Harzer Party und vielfältige Heilige

Harzer Party und vielfältige Heilige

Walpurgis ist heute gesetzt! Habe ich jetzt mit Blick auf den Kalender am Freitag, 25. Februar 2022, alle verblüfft?  Tatsächlich ist heute vor rund 1310 Jahren (~710) St. Walburga geboren worden. Die spätere Äbtissin von Heidenheim ist Namensgeberin der größten Harzer Fete.

Die gute Frau wirft einige Fragen auf. Das beginnt beim Namen. Walburga, Walburg, Waltpurde, Walpurgis, Walpurga, Valborg, Vaubourg, Falbourg und Gauburge listet Wikipedia auf. Wer mehr wissen will, liest: „Die Christianisierung der heidnischen Bräuche und Gottheiten: Die germanischen Ursprünge der deutschen Kirchenheiligen und Heiligenfeste von Walburg, Verena und Gertrud“. Selbst dann dürfte es mit Walburgas Gedenktag auch nicht wirklich einfacher werden.

Der 25. Februar ist ein „nicht gebotener Gedenktag“ für deutsche, katholische Sprachgebiete. In Eichstätt wird der „Übertragung der Gebeine“ der Heiligen am letzten Sonntag im April und am 25. Oktober gedacht. In Münster steht die „Ankunft der Gebeine“ am 4. August im Fokus. Im Mittelalter war der Tag ihrer Heiligsprechung der Gedenktag, weswegen die Nacht zum 1. Mai Walpurgisnacht genannt wurde. Hexen und Teufel machten sich auf Harzer Höhen erst viel später breit und scheren sich bis heute bei ihren Partys erkennbar wenig um die heilige Namensgeberin der Nacht.

Die gute St. Walburga hat sich quasi nebenbei auch noch einen Namen als Lostag in den Bauernkalendern gemacht. Und dabei ist sie mir, der ich sehnsüchtig auf Frühling und Sommer warte, durchaus sympathisch. „Walburgaschnee tut immer weh“ würde ich unterschreiben. „Wenn sich Sankt Walburgis zeigt, der Birkensaft nach oben steigt“, deutet erste zarte Frühlingsgefühle an. Und bei der schönen Bauernregel „Sankt Burgel geht dem Winter an die Gurgel“ wäre ich sofort als Komplize dabei. So gesehen würde dann auch der Hinweis auf einen Roman von Helmut Exner passen: „Walpurgismord – Ein leicht schräger Krimi aus dem idyllischen Harz“.

Nach so viel Walpurgis noch ein Blick auf die sonstigen Ereignisse, die der 25. Februar der Welt bescherte – und schon bin ich urlaubsreif. Was vor allem daran liegt, dass am 25. Februar 1953 in Frankreich der Film „Les Vacances de Monsieur Hulot“ von Jacques Tati Premiere hat. Zum (Mit-)Lachen, (Mit-)Leiden und „Fremdschämen“ hier einige der schönsten Szenen, die zudem ganz nebenbei dokumentieren, woher Loriot die Idee für seinen fast ein Vierteljahrhundert später entstandenen Sketch „Das Bild hängt schief“ hatte… (Youtube 3:09 min).


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