Samstag 18. Juni Surfen gehen

Auf Wellen oder Seiten surfen

Dieser Samstag, 18. Juni, soll der bislang heißeste Tag des Jahres werden. Und meine Wetter-App legt von Tag zu Tag nach. Anfang der Woche war von 27 Grad die Rede, gestern wurden dann 30 Grad angekündigt.

Heiße Hitze-Tipps hatten wir ja gestern schon angekündigt. Nun fehlt also eigentlich nur noch der entspannende Schmöker, der im Schatten eines Baumes auf der Liege im Garten genossen werden kann. Der Online-Shop der BÜCHER-HEIMAT hat dafür ebenso wie die Buchhandlung in der Herzog-Wilhelm-Straße 64c in Bad Harzburg selbstverständlich einige Top-Tipps parat und schwärmt schon mal mit dem Spiegel-Beststeller von Meike Werkmeister: „Das Glück riecht nach Sommer“.

„Papier & Blut“, zweiter Teil der „Chronik des Siegelmagiers“ von Kevin Hearne sollte unterdessen Fantasy-Fans magisch anziehen. Und „Der große Sommer“ von Ewald Arenz überzeugt ja in jedem Fall schon mal mit dem Titel. Laut Süddeutscher Zeitung aber erzeugt der Roman zudem einen „Sog, der das Weiterlesen zur absoluten Notwendigkeit macht“.

Von schriftstellerischer Sogwirkung kann man ohne Frage bei einer Frau sprechen, die heute 102 Jahre alt geworden wäre: Utta Danella dürfte ohne Frage als Königin der Trivialliteratur bezeichnet werden. Unzählige Fans bescherten ihren Romanen wie „Begegnung in der Nacht“ eine Gesamtauflage von unglaublichen 70 Millionen Exemplaren.

Da kommt Mirjam Pressler, die heute 82 Jahre alt geworden wäre, nicht mit. Obwohl sie zu den erfolgreichsten deutschen Kinder- und Jugendbuchautorinnen gehört. Gleich ihr Erstling war auch ihr erfolgreichstes Buch. „Bitterschokolade“, die Geschichte um ein korpulentes Kind, das seinen Kummer in sich hineinfrisst, erreichte eine Auflage von mehr als 400.000 Exemplaren.

Man könnte den Sommertag natürlich auch ohne Buch, dafür aber auf und im Wasser verbringen. Anlass, statt auf Buchseiten auf Wellen zu surfen, wäre beispielsweise der heutige International Surfing Day, der seit 2013 immer auf den dritten Samstag im Juni fällt. Eine Einschränkung: Es gibt zwar „111 Gründe, surfen zu gehen“, aber im Harz ist der Sport doch eher schwieriger umzusetzen…

Wem es für einen Ausflug nicht zu heiß ist, der hätte einen guten Grund, das Kyffhäuserdenkmal anzusteuern, denn es wurde heute vor 126 Jahren eingeweiht. Das 81 m hohe Denkmal ist nach dem Völkerschlachtdenkmal in Leipzig und dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica das drittgrößte Denkmal Deutschlands. Die passende Lektüre zur Einstimmung: „Im Zauberbann des Kyffhäusers – Die Kyffhäuser-Sagen nach Ludwig Bechstein“.

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Freitag 17. Juni Hitze-Hilfen

Erinnerungen und Hitze-Hilfen

Heute wäre mal Nationalfeiertag gewesen. Wir schreiben Freitag, 17. Juni 2022. Und während an diesem Datum vor der Wiedervereinigung einst bundesweit an den Arbeiter-Aufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR gedacht wurde, erinnert heute zumindest noch Thüringen an die Opfer des SED-Unrechts.

Mehr als 30 Jahre nach der Wende, Mauerfall und Wiedervereinigung sind die Ereignisse des Frühsommers 1953 für viele Menschen erkennbar nur noch blasse Erinnerungen. Oder sie dienen als Hintergrund für eine Krimihandlung. Immerhin hat es der Thriller „Juni 53“ im vergangenen Jahr in die Spiegel-Bestsellerlisten geschafft.

Näher an den historischen Abläufen dürfte ein Roman des großartigen Schriftstellers Stefan Heym sein. Dem DDR-Autor gelang mit „5 Tage im Juni“ ein packender Zeitroman, der zugleich wohl das bekannteste Werk Heyms ist. Und wer noch genauer an den historischen Fakten bleiben will, greift zu „17. Juni 1953“, um die Vor- und Nachgeschichte des Volksaufstands für sich zu erschließen.

Aktuell beschäftigt die allermeisten von uns allerdings ein ganz anderes Szenario. Wir sollen den Vorhersagen nach vor einem irren Hitze-Wochenende (oder zumindest Hitze-Samstag) stehen. Da gilt es, sich zumindest schon mal mit probaten Gegenmaßnahmen zu befassen.

Flüssigkeitsaufnahme kommt da in aller Regel als das Zauberwort. Was auch richtig ist, aber Mineralwasser finde ich langweilig und schaffe meist keine größeren Mengen. Was erstaunlich ist, denn bei Bier und Wein habe ich da keine so großen Probleme. Alkohol jedoch ist bei Hitze absolut kontraproduktiv. Also werde ich mich mit „Natürlich genießen: Alkoholfreie Cocktails“ über Wasser halten.

Wen es partout in die Natur (und damit in die Sonne) zieht, der hat im Harz ja zum Glück das Oberharzer Wasserregal. Das Welterbe bietet großartige Badeseen (ganz sicher noch kalt) und sogar die Wanderstrecken entlang der Bachläufe und Seen sind zumindest für Seele und Geist erfrischend. Eine Karte „Weltkulturerbe Oberharzer Wasserwirtschaft 1:25000“ könnte helfen, schweißtreibende Um- und Irrwege zu vermeiden.

Wem das alles viel zu anstrengend ist, der kann sich natürlich mit viel lecker Speiseeis runterkühlen. Wobei die aktuelle Preisentwicklung oft dazu angetan ist, einem dann doch wieder den Schweiß auf die Stirn zu treiben. Etwas günstiger wird es mit der Do-it-yourself-Methode: „Eis! Gelato! Sorbet! Alles selbst gemacht!“ Mit den Rezepten „mit und ohne Eismaschine“ sollten jeder Hitzewelle schadlos über uns hinwegziehen.

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Donnerstag 16. Juni Im Galopp

„Boxen auf!“ heißt es heute in einem Monat bei der 142. Galopprennwoche. Das Foto aus dem Ahrens-Archiv der Bad Harzburg-Stiftung stammt aus dem Jahr 1978.

Im Galopp auf die Rennwoche zu

Irgendwas war am 16., aber an welchem und was? Kennen Sie das Gefühl? Mich trieb es an diesem Donnerstag, 16. Juni 2022, um – bis es Klick machte: Vermutlich steht auch heute Bedeutendes an, aber was sich in meinem Hinterkopf verankert hatte, war die 142. Harzburger Galopprennwoche, die in einem Monat, am 16. Juli, beginnt.

Ich muss zugeben, Pferde sind mir schlicht zu groß, um Einzug in die Riege meiner Lieblingstiere zu halten. Die Rennwoche ist aber trotzdem eine der schönsten „Pflichtveranstaltungen“ des Jahres. Und ich stimme mich darauf stets mit einem Krimi aus der Feder von Dick Francis ein. Der gewann als Jockey mehr als 300 Rennen unter anderem für den Stall der Queen Mum, verlegte sich aber nach einem Sturz aufs Schreiben – und war damit sogar noch erfolgreicher.

Viele Fans hat auch der Schauspieler Patrick Stewart vor allem dank seiner Rolle als Catain Jean-Luc Picard auf der USS-Enterprise-D. Heute ist sein Tag, also der „Captain-Picard-Tag“ (Captain Picard Day).  Dabei geht es mir allerdings wie mit James Bond. Es kann nur einen geben. Bei Bond ist das Sean Connery (obwohl Daniel Craig an meinem 007-Denkmal kratzte). Und auf der Brücke der USS-Enterprise kann nur James Tiberius Kirk das Sagen haben.

Kirk-Darsteller William Shatner gab eine Autobiographie heraus mit dem Titel: „Lebe lang … und was ich auf meinem Weg lernte“. Er dürfte einiges gelernt haben, denn zumindest sein Film-Weg war sehr lang und reichte bis in „unendliche Weiten“.  Geholfen werden kann mit einem Buch aber auch jenen Fans, die die stets blitzschnellen und immer korrekten Entscheidungen der Enterprise-Crew bewundern: „Unendliche Weiten: Lösungsorientiert denken mit Captain Kirk, Mr. Spock und Dr. McCoy“.

Heute ist außerdem auch noch Bloomsday. Eine Art literarischer Nationalfeiertag in Irland zu Ehren des James Joyce Romans „Ulysses“. Viel mehr vermag ich dazu nicht auszuführen, denn obwohl alle Welt vom „Jahrhundertwerk“ spricht, bin ich an dem Roman sogar in mehrfachen Anläufen gescheitert.

Zwei Größen der US-Kultur, die ich beide schätze, machten heute vor 70 Jahren von sich Reden. Am 16. Juni 1952 zeigte Andy Warhol „Fifteen Drawings Based on the Writings of Truman Capote“ und gestaltete damit in der Hugo-Galerie in New York City seine erste Einzelausstellung. Da schweift mein Blick doch sofort zum Bücherregal und „Frühstück bei Tiffany“.

Und dann hatte da vor 62 Jahren ein Film US-Premiere, der unzählige Menschen (auch mich) in Angst und Schrecken versetzte und als Suspense-Klassiker gilt: „Psycho“ wurde allerdings nicht allein aufgrund der hohen Kunst von Regisseur Alfred Hitchcock zu einem enormen Erfolg. Eine Werbekampagne sorgt für Schlangen an den Kinokassen.

„Psycho“ hat unterdessen die Liste meiner „Möchte-ich-noch-lesen-Bücher“ verlängert. Bei den Recherchen zu unserem „bebücherten Kalenderblatt“ stellt ich schon wieder erstaunt fest, dass der Leinwand-Thriller auf einer Buchvorlage basiert.  Die Idee zum nervenzerfetzenden Film lieferte der gleichnamige Roman von Robert Bloch.

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Mittwoch 15. Juni Hitze und Strandkorb

Die Kunst des Strandkorb-Sitzens

Ein wenig komme ich an diesem Mittwoch, 15. Juni 2022, ins Schwitzen, wenn ich auf die Wettervorhersage fürs Wochenende schaue und Werte an die 30 Grad entdecke. Da kommt das Strandkorb-Jubiläum genau richtig.

Heute ist es 140 Jahre her (1882), da stellte ein gewisser Wilhelm Bartelmann in Warnemünde für eine von Rheuma geplagte Kundin den weltweit ersten Strandkorb her. Von Patenten und industrieller Produktion hielt der Hof-Korbmacher am Großherzoglich mecklenburg-schwerinschen Hof nichts, so machten später andere das Geld mit seiner Idee.

Für alle, die mehr wissen wollen, empfiehlt sich wohl das „Das Buch vom Strandkorb“. Es beginnt mit der Gebrauchsanweisung „Strandkorb für Anfänger„, denn wie ich selbst erfahren musste, ist das entspannte Strandkorb-Sitzen eine Kunst.

Hat man den Dreh raus, kann man auch „Vom Strandkorb aus betrachtet“ die „Naturphänomene am Lebensraum Meer“ entdecken.  Beide Bücher wären sinnvollerweise im Strandkorb zu lesen. Wobei der ja nicht zwingend am Strand stehen muss, bei uns im Garten schlägt auch ein von meiner Frau bevölkertes Exemplar Wurzeln und zwingt mich zu Rasenmäher-Slalom.

Weniger Grund zum Feiern bescherte uns der 15. Juni 1954, als in Basel der Europäische Fußballverband UEFA gegründet wurde. Wenn überhaupt würde ich über das Agieren der Funktionärs-Kaste nur eine Bachelorarbeit lesen wollen. „Financial Fairplay“ ist eine der vielen Idee der UEFA, die sich mir nicht erschließen. Schon gar nicht, wenn in Milliardenhöhe verschuldete Klub Mondsummen für Fußballstars bieten…

Einen für mich herausragenden Feiergrund bescherte der 15. Juni 1937, weil da der von mir verehrte Journalist, Kabarettist, Schauspieler und Entertainer Herbert Feuerstein sein Erdenlaufbahn startete. Als Chefredakteur des deutschen „Mad“-Magazins schuf er einen Hort enthemmter Albernheit und etablierte „stöhn“, „lechz“, „würg“ und „hechel“ selbst im deutschen Intellektuellen-Sprech. Später brillierte er an der Seite von Harald Schmidt in den Fernsehsendungen „Pssst…“ und „Schmidteinander“.

Sogar für seinen Tod, der ihn 2020 ereilte, hatte er mit einem selbstgeschriebenen Nachruf bestens vorgesorgt: „Ich will nicht lang drum rum reden, ich bin jetzt tot, und Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, werden das eines Tages auch sein“. Bis dieser Fall eintritt, werde ich bestimmt noch einmal die DVD „Wir feiern Herbert Feuerstein – Ein Leben mit Mozart und Lechz, Hechel, Würg“ genießen. 528 Minuten herrlich alberner Anarchismus vom Allerfeinsten.

Übrigens: Heute lohnt sich ein Blick aufs Wetter, wir haben St. Veit (Vitus) und da prophezeit der Bauernkalender: „Nach St. Veit, da ändert sich die Zeit; / dann fängt das Laub zu stehen an, / dann haben die Vögel das Legen getan.“ Und „wenn es an Vitus regnet, dann regnet es Pilze“. Für deren Fans empfiehlt sich „Das Kosmos Handbuch Pilze“. Und für alle, die keine Waldläufer-Karriere anstreben: „Pilze selbst anbauen“.

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Dienstag 14. Juni Weltblutspendetag

Der ganz besondere Saft

Für Statistiker: Dieser Dienstag, 14. Juni 2022, ist der 165. Tag des gregorianischen Kalenders. Und laut Adam Riese (365 minus 165) bleiben uns somit noch 200 Tage bis zum Jahresende. Zu früh für die Silvesterpartyplanung – auch wenn in den Supermärkten bestimmt bald die ersten Weihnachtsmänner auftauchen.

Geht Blut spenden. Rettet Leben. (ext.)  Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ruft eindringlich zu Blutspenden auf. Und heute aus einem besonderen Grund, denn der 14. Juni ist zu Ehren des Geburtstags von Karl Landsteiner, dem Entdecker der Blutgruppen, der internationale Weltblutspendetag.  

Ich weiß zwar um die Bedeutung des Lebenssafts, muss aber gestehen, dass ich panische Angst vor spitzen Spritzen und Nadeln habe. Wer mehr über Blut erfahren will, steht vor einer schwer zu überschauendem Bücherangebot. Da will der nicht gänzlich unumstrittene Mediziner Dr. Ulrich Strunz „Die Geheimnisse unseres flüssigen Organs“ lüften und soll ein Band aus der Reihe Gesundheit mit der Apotheke „Blutwerte verstehen“ helfen.

Bei einigen Büchern auch aus den Spiegel-Bestsellerlisten hat man damit gar kein Problem, das große Blutbild gibt es griffig gleich im Titel. Willi Weber, Ex-Schumi-Manager, hat demnach „Benzin im Blut“. Derweil kommt ein bajuwarischer Krimi dem Täter mit „Weißbier im Blut“ auf die Spur. Und J.K. Rowling schürt unter dem wenig zauberhaften Pseudonym Robert Galbraith „Böses Blut“. Sage und schreibe mehr als 6000 Einträge weist der Online-Shop der BÜCHER-HEIMAT zum Thema Blut auf.

In den USA wird heute unterdessen der „Flag Day“ („Flaggentag“) begangenen werden. Es ist der Tag, an welchem in den Vereinigten Staaten an die Einführung der offiziellen amerikanischen Flagge erinnert wird. Wobei wir wieder bei einem Buch wären, das ich schon in den Lesetipps der BÜCHER-HEIMAT besprochen habe: „Spaß mit Flaggen“.

Geburtstag haben heut etliche Prominente, darunter die Schriftstellerin Harriet Beecher Stowe (1811), an deren großen Roman „Onkel Tom’s Hütte“ wir schon vor einigen Tagen erinnerten. Da man sich den Geburtstag und damit auch die „Mit-Geburtstagskinder“ nicht aussuchen kann, gibt es in den Wiegenfest-Listen immer wieder interessante Kombinationen – und bisweilen auch Kollisionen.

Am 14. Juni 1928 wurde der Arzt, Politiker und Guerillaführer Che Guevara geboren. Bis heute eine (auch von Fotografen gemachte) Revoluzzer-Ikone. Ebenfalls am 14. Juni, allerdings 1946, startete der Milliardär, Showman und US-Präsident Donald Trump, den Familienmitglieder als den „gefährlichsten Menschen der Welt“ bezeichnen, ins Leben. Dass die beiden mal zusammen eine Party hätten schmeißen können, erscheint eher unwahrscheinlich. Und schon gar nicht hätte Che Guevara dem Donald Trump einen Brief geschrieben mit „Ich umarme dich mit all meiner revolutionären Hingabe“

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Montag 13. Juni Wunder(bar)

Ein Wunder und wunderbare Krimis

Früher wird es nicht mehr und später nur noch ein wenig. Ich rede nicht von der Bahn und dem 9-Euro-Ticket, sondern habe an diesem Montag, 13. Juni 2022, wieder die Sonne im Blick.

Die hat uns am Wochenende durchaus verwöhnt und startet ihr Tagwerk jetzt um 4.59 Uhr. Früher wird es nicht mehr. Und da die Sommersonnenwende am 21. Juni quasi vor der Tür steht, hat die Sonne auch fast ihr Tages-Maximum erreicht. Von 4.59 Uhr bis 21.36 Uhr ist sie 16:36 Stunden unterwegs. Noch vier Minuten mehr, dann ist das Ende der Fahnenstange erreicht und die Tage werden wieder kürzer.

Wenn mich einer zu Arbeit auffordert, steigt er gemeinhin nicht in meinem Sympathie-Ranking. Die großen deutschen Dichter und Denker ticken da ofenkundig anders. Am 13. Juni 1794 forderte Friedrich Schiller Johann Wolfgang von Goethe zur Mitarbeit an der Zeitschrift „Die Horen“. Beginn einer lebenslangen Freundschaft und auch der „Weimarer Klassik“.

Der 13. Juni vor 32 Jahren (1990) ist für viele Deutsche weiter das Finale eines Wunders: An diesem Tag begann in der Bernauer Straße beginnt offiziell der Abriss der Berliner Mauer. Zuvor hatten bereits die Mauerspechte heftig am „antifaschistischen Schutzwall“ gepickelt und am 3. Oktober 1990 war dann die deutsche Einheit, die viele meiner Generation nicht für möglich gehalten haben, vollendet.

Auch wenn avisierten „blühenden Landschaften“ auf allen Seiten bisweilen Wildwuchs bescherten, muss man sich ab und an kneifen, um das Wunder der Wende nicht zu bagatellisieren. Oder einen der vielen „Wenderomane“ lesen. Wobei für mich „Herr Lehmann“ von Sven Regener nicht gerade der klassische Vertreter, aber toll zu lesen ist.

Alles andere als ein Wunder ist es, wenn Real Madrid die Champions-League (einst Europapokal der Landesmeister) gewinnt. Das ist in diesem Jahr zum 14. Mal passiert. Am 13. Juni 1956 begann der muntere Reigen, gewannen die Königlichen gegen Stade Reims ihren ersten Europapokal der Landesmeister.

Sie gehörte zu den „British Crime Ladies“ und zu meinen Lieblingsautorinnen: Dorothy Leigh Sayers wäre heute 129 Jahre alt geworden. Was mich (und vielleicht auch andere Fas) daran erinnert, dass man mal wieder beispielsweise einen Lord-Peter-Wimsey-Roman lesen sollte. Gleich zwei dieser Krimis listet die Zeitung „The Guardian“ unter den 1000 Romanen, die jeder gelesen haben sollte, auf: „Der Tote in der Badewanne“ und „Mord braucht Reklame“ (beides MP3-CD Hörbücher).

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Sonntag 12. Juni Viel Aktion

Viel Aktion statt fauler Sonntag

Wie gut, dass dieser 12. Juni 2022 ein Sonntag ist. Wir hätten sonst gar nicht genug Zeit, die heute anstehenden Aktionstage gebührend zu würdigen. Die Themenpalette reicht von Superman über Hunde, Gärten, rote Rosen, Liebende bis zu Tagebüchern und Falafel.

Versuchen wir, uns der Reihe nach durchzuarbeiten, wofür Superkräfte praktisch – und die Holzhammer-Überleitung zum US-„Superman-Day“ geschafft wäre. Der startete 2013 als Werbe-Clou von DC Entertainment für den Film „Man of Steel“.  Aber bei dem Helden in seinem blauen Strampler mit dem roten Flatter-Cape feiert die ganze Welt gern mit.

Wir könnten dies bei einer Grillparty im Garten erledigen und zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, denn seit 1984 ist der zweite Sonntag im Juni auch der „Tag des Gartens“ in Deutschland. Der soll den „positiven Einfluss des Kleingartens und der Gartenarbeit auf die Physis und Psyche des Menschen“ und die „städtebauliche, ökologische und soziale Bedeutung“ betonen.

Wenn wir schon im Garten sind, finden wir dort vielleicht auch den nächsten Feier-Grund: Heute ist „National Red Rose Day“ in den USA. Wir allerdings feiern eher am 7. Februar den „Tag der Rose“ allgemein (250 Arten), sozusagen als Start in die Valentinswoche. Und für alle, die wie ich gern mit unnützem Wissen prahlen, hier auch noch die im Wortsinn sagenhafte Erklärung für die Farbe der roten Rose: Es ist das Blut der Göttin Aphrodite, die sich an den Dornen verletzte…

Die Amerikaner könnten mit ihrem „Rote-Rosen-Tag“ am ehesten noch in Brasilien landen. Dort steht heute der „Dia dos Namorados“, der „Tag der Liebenden“ an. Es ist schlicht gesagt die brasilianische Variante des Valentins-Tages, denn am 14. Februar ist man(n) und frau rund um Rio schon anderweitig feiernd unterwegs. Karneval.

Vom Namen her scheint der „Rote-Rosen-Tag“ auch prima zum „National Loving Day“ am 12. Juni in USA zu passen. Dieser allerdings hat einen ernsten Hintergrund: Am 12. Juni 1967 hob der Oberste Gerichtshof das Gesetz gegen gemischtrassige Ehen (ext. Wikipedia) auf, gegen das das Ehepaar Mildred und Richard Loving durch alle Instanzen klagte.

Puuuuuh! Wir müssen bei der ganzen Feierei abkürzen. Heute ist „Tag des Hundes“ in Deutschland. Aber den für viele besten Freund des Menschen können wir auch am „Welttag des Hundes“ im Oktober noch gebührend würdigen.

Außerdem ist heute der „Tag des Tagebuchs“. Dass dieser am 12. Juni begangen wird, liegt am Geburtstag der Autorin des bekanntesten (und bedrückendsten) Tagebuchs der Welt:  Der heutige Sonntag ist auch „Anne-Frank-Tag“.

Wenn nun jemand nach so viel Aktion eine Stärkung benötigt, wissen wir wenigstens, was gereicht werden sollte: Heute ist „Internationaler Falafel-Tag“ (International Falafel Day). Guten Appetit!

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Samstag 11. Juni Ein großes Thema

Ein sehr großes, schweres Thema

Kann man Dinosaurier totreiten? Die Frage beschäftigt mich an diesem Samstag, 11. Juni 2022, bereits seit drei Tagen. Genauer gesagt seit dem Kinostart von „Jurassic World 3“.

Ich bin zeitlebens Dino-Fan. Was auch nicht schwer ist, denn die Giganten kommen in Wellen immer wieder. Nicht wirklich natürlich, sondern als Verkaufsrenner in Buch und Film oder auch als „Zugpferde“ im Dinopark Münchehagen (ext.).

Da war ich mit allen drei Jungs mehrfach. Dank „Europasaurus holgeri“, der im Kalkwerk Oker gefunden und in Münchehagen präpariert wurde, konnte ich meinen Spieltrieb sogar als berufliche Reise verbrämen. Und auch wenn die Wissenschaftler ihn als „verzwergt“ bezeichneten, war es ein durchaus gewichtiger Grund mit etwa acht Metern Größe und einer Tonne Gewicht.

Dass aus seinem 32 Jahre alten Top-Thriller „Jurassic-Park“ (in Deutschland: „Dino-Park“) einmal ein derart erfolgreiches Franchise mit jetzt allein sechs Filmen wird, hat vermutlich nicht einmal Autor Michael Crichton erwartet. Obwohl auch er das Thema weiter ausgepresst hat, inklusive des in der Streaming-Serienwelt obligatorischen „Prequel“: „Dragon Teeth – Wie alles begann“.

Ich muss einräumen, dass ich nur den ersten Film von Steven Spielberg (DVD) gesehen – und danach ganz schlecht geschlafen habe. Ich liebe zwar Dinos (in Büchern), stehe aber innerlich eher den „Schisshasen“ näher. Da half damals auch nicht, dass ich mir bewusst machte, dass kein Dinosaurier unter mein Bett passt. Die Dino-Einstiegsdrogen wie „Dinosaurier. Im Reich der Riesenechsen“ aus der Kinderbuch-Reihe „Was ist was“ sind mir einfach lieber.

Aber damit stehe ich wohl eher allein. Obwohl „Jurassic World 3“ mit eher miserablen Kritiken bedacht wird, rollt die Merchandising-Maschinerie einmal mehr erfolgreich auf Hochtouren an. Auch auf dem Büchermarkt. Pünktlich zum Kinostart gibt es „Jurassic Park. Das ultimative Kompendium“. Und wer sich nach Buchlektüre oder Kino-Spektakel am heimischen Herd um das eigene Wohlbefinden kümmern will, greift zu „Jurassic World. Das offizielle Kochbuch“.

Da ich über keine Pfannengröße für ein Dino-Schnitzel verfüge, grübele ich noch, ob ich mir die „dinotastischen Rezepten für alle Pflanzen- und Fleischfresser“ zulege. Und derweil entschuldige ich mich auch noch bei allen Nicht-Dino-Fans für dieses monothematische „bebücherte Kalenderblatt“. Aber ich liebe Dinos doch so…

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Freitag 10. Juni „Et löppt!“

„Et löppt!“ – und es läuft prima!

Ein Start für Rätselfans an diesem Samstag, 11. Juni 2022: Zweizehiges Faultier? Richtig: Unau! Zehnzehiges Faultier? Blogautor Werner, der für das heutige „bebücherte Kalenderblatt“ kurzerhand den neuen Newsletter genutzt hat. Womit zugleich Abbitte bei allen Doppelabonnenten geleistet sei.

Die üblichen 100 Tage bis zu einem ersten Resümee warten wir nicht ab. Auch weil wir „Frauen-Power plus“ in der BÜCHER-HEIMAT zu melden haben. Die Kunden würdigen die Idee der gemeinnützigen BÜCHER-HEIMAT und verhalfen der Mitmach-Buchhandlung zu einem fantastischen Start.

Was wiederum Konsequenzen hat: Trotz vieler ehrenamtlicher Mitstreiter*Innen geriet das Team an Grenzen. Um vor allem auch Chefin Sonja Weber den Rücken für ihre vielfältigen Aufgaben etwas freizuhalten, wächst die Zahl der angestellten Mitarbeiterinnen. „Frauen-Power plus“ in der BÜCHER-HEIMAT.

Mit von der Partie ist jetzt Anette Wiegmann (Foto oben rechts). Die gebürtige Bad Harzburgerin hat die Kurstadt mit 17 Jahren verlassen und ist nun 17 Jahre später mit Mann und fast zweijähriger Tochter zurückgekehrt.  Die 34-Jährige hat Einzelhandelserfahrung und sich in der Elternzeit nebenberuflich mit einem Podcast-Service selbstständig gemacht.  Lieblingslektüre:  Liebesromane, Fantasy und Jugendbüchern. Und sie hat ein großes Ziel: Das Lesen bei Kindern fördern. Womit Annette Wiegmann in der BÜCHER-HEIMAT richtig ist.

Sozusagen „ante portas“ steht Lena Scholz aus der Hansestadt Havelberg (bei Stendal). Die 17-Jährige schließt gerade ihre Schullaufbahn ab und startet dann als Auszubildende in der BÜCHER-HEIMAT durch. Womit Lena Scholz ihre Leidenschaft fürs Lesen (und mittlerweile auch fürs Schreiben) zum Beruf macht. Das einzigartige Konzept der BÜCHER-HEIMAT hat sie dabei sofort fasziniert. In Bad Harzburg und im Harz ist Lena Scholz zudem auch mit ihrem zweiten Hobby richtig: Sie liebt die Natur und das Fotografieren. Auf dem Foto oben links ist sie eingerahmt von Sonja Weber und Teammitglied Andrea Scholz (nicht verwandt) zu sehen.

70 Tage seit dem Start der BÜCHER-HEIMAT vergangen. Im schönsten Platt der Region können wir alle zusammen konstatieren: „Et löppt!“. Und es läuft sogar prima. Die Mitmach-Buchhandlung ist erkennbar zu einer Attraktion und zu einem Treffpunkt in der Stadt geworden. Und auch im Internet auf der Website lässt sich das Interesse ablesen. Seit dem Start am 2. April verzeichneten wir (Stand 08.06.) 2334 Besucher und 16.377 Seitenaufrufe. Das entspricht 35 Besuchern und 241 Seitenaufrufen pro Tag. Und wie man an der Statistik-Weltkarte sieht, können die BÜCHER-HEIMAT-Fans auch in fernen Landen nicht von ihrer Buchhandlung lassen.

Ganz weit vorn sind die „Ganz persönlichen Lesetipps“, die ebenso wie der kostenfreie tägliche Blog mehr als 30-mal pro Tag aufgerufen werden. Und „Lesetipps“ könnten wir in der BÜCHER-HEIMAT noch viel mehr gebrauchen. Zum einen, weil sie für sich genommen Lesefutter sind, zum anderen, weil sie viele tolle Lektüre-Tipps bieten. Man muss übrigens nicht zum Team der BÜCHER-HEIMAT gehören, um einen Buchtipp abzugeben. Da ist auch jede Kundin und jeder Kunde gern gesehen.

Drei großartige Lesungen mit Carl-Ludwig Reuss, Carola Bethge und Morten Hübbe trugen nachhaltig dazu bei, die BÜCHER-HEIMAT zu dem ganz besonderen Treff für Bücherfreunde werden zu lassen, der den Initiatoren und dem Team stets vorschwebte. Der Reigen der Top-Lesungen reißt dabei nicht ab.

Heute Abend (20 Uhr) liest Roland Lange aus seinem Harz-Krimi „Harzhunde“. Prof. Matthias Steinbach kommt eine Woche später, am Freitag, 17. Juni, um 19.30 Uhr mit seinem Buch „Also sprach Sarah Tustra“ in die BÜCHER-HEIMAT. Der Journalist Imre Grimm präsentiert „Kolumnen aus einem lustigen Land“ am Freitag, 8. Juli: „Über Leben in Deutschland“. Am 29. Juli präsentiert dann Fabia Waldner (dahinter verbirgt sich Harzkrimi-Autor Mick Schulz) „Die Gutsherrin“. Und den 1. September werden sich alle Eintracht-Braunschweig-Fans rot im Kalendern markieren, denn dann serviert Axel Klingenberg „populäre Irrtümer und andere Wahrheiten. ‚Für Klugscheißer’“ über die Löwen.

Eine Übersicht über die Lesungen ist auf der BÜCHER-HEIMAT-Website zu finden. Für alle Lesungen gilt zweierlei: Es ist ratsam, sich anzumelden. Und der Eintritt ist zu allen Lesungen der gemeinnützigen Buchhandlung frei!

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Donnerstag 9. Juni Lärmende Lüge

Vogellärm entlarvt literarische Lüge

An diesem Donnerstag, 9. Juni 2022, können wir unserem „Untermieter“, dem Ahrens-Fotoarchiv der Bad Harzburg-Stiftung, gratulieren: Wir begehen (die meisten sicher unbeeindruckt) den Internationalen Tag der Archive (International Archives Day) im Zeichen des Erhalts der Wissens- und Informationssammlungen.

Ansonsten grübele ich heute früh schon ewig darüber nach, wie Eric Malpass seinen schönen Roman „Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung“ nennen konnte. Aktuell hört sich das nach einer glatten Lüge an, denn vor meinem Fenster lärmt eine extrem ausdauernde Vogelschar.  Was auch darauf hinweist, dass die Sonne heute schon um Punkt 5.00 Uhr aufgegangen ist.

Vielleicht würde ich mich besser fühlen, wenn ich die Krakeeler wenigstens identifizieren könnte. Das große „Handbuch Vögel beobachten“ erscheint mir dabei etwas überdimensioniert und hat einen entscheidenden Nachteil: Ich müsste mich aus den Kissen stemmen, um die Pieper zu sehen.

Immerhin, es gibt eine CD mit „Vogelstimmen im Wald“. Entweder, um die gefiederten Freunde vom warmen Bett aus identifizieren zu können. Oder aber für all jene, die partout nicht genug bekommen können: Gesamtspieldauer 61:51 Minuten. Und dann kann man bestimmt Wendehals und Gelbspötter von der Klappergrasmücke unterscheiden. Hurra!

Heute hat aber auch noch eine Berühmtheit Geburtstag, die meinen Lebensweg fast durchweg begleitet hat: Der 9. Juni ist seit 1934 Donald-Duck-Day. Die berühmteste Ente der Welt, deren Geheimnisse „Donald Duck für Duckies“ entschlüsseln will, wird also 88 Jahre alt – wenn man als Stunde der Geburt ihren ersten Auftritt in dem Disney Zeichentrickfilm „Die kluge kleine Henne“ (The Wise Little Hen) zugrunde legt.

Es war zwar zunächst nur eine Nebenrolle, aber Donald gewann schnell Freunde. Was ihm und seinen zeichnerischen Ur-Vätern Al Taliaferro und Bob Karp eine eigene Filmreihe bescherte, die mit dem Kurzfilm „Don Donald“ 1937 startete. Ganz groß raus kamen Donald und seine Mit-Enten dann dank des legendäre Carl Barks, der bei Disney den Grundstein des Entenhausen-Universums legte. Auch darüber bieten Bücher selbstverständlich „Die ganze Wahrheit“.

Und wer von Schnabel- und Bürzel-Späßen absolut nicht genug bekommen kann, der studiert auch noch das „Große Entenbuch der Rekorde“. Wobei Geschnatter auch nicht angenehmer als lärmendes Gezwitscher ist…

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