morgen und übermorgen umso spannender. Da haben sich gleich zwei Heilige (St. Felix und Petrus) zusammengetan, um einen längerfristigen Wetterhinweis zu geben: „Felix und Petrus zeigen an, was wir vierzig Tag für Wetter ha’n.“ Damit sind wir Ende März und ganz dicht hoffentlich vor dem Frühling und sicher vor der Eröffnung der „Bücher-Heimat“. Dort können wir uns dann mit den „444 besten Bauernregeln“ den Wetterdurchblick verschaffen. Wobei ich angesichts des Titels noch rätsele, ob es dabei um die zutreffendsten Regeln oder eine Art Wetter-Wünsch-Dir-Was geht.
Ansonsten begehen die US-Amerikaner heute den „Clean Out Your Bookcase Day”. Was die Auflistungen kurioser Feiertage im Internet nicht ganz zutreffend mit „Putze-Dein-Bücherregal-Tag“ übersetzen. Gemeint ist vorrangig nicht das Staubwedeln (was den Büchern aber auch gut tut), sondern das Aussortieren und Platz schaffen für neue Bücher. Ein ebenso schwieriger (Trennungsschmerz) wie großartiger (Neuerwerb) Rat. Und die entstandenen Lücken können vom 2. April an in der „Bücher-Heimat“ aufgefüllt werden.
Wir im Harz haben zwar keinen eigenen Dichterfürsten zu bieten, aber immerhin eine dichtende Gräfin. Eleonore zu Stolberg-Wernigerode, geboren am 20. Februar 1835, wurde durch Heirat Prinzessin Reuß zu Köstritz und avancierte zu einer namhaften (Kirchen-)Liederdichterin. In der Deutschen Biographie heißt es: „In einzelnen Liedern gelang ihr Zeitlos-Gültiges; so lebt ihr Name vor allem fort in dem Choral ,Das Jahr geht still zu Ende‘, den die erst 22jährige auf den Tod der Freundin Marie von Nathusius schrieb.“ Die Buchempfehlung an dieser Stelle ist eher eine Verlegenheitslösung. Ich habe schlicht keine Bücher der Gräfin im Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) gefunden. Also kommt das Buch der Bücher zum Zug, in der Bibel (Psalm 126,5-6) kann man nachlesen, welche Passage die Gräfin zu ihrem bekanntesten Werk inspiriert hat.
„Pubblico è mobile“ möchte man mit einer Anleihe bei Verdis Rigoletto über „launisches Publikum“ summen, wenn man über die Uraufführung von Rossinis „Der Barbier von Sevilla“ heute vor 2016 liest. Die Oper nach dem Schauspiel „Le Barbier de Seville“ von Beaumarchais fiel beim Publikum krachend durch. Mittlerweile hat sie ihren Platz unter den meistaufgeführten Opern der Welt sicher.
Nun sind Opern generell (selbst wenn sie auf Deutsch gesungen werden) häufig erst nach Klärung des meist verzwickten Inhalts zu genießen. Und selbst dann bedarf es angesichts mehrstündiger Aufführungen noch eines funktionierenden Kurzzeitgedächtnisses. So ist es grundsätzlich zu empfehlen, einen Opernführer zur Hand zu haben. Wer sich da nicht durch monströse Wälzer quälen möchte, dem sein Loriots „Kleiner Opernführer“ empfohlen. Laut Diogenes-Verlag mit „56 Opern von Wagner, Mozart, Puccini, Verdi, Händel, Rossini u.v.a.m. – fast vollständig erzählt von Loriot“.