Eisheilige und politische Eiszeit

Eisheilige und politische Eiszeit

Eisheilige und politische Eiszeit

Wir starten an diesem Montag, 9. Mai, in die zweite Maiwoche und treffen auf die Eisheiligen. Doch auf das Wetter ist ja einfach kein Verlass mehr. Wie scheinbar auf die ganze Weltordnung.

Wie es derzeit aussieht, treffen wir Mamertus (11. Mai), Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und Sophia (15. Mai) eher gemütlich in der Eisdiele als bei strengen Nachtfrösten im dicken Winterrock bibbernd. Knapp an die 20 Grad sollen es durch die Bank in dieser Woche werden. Wenn die Eisheiligen tatsächlich die letzten Frosttage eines Jahres ankündigen, haben wir es nun geschafft.

„Zieh euch warm an, es wird heiß“, mit diesem Buchtitel hat TV-Meteorologe Sven Plöger allerdings nicht das Ausbleiben der Eisheiligen allein im Blick. Ihm geht es um die Klimakrise. Lesenswert! Ebenso wie das Buch „Wo unser Wetter entsteht“. Klare Erklärungen von oft unbegreiflich scheinenden Kapriolen, die auch Nicht-Wetterfrösche faszinieren können.

Es ist schwierig, an einem Tag wie diesem im Plauderton zu bleiben. Weit mehr als das Wetter dürften die meisten Menschen heute Moskau und den russischen Herrscher Putin sorgenvoll im Blick haben. Seit Wochen wird in den Medien darüber spekuliert, was der heute in Russland und einigen GUS-Staaten zu feiernde „Tag des Sieges“ (über die deutschen Nationalsozialisten) der Welt und vor allem der unter der Kriegsgeißel leidenden Ukraine bringen wird.

Es erscheint fast als bitterer Treppenwitz der Weltgeschichte, dass ebenfalls am heutigen Montag der „Europatag“ begangenen wird. Erinnert wird damit an die Pariser Rede von Frankreichs Außenminister Robert Schuman am 9. Mai 1950, in der er eine Produktionsgemeinschaft für Kohle und Stahl anregte. Die Montanunion bildete später den Grundstein der heutigen Europäischen Union. Und auch wenn viele lieber an der EU rumkritteln, ich halte Europa weiter für ein großartiges Zukunftsmodell.

Ich glaube, zum Feiern wird heute niemandem so wirklich zumute sein. Aus den unterschiedlichsten Gründen. Und zumindest in der Europäischen Union dominiert der Wunsch nach der Rückkehr des so lange stabilen Friedens alle Gedanken.

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Mach mal Pause, trink…

Mach mal Pause, trink…

Mach mal Pause, trink…

Sonntag, 8. Mai. Muttertag. Buchtechnisch sind wir darauf ja gestern bereits eingegangen. Heute vielleicht ein Ausflugstipp für alle, die gern wandern und Harzer Folklore mögen: Um 11.00 Uhr beginnt das Maisingen des Harzklubs am Molkenhaus.

In Erinnerung an den 8. Mai 1886 sollten wir jetzt einem weltberühmten Werbeslogan folgen, Pause machen und Coke trinken. Heute vor 136 Jahren verkaufte in Atlanta der Drogist John Pemberton erstmals ein Getränk gegen Kopfschmerzen und Müdigkeit. Geburtsstunde einer der berühmtesten Marken und erfolgreichsten Unternehmen auf diesem Globus: Coca-Cola.

Pemberton’s French Wine Coca wurde mit Wein, Kolanüssen, Damiana und einem Extrakt der Cocapflanze gebraut. Wegen der Prohibition blieb der Wein weg – voilà, die Coke war da. Das Glas kostete 5 Cent. Heute macht der Konzern Milliardenumsätze und gehört zu den „Global Playern“, die der WDR im „Marken-Check“ (eBook) unter die Lupe nahm: Ikea, Aldi, Apple, ADAC, McDonald’s, Ferrero, Media Markt, dm, Lidl, adidas, Aral, Rewe/Edeka, TUI, H & M.

Wer trotz aller oft berechtigter Kritik nicht verzichten mag, kann zu einem anderen Buch greifen. Dabei geht es nicht um die Frage, welcher Wein zum Essen passt, sondern welches Rezept am besten mit Coca-Cola harmoniert. Für Gourmets wohl eher keine „Sein-oder-nicht-sein-Frage“.

An großen Fußball-Ereignissen haben die Kalenderblätter wahrlich keinen Mangel. Am „Magdeburger Wunder in Rotterdam“ führt allein schon aus regionaler Nähe aber kein Weg vorbei. Am 8. Mai 1974 eroberte der 1. FC Magdeburg als einzige Fußball-Mannschaft der DDR einen Titel im Europapokal: In Rotterdam gewann der FCM durch ein 2:0 gegen den AC Mailand den Europapokal der Pokalsieger. Aktuell kann man den Magdeburgern zur Meisterschaft in der 3. Liga und zum Aufstieg gratulieren – hoffentlich trotz der Meppen-Pleite Seite an Seite mit der Braunschweiger Eintracht

Noch eine im wahrsten Sinn des Wortes Höchstleistung: Am 8. Mai 1978 kraxelten Reinhold Messner und Peter Habeler erstmals ohne zusätzlichen Sauerstoff auf den Mount Everest. Was mich allerdings viel mehr fasziniert: Wann hat Messner eigentlich die unzähligen Bücher geschrieben? Gefühlt sind es mehr als alle seine Gipfel zusammen. 125 Fundstellen zu „Messner, Reinhold“ bietet der Online-Shop der BÜCHER-HEIMAT.

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Morde zum Muttertag

Morde zum Muttertag

Morde zum Muttertag

Einmal werden wir noch wach, heißa, dann ist Muttertag. Diese Erkenntnis mag an diesem Samstag, 7. Mai 2022, den einen erfreuen, den anderen in Panik versetzen. Mal wieder nichts besorgt? Guter Tipp: Bis 13.00 Uhr hat die BÜCHER-HEIMAT noch geöffnet.  Und gute Bücher sind immer gut.

Wir wollen dabei nicht verschweigen, dass Buchgeschenke im Grunde zwei Tücken aufweisen. Man(n) und Kind sollte in jedem Fall die Interessen- und Stimmungslage der Mutter (Frau) einschätzen können. Wenn es dann noch ein Überraschungsgeschenk werden soll, sind allzu plumpe Recherchefragen wie „Kennst Du den neuen Roman von Elizabeth George?“ („Was im Verborgenen ruht“) entweder zu vermeiden oder aber mit ausreichend (verschleierndem) zeitlichem Abstand zu stellen.

Die zweite Tücke: Wenn man den Roman vorher nicht selbst gelesen hat, muss man sich auf externe Kritik-Quellen verlassen. Der Buchtitel allein kann gewaltig in die Irre führen. Als blutrünstiges Beispiel könnte ein Werk von Krimi-Bestsellerautorin Nele Neuhaus dienen. Wer das Werk „Muttertag“ erwirbt, erhält statt großer und liebevoller Gefühle reichlich grausiges Gruseln. Aber spannend soll es sein – auch für Mütter.

Eher die Zielgruppe Kinder haben unzählige andere Bücher rund um den Muttertag im Blick. Die Legionen an Bastelbüchern wie „Das habe ich für Dich gemacht“ dürften den Erwartungsdruck, den ich mir als Kind einst deutlich mehr selber machte, allerdings noch erhöhen. Meine Basteleien sahen jedenfalls nie so aus wie auf den Vorlagen. Meine Mutter hat sich dennoch gefreut. Sagte sie jedenfalls immer.

Etwas ratlos haben mich nach meinen Muttertags-Buchstöbereien die vielen Notiz- oder Tagebücher wie „Alles Liebe zum Muttertag“ zurückgelassen. Da stellt sich doch zwangsläufig die Frage, was dort notiert werden soll. Wenn ein Tagebuch geführt werden muss, um sich an die schönen Momente zu erinnern, fangen für mich die Zweifel an.

Allen Tücken weitestgehend aus dem Weg gehen kann man beim Buchkauf natürlich mit einem Blick auf die Bestsellerlisten. Und die bieten in dieser Woche sowohl bei den gebundenen wie bei den Taschenbüchern gleich zwei neue Nummer 1. Gisa Pauly entführt ihre Leser wieder nach Sylt. „Schwarze Schafe“ tummeln sich in ihrem neuen Krimi aus der Mamma-Carlotta-Reihe, der in der Bestsellerliste Taschenbuch Belletristik den ersten Platz erreicht.

Ebenfalls eine Fortsetzung ist auf Platz 1 der Bestsellerliste Hardcover Belletristik zu finden. Volker Klüpfel und Michael Kobr liefern den 12. Fall ihres Kommissars Kluftinger. „Affenhitze“ heißt der Krimi um einen toten Professor und eine etwas seltsame Tagesmutter.

Ich muss allerdings zugeben, dass wie bei Nele Neuhaus Morde zum Muttertag vielleicht doch nicht so passend sind. Aber es ist ja bald auch Vatertag. Und auch dafür gibt es Krimis. Info an alle Herren der Schöpfung, die das Event schon aufgeregt planen: Bier und Buch fangen beide mit B an und müssen sich ja nicht ausschließen…

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Passwort(tag) verpasst

Passwort(tag) verpasst

Passwort(tag) verpasst

Jetzt habe ich gestern am „Welttag des Passworts“ so lange über meine Methoden gegrübelt, dass ich auf diesen ohne Frage wichtigen Aktionstag mit Verspätung erst heute am Freitag, 6. Mai, eingehe…

Alle Jahre wieder gehört die Pressemitteilung „Die beliebtesten deutschen Passwörter“ aus dem Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam zu meiner Lieblingslektüre. Obwohl sie im Grunde (erschreckend) wenig Neues zu bieten hat. Während der Diebstahl digitaler Identitäten immer weiter zunimmt, sind viele Deutsche im Internet weiter erstaunlich sorglos.

Die „Top Ten deutscher Passwörter 2021“ spricht eine deutliche Sprache: Auf Rang 1 steht die nur für Narren „sichere“ Kombination „123456“, gefolgt vom Passwort „passwort“. Und von der faulen Variante des Spitzenreiters „12345“. „hallo“ und „schatz“ sind auch weit vorn dabei. Dabei können moderne Passwortmanager schnell Abhilfe schaffen. Passwortbücher“ sind da eher zweite Wahl.

Das Hasso-Plattner-Institut warnt seit vielen Jahren vor den Risiken schwacher und unsicherer Passwörter. Seit 2014 bietet es mit dem Identity Leak Checker zudem einen kostenlosen Online-Service, mit dem jeder einfach überprüfen kann, ob seine persönlichen Daten in Verbindung mit der E-Mail-Adresse im Internet kursieren.

Ein Muss für unser „bebüchertes Kalenderblatt“ ist heute die Würdigung einer Harzerin, die Bahnbrechendes vollbrachte: Am 6. Mai 1754 bestand Dorothea Christiane Erxleben, die ihr Studium auf Grund einer Sondergenehmigung von Friedrich dem Großen absolvieren konnte, ihre Doktorprüfung an der Universität Halle mit großem Erfolg und wird damit zur ersten promovierten Ärztin in Deutschland. Die Namensgebung „Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben“ in Quedlinburg ist nur eine von vielen verdienten Ehrungen, die die Harzerin erhielt.

Auf den heute anstehenden Internationalen Anti-Diät-Tag gehe ich aus gewichtigen persönlichen Gründen nicht ein. Wobei ich selbstverständlich auch für „die Würdigung der Vielfalt von natürlichen Größen- und Gewichtsunterschieden“ (und mir der komplexeren Bedeutung des Tages bewusst) bin.

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Ein besonders dufter Tag

Ein besonders dufter Tag

Ein besonders dufter Tag

Dieser Donnerstag, 5. Mai, sollte rückblickend ein besonders „dufter“ Tag werden: Heute vor 101 Jahren präsentierte die berühmte Modeschöpferin Coco Chanel am 5. Tag des 5. Monats die weltbekannte und legendäre Parfümmarke Chanel Nº 5.

Im Gegensatz zu damals gängigen Parfüms besteht Chanel No. 5 nicht aus dem Duft einer einzelnen Blume, sondern ist als eines der ersten synthetisch hergestellten Parfüms aus ursprünglich 31 Parfüm-Rohstoffen komponiert. „Chanel Nº 5“ gilt als erfolgreichster Damenduft aller Zeiten und ist bis heute durchweg und weltweit in den Top 10 der meistverkauften Parfüms vertreten. Das Unternehmen schätzt, dass weltweit alle 30 Sekunden ein Flakon des „Jahrhundertparfüms“ verkauft wird.

Seit 1991 wird jeweils am 5. Mai der „Internationale Hebammentag“ in mittlerweile mehr als 50 Ländern begangen, um die Arbeit der Hebammen zu ehren und auf die Bedeutung der Hebammen für die Gesellschaft hinzuweisen. Die Hebammen selbst nutzen den Tag vielfach, um auf die schwierige berufliche Situation vor allem freiberuflicher Hebammen aufmerksam zu machen.

Was im Grunde nicht erforderlich sein sollte, denn die allermeisten Menschen zumindest in Europa werden Hebammen einiges zu verdanken haben. Die Erinnerungen an den eigenen Start ins Leben sind dabei ja eher rudimentär. Aber alle, die selbst Kinder haben, werden wissen, wie wichtig die Arbeit der Hebammen ist.

Eine kostenträchtige Schallmauer wurde am 5. Mai 2004 im Auktionshaus „Sotheby’s“ durchbrochen: Pablo Picassos 1905 entstandenes Bild „Junge mit Pfeife“ knackte die 100-Millionen-Dollar-Grenze und wechselte für 104,2 Millionen US-Dollar den Besitzer.

Der „Junge mit Pfeife“ gehört damit zu den teuersten Gemälden der Welt, belegt aktuell Platz 14. Seither aber kennt der Kunstmarkt kein Halten mehr. Die Nummer 1 unter den teuersten Gemälden der Welt ist derzeit Leonardo da Vincis „Salvator Mundi“, das der russische Oligarch Dmitri Jewgenjewitsch Rybolowlew im Jahr 2017 an den saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman verkaufte. Im Auktionshaus „Christie‘s“ fiel der Hammer bei schwindelerregenden 450,3 Millionen US-Dollar.

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Sternenkrieger und echte Helden

feuerwehreinsatz
feuerwehreinsatz

Sternenkrieger und echte Helden

Heute ist Mittwoch, 4. Mai 2022 – womit die Erkenntnis reift, dass in vier Tagen Muttertag ist. Ein Geschenk muss her. Wobei meine Söhne im Doppelstress sind, denn ihre Mutter hat im Mai auch noch Geburtstag. Bücher sind allerdings immer ein guter Tipp…

Schauen wir uns die amerikanische Schreibweise des heutigen Datums an, reift eine weitere Erkenntnis: „May the 4th (fourth/force) be with you“ – es ist Internationaler Star-Wars-Tag! Also schnell den Millenium Falcon gefaltet, die Lichtschwerter geladen und dem Wookiee vielleicht ein galaktisches Jäckchen stricken.

Vermutlich entstand der Star Wars Day aus dem Luke Skywalker Day.  Der war 2008 die Idee einer Facebook-Gruppe, die dafür den 4. Mai und den Satz „May the fourth be with you“ nutzte, um den Helden der Ur-Trilogie zu würdigen.

Der erste offizielle Star Wars Day ging am 4. Mai 2011 über die Bühne. Den enormen Erfolg der Idee registrierten auch Lucasfilm und Disney, witterten Dollars und nutzen seit 2013 den 4. Mai als integralen Teil der Marketingstrategie rund um eines der größten Film-Franchise der Welt.

Aber kommen wir lieber zu sehr realen Helden: Der 4. Mai ist seit 1999 auch der „Internationalen Tag der Feuerwehrleute“ (International Firefighters‘ Day – IFFD).  Ein tragisches Unglück, bei dem fünf „Firefighter“ in Australien ums Leben kamen, löste eine Kampagne aus, die in den Internationalen Tag der Feuerwehrleute mündete. Dessen Ziel: Ehrung und Anerkennung der verstorbenen Feuerwehrmänner und -frauen sowie für den Einsatz der Feuerwehren allgemein und Unterstützung der Hinterbliebenen. Zudem soll auf die Notwendigkeit guter Ausrüstung, Trainings- und Ausbildungsmöglichkeiten hingewiesen werden.

Warum der Internationalen Tag der Feuerwehrleute am 4. Mai begangen wird, ist leicht zu erklären: Es ist der Namenstag des Heiligen Florian von Lorch (4. Mai 304). Und Florian war Offizier der römischen Armee und Oberbefehlshaber einer Einheit zur Feuerbekämpfung, weshalb er vor allem in Europa als Schutzpatron aller Feuerwehrleute gilt.

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Die Sonne und die Pressefreiheit

spam-mails
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Die Sonne und die Pressefreiheit

An diesem Dienstag, 3. Mai, können wir nur hoffen, dass „nomen est omen“ gilt: Der 3. Mai ist seit 1978 der „Internationale Tag der Sonne“ („International Sun Day“, auch „World Sun Day“). Ein sonniger Tag ist natürlich etwas Feines, aber ebenso natürlich geht es beim Internationalen Tag der Sonne“ um weit mehr.  Der Aktionstag betont vor allem mit Blick auf die Klimakrise und die Bedeutung der Solarenergie die ökonomischen und ökologischen Aspekte der Sonne. Gegen schönes Wanderwetter hätte ich heute und morgen trotzdem nichts einzuwenden.

Sehr viel einzuwenden habe ich gegen Spam-Mails. Ärgerliche Zeitfresser, denn trotz aller Spamfilter ist morgendliches Aufräumen in der Mailbox fast Pflicht. Wem es ähnlich geht und wer jemanden sucht, dem er die Schuld dafür geben kann, bitte sehr:  Der DEC-Mitarbeiter Gary Thuerk ging am 3. Mai 1978 mit dem Versenden von 400 Werbemitteilungen als erster Spammer in die Computer-Geschichte ein.

Der Begriff Spam-E-Mail setzte sich allerdings erst 1993 durch. Und mittlerweile hat sich daraus sogar schon eine „Kunstform“ entwickelt. „Spam Poetry“ verdichtet die Mailinhalte laut Werbetext „zu poetischen Destillaten. (…)  Entlarvend, ehrlich und absurd.“

Statt der Werbetrommel rührte Günter Grass „Die Blechtrommel“ und schuf mit dem Roman auch die Vorlage für die nicht minder erfolgreiche Verfilmung durch Regisseur Volker Schlöndorff. Der teuerste deutsche Spielfilm der 1970er Jahre mit David Bennent als Oskar Matzerath wurde mit Preisen überschüttet. Es ist der erste deutsche Film, der als Bester fremdsprachiger Film mit einem Oscar ausgezeichnet wurde und konnte auch die „Goldene Palme“ in Cannes gewinnen. „Eine opulente Bestseller-Verfilmung voller sinnlicher Kraft“, schwärmte die Kritik.

Ein Thema, an dem ich als Journalist nicht vorbeikomme und kommen will: Heute ist der von den Vereinten Nationen ausgerufene Internationale Tag der Pressefreiheit (World Press Freedom Day). Seit 1994 wird an diesem Tag auf Verletzungen der Pressefreiheit sowie auf freie, pluralistische und unabhängige Medien als entscheidendes Merkmal demokratischer Gesellschaften hingewiesen.

Was in den Redaktionen immer schwerer umzusetzen ist. während Kollegen von Zeitungs-, Funk- und Fernsehredaktionen als „Lügenpresse“ beschimpft und attackiert werden, machen sich Hetzer und Verschwörungstheoretiker in den „sozialen“ Medien die Welt, „widdewidde wie sie uns gefällt ….“

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Gemütererregungskünstler

Gemütererregungskünstler

Gemütererregungskünstler

Neuer Monat, neue Woche. Willkommen am Montag, 2. Mai. Vor uns soll eine sonnenreiche Woche liegen. Allerdings mit zu wenig Regen für die Harzer Wälder und Felder.

In einem „bebücherten Kalenderblatt“ muss heute eines Mannes gedacht werden, dessen 250. Geburtstag ansteht: Georg Philipp Friedrich von Hardenberg. Falls es bei diesem Namen nicht sofort klickt, können wir das mit seinem Pseudonym sicher ändern: Novalis. „Poesie = Gemüterregungskunst“, formulierte der Schriftsteller der Frühromantik, der besonders auch für seine Gedichte berühmt wurde. Und als Philosoph. Auch wenn er da bisweilen auf scheinbar seit Urzeiten ausgetretenen Pfaden wandelte: „Der Mann ist lyrisch, die Frau episch, die Ehe dramatisch.

Zu den „Gemütererregungskünstlern“, in deren Leben ein 2. Mai eine entscheidende Rolle spielt, gehört auch Karl May. Allerdings war es bei ihm nur bedingt ein Grund zum Feiern, er wurde am 2. Mai 1874 aus dem Zuchthaus entlassen und stand vor dem Nichts. Die unfassbare Kraft seiner Fantasie aber ließ ihn zu einem der meistgelesenen Schriftsteller deutscher Sprache und laut UNESCO einem der am häufigsten übersetzten deutschen Schriftsteller werden.

Seine „Gesammelten Werke“ liegen als eBook vor. Im durchschnittlichen bundesdeutschen Bücherregal hätten die mehr als 300 Titel auch kaum Platz. Karl May war einer der produktivsten Autoren von Abenteuerromanen und erreichte eine weltweite Auflage seiner Werke von mehr als 200 Millionen Exemplaren. Sein „Winnetou“ prägte wie bei so vielen Menschen meine Kindheit. Auch wenn ich bei unseren Cowboy-und-Indianer-Spielen eher (wie Karl May selbst) zu Old Shatterhand tendierte.

Viele Werke Karl Mays wurden wie die legendären „Winnetou-Filme“ der 1960er Jahre verfilmt, für die Bühne adaptiert, zu Hörspielen verarbeitet, als Comics umgesetzt und (letztlich höchstes Lob) ebenso oft parodiert. May Leben skizziert in Wikipedia der Literaturwissenschaftler Helmut Schmiedt in einem spannenden Satz: „Bei Lichte betrachtet, erschreibt und inszeniert sich hier ein Mensch, der aus jämmerlichen Verhältnissen stammt und dem im Leben zunächst vieles danebengegangen ist, eine Traumexistenz, mit der alles zum Besseren hin korrigiert wird.

„Mit Leib und Seele“, so der Untertitel eines Standardwerkes über einen der berühmtesten Märkte der Welt, sollte man den „Viktualienmarkt“ in München unbedingt erleben und genießen. Dessen große Geschichte begann heute vor 215 Jahren, als der Marienplatz als Standort des Münchner Stadtmarktes zu klein geworden war. König Max I. Joseph verfügte, einen Teil des Marktes in das Gebiet zwischen Heilig-Geist-Kirche und Frauenstraße zu verlegen. Der Viktualienmarkt war geboren.

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Heute gibt’s zu lachen

tag des lachens
tag des lachens

Heute gibt’s zu lachen

Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus… Dass der 1. Mai als „Tag der Arbeit“ ausgerechnet auf einen Sonntag fällt, werden Arbeitnehmer wenig erbaut zu Kenntnis nehmen. Aber die Diskussion um „Nachholtermine“ läuft ja schon. Probleme gibt’s…

Mai. Das klingt richtig nach Frühling. An ein blaues Band, das durch die Lüfte flattert. Dabei allerdings spielt die Wettervorhersage nicht mit, sie sieht den Start in den Monat eher grau in grau. Macht aber nichts, denn heute sollten wir alle gut lachen haben.

Es ist Weltlachtag (World Laughter Day). Der wird seit einem Happy-Demic im Jahr 2000 in Kopenhagen, an dem mehr als 10.000 Menschen mitlachten, immer im ersten Sonntag im Mai begangen. So gesehen ist der Sonn- und Feiertag doch ein Grund zum Lachen.

Die Ursprungsidee geht auf die (nicht unumstrittene) Yoga-Lachbewegung des indischen Arztes Dr. Madan Kataria zurück. Weltweit ist die Yoga-Lachbewegung in mehr als 6.000 „Lachclubs“ organisiert. Das erklärte Ziel des Weltlachtags: „Lachend ein globales Bewusstsein der Freundschaft zu schaffen und damit ein Zeichen für den Weltfrieden zu setzen.“ Wenn das funktionieren würde…

Ansonsten zielt das Lach-Yoga oder Hasya-Yoga darauf ab, durch Körper- und Atemübungen ein Lachen zu erzeugen, das den Menschen fröhlich machen und darüber wiederum die Gesundheit allgemein fördern soll. „Lachen ist gesund“, wusste schon meine Oma. Allerdings behauptete sie auch, Dreck reinige den Magen.

Ich greife eher zu einem fröhlichen und wenn möglich gleichzeitig klugen Buch, um herzhaft zu lachen. Zu meinen Favoriten zählen dabei so unterschiedliche Protagonisten wie Heinz Erhardt und Christian Morgenstern (wobei letzterer viel mehr zu bieten hat als die komische Lyrik, für die er so bekannt ist).

Morgenstern wusste: „Lachen und Lächeln sind Tor und Pforte durch die viel Gutes in den Menschen hineinhuschen kann.“ Und er gehört zu den genialen Toröffnern („Es war einmal ein Lattenzaun, mit Zwischenraum, hindurchzuschaun.“) und setzte nicht wenige geflügelte Worte in die Welt: „Und er kommt zu dem Ergebnis: / Nur ein Traum war das Erlebnis. / Weil, so schließt er messerscharf, /
nicht sein kann, was nicht sein darf.

Auch zum Thema Mai hat Morgenstern großartige Zeilen parat, die wiederum nicht mit dem aktuellen Wetterbericht korrespondieren. Aber sie stammen aus der Sammlung „Ein Sommer“. Und das lässt hoffen:

So mag sich wieder blinde Nacht
zum reinsten Morgen klären,
sich Lebensglück aus Lebensmacht
in neuem Glanz gebären.

Der Nebel flieht, als ob er Ried
und Wald auf ewig flöhe,
und meine Seele ist das Lied
der Lerchen in der Höhe.

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Walpurgis und der letzte Trabi

Walpurgis und der letzte Trabi
Herr Urian sitzt oben drauf – Walpurgisszene des Sagenschreins in der Harzsagenhalle auf dem Bad Harzburger Burgberg. Foto: Seltmann

Walpurgis und der letzte Trabi

Womit soll man an diesem Samstag, 30. April, in ein „bebüchertes Kalenderblatt“ einsteigen, wenn nicht mit Goethes „Faust“ und der Walpurgisnacht: „Die Hexen zu dem Brocken ziehn, die Stoppel ist gelb, die Saat ist grün. Dort sammelt sich der große Hauf, Herr Urian sitzt oben drauf. So geht es über Stock und Stein. Es farzt die Hexe, es stinkt der Bock.“ Der Frage, wie sehr der Bock stinkt, kann man heute im ganzen Harz auf unzähligen Walpurgisfeiern nachspüren.

Ein wichtiges Datum ist der 30. April aber auch für den „Börsenverein des Deutschen Buchhandels“. Genauer gesagt am 30. April 1825 erstmal für den „Interessenverband Börsenverein der Deutschen Buchhändler“, der in Leipzig gegründet wird. Nach der Wiedervereinigung wurde der da schon 165 Jahre alte Leipziger Urverein am 1. Januar 1991 an den damals 35-jährigen Frankfurter „Börsenverein des Deutschen Buchhandels“ angeschlossen.

„Gut abgehangen“ könnte man flapsig konstatieren: Am 30. April 1959 wird drei Jahre nach Bertolt Brechts Tod dessen bereits 1930 fertiggestelltes episches Theaterstück „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg in der Bühnenversion uraufgeführt.

Fast ähnlich lang sollen ja auch die Lieferzeiten für den Trabant in der DDR gewesen sein. Der Gedankensprung liegt heute nahe, denn am 30. April 1991 wurde nach rund 33 Jahren und mehr als 3 Millionen Trabis das Sachsenring-Trabant-Werk in Zwickau geschlossen.

Eine treue Fangemeinde hält ihrer „Rennpappe“ weiter die Fahne. Und ebenso hartnäckig halten sich die Trabiwitze. Beispiel gefällig: „Trabibesitzer zum Ersatzteilverkäufer: ,Ich hätte gerne ein paar Scheibenwischer für meinen Trabi.‘ Darauf der Verkäufer: ,OK, fairer Tausch.‘“ Mit Blick auf den Trabi-Tachometer, aber auch auf die langen Lieferzeiten, hätten wir dann den noch: „Womit kann man die Beschleunigung eines Trabis messen?    Mit einem Kalender…“

Wir wünschen heute eine fröhliche Walpurgisfeier. Und wer auf farzende Hexen und stinkende Böcke keine Lust hat, kann es sich ja im Lesesessel bequem machen. Beispielsweise mit einem Harz-Krimi. Wie wär’s mit dem „Harz-Krimi-Almanach – Walpurgisnacht“…

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