Wussten Sie schon, dass Hoffnung langfristig wie ein unbedenkliches Opium fürs menschliche Gehirn wirken kann? Das jedenfalls schreibt die Neurowissenschaftlerin Maren Urner in ihrem Beitrag zum Sammelband über die Hoffnung.
Der Journalist Julien Gupta hat 12 sehr unterschiedliche Persönlichkeiten um Beiträge zum Thema gebeten, so die Schriftstellerin Cornelia Funke oder den Schriftsteller Marc-Uwe Kling, aber auch Menschen, die in verschiedenen Bereichen unserer Gesellschaft engagiert sind: für Menschenrechte, gegen Rassismus, für Klimagerechtigkeit, für die Rechte von Behinderten oder Kinderrechte. Damit sind nur einige Bereiche benannt, denen sich die Autor*innen widmen.
Bei aller Unterschiedlichkeit der Autor*innen und Themen eint die Beiträge, dass gegenwärtige Probleme und Konfliktfelder des Zusammenlebens benannt werden. Und nie fehlt der Hinweis auf Menschen, die sich auf verdiente Weise engagieren, und auf deren Wirksamkeit. So wird deutlich: Menschen, die sich engagieren, sind hoffnungsvoll. Für mich hat sich die Auseinandersetzung mit allen Texten des Bandes gelohnt. Ich habe auch in den Bereichen Anregungen gefunden, die mir ansonsten thematisch nicht so nahe sind.
Dabei verfallen die Autor*innen nicht in Selbstüberschätzung. Sie wissen sehr wohl, dass ihre Wirksamkeit begrenzt ist – aber das Handeln ist dennoch alles andere als sinnlos. So beschreibt etwa Marina Weisbrand, dass sie weiß, ihre Ideen könnten vielleicht nicht während ihrer Lebenszeit verwirklicht werden. Aber sie könne – hoffentlich – dazu beitragen, Ideen in die Welt zu setzen: „Ideen von einer gerechteren Welt, in der Demokratie bedeutet, dass alle Menschen gleich repräsentiert sind. … In der wir nicht konkurrieren, sondern kooperieren.“
Für mich war es eine Lektüre, die Hoffnung macht, ohne die Realität aus den Augen zu verlieren.
Der Herausgeber und die Autor*innen:




