Als Mitmach- und Bürger-Buchhandlung lebt die BÜCHER-HEIMAT vor allem auch von dem Engagement der vielen Freiwilligen, die sich von Beginn an hinter das Projekt stellten. Es bedarf allerdings auch eines „harten Kerns“, für den in der BÜCHER-HEIMAT vor allem die gelernte und erfahrene Buchhändlerin Sonja Weber steht.
Sonja Weber ist gelernte Buchhändlerin und in diesem Beruf seit dreißig Jahren tätig. Literarisch darf es bei ihr jedes Genre sein, von Sachbuch, Krimi und Roman über Biografie, Science-Fiction oder Jugend- und Kinderbücher, wird alles ausprobiert. Vor allem Büchern rechts und links der Bestsellerlisten gilt oft ihr Augenmerk. Neben der Tätigkeit im Buchhandel ist Sonja Weber freiberuflich als Autorin und Referentin für Lokalhistorisches und Literarisches tätig und engagiert sich ehrenamtlich bei der Organisation der Jugendbuchwoche in Bad Harzburg. Bücher sind für die leidenschaftliche Leserin Abenteuerreisen, unersetzbare Wissenshorte und auf jeden Fall ein Lebenselixier.
Eine Übersicht über die fleißigen Freiwilligen hinter der BÜCHER-HEIMAT und vor allem auch deren Buchempfehlungen bieten wir auf der Seite „Ganz persönliche Lesetipps“
Dieser Donnerstag, 10. Februar 2022, wird in die Annalen der „Bücher-Heimat“ eingehen: Heute von 10 bis 12 Uhr werden in der Herzog-Wilhelm-Straße 64c (ehem. Commerzbank) zum ersten Mal Bücher verkauft.
Okay, das Sortiment ist noch arg eingeschränkt. Genauer gesagt gibt es nur ein Buch zu kaufen. Aber mit jedem Kauf wird der Bücher-Heimat zum Start der Rücken gestärkt. Das überwiegend ehrenamtliche Verkaufsteam hat „Erinnern und Bewahren – Poesie des Widerstands“ im Angebot. Der kleine Band mit Gedichten des Harlingeröders Hermann Peters (Foto: Goslarsche Zeitung) ist in der Reihe des Vereins Spurensuche Harzregion erschien und unverdient in Vergessenheit geraten. Heute nun kann man sich von 10 bis 12 Uhr eines der letzten knapp 100 Exemplare sichern. Für je 5 Euro können die Bücher, die auch ein Stück Bad Harzburger Zeitgeschichte sind, erworben werden. Wobei zur Unterstützung der „BÜCHER-HEIMAT“-Teams gern auch mehr gegeben werden darf.
So, das war der Blog-Werbe-Block in eigener Sache. Fast schon makaber mutet derweil ein ansonsten großer Moment der Literaturgeschichte an, der mit dem heutigen Datum verbunden ist. Am 10. Februar 1673 erlebte Molières „Der eingebildete Kranke“ eine umjubelte Uraufführung. Triumphe mit einer Komödie – die in einer Tragödie endete. Molière, der die Titelrolle des eingebildeten Kranken selbst übernommen hatte, erlitt bei der vierten Vorstellung auf der Bühne einen Blutsturz und starb im Kostüm im Theater.
Faszinierend und beängstigend zugleich empfand ich am 10. Februar 1996 die Meldung, dass der amtierende Schachweltmeister Garri Kasparow die erste Wettkampfpartie mit regulären Zeitkontrollen gegen den von IBM entwickelten Schachcomputer Deep Blue verloren hatte. 1997 gewann Deep Blue gegen Kasparow einen ganzen Wettkampf aus sechs Partien unter Turnierbedingungen. Immerhin wurde die „künstliche Intelligenz“ von „natürlicher Intelligenz“ ersonnen. Was mich tröstete, auch wenn ich weder auf der einen noch auf der anderen Seite mit von der Partie bin. Doch seit 2017 brillieren Computer wie AlphaZero, die sich die Finessen des königlichen Spiels selbst beibringen…
Zum Ausklang noch ein wenig Swing? Heute vor 80 Jahren, am 10. Februar 1942, wurde Glenn Miller ein vergoldetes Exemplar seiner 1941 bei RCA Victor erschienenen und bis dahin rund 1,2 Millionen Mal verkauften Schallplatte „Chattanooga Choo Choo“ überreicht. Es war eine der (oder sogar die) erste Goldene Schallplatte überhaupt. Wer in den Tag swingen mag, hat mit diesem Youtube-Video (7:55 min) die Möglichkeit.
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Als Mitmach-Buchhandlung will die BÜCHER-HEIMAT das Angebot an kostenfreien Lesungen und Veranstaltungen erweitern, um ein niederschwelliges und nachhaltiges Kulturangebot zu schaffen. Wer mag, kann die Ehrenamtlichen der BÜCHER-HEIMAT mit einer Spende (gegen Spendenquittung) unterstützen. Das Spendenkonto bei der Harzer Volksbank (BIC: GENODEF1QLB) hat die IBAN DE07 8006 3508 1000 3541 02.
Und wer sich vergewissern will, dass aus den Spenden Gutes erwächst, kann im „Rückspiegel“ schauen, wer alles schon in der BÜCHER-HEIMAT gastierte.
Silke Mahrt stellt ihren neuen Thriller „Harzer Angst“ vor
Donnerstag, 9. April 2026, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT, Telefon (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de
Hartmut Frenk, Petra Nietsch und Feline Schneider sprechen in der 100. BÜCHER-HEIMAT-Lesung über Illustrationen und Kopfbilder rund um die dritte Auflage des „Zaunkönigs“
Donnerstag, 16. April 2026, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT, Telefon (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de
Thomas Dahms präsentiert seinen neuen zeitgeschichtlichen Comic.
Donnerstag, 23. April 2026, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT, Telefon (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de
„QUITT – Wenn ein Getränk das Leben auf den Kopf stellt“
Musikalisch-satirische Lesung mit Stefan Gliwitzki.
Donnerstag, 7. Mai 2026, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT, Telefon (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de
„Der Yogi schlägt zurück – Meine Mitmenschen und ich – Part II“
Lesung mit Susanne Hinsching und Thomas Kügler.
Donnerstag, 21. Mai 2026, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT, Telefon (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de
Monalishan Santhalingam liest aus seinem Harz-Thriller.
Donnerstag, 4. Juni 2026, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT, Telefon (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de
Jens F.K. Vinnen stellt Harzer Kurzgeschichten der 1940er bis 1960er Jahre vor.
Donnerstag, 25. Juni 2026, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT, Telefon (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de
mit dem St. Nicolai-Frauenchor Bettingerode-Westerode und den „Beautifools“ im Gestüt Bad Harzburg
Sonntag, 5. Juli 2026, 18.00 Uhr, Gestüt Bad Harzburg Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT, Telefon (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de
Donnerstag, 13. August 2026, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT, Telefon (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de
Ernährungswissenschaftlerin Lara Opfermann über Soforthilfe für den Darm.
Donnerstag, 17. September 2026, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT, Telefon (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de
Ein Abend mit Liedern von und Geschichten über Leonard Cohen von Lutz Debus und Holger Jenrich.
Donnerstag, 8. Oktober 2026, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT, Telefon (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de
Donnerstag, 28. Januar 2027, 19.00 Uhr, BÜCHER-HEIMAT Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten Anmeldung in der BÜCHER-HEIMAT, Telefon (05322) 9059599 | Mail: info@die-buecherheimat.de
Viele Freiwillige packen vorm Start der BÜCHER-HEIMAT kräftig mit an, auch die ersten Bücherkisten werden jetzt ausgepackt (v.li.): Kirsten Glasemacher, Sonja Weber, Sofie Peters und Andrea Scholz füllen die Mitmach-Buchhandlung im doppelten Wortsinn mit Leben. Foto: Junicke
BÜCHER-HEIMAT voller Lesemonster
Die BÜCHER-HEIMAT startet am Samstag, 2. April, dann wird die Mitmach-Buchhandlung in der Herzog-Wilhelm-Straße 64c um 10.00 Uhr eröffnet. Und es wird ohne Frage ein Festtag für alle Bücher- und Bad-Harzburg-Freunde. Das Team der BÜCHER-HEIMAT freut sich darauf, das von so vielen Freiwilligen und Unterstützern getragene Projekt präsentieren zu können.
Der Star des Tages wird natürlich die BÜCHER-HEIMAT an sich sein. Und Stargäste sind alle Freundinnen und Freunde, Kundinnen und Kunden, die am Eröffnungstag dabei sein wollen. Ganz sicher mit von der Partie sein werden in der BÜCHER-HEIMAT jede Menge quietschbunter Lesemonster, die Christine Weber mit jungen Bücherfans basteln wird. Und wenn ein paar ältere Leseratten sich nicht vor Monstern fürchten, werden sie sich sicher auch einen fröhlichen Eselsohr-Ersatz gestalten dürfen.
Für die Musik zum Staunen, Stöbern, Shoppen und Basteln sorgen in wechselnden Besetzungen Hans-Heinrich Hille (Piano, Keyboard, Gesang), Rolf Köhlert (Kontrabass, Gitarre, Gesang), Ansgar Ruppert (Schlagzeug) und Luca Weber (Gitarre, Gesang). Den Reigen eröffnen Luca & Rolf mit ihren Songs gegen 10.30 Uhr. Am frühen Nachmittag bietet das Trio Hille, Köhlert, Ruppert ab 14.00 Uhr Jazz und später Pop. Geöffnet bleibt die BÜCHER-HEIMAT an diesem ersten Tag solange die Bücherfreunde mit ihr die Premiere feiern wollen.
Die Bücher-Gondel wird für den ersten Außeneinsatz gerüstet. Hoffentlich bleibt es bei den sonnigen Tagen.
Fitness für die Feuertaufe
Einen echten Marathon absolvierten Mitte März Sonja Weber und Silke Graumann (v.re.), die in fünf eng getakteten Mini-Seminaren die ersten ehrenamtlichen BÜCHER-HEIMAT-Freiwilligen in die Geheimnisse der Buchhandelssoftware einführten. Bücher in Libri-Pro suchen und finden, auch wenn die Hinweise der Interessenten vielleicht nicht ganz so eindeutig sind, stand weit oben auf der To-Do-Liste. So viele Buchhändler*innen in einer Buchhandlung schulen, dies dürfte auch für die erfahrene Libri-Kundenberaterin Silke Graumann nicht gerade Alltag gewesen sein. Aber als gemeinnützige Mitmach-Buchhandlung will die BÜCHER-HEIMAT ja auch alles andere als alltäglich sein, sondern ihren Kunden in Bad Harzburg Mehrwert bieten. Kurz vor dem Start der BÜCHER-HEIMAT wurde so erst einmal einen ganzen Tag lag viel in die Fitness für die Feuertaufe am Samstag, 2. April, investiert.
„Unsere Sehnsucht wird immer größer, je weniger wir sie befriedigen können.“ Niccolò Machiavelli könnte Literatur-Fan in Bad Harzburg gewesen sein: Schon viel zu lange bietet die Kernstadt keine Buchhandlung mehr auf. Nun nehmen die Bücherfreunde/innen die Dinge selbst in die Hand: Zu Ostern 2022 startet in Bad Harzburg ein „social startup“, die gemeinnützige Gesellschaft (gGmbH), die
BÜCHER-HEIMAT
Es wird eine„Mitmach-Buchhandlung“, wobei sich das Mitmachen auf sehr unterschiedliche Weise vollziehen kann. Schon seit September 2021 arbeiten mehr als ein Dutzend Ehrenamtliche daran, dem neuen Treffpunkt für Bücherfans in der Kurstadt einen perfekten Start zu bescheren. Und BÜCHER-HEIMAT später zu einer ganz besonderen Buchhandlung zu machen. Mehr Mitmacherinnen und Mitmacher sind immer willkommen.
Der „Lese-Laden“ soll das Angebot der Einkaufsmeile und damit die Innenstadt an sich aufwerten. Und dort kann dann jede/r mitmachen, wer gern ein gutes Buch sein Eigen nennt. Die Lust auf Lektüre muss nicht Paketboten durch die Weltgeschichte scheuchen, kaufen in der Kurstadt soll die Devise werden.
Ideelle Gesellschafter
Mitmachen können alle Bücher- und Bad-Harzburg-Freunde/innen außerdem auf profanem, aber existenziell wichtigem Weg: Zum Start braucht die BÜCHER-HEIMATfinanzielle Förderung. Und offenkundig sind viele Bad Harzburger/innen bereit, für ihre Heimatstadt und deren kulturelles Angebot in die Tasche zu greifen. Zusagen über großzügige zinslose Darlehen und auch Schenkungen liegen bereits vor. Wer die BÜCHER-HEIMAT auf diesem Weg zu seiner Heimat machen möchte, überweist seinen Beitrag auf das Konto DE61 8006 3508 1000 3541 00 bei der Harzer VolksbankeG in Bad Harzburg.
Die treibende Kraft hinter der Idee, die so schnell so viele Mitstreiter/innen gewonnen hat, ist Dirk Junicke. Der Initiator auch des Jungbrunnens und erfolgreiche Bad Harzburger Kaufmann offeriert potenziellen Unterstützern gern Informationsgespräche. Und er selbst geht mit gutem Beispiel voran: Sonja Weber, Bücherfreunden in Bad Harzburg auch aus der Buchhandlung Hoffmann noch bestens bekannt, steht schon vor dem Start auf der Junicke-Gehaltsliste. Und ihr perfekt gelegenes Domizil findet die BÜCHER-HEIMAT in der Herzog-Wilhelm-Straße 64 in der ehemaligen Commerzbank. Das Ladenlokal stellt Junicke als Anschubhilfe mietfrei.
Leseförderung & Literaturevents
Als gemeinnützige GmbH zielt die BÜCHER-HEIMAT nicht auf Gewinne für die Gesellschafter ab. Ganz im Gegenteil, es wird nur „ideelle Gesellschafter“ geben. Die Netto-Erlöse fließen der Bad-Harzburg-Stiftung zu. Sie wird das Geld in Zusammenarbeit sozusagen mit der „Kulturabteilung“ der Buchhandlung in kulturelle Veranstaltungen und Leseförderung reinvestieren. So gewinnt Bad Harzburg neben einer Buchhandlung zusätzlich die Aussicht auf hochkarätige Literatur-Events.
Ein neues Kapitel in Bad Harzburg ist aufgeschlagen – wir alle können an der Erfolgsgeschichte der BÜCHER-HEIMAT mitschreiben…
Na, wer hat schon seit der Titelzeile einen Ohrwurm im Kopf? Falls ich irgendwem damit diesen 9. Februar verdorben habe, bitte ich um Entschuldigung. Aber an der Tatsache, dass einer der wenigen deutschen Welthits Jubiläum hat, komme ich natürlich nicht vorbei: Heute vor 40 Jahren (1982) veröffentlichte die Band Trio die Single „Da Da Da (ich lieb dich nicht du liebst mich nicht aha aha aha)“.
Das musikalische Gestammel wurde zu einem der größten kommerziellen Erfolge der Neuen Deutschen Welle. Und das weltweit. Das Lied wurde in mehr als 30 Ländern veröffentlicht. In Europa wurden etwa drei Millionen Singles verkauft, weltweit sollen es gut 13 Millionen Exemplare sein. Der Text stammt von Stephan Remmler, die Musik von Kralle Krawinkel, der Dritte im „Trio“ war Peter Behrens. Deutlich wurde dabei wieder einmal, dass weniger mehr sein kann: Der Song punktete mit äußerst sparsamer Instrumentierung (Schlagzeug, Gitarre und Keyboard) und dem absolut minimalistischen Sprechgesang (Singe-Version: 84 mal „da“ und 18 mal „aha“). Dominiert wird alles von einem Rhythmus, der von einem „Spielzeug-Keyboard“ kommt und bei dem man mit muss.
Daraus resultierte offenkundig der Erfolg von „Da Da Da“ auch als Werbeträger. Beispielsweise in Pepsi-, Microsoft-, Volkswagen- und Citroën-Clips war der Song zu hören – und ich versuche seither zu ergründen, was die Musikwahl über die Produkte und noch mehr über deren Konsumenten aussagt… Vielleicht kann etwas Lektüre dabei helfen: „Sondermüll – The Very Worst Of NDW: Idiotie als Methode: Eine satirische Abrechnung mit den Texten der Neuen Deutschen Welle“.
Noch älter und noch weit erfolgreicher ist ein anderes „Geburtstagskind“: Am 9. Februar 1978 entbrannte „Der Krieg der Sterne“ (Star Wars) in den deutschen Kinos. Mit Produktionskosten von 11 Millionen Dollar nach Hollywoodmaßstäben schon fast sparsam erstellt, avancierte der Streifen mit insgesamt fast 900 Millionen Dollar (plus gigantische Merchandising-Einnahmen) für lange Jahre zum kommerziell erfolgreichsten Film der Welt. Erst Anfang dieses Jahres rutsche „Krieg der Sterne“ aus der Liste der 100 erfolgreichsten Filme, rangiert 44 Jahre nach dem deutschen Kinostart auf Platz 102. Die Star-Wars-Saga ist mit „Das Erwachen der Macht“ aber weiter unter den Top 5 vertreten, belegt nach „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ (2,78 Milliarden US-Dollar), „Avengers Endgame“ und „Titanic“ den vierten Rang.
Apropos Hollywood und Starkult: Einen Stern auf dem „Walk of Fame“ hätte ich ja auch gern. Aber zum einen hat mir schon meine Mutter verboten, mit nackten Händen und Füßen irgendwo rumzumatschen. Und mit der Erkenntnis, dass es mit meinem Starruhm wohl doch nichts mehr wird, wuchsen auch die weisen Einsichten: Wer will schon von Kreti und Pleti mit Füßen getreten werden.
Wie ich auf das philosophisch-tiefenpsychologische Thema komme? Heute vor 62 Jahren erhielt die Schauspielerin Joanne Woodward den ersten Stern auf dem „Walk of Fame“. Als „Eva mit den drei Gesichtern“ gewann die Ehefrau von Paul Newman 1958 den Oscar als „Beste Hauptdarstellerin“.
Willkommen am Dienstag, 8. Februar 2022, und damit am „Safer Internet Day“. Falls jetzt irgendwer denkt, nun würde ich so kurz nach dem „Ändere-Dein-Passwort“-Tag mit dem nächsten Computer-Sicherheitsthema aber übertreiben, der sollte sich mal ein paar statistische Daten anschauen. Laut Pressemeldungen weist die Statista-Datenbank in 2019 allein 294.665 „Straftaten mit dem Tatmittel Internet“ aus. Und die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher sein.
Insgesamt wird die Anzahl der Cybercrime-Opfer 2020 in Deutschland auf rund 18 Millionen Menschen beziffert. Mehr als 60 Prozent der Internetnutzer in der Bundesrepublik habe in den vergangenen Jahren bereits Erfahrungen mit kriminellen Vorfällen im Internet gemacht. Jeder dritte Internetnutzer in Deutschland musste schon die Erfahrung machen, dass persönliche Daten ungefragt an Dritte weitergegeben wurden. Und zu Mobbingopfern wurden 7 Prozent der deutschen Internetnutzer. Entsprechend umfangreich und auch weit gefächert ist das Buchangebot zum Thema Internet-Kriminalität und Internet-Sicherheit. Die Spanne reicht von wissenschaftlichen Werken bis zur von mir sehr geschätzten Reihe „für Dummies“.
Noch heftiger werden die Zahlen, wenn die Internet-Kriminellen (oder auch staatlich geförderte Hacker) die Wirtschaft ins Visier nehmen. Dann sind vielfach Firmen und Existenzen bedroht. Die Schadenssumme durch Datendiebstahl, Industriespionage und Sabotage summierte sich in 2021 in deutschen Unternehmen auf sage und schreibe 223,5 Milliarden Euro. Diese Summe entspricht fast dem Bruttoinlandsprodukt von ganz Finnland…
Wer hilfreiche Tipps benötigt, um seine Internet-Touren sicherer zu gestalten, der kann sich in Deutschland an mehrere Institutionen und Organisationen wenden. So wartet die Kriminalpolizei mit einem „Sicherheitskompass“ auf, mit dem man sich durch die schwierigsten Internet-Meerengen und an Hacker-Riffs vorbei lotsen kann. Und der Kompass weist auch noch den Weg zu weiteren hilfreichen Seiten. So ist er mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und mit der „Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes“ verlinkt. Und das Bundeskriminalamt wartet mit übersichtlichen Schautafeln auf, die die Bedrohungslage plastisch abbilden.
Literarisch gesehen macht der 7. Februar was her. Bei der Kalenderblatt-Recherche stolpert man an diesem Montag von einer Literatur-Größe zur nächsten. Wobei die Autoren und/oder der Werke zu Lebzeiten bisweilen nicht unumstritten waren.
Nehmen wir das Beispiel Gustave Flaubert. Der stand heute vor 165 Jahren (1857) vor Gericht. Mit seinem Roman „Madame Bovary“, so die Anklage, habe er gegen Moral und Religion verstoßen. Im Grunde absehbar, denn schon der Untertitel versprach „Ein Sittenbild aus der Provinz“. Flaubert schilderte, basierend auf einem realen Fall, das Schicksal einer Arztgattin auf der Suche nach einem spannenderen Leben in besseren gesellschaftlichen Kreisen. Die Zensurbehörde klagte Flaubert wegen „Verstoßes gegen die guten Sitten“ und „Verherrlichung des Ehebruchs“ an.
Flaubert verteidigte sich: „Der Autor muss in seinem Werk wie Gott im Weltall sein, überall anwesend und nirgends sichtbar.“. Anders gesagt: Man könne ihm nichts vorwerfen, da er lediglich beschreibe, aber keine eigene Meinung äußere. Das Gericht folgte der Argumentation und sprach Flaubert am 7. Februar 1857 frei. „Madame Bovary“ zählt heute zu den ganz großen Werken der Weltliteratur. Was Wikipedia nicht davon abhält, die Geschichte um den Prozess unter „Gesellschaft“, nicht unter „Kultur“ zu verbuchen.
Charles Dickens, der am 7. Februar 1812 zur Welt kam, sortieren Literaturwissenschaftler unter den bedeutendsten britischen Romanautoren ein. Und auch er landete vor dem Kadi. In Dickens‘ Fall allerdings als Kläger gegen Edward Lloyd. Der Verleger warf in Ermangelung eines durchgreifenden Urheberrechts reihenweise schlechte Imitate auf den Markt. Sein zum Glück in Vergessenheit geratener Roman „Oliver Twiss“ war im 19. Jahrhundert jedoch weit erfolgreicher als das große Original – das zwölfmal teurer war…
Wenn wir schon von einem großen Literatur-Datum sprechen, kommen wir heute an Sinclair Lewis nicht vorbei. Für seine gesellschaftskritischen und satirischen Romane wie „Babbitt“, „Dr. med. Arrowsmith“ und „Elmer Gantry“ wurde ihm als erstem Amerikaner 1930 der Nobelpreis für Literatur zugesprochen. Auch Sinclair Lewis erblickte an einem 7. Februar (1885) das Licht der Welt.
Am selben Datum geboren wie Charles Dickens und Sinclair Lewis, da bleibt ja kaum etwas anderes, als selbst zur Feder zu greifen. Was Doris Gercke (7. Februar 1937) tat. Sie wählte ein Genre, das meiner Lesewelt näher ist, und schuf die raubeinige und trinkfeste Kriminalbeamtin „Bella Block“. Die Romane wurden nicht zuletzt durch die Fernsehverfilmungen mit Hannelore Hoger in der Titelrolle zu Bestsellern. Obwohl die Drehbücher mittlerweile von anderen Autoren geschrieben werden, nachdem Doris Gercke die Rechte an der Fernsehfigur abgegeben hat.
Auch dieser Sonntag, 06. Februar 2022, sollte ja eigentlich ein Tag der Ruhe und Einkehr sein. Was bisweilen schwer fällt, wenn man Nachrichten konsumiert und außerdem jedem Trend folgen möchte.
Es kann nur einen geben! Nein, ich denke keineswegs an den Film „Highlander“, sondern an das von mir kaum weniger geschätzte Bier. Zwei Weihe-Tempel des edlen Gerstensaftes liegen sich aktuell allerdings in den Haaren. Das Hofbräuhaus München (mit „äu“) sieht seine Markenrechte verletzt und zieht gegen das Dresdner Hofbrauhaus (ohne Trema über dem „au“) vor den Kadi. Unwillkürlich fragt man sich, was wohl Alois Hingerl, Nr. 172, Dienstmann, und Ludwig Thomas berühmter „Münchner im Himmel“ dazu sagen würde. Vermutlich: „A Manna! Da balst ma net gehst mit dein Manna!“ Und recht hätte er, denn nach „oans, zwoa, gsuffa!“ weiß doch eh keiner mehr, ob es nun Hofbräu- oder Hofbrauhaus heißt…
Ebenfalls an meinen Nerven zerrt ein im Bekanntenkreis gehypter Fernost-Import. Heute ist (zumindest in USA) der „Tag der Essstäbchen“ (National Chopsticks Day). Und ich breche mit bestenfalls die Finger, wenn ich Messer und Gabel zugunsten der langen Hölzchen weglege. So würde ich vermutlich verhungern, wollte ich dem Stäbchen-Trend folgen. Was mich beruhigt ist der begründete Verdacht, dass die Holzstöckchen weder im Hofbräu- noch im Hofbrauhaus eine Chance haben werden. Hendl und Haxn sind nicht wirklich Stäbchen-Food.
Bob-Marley-Tag
Schon sehr viel mehr mein Ding ist ein Aktionstag aus Jamaika: Am 6. Februar 1945 wurde auf der Karibikinsel Robert „Bob“ Nesta Marley geboren. Und an den weltbekannten Reggae-Musiker erinnert der heutige „Bob-Marley-Tag“. Auch ich werde mir selbstverständlich ein paar Reggae-Titel zu Gemüte führen und an den genialen Musiker denken, der 1981 im Alter von nur 36 Jahren verstarb und zur Legende wurde.
Frau und Kinder von Boby Marley halten die Erinnerung wach und befeuern den Kult um den Reggae-Musiker.
Da der Musiker Fans in aller Welt hatte und hat, gibt es sogar mehrere Bob-Marley-Gedenktage. In Kanada beispielsweise hat der Bürgermeister von Toronto den 8. Februar zum offiziellen „Bob-Marley-Tag“ erklärt. Reggae-Konzerte zu Marleys Ehren gibt es rund um den Globus. Und auch an Lektüre über den Jamaikaner mangelt es nicht. Als Standardwerk gilt beispielsweise Timothy Whites „Bob Marley – Catch A Fire“. Aber auch Marleys Familie hält die Erinnerung wach (und füllt damit wohl auch die Bankkonten): Rita Marley, „die Frau an seiner Seite“ (neben unzähligen Affären) veröffentlichte „No Woman No Cry – Mein Leben mit Bob Marley“. Und Sohn David Ziggy Marley öffnet die Fotoalben: „Bob Marley: Bilder einer Legende. Mit vielen unveröffentlichten Bildern aus dem Familienarchiv.“