Dummheit ist auch eine natürliche Begabung

Dummheit ist auch eine natürliche Begabung

Dummheit ist auch eine natürliche Begabung

Karfreitag, 15. April. Christen in aller Welt gedenken des Leidens und Sterbens Jesu Christi am Kreuz. Ein stiller Feiertag, auch wenn dies in einer immer schneller und lauter werdenden Welt unterzugehen droht.

Trotz Karfreitag kommen wir heute nicht an einem der größten deutschen humoristischen Dichter vorbei. Wilhelm Busch erblickte heute vor 190 Jahren das Licht der Welt. Der satirische Zeichner und von vielen als „Pionier des Comics“ gefeierte Mann schuf unsterbliche Bildergeschichten wie „Max und Moritz“ (1865), „Die Fromme Helene“ (1872) und „Plisch und Plum“ (1882).

Die berühmte zweibändige Gesamtausgabe aus dem Jahr 1959 wurde übrigens von einem anderen sehr bekannten Schriftsteller editiert. Rolf Huchhuth arbeitete seinerzeit als Lektor des „Bertelsmann Leserings“. Die Busch-Ausgabe erreichte im ersten Jahr eine Auflage von einer Million Bänden. Verleger Reinhard Mohn belohnte Hochhuth mit einem dreimonatigen Sonderurlaub, die der junge Lektor für eine Reise nach Rom nutzte. Dort entstand sein berühmtes Drama „Der Stellvertreter“.

Die Gesamtausgabe hat aber weit mehr zu bieten als die bekannten Klassiker wie „Max und Moritz“. Es ist eine Entdeckungsreise ins Busch-Universum.  Und in diesem wird er nicht allein von mir wegen seines genialen Umgangs mit der deutschen Sprache hoch verehrt. Unzählige Zitate und Redewendungen verdanken wir Wilhelm Busch. Etliche nachzulesen auch in „Gedichte für die Hosentasche“. Kleine Auswahl gefällig?

  • „Der Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung“
  • „Was man ernst meint, sagt man am besten im Spaß“
  • „Dummheit ist auch eine natürliche Begabung“
  • „Ausdauer wird früher oder später belohnt – meistens aber später“
  • „Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr“
  • „Platonische Liebe kommt mir so vor wie ein ewiges Zielen und niemals losdrücken“
  • „Klatschen heißt anderer Leute Sünden beichten“

Ich muss zugeben, dass mir besonders die bissigen Reime und Aphorismen gefallen. Allen, denen es ebenso geht, sei „Wilhelm Busch für Boshafte“ ans Herz gelegt. Auch wenn sie wie ich gar nicht boshaft sind…

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Menüvorschlag: Herrgottsbscheißerle

Menüvorschlag: Herrgottsbscheißerle

Menüvorschlag: Herrgottsbscheißerle

Heute ist Donnerstag, 14. April. Gründonnerstag, um genau zu sein. Ostern steht vor der Tür. Und der gerade angebrochene Frühling macht zwei Tage Pause. Die Sonne ist zwar 13:47 Stunden unterwegs, wird aber wohl selten zu sehen sein.

Mit Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg im Kopf habe ich die Entbehrungen der Fastenzeit erfolgreich vergessen. Charakterstarke Menschen wie meine Frau können sich derweil auf ein Schokoladen-Eis-Festival freuen. Vegan, versteht sich.

Da schaue ich schon eher wohlwollend auf einen anderen Menüvorschlag: Dieser 14. April ist auch der „Internationale Weltmaultaschentag“.  Die Nudeltaschen gefüllt mit Brät, Zwiebeln und eingeweichten Brötchen sind ein überaus leckerer Bestandteil (nicht nur) der schwäbischen Küche (nicht nur) in der Karwoche. Das „schwäbische Soulfood“ gibt es auch in internationalen Varianten.

Angeblich sind die schwäbischen Maultaschen an einem Gründonnerstag im Kloster Maulbronn erfunden worden. Die Männer der Kirche sollen damit den lieben Gott ausgetrickst haben. Fleisch essen ist in der Fastenzeit eine Sünde – solange sie entdeckt wird. Die vom Teigmantel umhüllten und so köstlichen Sünden nennen viele Schwaben daher bis heute „Herrgottsbscheißerle“. Wer ohne Fasten-Sünde bleiben will, greift auf vegetarisch/vegane Rezepte zurück.

Der herrliche Frühlingstag am Dienstag war offenkundig nicht allein für mich Startschuss in die Wandersaison. Auf unserer Tour um Altenau (mit zwei Wanderstempeln: Baumann-Weg und Kleine Oker) waren ordentlich Wanderer unterwegs. Goethe hätte wohl von „geschmückten Menschen“ gesprochen. Aber bis zum Osterspaziergang sind es noch ein paar Tage.

Gefühlt ist der Harz in diesen Osterferien nach Aufhebung der Corona-Bestimmungen gut gebucht und noch besser besucht. Angesichts extrem hoher Spritpreise hatten etliche Auguren von ausgebremster Reiselust gesprochen. Wir Harzer haben es da ja gut, wir wohnen, wo andere Urlaub machen. Wer seine attraktive Harzer Heimat mit einem Reiseführer erkunden will, dem sei aus der riesigen Auswahl heute „Marco Polo – Reisen mit Insidertipps“ empfohlen. Vor allem auch, weil mit Ralf Kirmse ein geschätzter Ex-Kollege zu den Autoren zählt.

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Weltbekannter Problem-Satz

Komme gleich wieder Godot
Komme gleich wieder Godot

Weltbekannter Problem-Satz

Eines der bekanntesten Bücher der Welt (zumindest was den Titel angeht), eröffnet an diesem 13. April unser „bebüchertes Kalenderblatt“. Genauer gesagt, dessen Autor: Samuel Beckett wurde am 13. April 1906 geboren. Einem Freitag.

Zumindest seinem Weg zu höchsten literarischen Weihen konnte der „Unglückstag“ nicht stoppen. Beckett gilt spätestens seit „Warten auf Godot“ als einer der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und erhielt 1969 den Literatur-Nobelpreis. Was den Godot angeht, warte ich immer noch auf die endgültige Erleuchtung. Womit ich nicht allein bin, denn „das Rätsel Godot“ (Wikipedia) hat zu unzähligen Deutungen geführt.

Für drei großartige „Kulturtempel“ ist der 13. April zudem sozusagen Geburtstag. Am 13. April 1870 wurde das Metropolitan Museum of Art gegründet. Zwei Jahre später wurde es eröffnet, ist heute das größte Kunstmuseum der Vereinigten Staaten und beherbergt eine der bedeutendsten kunsthistorischen Sammlungen der Welt. Mehr als 7 Millionen Besucher bestaunen in guten Jahren die Kunstwerke auf mehr als 130.000 m² Ausstellungsfläche.

Den Hinweis auf den Berliner Flughafen BER und andere Projekte, deren Bauzeiten in Richtung Ewigkeit strebten, kann man sich bei einem anderen Fall kaum verkneifen. Allerdings im positiven Sinn: Am 13. April 1841 wurde nach Baumeister Gottfried Semper benannte Semperoper in Dresden eingeweiht. Nach gerade einmal drei Jahren (!!!) Bauzeit. Da erklang Carl Maria von Webers „Jubel-Ouvertüre“ sehr zu Recht.

An einem Freitag, den 13., eröffnete der offenkundig nicht abergläubische Manfred Weissleder 1962  im Haus Große Freiheit 39 im Hamburger Stadtteil St. Pauli eröffnet einen Club. Er nannte ihn „Star-Club“ und hier galt nomen est omen: In den sieben Jahren seines Bestehens gastierten dort zahlreiche Größen der Rockmusik und starteten die Beatles ihre Weltkarriere.

Das konnte ja nicht gut gehen: Es war zwar kein Freitag, aber auf der 13. Apollo-Mission der NASA explodierte am 13. April 1970 ein Sauerstofftank und prägte Astronaut Jim Lovell das mittlerweile geflügelte Wort (natürlich auf Englisch): „Houston, wir haben ein Problem!“ Die dramatische Rettungsaktion bescherte Filmfans dann auch noch den Film „Apollo 13“ mit Tom Hanks. Und Jim Lovell schrieb seine Erinnerungen nieder (nur in englischer Sprache erhältlich).

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Abheben und deftiger Gruß

Columbia NASA
Columbia NASA

Abheben und deftiger Gruß

Dieser 12. April ist mein persönlicher Wandersaisonstart. Während ich nach der Winterpause auf den Spuren der Harzer Wandernadel wieder auf die Füße komme, heben andere passend zum Datum gleich ab.

Der 12. April ist das Datum für Überflieger schlechthin. Mit dem „Tag der Kosmonauten“ wird in Russland an den ersten bemannten Weltraum-Flug durch Juri Gagarin mit dem Raumschiff Wostok 1 am 12. April 1961 erinnert. Nachdem der Erstflug der NASA-Columbia-Raumfähre 20 Jahre später auch auf den 12. April fiel, erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen das Datum zum „Internationalen Tag der bemannten Raumfahrt“.

NASA-Mitarbeiter George Whitesides war dies offenkundig alles viel zu formell. Er kreierte eine mittlerweile weltweite Party-Reihe in Gedenken an den ersten bemannten Raumflug unter dem Namen „Yuri’s Night“. Ob Elon Musk, Jeff Bezos und Richard Branson mitfeiern, ist nicht bekannt. Aber vermutlich fliegen die Herren der Raketen ohnehin gerade irgendwo ins All.

Als Fußball-Fan in Niedersachsen kommt man um das heutige Datum nicht herum. Obwohl es mir im Braunschweiger Land schwerfällt: Am 12. April 1896 wurde der Hannoversche Fußball-Club von 1896 gegründet. Aus Löwen Sicht schon damals mehr Schein als Sein, denn trotz des Namens wurde erst nur Rugby gespielt. Erst vier Jahre später gingen die Fußballer an den Start.  Nur am Rande sei erwähnt, dass Eintracht Braunschweig bereits am 15. Dezember 1895 gegründet wurde. Und ob es wirklich „111 Gründe, Hannover 96 zu lieben“ gibt…?

Götz von Berlichingen

Falls mich 96-Fans jetzt mit dem Gruß des Götz von Berlichingen bedenken wollen, wäre es der passende Tag: Am 12. April 1774 wurde am Berliner Comödienhaus das Sturm-und-Drang-Drama „Götz von Berlichingen“ von Johann Wolfgang von Goethe uraufgeführt. Zumindest den berühmten „Schwäbischer Gruß“ kennt wohl jeder: „Sag deinem Hauptmann: Vor Ihro Kaiserliche Majestät hab ich, wie immer, schuldigen Respekt. Er aber, sag’s ihm, er kann mich im Arsche lecken!“

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Tote Hasen und großer Einfluss

Ghandi-Denkmal
Ghandi-Denkmal

Tote Hasen und großer Einfluss

Start in die 15. Kalenderwoche mit diesem Montag, 11. April. Von morgen an soll wettermäßig der Frühling Einzug halten. Aber der April ist halt ein wechselhafter Geselle, schon in zehn Tage könnten wieder Flocken rieseln.

Die Themensuche für unser „bebüchertes Kalenderblatt“ fiel mir heute nicht schwer, die Wikipedia-Einträge unter „Kultur“ liefern am 11. April gleich drei Einträge, die durchaus Generationen bewegt haben. So enterte in „Gerdes’ Folk City“ in Greenwich Village, Manhattan, New York, ein Singer-Songwriter erstmals die Bühne, der zu einem der einflussreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts avancieren sollte: Bob Dylan. Spannend ist so gerade auch „die Geschichte hinter den Trcks“.

Als erstem Singer-Songwriter und Dichter wurde ihm 2016 der Nobelpreis für Literatur „für seine poetischen Neuschöpfungen in der großen amerikanischen Songtradition“ zugesprochen. Für mich hatte er lange vorher Heldenstatus. Mit einer älteren Schwester aus der 68er Generation gesegnet, konnte man in einer früh-pubertären und -revolutionären Zeit auch ohne je einen Ton zu treffen zum textsicheren Vorsänger avancieren: „Don’t Think Twice, It’s All Right“.

Für meine Eltern war es 1988 deutlich schlimmer als „Ein kleines bisschen Horrorschau“, als die Toten Hosen mit der Single-Auskopplung „Hier kommt Alex“ die Hitlisten stürmten. Ihr erstes öffentliches Konzert gaben Campino, Andreas von Holst, Andreas Meurer, Michael Breitkopf, Trini Trimpop und Walter November heute vor 40 Jahren, am 11. April 1982, im Bremer Schlachthof.  Auf den Plakaten wurden sie wegen eines Druckfehlers als „Die Toten Hasen“ angekündigt.

Und dann erntete einer meiner Lieblingsfilme um einen der von mir meist bewunderten Männer am 11. April 1983 bei der Oscarverleihung den mehr als verdienten Lohn: Richard Attenboroughs Spielfilm „Gandhi“ erhielt gleich acht Goldjungen, unter anderem als Bester Film. Und der grandiose Ben Kingsley erhält den Oscar als Bester Hauptdarsteller. Auch wenn es unzählige Bücher um und über Ghandi gibt, den Film muss man gesehen haben.

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Ein Meisterwerk und ein zu kleiner Ball

Golf-Club Harz
Golf-Club Harz

Ein Meisterwerk und ein zu kleiner Ball

Der 10. April ist der 100. Tag des gregorianischen Kalenders 2022. Gemeinhin die Zeit für ein erstes Resümee, aber in Corona- und Kriegszeiten ist dies wenig erbaulich. Uns bleiben noch 265 Tage, die hoffentlich nur besser werden können…

Das Wetter soll sich beruhigen, was in Bad Harzburg ganz sicher auch die Spielerinnen und Spieler im Golf-Club Harz begeistert zum Abschlag auf den laut Eigenwerbung „schönsten Platz im Harz“ locken wird. In Amerika wird passend dazu heute der „Tag der Golfer“ begangen.  Wobei der „National Golfers Day“ nicht der einzige Aktionstag rund um Fairway und Green ist. Mit dem „National Golf Lover’s Day“ in den USA am 4. Oktober und dem „Tag der zweiten Chance“ (National Mulligan Day) am 17. Oktober finden sich noch zwei weitere „Golf-Feiertage“ in der Übersicht.

Der „National Golfers Day“ fällt dabei nicht zufällig auf den 10. April: Heute vor 106 Jahren (1916) wurde die Professional Golfers‘ Association of America (PGA) gegründet. Die großen PGA-Turniere schaue ich mir an, am Computer bin ich sogar ein passabler Spieler (auf Level: Easy), aber nachdem ich es einmal „live“ probiert habe, stimme ich Winston Churchills Definition zu: „Golf ist ein Spiel, bei dem man einen zu kleinen Ball in ein viel zu kleines Loch schlagen muss, und das mit Geräten, die für diesen Zweck denkbar ungeeignet sind“.

Wer diese Erfahrung selbst machen möchte, ist dazu am 1. Mai im Golf-Club Harz eingeladen, dann steht wieder der Golferlebnistag auf dem Programm. Und Golfern, die mit den Nerven fertig sind, empfehle ich Ulrich Kaisers „Tee Time – 66 heitere Momente für Golfer“.

Der 10. April ist allerdings nicht allein für Golfspieler ein geschichtsträchtiges Datum. Heute vor 97 Jahren (1925) wurde ein literarisches Meisterwerk veröffentlicht. F. Scott Fitzgerald gab seinen gesellschaftskritischen Roman „The Great Gatsby“ heraus – und landete einen Flop.  Das Buch verkaufte sich zu Lebzeiten des Autors eher mau.

Die ganz große Anerkennung kam später, heute gilt „Der große Gatsby“ als das Meisterwerk Fitzgeralds, in dem er ein großartiges Porträt der „Roaring Twenties“ in den Vereinigten Staaten schuf. Die Modern Library listete „The Great Gatsby“ 1998 auf Rang 2 der 100 besten englischsprachigen Romane des 20. Jahrhunderts. Auf Platz 1 landete „Ulysses“ von James Joyce.

Und schließlich sendete der 10. April 1970 noch unfassbare Schockwellen in die Musikszene: Paul McCartney schickte der britischen Presse Vorabexemplare seines ersten Soloalbums „McCartney“ und gab gleichzeitig seine Trennung von den Beatles bekannt. Die „Fab Four“ waren Geschichte und wurden zur Legende.

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Einhornzauber gegen gerade Linien

Uelzen Hundertwasser-Bahnhof
Uelzen Hundertwasser-Bahnhof

Einhornzauber gegen gerade Linien

Gleich zwei Ausflugsziele habe ich mir – passend zum Wochenende, weniger passend zur Wettervorhersage – bei den Recherchen zu unserem „bebücherten Kalenderblatt“ für diesen Samstag, 9. April, notiert. (Süd-)Harz und Heide stehen an.

Die erste Anregung resultiert aus einem der unzähligen eher albernen „Aktionstage“. In diesem Fall geht es um den heute anstehenden US-amerikanischen „Tag des Einhorns“. Wer jetzt a la Obelix „Die spinnen, die Amis“ murmelt, kann den Kreis getrost erweitern, denn seit 2015 wird jeweils am 1. November sogar der „Internationale Tag des Einhorns“ (International Unicorn Day) begangen. Derweil frage ich mich ständig, was mir ein „Einhorn-Emoji“ eigentlich sagen soll. Also wenn schon Fabelwesen, dann lieber im Kinderbuch wie das „NEINhorn“ von Känguru-Kumpel Marc-Uwe Kling.

Andererseits hat mich der „Unicorn Day“ an die Harzer Einhornhöhle bei Scharzfeld erinnert. Die hat ihren Namen von Knochenfunden, die clevere Geschäftemacher im 16. Jahrhundert als gemahlene Einhornknochen und (All-)Heilmittel zu Mondpreisen verkauften. Aber auch Wissenschaftler wie Otto von Guericke und Gottfried Wilhelm Leibniz schrieben über Einhorn-Artefakte und Leibniz entwarf sogar eine Rekonstruktion des angeblichen Einhorns – heute das Werbesymbol der Einhornhöhle, in der Teile der Netflix-Serie „Dark“ entstanden und deren Blaue Grotte stets aufs Neue fasziniert. Einen Stempel der Harzer Wandernadel (HWN 101) gibt es quasi als Beigabe selbst für Fußfaule. Und die Burgruine Scharzfeld (HWN 151) ist auch nicht weit.

Für all jene, die es weniger in die Natur und unter die Erde, stattdessen aber zur Kunst zieht, ist unser zweiter Ausflugstipp. Auf Wien verzichten wir, obwohl dort am 9. April 1991 das „Kunst Haus Wien“  mit den Werken des Künstlers Friedensreich Hundertwasser als Dauerausstellung eröffnet wurde. Zum Glück hat Hundertwasser nicht allein dieses Museums gestaltet, sondern sich auch mit vermeintlich profaneren Dingen abgegeben: Im Bahnhof Uelzen kann man im Wortsinn „auf Kunst abfahren“, das Gebäude ist ein ebenfalls faszinierendes Beispiel dafür, dass Hundertwasser zeitlebens als Gegner der „geraden Linie“ unterwegs war. Nachzulesen und auf großartigen Fotos zu genießen im Buch „Hundertwasser“.

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Groschenhefte und blumiger Geburtstag

Kirschblüte

Groschenhefte und blumiger Geburtstag

Unser großes Bild mag manchem im aktuell gefühlten „Harzer Winter“ an diesem Freitag, 8. April, deplatziert erscheinen, aber wir haben es natürlich aus gutem (wenn auch fernen) Grund gewählt.

Heute hat Buddha Geburtstag und da steht in Japan das Fest Kumbutsue im Kalender.  Häufig wird das Fest auch als Hana-Matsuri („Blumenfest“) bezeichnet. Und das hat gleich zwei Gründe: Zum einen erreicht die „Kirschblütenfront“ (Wikipedia) um diese Zeit Tokio, zum anderen wird in Tempeln eine Hanamido („Blumenhalle“) eingerichtet. Die Statue wird mit Amacha, einem Hortensien-Tee, dem magische Kräfte nachgesagt werden, beträufelt. Der Legende nach regnete es Amacha, als Buddha geboren wurde.

Geregnet hat es in diesen April-Tagen im Harz ja auch mehr als ordentlich. Allerdings kein Amacha, sondern schnödes Wasser. Tut dem im supertrockenen März ausgedörrten Boden auf Feldern, in Wäldern und in Gärten aber sicher auch gut. Apropos Garten: Wer noch überlegt, ob und wie er seinen Garten (um-)gestalten kann, könnte sich vom japanischen „Blumenfest“ und einem Buch inspirieren lassen: „Ein japanischer Garten – Faszinierend, meditativ, inspirierend“.

Weniger meditativ, dafür um so faszinierender fand ich in jungen Jahren die „Groschenhefte“, durch die unerschrockene Westernhelden von Gunfight zu Gunfight galoppierten oder lässige FBI-Agenten im Jaguar E-Type durch New York rasten. Als Fahrschüler brauchte ich inspirierende Lektüre, um mich im Bus wegzuträumen. Wieso ich darauf komme? Heute vor 25 Jahren stellte der Bastei-Verlag die Groschenheft-Serie „Wildwest-Roman“ mit Band 1859 ein.

Ich bin noch dazu der gleiche Jahrgang wie das erste Heft, das am 1. April 1957 für 60 Pfennige am Kiosk auslag. Durch die Reihe ritten und schossen sich unter anderem Rocky Steel, Tex Hondo, Die Schlitzohr-Halunken, Die vier Teufelskerle und Captain Concho. Einige der harten Kerle wie Tex Hondo reiten heute noch in der eBook-Reihe „Western Country“. Und auch meine Tophelden Wyatt Earp und Doc Holiday gibt es leider nur noch als eBook – die wären in der Schule viel schwerer zu verstecken gewesen…

Kinder verpflichtend eingeführt. Gut 100 Jahre später konnte die Weltgesundheitsorganisation nach einem konsequenten Impfprogramm 1979 die Welt für pockenfrei erklären. Damals wie heute schwirren viele Argumente durch den Raum, deren Wahrheitsgehalt bisweilen schwer zu klären ist. „Fakten gegen Fakes!“ will die bekannte Wissenschaftsjournalistin Dr. Mai Thi Nguyen-Kim liefern: „Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit“.

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Unser Planet, unsere Gesundheit

Unser Planet, unsere Gesundheit

Unser Planet, unsere Gesundheit

Auf unsere Gesundheit sollten wir an jedem Tag achten, heute aber nochmal intensiver. Der 7. April ist seit 1954 „Weltgesundheitstag“.

An apple a day keep the doctor away“ ist zwar ein vernünftiger Ansatz für jeden einzelnen Menschen, aber wenn es um die Gesundheit der Weltbevölkerung geht…?. Der von der Weltgesundheitsorganisation ins Leben gerufene Aktionstag rückt jedes Jahr ein Gesundheitsproblem in den Fokus. In diesem Jahr: „Our Planet, our health“ („Unser Planet, unsere Gesundheit“). Dazu passt das Buch: „Planetary Health – Klima, Umwelt und Gesundheit im Anthropozän“.

Mit dem großen Thema des heutigen Aktionstages macht die Weltgesundheitsorganisation auf die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels aufmerksam. Denn die Klimakrise sei auch eine Gesundheitskrise, so die Mahnung der WHO, die dringend zum Handeln auffordert.  Dabei kann sowohl mit Blick auf die Umwelt wie auf die eigene Gesundheit jeder selbst aktiv werden. Ein guter Start könnte ein Neuerwerb in der BÜCHER-HEIMAT aus der Rubrik „Gesund lesen und leben“ sein.

Zwei Geburtstage fielen mir in den Blick. Johannes Mario Simmel wäre heute 98 Jahre alt geworden. Bei der Nennung des Namens mögen viele die Nase rümpfen, wurde der Österreicher von der Literaturkritik lange als Trivialautor und Fließbandschreiber geschmäht. Derweil bekenne ich unumwunden, dass ich etliche Simmel-Romane begeistert verschlungen habe.

Offenkundig stehe ich damit auch nicht allein, denn Simmels 35 Romane erreichten weltweit eine Gesamtauflage von mehr als 73 Millionen verkaufter Exemplare. Titel wie „Mich wundert, dass ich so fröhlich bin“, „Lieb Vaterland magst ruhig sein“ oder „Hurra, wir leben noch“ avancierten zu geflügelten Worten. Mein Favorit Es muss nicht immer Kaviar sein – Die tolldreisten Abenteuer und auserlesenen Kochrezepte des Geheimagenten wider Willen Thomas Lieven lohnt sogar sowohl als unterhaltsame Lektüre wie als Kochbuch.

Der zweite Geburtstagsgruß fällt mir aus aktuellem Anlass entschieden schwerer: Gerhard Fritz Kurt „Gerd“ Schröder erblickte heute vor 78 Jahren in Mossenberg-Wöhren das Licht der Welt. Einst bekannt als Basta-Bundeskanzler, beherrscht er heute die Schlagzeilen als Putin-Versteher und „Gas-Gerd“. Zusammen mit dem Historiker Gregor Schöllgen verfasste Schröder 2019 das Buch „Letzte Chance“, in dem konstatiert wird: „Der Westen hatte seine Zeit. Sie war gut. Sie war politisch erfolgreich. Aber sie ist vorbei.“ Vermutlich will er das Seine dazu beitragen…

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Man sieht nur mit dem Herzen gut

Man sieht nur mit dem Herzen gut

„Man sieht nur mit dem Herzen gut“

Laura, ein Prinz und Abba bestimmen unser „bebüchertes Kalenderblatt“ an diesem Mittwoch, 6. April. Und Sport steht auch noch auf der Agenda.

Ein faszinierendes Plädoyer für Freundschaft und Menschlichkeit ist die heute vor 79 Jahren (1943) erschienene Erzählung Antoine de Saint-Exupérys „Der kleine Prinz“ (Le petit prince).  Bis heute wurde das Buch in über 480 Sprachen/Dialekte übersetzt, auf mehr bringt es nur die Bibel. Die Erzählung gilt als Kritik am Werteverfall der Gesellschaft. Dazu passt das bekannteste (und schönste) Zitat: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Wer den „kleinen Prinzen“ noch nicht sein Eigen nennt: Sofort erwerben und (mit dem Herzen) lesen!

Hoffentlich liest meine Frau die nächsten Zeilen nicht, denn der italienische Dichter Francesco Petrarca hat seinerzeit (14. Jahrhundert) eindeutig die Preise verdorben…  Am 6. April 1327 sah der Poet in Avignon zum ersten Mal die verheiratete Laura. Liebe auf den ersten Blick. Mit Langzeitfolgen. Seiner Liebe widmete Petrarca in der Folge 317 (!!!!) Sonette. Kein Wunder, dass „Petrarkismus“ bis heute eine einst verbreitete Richtung europäischer Liebeslyrik bezeichnet.  

„Sport ist Mord“, konstatierte Winston Churchill. Die Vereinten Nationen sehen dies ganz anders. Sie imitierten 2013 den Internationale Tag des Sports für Entwicklung und Frieden (International Day of Sport for Development and Peace). Das Datum 6. April steht für die Eröffnungsfeier der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit 1896 in Athen. Weswegen das Internationale Olympischen Komitee (IOC) seit 1948 diesen Tag auch als den sogenannten Welt-Olympiatag begeht (aber wer will schon mit diesem IOC feiern…).

Die UNO will mir ihrem Aktionstag die Bedeutung des Sports für Bildung, Entwicklung, Gesundheit in einer friedlichen Welt fördern. Und eine friedliche Welt wird derzeit weiter ohne Frage dringend benötigt. Wer sich dafür einsetzen will, sollte aber auch die eigene Gesundheit nicht aus den Augen verlieren. Dabei könnte vielleicht ein Buch des einstigen „FC-Bayern-Medizinmannes“ Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt helfen: „Bewegung – Das Lebenselixier für unsere Gesundheit.“

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