Das berühmteste Geburtstagständchen

Das berühmteste Geburtstagständchen

“A kiss is just a kiss. A sigh is just a sigh“. Warum ich ausgerechnet an diesem Donnerstag, 19. Mai 2022, auf die Textzeile aus dem Lied „As Time Goes By“ komme? Nein, es hat nichts mit dem herrlichen Film „Casablanca“ zu tun. Wohl aber mit dem berühmtesten Geburtstagsständchen der Welt, das rückwirkend betrachtet für die Sängerin wohl auch ein schwermütiger Seufzer und für den Besungenen eher „A kiss is just a kiss“ war.

Die Rede ist von Marilyn Monroes letztem öffentlichen Auftritt am 19. Mai 1962: Auf einer Geburtstagsgala für den US-Präsidenten John F. Kennedy im Madison Square Garden in New York sang die Schauspielerin ein lasziv hingehauchtes „Happy Birthday, Mr. President“. Was die Gerüchte um eine Affäre zwischen JFK und dem Hollywood-Sexsymbol weiter beförderte. Geklärt wurde dies nie, denn knapp drei Monate später, am 4. August 1962, starb Marilyn Monroe.

Was blieb, so makaber dies anmutet, ist das Kleid, dass die Schauspielerin sich für den Auftritt hatte schneidern lassen.  Das hautfarbene, transparent wirkende Kleid, mit 2500 Strass-Kristallen besetzt, hatte der Designer Jean Louis entworfen. Das Kleid kostete seinerzeit 1440,33 Dollar. 1999 wurde es für 1.260.000 Dollar versteigert.

Und erwies sich damit für den Käufer noch als perfekte Wertanlage, denn 2016 fiel der Hammer bei einer erneuten Versteigerung in Los Angeles erst bei sagenhaften 4.800.000 Dollar. Damit wurde es zum teuersten Kleid aller Zeiten. Abgelöst hat das Glitzergewand übrigens das weiße Kleid, das Marilyn Monroe in dem Film „Das verflixte 7. Jahr“ trug. Der Luftschacht. Mehr muss man(n) vermutlich nicht sagen. Außer vielleicht: „Zur Hölle mit der Mode“.

Wenn wir schon bei Geburtstagen sind, wollen wir zwei Künstlern gratulieren, die zu Lebzeiten Kunst und Kultur (und die Dessertkarte) nachhaltig beeinflussten. Heute vor 94 Jahren wurde Regisseur und Theaterintendant Peter Zadek geboren. Er schrieb Theatergeschichte insbesondere mit seinen unkonventionellen Inszenierungen der Werke von Shakespeare.

Wer schon einmal „Pfirsich Melba“ oder „Toast Melba“ gegessen hat, hat dies hoffentlich genossen und war sich vielleicht nicht bewusst, dass der Genuss zugleich eine Verbeugung vor einer der größten Opernsängerinnen aller Zeiten war. Nellie Melba wurde 1861 als Helen Mitchell geboren und ging offiziell später als Dame Helen Porter Armstrong GBE durchs Leben. Ihr Künstlername spielt auf ihre Geburtsstadt Melbourne an.

Die Sopranistin gilt als erste Primadonna der Welt. Nach einer Premiere der Oper „Lohengrin“ im Jahre 1892 kreierte der nicht minder berühmte Küchenchef im Savoy Hotel in London, Auguste Escoffier, ein besonderes Dessert: Ein enthäuteter Pfirsich, zwei Kugeln Vanilleeis, überzogen mit einem Himbeerschleier sollten den Schwan aus dem 1. Akt darstellen. „Pêche Melba“ (Pfirsich Melba) war geboren.

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Neue Leiden und großer Grusel

Neue Leiden und großer Grusel

Dieses Jubiläum muss ich feiern: Heute, am Mittwoch, 18. Mai 2022, ist es exakt ein halbes Jahrhundert her, dass eines meiner absoluten Lieblingsbücher erstmals als Bühnenstück aufgeführt wurde: „Die neuen Leiden des jungen W.“.

Ulrich Plenzdorfs Roman um den DDR-Jugendlichen Edgar Wibeau wurde als Theaterstück am 18. Mai 1972 in Halle (Saale) uraufgeführt. Zumindest in meiner Schulzeit hat mich kein Roman mehr bewegt als das so grandios mit Goethes „Die Leiden des jungen Werther“, Salingers „Der Fänger im Roggen“ und Daniel Defoes „Robinson Crusoe“ jonglierende Werk Plenzdorfs.

Vermutlich auch, weil ich gerade in einer dieser jugendlichen Phasen gewesen sein dürfte, in denen man durchaus auch damit kokettiert, als „gebrochener jugendlicher Held“ zu reüssieren. Dazu mein Vorname und schon passen die „Die neuen Leiden des jungen W.“ perfekt.

Auf stolze 125 Jahre bringt es mein Lieblings-Horrorroman. Am 18. Mai 1897 wurde der Vampirroman „Dracula“ des irischen Autors Bram Stoker in London veröffentlicht. Wobei ich ein sehr ambivalentes Verhältnis zu Gruselbüchern oder -filmen habe. Sie faszinieren mich, aber ich bin ein „Schisshase“.

Dies nahm bisweilen merkwürdige Ausformungen an. Als Teenager nutzte ich die freitägliche Abwesenheit der Eltern, um auf NDR „Monstren, Mumien, Mutationen“ zu sehen. Auf dem bequemen Vatersessel hockend, in eine Decke gewickelt, die Knie angezogen, darauf eines der Paradekissen, die Mutter mit präzisem Handkantenschlag in der Mitte eingeknickt hatte. Durch den so entstandenen Spalt konnte man sich gefahrloser gruseln. „Dracula“ hat ohne Frage eine Schmuckausgabe verdient.

Als „bebüchertes Kalenderblatt“ dürfen wir heute zudem noch einem Literatur-Nobelpreisträger zum Geburtstag gratulieren. Am 18. Mai 1872, heute vor 150 Jahren, wurde Bertrand Russell geboren. Der Brite beeindruckte als Philosoph, Mathematiker („Principia Mathematica“), Sozialkritiker sowie als Träger des Nobelpreises für Literatur.

Den erhielt er 1950 „als Anerkennung für seine vielseitige und bedeutungsvolle Verfasserschaft, worin er als Vorkämpfer der Humanität und Gedankenfreiheit hervortritt“. Bei meiner Mathe-Lebens- und Leidensgeschichte können mich die Principia Mathematica wenig reizen.  Anders sieht es mit einem anderen Russell-Werk aus. Zugegeben, ich habe es (noch) nicht gelesen, aber der Titel ist vielversprechend: „Eroberung des Glücks – Neue Wege zu einer besseren Lebensgestaltung“. Auf geht’s!

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Probleme am laufenden Höhenmeter

Probleme am laufenden Höhenmeter

An diesem Dienstag, 17. Mai, sind Gewitter angesagt. Was mir gar nicht so ungelegen kommt. Zum einen ist Regen ohne Frage gut für Wald, Feld und Garten. Zum anderen bietet er mir eine Ausrede, nach vier „Wandertagen“ mal eine Pause zu machen und meinen Muskelkater zu streicheln.

Weit weg bin ich geistig und körperlich von einem Marathon. Trotzdem: In der Bäcker-Müller-Kurve fasziniert mich jedes Mal das Transparent „Bad Harzburg Berg-Marathon“, zu dem am Pfingstsamstag, 4. Juni, eingeladen wird (Hier geht es zur Anmeldung).

Trotz meines jüngst gestarteten vorsichtigen Fitnessprogramms sind da gleich zwei Worte drin, die mir suspekt sind: Marathon und Berg. Im Internet wartet der Berg-Marathon zudem mit einem Slogan auf, der Jahr für Jahr Läuferscharen anlockt: „Hitze, Harz und Höhenmeter“. Na danke!

Aber vielleicht läuft ja Wigald Boning mit. Als Comedian ist er wohl nicht mehr so gefragt, wenn er in einem Jahr „52 mal 42 km“ absolvierte. Sein „abenteuerliches Marathon-Jahr“ und was er „dabei über Laufen, Leben und Luftküsse lernte“, kann man im Bestseller „Lauf, Wigald, lauf!“ nachlesen.

Ich gebe ja zu, dass aus mir sicher auch ein wenig Neid spricht. Grundsätzlich aber würde ich es lieber mit dem Motto eines anderen Buchtitels halten: „Das Limit bin nur ich“. Ich befürchte nur, dass Jonas Deichmann den Satz etwas anders interpretiert als ich, denn er hat als erster Mensch die Welt im Triathlon umrundeten. Wozu auch immer das gut sein mag.

Vielleicht brauche ich ja lediglich geistiges Rüstzeug. Da böte sich ein weiters Buch an: „Mentaltraining für Läufer – Weil Laufen auch Kopfsache ist“. Aber vermutlich würde das bei mir so enden wie mein gedanklicher Flirt mit dem Golf-Sport. Am Computer absolviere ich jeden PGA-Course deutlich unter Par. Die Konfrontation mit der Realität auf dem Golfplatz in Bad Harzburg war arg ernüchternd.

So, genug Sport. Ein „bebüchertes Kalenderblatt“ hat auch noch andere Themen. Zum Beispiel kann daran erinnert werden, dass am 17. Mai 1970, Thor Heyerdahl mit der Ra II von Marokko aus zum erneuten Versuch einer Ost-West-Überquerung des Atlantiks auf einem Papyrusboot startete. Diesmal erreichte der das Ziel auf Barbados. Obwohl Barbados meine Lieblingsinsel ist, blieb mir persönlich Heyerdahls Kon-Tiki-Abenteuer immer mehr in Erinnerung.

Dass jemand ein Buch veröffentlicht und damit den Termin für einen regionalen Feiertag setzt, dürfte auch nicht so oft vorkommen. Gelungen ist dies am 17. Mai 1863 der (mir völlig unbekannten) spanischen Lyrikerin Rosalía de Castro. Sie veröffentlicht die „Cantares gallegos“ (Galicische Gesänge), ihr erstes Werk in Galicischer Sprache. Der Tag ist bis heute Feiertag in der autonomen Region Galicien.

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Ruuuudi und Ressentiments

Ruuuudi und Ressentiments

Die nächste Woche. Selbst als Rentner mag ich noch die Boomtown Rats mit ihrem „I don’t like mondays“ hören. Das gilt auch für den heutigen Montag, 16. Mai 2022.

Ein‘ Rudi Völler – es gibt nur ein‘ Rudi Völler…“ Da könnten vermutlich sogar Nichtfußball-Fans mitsingen, wenngleich es seit Samstag heißen muss, es gab nur einen Rudi Völler. Die Ikone hat dem Fußball Adieu gesagt.

Über Völler sind aktuell die Zeitungen voll. Mich interessieren auch mehr die Stars vergangener Tage, also die „Abräumer, Abstauber, Abenteurer“, die die ersten deutschen Fußballstars waren. Andererseits hat Ruuuudi Völler mein Leben begleitet. „Tante Käthe“ mit der Minipli-Frisur war modisch zum Glück zwar nie ein Vorbild, aber er war halt erfolgreich und sympathisch zugleich. Selbst wenn er Journalisten wie Waldemar Hartmann in legendären Wutreden zur Schnecke machte. Kein Wunder, dass „Es gibt nur ein’ Rudi Völler“ im Jahr 2002 zum Satz des Jahres gekürt wurde.

Einräumen muss ich allerdings, dass Rudi Völler mittelbar auch für meine leider ziemlich tief verwurzelten Vorurteile gegen Niederländer verantwortlich ist. Die Ressentiments gegen „Holländer“ wuchsen, als Völler während der WM 1990 vom niederländischen Nationalspieler Frank Rijkaard mehrmals bespuckt wurde.

Igitt! Seither prägt der Satz eines Buchtitels mein Denken: „So sind sie, die Niederländer“. Es soll sich um einen „Fremdenversteher von Reise Know-How“ handeln. Sollte ich vielleicht mal lesen, denn ich schäme mich ja für die Vorurteile. Aber vielleicht braucht es da ein weiteres Werk: „Der Ditz oder: Alles was man über Niederländer wissen sollte“.

Zwei weit berühmtere Bücher sind heute vor 212 Jahren erschienen. Natürlich von Goethe, aber ausnahmsweise kein „Faust“. Am 16. Mai 1810 1810 gab die Tübinger Cotta’schen Verlagsbuchhandlung die beiden Buchbände „Zur Farbenlehre“ heraus.  Ich muss ja zugeben, dass ich sie nie gelesen, dennoch aber oft genug wissend genickt habe, denn das Werk ist so bekannt, dass man besser so tut, als würde man es kennen…

In unserem „bebücherten Kalenderblatt“ wollen wir heute nicht an zwei Showbiz-Ereignissen vorbei gehen. Am 16. Mai 1929 wurden die ersten zwölf Academy Awards (engl.), die noch nicht Oscars hießen, vergeben. Der allererste „Beste Hauptdarsteller“ war übrigens der Deutsche Emil Jannings.  

Da kann man nur sagen: „There’s No Business Like Show Business“. Was ebenfalls heute passt, denn am 16. Mai 1946 erlebte das Musical „Annie Get Your Gun“ von Irving Berlin seine Uraufführung. Für alle, die mitsingen wollen, gibt es ein „Annie Get Your Gun“-Liederbuch.

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Eine kleine Frühstücks-Philosophie

Eine kleine Frühstücks-Philosophie

Eine kleine Frühstücks-Philosophie

Und sonntags auch mal zwei…“: Ich plane ein opulentes Frühstück an diesem Sonntag, 15. Mai 2022. Und ich werde es nach meiner Façon gestalten. Es gibt zwar unzählige Bücher zum Thema, aber weder Low Carb oder vegan, noch Porridge können mich so wirklich überzeugen.

Ich bin da mehr der Traditionalist mit dem Frühstücksei. Nicht zu hart, eher mittel. Auch wenn ich jetzt Gefahr laufe, von Loriot und seiner Berta klassifiziert zu werden: „Gott, was sind Männer primitiv!“ Wobei ich versichere, dass mir der letzte Satz von Hermann aus dem „Frühstücks-Ei“-Sketch nicht in den Sinn kommt: „Ich bringe sie um … morgen bringe ich sie um!

Aber ich schweife ab und mein Ei ist mittlerweile steinhart gekocht. Trotzdem kann ich die Frühstücks-Philosophie nicht abbrechen, ohne eines/einen meiner Lieblings-Bücher/-Filme erwähnt zu haben. Truman Capotes „Frühstück bei Tiffany“ und der gleichnamige, zumindest kongeniale Film mit Audrey Hepburn als Holly Golightly. Und dazu die Musik von Henry Mancini. „Moonriver“ geht auch am Morgen.

In Romanen werden ohnehin sehr unterschiedlich Dinge „… zum Frühstück“ präferiert, die Palette reicht von Chianti, Pizza und Zimtschnecken bis zu Gift oder – im Vergleich dann schon wieder bekömmlicher – „Sixpack zum Frühstück“. Letzteres gereicht vom Bad Boy der US-Literatur, Charles Bukowski.

Oder wir gehen zum Frühstück aus. Ziel könnte eine weitere „Segnung“ aus USA sein. Das „Big Breakfast“ wäre an diesem Sonntag besonders passend, heute vor 82 Jahren öffnete der erste McDonald’s in San Bernardino, Kalifornien.

Jetzt ist mein Frühstücksei nicht nur steinhart, sondern auch kalt. Zu lange im Smartphone zum Thema Frühstück recherchiert. Um zu erfahren, wie ich in „in der neuen digitalen Welt die Orientierung verlieren – und wiedergewinnen“ kann, greife ich also statt zur Marmelade zum nächsten Buch: „Zum Frühstück gibt’s Apps“.

Sie haben unterdessen bestimmt schon Ihr Frühstück genossen. Oder Sie sind „brunchig“ noch dabei. Falls dazu Lektüre gewünscht wird, empfehlen wir eine Frühstücks-Tour durch die BÜCHER-HEIMAT, deren Online-Shop hat auch sonntags geöffnet und das Suchwort „Frühstück“ haben wir bei diesem Link schon eingegeben (551 Einträge!).

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Die Wanderstiefel schnüren

Die Wanderstiefel schnüren

Die Wanderstiefel schnüren

Was man am heutigen Samstag, 14. Mai, unternehmen könnte? Was für eine Frage, zumal im Harz! Heute ist der bundesweite Tag des Wanderns. Auf geht’s!

Der Deutsche Wanderverband als Initiator dieses Aktionstages hat Bad Harzburg einst gemeinsam mit dem Harzklub das größte Wanderspektakel überhaupt beschert: Der 114. Deutsche Wandertag machte 2014 in der Kurstadt Station (Foto oben vom Festumzug) und wurde von vielen Teilnehmern als eine der besten Veranstaltungen ihrer Art gefeiert. Was schon etwas heißen will, denn den Deutschen Wandertag gibt es seit 1883, als die Wanderstiefel in Fulda geschnürt wurden.

Der Deutsche Wandertag ist die Großveranstaltung des Verbandes für seine Mitgliedsvereine. In Bad Harzburg, im selbsternannten „Wellness-Wanderland“, waren schon sehr viele nichtorganisierte Wanderer mit von der Partie. Es mag die Verantwortlichen des Wanderverbandes beeinflusst haben, denn nur zwei Jahre später ging der erste, weit mehr touristisch ausgerichtete „bundesweite Tag des Wanderns“ an den Start.

Ein sehr gutes Angebot hat Bad Harzburg allerdings nicht allein in Sachen Wandern. Dank der BÜCHER-HEIMAT stehen vermehrt auch wieder Lesungen (Terminübersicht) an. Nach dem erfolgreichen Start mit Carl-Ludwig Reuss und „Carl & Anna“ lockt Carola Bethge am 27. Mai in die Mitmach-Buchhandlung und in den „Schatten des Kameldornbaums“.

Die Autorin erzählt von der überaus bewegten und bewegenden Vergangenheit ihrer Familie. Sie beginnt im Januar 1955: Der Postbote bringt Ilse Eikemeier im Flecken Lamspringe einen außergewöhnlichen Brief. Seit der Trennung vor fünf Jahren hat ihr früherer Freund Jochen Bethge nichts mehr von sich hören lassen. Und nun schreibt er plötzlich. Aus Okosongomingo, einer Farm in Südwestafrika – dem heutigen Namibia. Sie antwortet. Und schon in seinem zweiten Brief steht: „Wenn du mich immer noch willst, kannst du jetzt kommen.“

Ob sie von Lamspringe nach Namibia ging, wird am 27. Mai um 20 Uhr in der BÜCHER-HEIMAT geklärt. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Wer das Buch in der Mitmach-Buchhandlung erwirbt, kann es dort auch signieren lassen. Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT, Telefon (05322) 9059599 oder per Mail: info@die-buecherheimat.de.

Während es Carola Bethges „Im Schatten des Kameldornbaums“ direkt in der BÜCHER-HEIMAT gibt, ist die Auswahl an „Wander-Literatur“ gerade auch über den Harz in der Buchhandlung wie auch in unserem Online-Shop schier unerschöpflich:

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Heute droht Paraskavedekatriaphobie

Heute droht Paraskavedekatriaphobie

Heute droht Paraskavedekatriaphobie

Es ist mal wieder soweit: Freitag, der 13. (Mai). Aber gleich vorweg: Statistisch gesehen ist Freitag der 13. ein ganz normaler Tag wie jeder andere auch. Eher passieren weniger Unfälle, weil viele Menschen an dem „Unglückstag“ deutlich vorsichtiger sind.

Der Tag Freitag und die Zahl 13 verbindet, dass sie im Volksglauben mit Negativem assoziiert werden. Bei der 13 soll dies der Fall sein, weil sie die erste Zahl nach der in vielen Kulturen besonders heiligen 12 ist. Beliebtes Beispiel: Am letzten Abendmahl nahmen 12 Personen teil. Jesus und seine 11 Jünger. Judas kam als 13. Gast dazu. Er verriet Jesus…

Der US-Amerikaner Thomas William Lawson, der durch Börsenspekulationen zum Multimillionär geworden war, schrieb 1907 den Börsenroman „Friday the 13th“, der in Deutschland als „Freitag der 13.“ erschien. Zum berühmtesten „Schwarze Freitag“ der Börsengeschichte kam es allerdings ohne die 13, die Weltwirtschaftskrise startete am Freitag, 29. Oktober 1929.

Bei dem Aufhebens, das vielfach um den „Unglückstag“ gemacht wird, kann man gut nachvollziehen, das einige Menschen sogar eine krankhafte Angst vor dem Datum entwickeln. Mehr Angst sollte man bei dem Fachbegriff um seine Zunge haben: Paraskavedekatriaphobie. (griechisch: „paraskeue“ (Freitag), „dekatria“ (dreizehn) und „phobos“ (Angst)).

Man könnte natürlich auch einfach auswandern. In Japan wird die 13 als Glückszahl gesehen. In Griechenland und Teilen Spaniens gilt die Kombination Dienstag, der 13., als unheilvoll. Vielen Chinesen gilt die 4 als böse Unglückszahl und abergläubische Italiener bleiben sicherheitshalber an einem Freitag, den 17., im trauten Heim. Zum Studium empfiehlt sich das „Wörterbuch des Aberglaubens“.

Nachweisbar kein Glück bringt die 13 beim Lotto. Zwar war die 13 die allererste Zahl, die bei der allerersten Ziehung „6 aus 49“ am 9. Oktober 1955 fiel; seither aber wird sie am seltensten gezogen. Die häufigsten Zahlen sind 6 und 49.

Wenn wir diesen Freitag, den 13., hinter uns gebracht haben, ist es für dieses Jahr geschafft. Das ominöse Datum kommt 2022 nur einmal vor. Im kommenden Jahr 2023 müssen wir uns am 13. Januar und am 13. Oktober auf Ungemach einstellen. Und ganz dicke kommt es 2026, wenn Freitag, der 13., gleich drei Mal droht, im Februar, März und November.

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Der inspirierende Harz

Der inspirierende Harz

Der inspirierende Harz

Bei dem Wetter habe ich gestern glatt den ersten Eisheiligen übersehen. Der heutige Donnerstag, 12. Mai, ist der Tag von Pankratius. Servatius (13. Mai) und Bonifatius (14. Mai) bieten mit gut 15 Grad eher angenehme Erfrischung. Und ausgerechnet die Kalte Sophie (15. Mai) soll die Temperaturen wieder über die 20-Grad-Marke steigen lassen.

Bei unserem „bebücherten Kalenderblatt“ geht der Blick aber zuvorderst zurück. Beispielsweise um 166 Jahre, als sich einmal mehr zeigte, dass der Harz eine ebenso inspirierende wie animierende Region ist. Den Beweis lieferten am 12. Mai 1856 Mitglieder des Akademischen Vereins Hütte Berlin. Auf einem Ausflug in Alexisbad gründeten sie den Verein Deutscher Ingenieure (VDI), bis heute der größte technisch-wissenschaftliche Verein Europas. Der VDI steht immer noch für Qualität und Alexisbad (Foto oben: Altes Kurhaus) ist weiter vor allem auch einen Wander-Ausflug wert.

Am Montag haben wir auf den „Tag des freien Buches“ verwiesen. Dazu passt ein Ereignis, das sich zum 89. Mal jährt und von einem Schriftsteller mit Rückgrat kündet. Am 12. Mai 1933 verfasste Oskar Maria Graf einen aufsehenerregenden Protest, weil seine Bücher – nicht der Bücherverbrennung der Nazis zum Opfer gefallen waren.

Grafs Reaktion: „Verbrennt mich! Ein Protest von Oskar Maria Graf. […] Nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, daß meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen! Verbrennt die Werke des deutschen Geistes! Er selber wird unauslöschlich sein, wie eure Schmach! (Alle anständigen Zeitungen werden um Abdruck dieses Protestes ersucht. Oskar Maria Graf.)

Danach brannten Grafs Bücher wie „Der Abgrund“. Er wurde ausgebürgert.

Wer kann sich noch darin erinnern, dass der deutsche Fußballmeister nicht Bayern München hieß? Es ist exakt zehn Jahre her, als letztmals Borussia Dortmund nicht nur den Meistertitel, sondern gleich das Double schaffte. Mit einem 5:2 sicherte sich das Team um Robert Lewandowski, der damals noch drei Tore für die Schwarz-Gelben schoss, am 12. Mai 2012 den DFB-Pokal. Seither sind die Dortmunder intensiv dabei, Bayer Leverkusen den Ruf als „Vizekusen“ streitig zu machen.

Zum Geburtstag gratulieren können wir heute einem ebenso engagierten wie couragierten Schriftsteller. Ferdinand von Schirach, geboren am 12. Mai 1964, ist erfolgreicher Schriftsteller und erfolgreicher Jurist. Bekannt wurde er als Rechtsanwalt unter anderem als Strafverteidiger in den Mauerschützenprozessen. „Terror“, „Der Fall Collini“ und „Die Würde ist antastbar“ wurden Bestseller.

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Altes Buch und uralter Weinbrand

Altes Buch und uralter Weinbrand

Altes Buch und uralter Weinbrand

Bergfest feiert die 19. Kalenderwoche an diesem Mittwoch, 11. Mai. Mein Lieblings-Musical macht das Datum zu einem „Katzen-Tag“.

Oh Mann, der Gutenberg hat sich aber auch Zeit gelassen. Heute vor 1154 Jahren, am 11. Mai 868, wurde in China das älteste Druck-Bucherzeugnis produziert. Im Holztafeldruck entstand die Diamant-Sutra mit den wichtigsten Weisheitstexten des Mahayana-Buddhismus. Und es wird heute noch nachgedruckt, das schaffen auch nicht viele Bücher.

Wenn einem also Gutes widerfährt, das ist schon einen Asbach Uralt wert„. Ich muss vermutlich nicht erklären, dass ich gerade abrupt das Thema wechselte. Den Werbespruch der Weinbrennerei Asbach & Co kennt vermutlich jeder. Heute vor 130 Jahren, am 11. Mai 1892 gründete der deutsche Destillateur Hugo Asbach nach seiner Rückkehr aus Frankreich in Rüdesheim am Rhein die Weinbrennerei Asbach & Co, um deutschen Weinbrand herzustellen.

Mit Cognac hatte ich es nie so. Ganz ehrlich, ich finde, selbst die besseren schmecken irgendwie nach Seife. Aber meine Familie sagt mir ohnehin einen verqueren Geschmack nach. Trotz meiner Cognac-Aversion aber kenne ich den Werbespruch aus den 1950er und 1960er Jahren. Der Slogan gehört zu den unvergesslichen Werbesprüchen (Spiel) und ihm gelang Außergewöhnliches: Der Markenname „Asbach“ wird in Deutschland umgangssprachlich als Synonym für „uralt“ verwendet.

Der 11. Mai ist auch ein Katzen-Tag. Genauer gesagt ein „Cats-Day“, denn das Licht der Welt erblickte am 11. Mai 1981 ein Musical über die Stubentiger. „Cats“ von Andrew Lloyd Webber und Trevor Nunn nach T. S. Eliots „Old Possum’s Book of Practical Cats“, einer für Kinder geschriebenen Gedichtsammlung, wurde im New London Theatre uraufgeführt und avancierte zu einem der erfolgreichsten Musicals der Welt. Allein die Londoner Aufführung brachte es auf sagenhafte 9000 Vorstellungen, ehe 2002 der letzte Vorhang fiel. Wieder an einem 11. Mai. „Cats-Day“.

Als „bebüchertes Kalenderblatt“ wollen wir heute zudem noch gratulieren und beschränken uns nicht auf Schriftsteller. Denn von Salvador Dalí, einem der Hauptvertreter des Surrealismus und einem der bekanntesten Maler des 20. Jahrhunderts, kann man in der BÜCHER-HEIMAT gern auch einen opulenten Bildband erwerben. Außerdem war der am 11. Mai 1904 geborene exzentrische Spanier auch als Grafiker, Schriftsteller, Bildhauer und Bühnenbildner unterwegs.

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Der freie Kauf des freien Buches

Der freie Kauf des freien Buches

Der freie Kauf des freien Buches

An diesem Dienstag, 10. Mai, ist der freie Kauf eines freien Buches schon fast Pflicht, denn es ist der „Tag des (freien) Buches“. Erstmals stand er 1929 im Kalender, am 10. Mai 1947 wurde er im mahnenden Gedenken an die Bücherverbrennung 1933 in Dritten Reich reaktiviert.  In der DDR als „Tag des freien Buches“ weitergeführt, wird der Gedenktag in der Bundesrepublik erst seit 1983 wieder begangen.

Mit einem Buchkauf kann man bestens dokumentieren, was uns ein freies Buch und eine freie Meinung wert sind. Sogar, wenn man Bücher kauft, die fordern: „Schluss mit der Meinungsfreiheit!“ Das Werk des Kabarettisten Florian Schröder soll sich dann aber auch als ein Plädoyer „für mehr Hirn und weniger Hysterie“ entpuppen.

Auch in ernster Zeit gibt es zum Glück keinen Mangel an humorigen Aktionstagen. Am 10. Mai 1975 veröffentlichte eine legendäre britische Komikertruppe „Monty Python and the Holy Grail“ (DVD, schon fast sprichwörtlicher deutscher Titel: „Die Ritter der Kokosnuss“). Seit 2013 feiern MP-Fans in aller Welt den „Internationalen Monty Python Status Day“.

Es dürfte ohne Frage einer der lustigsten und meist belachten „Gedenktage“ sein. Wie man ihn feiert? Monty Python lesen, gucken, hören und „ablachen“. Beispielsweise mit einem meiner Lieblinge, dem „Dead-Parrot-Sketch“ mit John Cleese und Michael Palin. „Der Papagei ist tot … mausetot!“ ist schon ein geflügeltes Wort.  Und als endlich klar ist, dass der „norwegische Blauling“ tatsächlich „abgeritten zu seinen Ahnen“ ist, schließt sich nahtlos der göttliche Holzfäller-Song an.

Zum Glück lebe ich besonders heute nicht in den Vereinigten Staaten. Da steht am 10. Mai alljährlich der “Clean Up Your Room Day” (Räum-Dein-Zimmer-auf-Tag) im Kalender. In der Hoffnung, dass meine Kinder die nun folgende Beichte nicht lesen: Ich habe den Tonfall meiner Eltern beim mahnenden „Räum Dein Zimmer auf“ bis heute im Ohr. Hoffentlich klinge ich bei meinen gleichlautenden Ansagen ein wenig anders…

Aber zum Glück ist Aufräumen dank einiger Influencer und DIY-Videos (Do it yourself) heute fast schon in. Das Stichwort „aufräumen“ bringt im Online-Shop der BÜCHER-HEIMAT fast 200 Fundstellen. Wobei ich den Verdacht nicht los werde, dass Titel wie „Ordnung nebenbei“ und „Das große Magic-Cleaning-Buch“ am Ende mit Zauberei nichts zu tun haben und doch in Arbeit münden.

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